04.05.2022

bgood: Wiener Smart Sackerl-Startup holt sich Investment

Das für die smarte Einkaufstasche goodbag bekannte Wiener Impact-Startup bgood holt sich ein mittleres sechsstelliges Investment.
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bgood - goodbag zieht Continente als Kunden an Land
Die goodbag-Gründer Christoph Hantschk und Todor Lazov (c) RESPOND Accelerator / BMW Foundation

In mehr als zehn Millionen Geschäften funktioniert die goodbag des Wiener Impact-Startups bgood bereits, in mehr als 1800 davon, in zehn Ländern kann man sie auch kaufen. Das smarte Sackerl, das Nutzer:innen dafür belohnt, wenn sie es immer wieder verwenden, statt neue Einkaufstaschen zu kaufen, nimmt sieben Jahre nach Start des Unternehmens mittlerweile einen fixen Platz im Einzelhandel mehrerer Länder ein. Vor ein paar Monaten kam etwa die größte Supermarktkette Portugals als Partner dazu – der brutkasten berichtete. Schon davor war es gelungen, Kooperationen mit Unternehmen wie Ikea oder dem Heathrow Airport einzugehen.

bgood will Jahresumsatz versechsfachen

Dieses Jahr habe man bereits mehr als eine Million Euro Umsatz gemacht, heißt es vom Startup. Und es soll bis Jahresende noch deutlich mehr werden – unter anderem durch neue App-Funktionen. Letztlich soll es eine Versechsfachung im Vergleich zum Vorjahr werden. Um das ambitionierte Ziel zu erreichen nahm bgood nun ein weiteres Investment auf. Die „Impact Investment Boutique“ ASP Group aus Österreich und die bulgarische Angel-Investorin Sasha Bezuhanova steckten zusammen einen „mittleren sechsstelligen“ Betrag in das Unternehmen. Das Geld wolle man nun primär in die Erweiterung der Plattform, sowie den Aufbau eines Vertriebsteams verwenden.

Neue Funktionen für die goodbag

Zuletzt wurde bereits ein neues System eingeführt, in dem User:innen nicht nur bei der Wiederverwendung der goodbag sondern auch beim Kauf von ausgewählten nachhaltigen Produkten Punkte sammeln, die dann an sieben verschiedene Umweltprojekte gespendet werden können. Diese neuen Funktionen sind noch in der Beta-Phase, man habe aber bereits zahlreiche Anfragen, heißt es vom Startup. Nun sollen auch weitere Entwicklungen folgen, mit denen der Gamification-Ansatz weiterverfolgt wird. „Wir sind sehr glücklich darüber, dass wir mit ASP und Sasha Bezuhanova genau jetzt, wo wir neue Produkte auf den Markt bringen wollen und ein starkes Wachstum sehen, zwei Impact Investoren gewinnen konnten, die wie wir für das Thema Nachhaltigkeit brennen und uns neben dem Investment auch mit ihrem Netzwerk und Knowhow unterstützen“, kommentiert bgood-Mitgründer Christoph Hantschk.

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Majourny
© Majourny - Severin Bergsmann und Fabian Pischinger.

Es begann mit einer App, die KI zur automatischen Routenerstellung nutzte. Basierend auf ihren Interessen bekamen Nutzer:innen Empfehlungen für Hotels, Restaurants und Aktivitäten in der ausgewählten Stadt. Die Routen konnten dann in einem Feed geteilt werden, um Vertrauen zu schaffen und die App von rein algorithmischen Planern zu unterscheiden. Das Ziel der beiden Gründer Fabian Pischinger und Severin Bergsmann war es, als B2C-Reiseplaner Endkund:innen zu erreichen. Doch dann sprach man mit den Hotels.

Majourny-Founder: „Haben nicht im Office überlegt“

„Je mehr wir mit Hotels gesprochen haben, desto klarer wurde: Die Gäste sind längst digital, die Betriebe dahinter oft noch nicht. Dort geht jeden Tag enorm viel Zeit für Telefonate, Zettel und Nachfragen verloren“, sagt Pischinger. Also pivotierte man und versteht sich jetzt als B2B-Plattform für Hotels. Das Wissen über die Erwartungen digitaler Gäste nahm das Team mit. „Die Gen Z will ihre Anliegen digital erledigen, zu jeder Uhrzeit. Gleichzeitig hat das Personal schlicht keine Kapazität mehr, alles händisch abzufangen.“

Seit Ende 2025 entsteht die Software direkt im Hotelalltag, gemeinsam mit dem Stift Schlägl und dem Boutiquehotel Königswieserhof im Bezirk Freistadt. Als dritter Pilotbetrieb kamen die ARVE Chalets auf der Turracher Höhe dazu.

„Wir haben nicht im Büro überlegt, was Hotels brauchen könnten. Wir waren im Betrieb und haben gesehen, wo jeden Tag Zeit verloren geht“, ergänzt Pischinger. Unterstützt wird die Entwicklung durch ein FFG-Kleinprojekt, das Projektvolumen beläuft sich auf 150.000 €. Das Ziel des Projektes ist es, Hotels autonomer zu gestalten und Abläufe mittels KI-Agenten zu vereinfachen.

Daten automatisch ins System

Majourny wird an das bestehende Property-Management-System (PMS) des Hotels angebunden. Anreisen, Zimmernummern und Aufenthaltsdaten fließen somit automatisch ins System, eine zusätzliche Insellösung entstehe nicht. Der TeamHub bündelt Aufgaben, Übergaben und Kommunikation zwischen Rezeption, Housekeeping, Haustechnik und Küche. Eine KI-Wissensdatenbank soll auch neuen oder saisonalen Mitarbeiter:innen Antworten zum Haus liefern, und über einen digitalen Concierge erreichen Gäste das Hotel rund um die Uhr.

Zielgruppe sind der Aussendung zufolge Boutiquehotels, inhabergeführte Hotels und Chalets, also Betriebe, in denen wenige Menschen viele Rollen übernehmen und für eine eigene IT-Abteilung kein Platz ist.

Mit Version 1.0 startete im September auch der Vertrieb. Langfristig sollen KI-Agenten einen großen Teil der Back-Office-Arbeit in Hotels selbstständig erledigen. Die Verantwortung bleibe dabei beim Menschen: Entscheidungen über Preise, Kulanz oder Beschwerden treffe weiterhin das Hotel. „Die KI soll niemanden ersetzen“, so die Founder. „Sie soll die Arbeit übernehmen, die keiner gerne macht, damit wieder mehr Zeit für die Gäste bleibt.“

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