20.02.2023

Better Mobility Accelerator: Europaweites Startup-Programm startet in Wien

Impact Hub Vienna und Punkt vor Strich starten den ersten Call für den sechsmonatigen Better Mobility Accelerator.
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Better Mobility Accelerator - Falkinger und Diesenreiter
Claudia Falkinger, Punkt vor Strich, und Alexander Diesenreiter, Impact Hub Vienna | (c) Marek Knopp / Impact Hub

„Mobilität der Zukunft beinhaltet nicht nur Straßen, U-Bahnen, Fahrrad- bzw Gehwege und vieles mehr. Es bedeutet, dass sie für eine möglichst große Zahl von Menschen gedacht ist – unabhängig von Alter, Geschlechtsidentität, ethnischer Zugehörigkeit, wirtschaftlichem Status, Behinderung usw., um den besten allgemeinen Output in Bezug auf Wohlstand, Wohlbefinden und Inklusion zu erzielen“ – so umreißen Impact Hub Vienna und Punkt vor Strich ihre Vision in einer gemeinsamen Aussendung zum neuen Better Mobility Accelerator, dessen erster Call heute startet.

„Unterschiedlichen Bedürfnisse und Perspektiven aller Menschen berücksichtigen“

Impact Hub Vienna-Chef Alexander Diesenreiter führt aus: „Diversität und Inklusion im Mobilitätsbereich sind wesentliche Voraussetzungen für eine gerechte und nachhaltige Gesellschaft. Denn Mobilität ist nicht nur eine Frage der Fortbewegung, sondern auch der Teilhabe und Chancengleichheit. Nur wenn wir die unterschiedlichen Bedürfnisse und Perspektiven aller Menschen berücksichtigen, können wir eine Mobilität gestalten, die für alle zugänglich, sicher und komfortabel ist.“

„Österreich hat das Potenzial, eine führende Rolle in diesem Bereich einzunehmen“

Bei der Erreichung dieser Ziele sollen Startups helfen. „Mit unserem neuen Accelerator unterstützen wir Startups, die innovative Lösungen für die Mobilität der Zukunft entwickeln. Österreich hat das Potenzial, eine führende Rolle in diesem Bereich einzunehmen und wir möchten dazu beitragen, diese Vision zu verwirklichen“, erklärt die in der heimischen Startup-Szene u.a. als Startup-Rat-Mitglied bekannte Punkt vor Strich-Gründerin Claudia Falkinger. Der Better Mobility Accelerator dauert sechs Monate lang und wird über das EU-Programm EIT Urban Mobility gefördert. Entsprechend richtet sich der Call an Startups aus ganz Europa.

„Leistungen im Wert von 30.000 Euro“: Das bietet der neue Better Mobility Accelerator

Die inhaltlichen Schwerpunkte des Better Mobility Accelerators sind Intermodalität, Aktive Mobilität, Öffentlicher Raum, Inklusiver Arbeitsplatz und Mobilität der Zukunft. „Die Unterstützungsleistungen des Programms umfassen pro Startup einen Wert von mehr als 30.000 Euro“, heißt es in der Aussendung. Konkret handelt es sich dabei laut Impact Hub Vienna und Punkt vor Strich um vereinfachten Zugang zu Testmöglichkeiten und Experimentierräumen, neuen Zielgruppen und relevanten Stakeholdern, Internationalen Expert:innen für Mobilität, Innovation und Inklusion sowie Investor:innen und Finanzierungsvehikel.

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Wolfgang Hattmannsdorfer | (c) drehwerk / Peter Mayr
Wolfgang Hattmannsdorfer setzt mit „Made in Europe and Partner Countries“ den nächsten Umsetzungsschritt der Industriestrategie 2035. | (c) drehwerk / Peter Mayr

Die Industriestrategie 2035 nimmt immer klarere Formen an (brutkasten berichtete). Durch den nächsten Umsetzungsschritt „Made in Europe and Partner Countries“ soll mit rund 70 Milliarden Euro öffentlicher Kaufkraft nun die europäische Wertschöpfung gestärkt werden. „Nur 0,6 Prozent aller Aufträge stehen für 50 Prozent des gesamten Beschaffungsvolumens, und genau da müssen wir ansetzen. Dort wo die großen Summen, dort wo die Milliarden bewegt werden“, sagt Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer, der sich auf eine vom Lieferketteninstitut ASCII erstellte Analyse bezieht.

Startups werden in diese vergleichsweise kleine Zahl großer Aufträge nicht fallen. Auf Nachfrage von brutkasten hieß es vom Wirtschaftsministerium: „Diesen Beschaffungen kommt eine besondere strategische Hebelwirkung zu. Wenn bei diesen großen Aufträgen neben dem Anschaffungspreis auch Qualität, Lebenszykluskosten, Innovation, Versorgungssicherheit und europäische Wertschöpfung stärker berücksichtigt werden, kann bereits bei wenigen Verfahren eine große wirtschaftspolitische Wirkung erzielt werden.“ Die Frage, ob Startups in Zukunft stärker in der Beschaffung berücksichtigt werden sollen, wurde nicht beantwortet.

„Startups können Lösungen für zentrale Zukunftsaufgaben liefern“

Ganz unberücksichtigt sollen Startups aber nicht bleiben. „Der öffentliche Sektor ist ein großer Hebel, um Innovationen schneller in die Anwendung zu bringen. Startups können Lösungen für zentrale Zukunftsaufgaben liefern, von Digitalisierung über Klima bis Mobilität, Gesundheit und Verwaltung“, erklärt das Wirtschaftsministerium. Konkrete Beispiele, inwiefern das Innovationspotential von Startups besser nutzbar gemacht werden soll, gibt es noch nicht. Das Wirtschaftsministerium verweist auf den Aktionsplan „Strategische Beschaffung“, der bis zum Ende des Jahres ausgearbeitet wird.

Losteilungen und Local-Content-Bezug als Unterstüzung

Im Zuge der Innovationsförderung setzt Hattmannsdorfer auf Losteilung. „Es gibt eine extrem hohe Anzahl von Einzelaufträgen, wo ein Kleiner oft gar keine Chance hat, dass er wettbewerbsfähig teilnehmen kann. Wenn man Lose teilt, gibt es hier, glaube ich, eine konkrete Chance“, sagt der Wirtschaftsminister. Das soll Klein- und Mittelbetrieben den Zugang zu öffentlichen Ausschreibungen erleichtern. Das Wirtschaftsministerium betont die Wichtigkeit eines „breiten Bieterwettbewerbs“ für eine wirtschaftliche öffentliche Beschaffung.

Junge Unternehmen sollen durch einen „Local-Content-Bezug“ eine faire Möglichkeit erhalten, sich bei der Beschaffung gegen etablierte und gegen große Unternehmen durchsetzen zu können. „Das fängt bei der Ausschreibung bzw. bei der Beschaffung der Gemeinde an, unter dem Aspekt von ,Local-Content‘ Betriebe auch vor Ort entsprechend zu berücksichtigen“, sagt Hattmannsdorfer.

„Made in Europe and Partner Countries“ ist keine starre Präferenzregel

Der durchschnittliche Einzelbieteranteil, jene Verfahren ohne Wettbewerb, liegt bei 40 Prozent. Durch „Made in Europe and Partner Countries“, bei dem man sich auf den europäischen Standort fokussieren will, soll dieses Problem aber nicht verstärkt werden. „‚Made in Europe and Partner Countries‘ ist nicht als starre Präferenzregel zu verstehen“, erklärt das Wirtschaftsministerium und ergänzt: „Strategische Beschaffung und ein breiter Bieterwettbewerb sind dabei keine Gegensätze, sondern müssen gemeinsam gedacht werden.“

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