Beta-Launch von Alpin.Digital: Analysetool für Sportler und den Wettkampf unter Freunden
Die drei Wiener Gründer David Pfluegl, Gerhard Hiermann und Maximilian Uhlig haben in ihrer Freizeit ein komplexes Online-Analysetool entwickelt, das Erfolge misst und auswertet, um Leistungen langfristig zu beurteilen. “Alpin.Digital” - so der Name des Tools - kann bei jeder Art von Wettkampf zum Einsatz kommen, ob im Profisport oder beim Zocken unter Freunden.
In einer jungen Firma im Herzen Wiens, ist es dem Gründerteam von „nuwings” gelungen, aus einem Hobbyprojekt ein komplexes Analysetool mit einem ausgeklügelten Algorithmus zu entwickeln. Die Idee zu Alpin.Digital, die auch von der Wirtschaftsagentur Wien gefördert wurde, entstand aus einem Hobby und kam ihnen vor rund einem Jahr.
Alpin.Digital: Wer ist am Besten im Team?
Neben der Arbeit, verbindet die drei Entwickler David Pfluegl, Gerhard Hiermann und Maximilian Uhlig vor allem auch ihre Leidenschaft für den Wettkampf. So wird das Office in der Mittagspause und nach Feierabend regelmäßig zur Car-Racing-Arena umfunktioniert. Doch um punktgenau feststellen zu können, wer von ihnen der Beste ist oder wie sich die Leistung jedes einzelnen im Spiel entwickelt, benötigten sie ein System oder ein Tool, das sie trotz intensiver Suche nicht finden konnten. Zunächst entwickelten sie daher einen Algorithmus für den Eigenbedarf, aber nach ein paar Monaten wurde ihnen klar, dass auch andere Wettkämpfer davon würden profitieren können.
Über halbe Million Daten eingepflegt
Alpin.Digital Screenshot
Über eine halbe Million Data Points sind seit dem Start in den Algorithmus eingearbeitet worden. Das System im Hintergrund basiert auf einem leistungsorientierten Vergleich. Dabei werden die Ergebnisse vom eigens entwickelten Performance Evaluation Algorithm(PEA) analysiert und in Form eines Index ausgegeben. Jeder Mitspieler startet mit einem Index von 1.500 und verändert diesen Wert durch seine Performance bei jedem Spiel. Das funktioniert ähnlich wie die Punktevergabe im FIFA Ranking oder der ELO-Zahl, die man aus dem Schachspiel kennt.
Team entwickelt eigenen Performace Evaluation Algorithm
Der Unterschied zu bisherigen Modellen: PEA kann auch Wettkämpfe mit mehr als zwei Teilnehmern pro Ereignis verarbeiten. Dazu kommt, dass User von Alpin.Digital, das momentan kostenfrei zugänglich ist, in ihrem Dashboard eine Einsicht in aktuelle und saisonale Statistiken bekommen und auch eigene Championships erstellen können- als Teilnehmer oder als“Zuseher” von öffentlichen Championships wie Sportereignissen.
Interview mit Co-Gründer
Zum Beta-Launch konnte der Brutkasten mit David Pflügl sprechen, der neben der Software-Arbeit bei nuwings und Alpin.Digital auch einer der Co-Gründer vom Artificial Intelligence Inkubator Lemmings.io ist.
Wie seid ihr auf die Idee zu Alpin.Digital gestoßen?
In der Firma zocken wir hin und wieder gegeneinander und beschäftigen uns viel mit dem Thema Sport. Daher hat Alpin.Digital vor ein paar Monaten direkt in der Firma begonnen. Wir haben damals über unsere Leistung diskutiert und wollten ein Tool haben, das uns sagt, wer der beste ist. Dann haben wir Research betrieben und herausgefunden, dass es so etwas nicht gibt.
Was genau kann man mit Alpin.Digital messen?
Es kann alles sein, was in Konkurrenz steht. Die Daten der Teilnehmer werden über einen längeren Zeitraum gemessen. Bisher gab es nur Systeme mit denen man 1:1 Begegnungen wie Fußball oder Schach gut messen konnte. Wir wollten die Möglichkeit haben, multi-player/opponent-games zu messen. Ein Beispiel sind Rennspiele, bei denen zwanzig und mehr Spieler teilnehmen. Wie verändert sich die Performance eines Spielers? Da es kein Tool gab, das uns diese Frage beantworten konnte, dachten wir: Dann bauen wir selbst eines!
Alpin.Digital entstand also aus einem persönlichen Zweck heraus?
Genau. Wir haben dann einen Prototypen zusammengeschustert und zunächst nur für eigene Zwecke verwendet. Im Laufe der Zeit wurde Alpin.Digital dann immer weiter optimiert.
Ihr habt aber inzwischen auch eine Förderung?
Uns wurde schnell klar, dass nicht nur wir so ein System brauchen können. Wir haben Alpin.Digital dann bei der Wirtschaftsagentur eingereicht und eine Förderung bekommen. Dann wurde es ernst und wir wussten:“Wir müssen das jetzt durchziehen”. Das war im April.
Dabei habt ihr auch ohne Alpin.Digital viel zu tun!
Mit nuwings habe ich vor zwei Jahren mit Maximilian Uhlig und Gerhard Hiermann eine Software-und Design Agentur gegründet. Damals schon haben wir immer gezockt– auch zwischendurch mal in der Arbeit. Alpin.Digital läuft innerhalb von nuwings und aktuell liegt ein großer Fokus darauf.
Kann man euer Tool kostenlos nutzen?
Es ist“free for all”. Eine Paywall kommt später, das müssen wir erst noch testen, was Sinn macht. Zum Beispiel eine Subscription-Fee, die mehr Möglichkeiten eröffnet als der Free Plan.
Gibt es auch eine App?
Momentan ist Alpin.Digital eine progressive Web App. Und das bleibt es auch aktuell.
„Aufbruch statt Ausbruch“ – Wie aus Steyrs altem Gefängnis ein Innovationszentrum wird
Aus dem ehemaligen Cölestinerinnen-Kloster und späteren Gefängnis in der Berggasse in Steyr könnte in Zukunft ein neuer Startup-Hub Österreichs entstehen. Projektentwickler Chris Müller erzählt im brutkasten-Gespräch über den Standort, das Potenzial und die Details des Plans.
„Aufbruch statt Ausbruch“ – Wie aus Steyrs altem Gefängnis ein Innovationszentrum wird
Aus dem ehemaligen Cölestinerinnen-Kloster und späteren Gefängnis in der Berggasse in Steyr könnte in Zukunft ein neuer Startup-Hub Österreichs entstehen. Projektentwickler Chris Müller erzählt im brutkasten-Gespräch über den Standort, das Potenzial und die Details des Plans.
Chris Müller bei der Präsentation von Horizont Steyr. (c) Tobias Zachl
„Je komplexer die Welt um uns herum wird, desto mehr sehnen wir uns nach Orten, die die Menschen schon lange prägen“. Mit dieser Vision startet Chris Müller von CMb.industries gemeinsam mit der Stadt Steyr in das neue Projekt Horizont Steyr. Bekannt ist Müller in der Szene vor allem seit seinem erfolgreichen Projekt der Tabakfabrik in Linz, wo heute einer der wichtigsten Startup-Treffs Österreichs anzufinden ist.
„Wie bei der Tabakfabrik, von den Tabakwaren hin zu rauchenden Köpfen, soll in Steyr ein Ort der Unfreiheit zu einem Ort der Freiheit werden“, so der Plan. Auf dem Areal in der Berggasse befand sich im 17. Jahrhundert ein Kloster, bevor die Räumlichkeiten rund 200 Jahre lang als Gefängnis dienten.
Sollte das Projekt den Gemeinderat im Herbst passieren, wird 2029/2030 mit der Fertigstellung von Horizont Steyr gerechnet.
Zuerst war es ein Kloster, dann über 200 Jahre ein Gefängnis. Müller plant nun einen Startup-Hub. (c) Tobias Zachl
Milieu aus Industrie, Infrastruktur und Verständnis
„Die Stadt Steyr kommt mit einem industriellen Erbe“, hebt Müller den Standort hervor. „Hier kommt ein Milieu zusammen aus Industrie, aus Infrastruktur, aus Mobilität, Nachhaltigkeitsthemen, aus Internationalität und auch aus der Fachhochschule. Hier muss man einfach innovativ sein.“ Der Standort ist vor allem durch Leitbetriebe wie BMW, AVL List, BMD, SKF und Steyr Automotive bekannt.
Auf dem rund 3.000 Quadratmeter großen Gelände rund um die Berggasse sollen künftig Büros, Coworking-Spaces und Begegnungszonen für Startups sowie junge Unternehmen entstehen, wie brutkasten bereits berichtete. Gemeinsam mit Tp3 Architekten will Chris Müller die alte Immobilie zu einem „Ort der Begegnung und der Entwicklung von Zukunftsprojekten“ umgestalten und damit auch den Wirtschaftsstandort Steyr stärken.
„Unsere Orte sind kuratierte Orte“
Müller versteht den zukünftigen Hub als eine Produktionskette. „Wir haben uns gedacht, wir nehmen Wände weg und verbinden die einzelnen Gebäude, wir bringen die Freiheit hinein“, so der Projektentwickler. Im letzten Trakt der Gebäudereihe befindet sich das alte Theater der Stadt. Diesen Ort sieht Müller als zukünftigen Präsentationsraum mit einem Fassungsvermögen von 300 Menschen.
Eines der wichtigsten Learnings, die der Oberösterreicher aus seinem Projekt der Tabakfabrik in Horizont Steyr mitbringt, ist das Schaffen kuratierter Orte. Im Vordergrund stünde nicht die reine Vermietung von Büros, es ginge vielmehr um das Zusammenspiel der einzelnen Firmen. „Wir fragen nach den Bedürfnissen der Interessent:innen, was sie brauchen, aber natürlich auch, was sie sich von diesem Ort erwarten. Wir nehmen nicht alle rein, nur weil sie bezahlen.“
Das alte Theater könnte für zukünftige Präsentationen und Talks genutzt werden. (c) MecGreenie
Bereits 70 Prozent vorvermietet
Laut Angaben von Müller sind bereits 70 Prozent der Räumlichkeiten vorvermietet, für knapp 2.000 Quadratmeter der Fläche sind bereits Letters of Interests unterschrieben worden. Müller erwähnt dabei, dass ständig neue Anfragen kommen.
Für Interessierte an den Räumlichkeiten gibt es hier mehr Informationen.
Das Projekt Horizont Steyr soll von CMb.industries gemeinsam mit den Tp3 Architekten umgesetzt werden. (c) Raffael Portugal
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