18.12.2017

Beta-Launch von Alpin.Digital: Analysetool für Sportler und den Wettkampf unter Freunden

Die drei Wiener Gründer David Pfluegl, Gerhard Hiermann und Maximilian Uhlig haben in ihrer Freizeit ein komplexes Online-Analysetool entwickelt, das Erfolge misst und auswertet, um Leistungen langfristig zu beurteilen. “Alpin.Digital” - so der Name des Tools - kann bei jeder Art von Wettkampf zum Einsatz kommen, ob im Profisport oder beim Zocken unter Freunden.
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Die drei Gründer von Alpin.Digital: David Pfluegl, Gerhard Hiermann und Maximilian Uhlig.

In einer jungen Firma im Herzen Wiens, ist es dem Gründerteam von „nuwings” gelungen, aus einem Hobbyprojekt ein komplexes Analysetool mit einem ausgeklügelten Algorithmus zu entwickeln. Die Idee zu Alpin.Digital, die auch von der Wirtschaftsagentur Wien gefördert wurde, entstand aus einem Hobby und kam ihnen vor rund einem Jahr.

Alpin.Digital: Wer ist am Besten im Team?

Neben der Arbeit, verbindet die drei Entwickler David Pfluegl, Gerhard Hiermann und Maximilian Uhlig vor allem auch ihre Leidenschaft für den Wettkampf. So wird das Office in der Mittagspause und nach Feierabend regelmäßig zur Car-Racing-Arena umfunktioniert. Doch um punktgenau feststellen zu können, wer von ihnen der Beste ist oder wie sich die Leistung jedes einzelnen im Spiel entwickelt, benötigten sie ein System oder ein Tool, das sie trotz intensiver Suche nicht finden konnten. Zunächst entwickelten sie daher einen Algorithmus für den Eigenbedarf, aber nach ein paar Monaten wurde ihnen klar, dass auch andere Wettkämpfer davon würden profitieren können. 

Über halbe Million Daten eingepflegt

Alpin.Digital Screenshot

Über eine halbe Million Data Points sind seit dem Start in den Algorithmus eingearbeitet worden. Das System im Hintergrund basiert auf einem leistungsorientierten Vergleich. Dabei werden die Ergebnisse vom eigens entwickelten Performance Evaluation Algorithm (PEA) analysiert und in Form eines Index ausgegeben. Jeder Mitspieler startet mit einem Index von 1.500 und verändert diesen Wert durch seine Performance bei jedem Spiel. Das funktioniert ähnlich wie die Punktevergabe im FIFA Ranking oder der ELO-Zahl, die man aus dem Schachspiel kennt. 

Team entwickelt eigenen Performace Evaluation Algorithm

 Der Unterschied zu bisherigen Modellen: PEA kann auch Wettkämpfe mit mehr als zwei Teilnehmern pro Ereignis verarbeiten. Dazu kommt, dass User von Alpin.Digital, das momentan kostenfrei zugänglich ist, in ihrem Dashboard eine Einsicht in aktuelle und saisonale Statistiken bekommen und auch eigene Championships erstellen können- als Teilnehmer oder als “Zuseher” von öffentlichen Championships wie Sportereignissen. 

Interview mit Co-Gründer

Zum Beta-Launch konnte der Brutkasten mit David Pflügl sprechen, der neben der Software-Arbeit bei nuwings und Alpin.Digital auch einer der Co-Gründer vom Artificial Intelligence Inkubator Lemmings.io ist. 

Wie seid ihr auf die Idee zu Alpin.Digital gestoßen? 

In der Firma zocken wir hin und wieder gegeneinander und beschäftigen uns viel mit dem Thema Sport. Daher hat Alpin.Digital vor ein paar Monaten direkt in der Firma begonnen. Wir haben damals über unsere Leistung diskutiert und wollten ein Tool haben, das uns sagt, wer der beste ist. Dann haben wir Research betrieben und herausgefunden, dass es so etwas nicht gibt. 

Was genau kann man mit Alpin.Digital messen?

Es kann alles sein, was in Konkurrenz steht. Die Daten der Teilnehmer werden über einen längeren Zeitraum gemessen. Bisher gab es nur Systeme mit denen man 1:1 Begegnungen wie Fußball oder Schach gut messen konnte. Wir wollten die Möglichkeit haben, multi-player/opponent-games zu messen. Ein Beispiel sind Rennspiele, bei denen zwanzig und mehr Spieler teilnehmen. Wie verändert sich die Performance eines Spielers? Da es kein Tool gab, das uns diese Frage beantworten konnte, dachten wir: Dann bauen wir selbst eines!

Alpin.Digital entstand also aus einem persönlichen Zweck heraus? 

Genau. Wir haben dann einen Prototypen zusammengeschustert und zunächst nur für eigene Zwecke verwendet. Im Laufe der Zeit wurde Alpin.Digital dann immer weiter optimiert.

Ihr habt aber inzwischen auch eine Förderung? 

Uns wurde schnell klar, dass nicht nur wir so ein System brauchen können. Wir haben Alpin.Digital dann bei der Wirtschaftsagentur eingereicht und eine Förderung bekommen. Dann wurde es ernst und wir wussten: “Wir müssen das jetzt durchziehen”. Das war im April. 

Dabei habt ihr auch ohne Alpin.Digital viel zu tun!

Mit nuwings habe ich vor zwei Jahren mit Maximilian Uhlig und Gerhard Hiermann eine Software-und Design Agentur gegründet. Damals schon haben wir immer gezockt – auch zwischendurch mal in der Arbeit. Alpin.Digital läuft innerhalb von nuwings und aktuell liegt ein großer Fokus darauf. 

Kann man euer Tool kostenlos nutzen?

Es ist “free for all”. Eine Paywall kommt später, das müssen wir erst noch testen, was Sinn macht. Zum Beispiel eine Subscription-Fee, die mehr Möglichkeiten eröffnet als der Free Plan. 

Gibt es auch eine App?

Momentan ist Alpin.Digital eine progressive Web App. Und das bleibt es auch aktuell. 

Vielen Dank!

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Cyberhsell-CEO Mario Curvelo Carvalho | (c) Cybershell Technologies

Es ist das Zukunftsszenario schlechthin: Menschenleere Produktionshallen, gefüllt mit humanoiden Robotern, die unermüdlich arbeiten. Cybershell arbeitet daran, dass diese Vision einmal Realität wird. Das Deeptech-Startup entwickelt eine Außenschicht für humanoide Industrieroboter, die sie im Arbeitsalltag vor externen Einflüssen wie extremer Hitze, Stößen oder Chemikalien schützen soll. „Aktuell schauen die Roboter nicht so aus, als könnten sie z. B. neben einem Hochofen arbeiten“, sagt Gründer Mario Curvelo Carvalho. Cybershell soll das nun ändern. Die Idee wurde zuletzt beim Riz-up-Preis des Landes Niederösterreich in der Kategorie „Innovativ genial“ mit dem ersten Platz ausgezeichnet (brutkasten berichtete).

Cybershell ist ein „First of a kind“

Laut Curvelo Carvalho gibt es ein Produkt wie Cybershell noch nicht auf dem Markt. „Cybershell ist ein First of a Kind. Es gibt Hersteller, die Abdeckungen und so für Roboter machen. Aber es gibt unseres Wissens nach noch keinen Hersteller, der das im humanoiden Bereich macht“, sagt der Niederösterreicher. Dementsprechend schwierig seien manche Schritte für Cybershell, da es noch keine Referenzbeispiele gebe. „Ich komme mir manchmal vor wie wenn ich vor einem Dschungel mit einer Planierraupe stehe und mir dort erst meinen Weg ebnen muss“, sagt Curvelo Carvalho.

Erstmalige Versicherung einer Flotte

Laut dem Gründer ergibt sich durch seine Technik ein entscheidender Vorteil: Durch Schadensreduktion, Austauschbarkeit und standardisierte Betriebs- und Wartungsdaten gebe es eine bessere Grundlage für die Versicherbarkeit von humanoiden Robotern. „Die Versicherung hat das erste Mal die Möglichkeit, auf Daten zurückzugreifen und damit zu arbeiten. Damit können Versicherer Risiken, Schadenwahrscheinlichkeiten und mögliche Prämiengrundlagen besser bewerten“, erklärt der Founder und ergänzt: „Die Versicherungen sagen aktuell ‚Wir haben keine Werte, wir können hier nicht berechnen, wie hoch die Ausfallsrate ist und wie viel Schaden da wirklich auf uns zukommt.“ Doch bevor eine Flotte versichert werden kann, braucht Cybershell die notwendigen Zertifikate. An diesen werde gerade gearbeitet.

Modularer Aufbau

Das Startup setzt auf einen modularen Aufbau. Die Protektoren für z. B. Schultern, Arme und Beine sind getrennt abnehmbar und greifen nicht in Antrieb, Steuerungssoftware oder Sicherheitslogistik ein. „Es geht darum, die Downtime zu reduzieren. Wenn ein Roboter beschädigt wurde, dann wollen wir nicht, dass der ganze Roboter getauscht wird. Es soll einfach das beschädigte Modul werkzeuglos abgenommen werden und das neue Modul eingesetzt werden und nach 20 Minuten soll die Downtime vorbei sein“, erklärt Curvelo Carvalho. Die Außenschicht besteht aus fünf Layern, wobei jeder eine eigene Funktion hat und unterschiedlich anpassbar ist, je nachdem, wo der Roboter zum Einsatz kommt.

Das Patent als nächster Milestone

Das Unternehmen befindet sich aktuell noch vor der Gründungsphase und ist gebootstrappt. Gründen und die Suche nach Investoren machen laut Curvelo Carvalho erst dann Sinn, wenn die Firma das entsprechende Patent habe. Dafür müsse zuvor noch die Firma gegründet werden. Es läuft somit alles auf das Patent hinaus, noch im Herbst soll der Antrag gestellt werden. Förderungen hat Cybershell noch keine erhalten, jedoch hat das Startup bereits einen FFG-Patenscheck, also einen ersten Schritt in Richtung FFG-Förderung.

Eine Auswanderung in die USA stellt für Curvelo Carvalho aktuell keine Option dar. In Europa dauert zwar der Aufbau eines Unternehmens länger als in den USA, doch Cybershell habe hierzulande alles, was es für den Aufbau benötige. „Wir können hier vom Ökosystem, von den Inkubatoren und von den Förderungen profitieren. Cybershell muss ein niederösterreichisches Unternehmen werden. Das steht ganz groß auf unserer Flagge drauf“, sagt Curvelo Carvalho.

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