17.01.2017

Fraugster: Berliner FinTech holt sich 5 Mio Dollar von Speedinvest und Co

Das deutsch-israelische FinTech-Startup Fraugster hilft Banken mit künstlicher Intelligenz im Kampf gegen Betrüger. In einer Fünf-Millionen-Dollar-Finanzierungsrunde tritt nun Earlybird neben bestehenden Geldgebern wie Speedinvest als Lead-Investor auf.
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(c) Fraugster: Founder-Duo Max Laemmle und Chen Zamir

15 Milliarden Dollar – dieses Transaktionsvolumen wickelt Fraugster bereits jetzt für seine mehreren tausend internationalen Kunden, darunter Visa, ab. Nun erhält das Berliner Startup, das auch bereits einen Standort in San Francisco hat, einen weiteren Boost. Für eine neue Finanzierungsrunde wurde der in Berlin ansässige Venture Capital-Fonds Earlybird gewonnen. Auch die bestehenden Investoren – neben Speedinvest aus Wien auch Seedcamp aus London und ein Schweizer Privatinvestor – waren bei der Fünf-Millionen-Dollar-Runde dabei.

+++ Dossier: FinTech +++

„Branche arbeitet mit veralteten Technologien“

Das Produkt von Fraugster basiert auf künstlicher Intelligenz. Man habe das Startup gegründet, da die Analyse von Zahlungsrisiken in der gesamten Branche mit veralteten Technologien passiere, sagt Fraugster-Co-Founder und CEO Max Laemmle. „Die derzeit genutzten Systeme sind sehr teuer und zu langsam, um sich in Echtzeit an neue Betrugstechniken anzupassen“, erklärt er. Man habe daher einen selbstlernenden Algorithmus entwickelt, der innerhalb von 15 Millisekunden verlässliche Entscheidungen treffe. Das Startup gibt an, Betrug damit um durchschnittlich 70 Prozent reduzieren zu können.

Redaktionstipps

275 Milliarden Einnahmenentgang wegen falschen Betrugsverdachts

Der Bedarf dafür ist groß: Online-Händler verlieren Schätzungen zufolge jährlich 16 Milliarden Dollar durch Betrug. Noch viel gravierender sind laut Fraugster jedoch die Einnahmen, die den Händlern durch falschen Betrugsverdacht aufgrund veralteter Technologien entgehen. Allein 2015 sei das weltweit ein Volumen von 275 Milliarden Dollar gewesen. Fraugster gibt an, die Umsetzungsrate bei seinen Kunden im Durchschnitt um ganze 35 Prozent steigern zu können.

„Vision von einer betrugsfreien Welt“

Mit dem Investment will man nun weitere Mitarbeiter finanzieren und die internationale Expansion vorantreiben. Michael Breidenbrücker von Speedinvest, ist jedenfalls überzeugt, dass sich die neuerliche Investition auszahlt: „Betrugsprävention auf Basis künstlicher Intelligenz wird in den kommenden Jahren im Online-Bereich immer wichtiger werden. Wir sind überzeugt, dass Fraugster hier eine signifikante Rolle spielen wird.“ Christian Nagel von Earlybird drückt es etwas pathetischer aus: „Fraugsters Vision einer betrugsfreien Welt ist eine, auf die wir alle hinarbeiten sollten.“

+++ FinTech-Startups ändern Spielregeln im Kampf gegen Betrüger +++

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Bitpanda
Bitpanda Headquarter in Wien (c) Bitpanda GmbH

Das Wiener Fintech Bitpanda erweitert sein Angebot um Margin Trading für Aktien und ETFs. Nutzer:innen können damit mehr als 875 Wertpapiere mit einem Hebel von bis zu 20x handeln. Käufe sind ordergebührenfrei, beim Verkauf fällt eine pauschale Gebühr von einem Euro an. Für Kund:innen in Österreich und Deutschland übernimmt die Plattform zudem die steuerliche Abwicklung der Kapitalerträge.

Was „Hebel“ bedeutet

Beim Margin Trading leiht man sich Geld, um mit mehr Kapital zu handeln, als man besitzt. 20x heißt: Wer 500 Euro einsetzt, bewegt eine Position von 10.000 Euro. Gewinne wie Verluste vervielfachen sich entsprechend. Schon ein Kursrückgang von fünf Prozent zehrt den Einsatz komplett auf. Das Produkt richtet sich damit an kurzfristige, risikobewusste Trader:innen – nicht an langfristigen Vermögensaufbau.

Der eigentliche Clou: echte Aktien statt Derivate

Interessant ist, wie Bitpanda den 20x-Hebel möglich macht. Für gehebelte Aktienprodukte gilt in der EU eine strenge Grenze: Die Aufsicht ESMA deckelt Aktien-CFDs – Wetten auf Kursbewegungen ohne echten Aktienbesitz – für Privatkund:innen bei 5:1. Diese Obergrenze gilt jedoch nur für CFDs, und genau die bietet Bitpanda bei diesem Produkt nicht an. Auf Nachfrage von brutkasten stellt das Unternehmen klar: Kund:innen handeln echte Aktien, ETFs und ETCs. Sie setzen eigenes Kapital ein und leihen sich für den Rest den Euro-Stablecoin EURCV von Bitpanda. Weil es sich damit um klassisches Wertpapier-Margin und nicht um ein CFD handelt, gelten die CFD-Hebelgrenzen der ESMA hier nicht – und 20x wird darstellbar.

„Gebührenfrei“ heißt nicht kostenlos

Die beworbene „Zero Order Fee“ gilt nur für die Ordergebühr beim Kauf. Für das geliehene Geld fällt eine Finanzierungsgebühr an: In den ersten 60 Tagen sind es 0,18 Prozent pro Tag auf den geliehenen Betrag, danach sinkt sie schrittweise. Bei sehr kurzen Haltedauern fällt das kaum ins Gewicht – wer eine Position länger offen hält, zahlt spürbar drauf.

Das Risiko, das man kennen sollte

Der zentrale Punkt betrifft den Schutz nach unten. Anders als beim Crypto Margin Trading gibt es hier keinen garantierten Schutz vor einem negativen Kontostand. Reißt der Kurs stark aus – etwa durch eine Kurslücke oder geringe Liquidität – kann der Verkaufserlös das geliehene Geld nicht decken. Dann bleibt eine Restschuld, die Kund:innen begleichen müssen. Das steht in Spannung zur Ankündigung, die vor allem die Risikomanagement-Funktionen betont. Zugang gibt es zudem erst nach einem Angemessenheitstest zu Hebel, Margin und Liquidation, angeboten „execution only“ – also ohne Beratung.

Einordnung: ein Baustein Richtung Börsengang

„Anleger erwarten heute zunehmend dieselben professionellen Möglichkeiten, ihre Portfolios zu steuern und abzusichern, die bislang vor allem institutionellen Investoren zur Verfügung standen“, sagt CEO Lukas Enzersdorfer-Konrad. Man reagiere mit dem neuen Produkt „auf die steigende Nachfrage nach mehr Flexibilität und Möglichkeiten zur kurzfristigen Absicherung“.

Der Schritt passt zum Wandel vom Krypto-Broker zur Multi-Asset-Plattform – in einem Jahr, in dem am Markt über einen möglichen Bitpanda-Börsengang spekuliert wird. Und er reiht sich in einen breiteren europäischen Trend ein: Immer mehr Retail-Plattformen bringen gehebelte Produkte an ein breites Publikum. Die Gewinnchance ist real – das Verlustrisiko ebenso.

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