22.10.2025
FINANZIERUNG

Bergardi: Linzer Büromöbel-Startup sichert sich sechsstellige Förderung

Das Linzer Startup Bergardi hat im Rahmen des aws Seedfinancing – Innovative Solutions eine sechsstellige Förderung erhalten.
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Bergardi
@Jonas Brandstetter - Das Bergardi-Team.

Anfang des Jahres erhielt das Linzer Startup Bergardi ein sechsstelliges Investment von der Ariane IX AG. Nun hat es im Rahmen des „aws Seedfinancing – Innovative Solutions“ eine sechsstellige Förderung geholt.

Bergardi: Gimbal-Technologie

Bergardi entwickelt Sitzmechaniken, die Bewegung in den Büroalltag bringen sollen. Das Prinzip: Aktive Unterkörperbewegung bei stabiler Oberkörperposition, inspiriert von der Gimbal-Technologie (Anm.: Stabilisierungssystem, das in der Videoproduktion zum Einsatz kommt und die Kamera ausbalanciert). Während herkömmliche Aktivstühle den sogenannten Sitzballeffekt erzeugen, bei dem Nutzer:innen permanent ausgleichen müssen und rasch ermüden, sorge die Mechanik von Bergardi für „natürliche, ergonomisch korrekte Bewegungen“. Jede davon werde dabei automatisch zur Körpermitte ausgeglichen, was die Haltung verbessere und Rückenschmerzen reduziere.

„Wir bringen Bewegung in den sonst statischen Alltag und schaffen damit eine gesunde, produktive Arbeitskultur“, erklärt Thomas Riegler, der Bergardi gemeinsam mit Walter Schindlegger und Markus Franz-Riegler gegründet hat.

Das Herzstück des Unternehmens ist die Smart Moving-Technologie. Eine modulare, mechanische Plattform, die künftig als universelle OEM-Lösung für andere Möbelhersteller verfügbar sein soll. So lasse sich die Bewegungstechnologie von Bergardi in verschiedenste Sitzmöbel, wie Bürodrehstühle oder Praxisstühle integrieren.

Produktfamilien beweglich machen

Nach erfolgreichen Testphasen mit Ärzt:innen und internationalen Möbelherstellern soll die Mechanik rasch international angeboten werden: „Mit unserer modularen, patentierten Plattform können erstmals ganze Produktfamilien beweglich gemacht werden. Das ist unser Gamechanger. Wir entwickeln keine herkömmliche Sitzmechanik, die sich nur im Design unterscheidet, sondern die Bewegungstechnologie, die die gesamte Branche disruptiv verändern wird“, sagt CEO Markus Franz-Riegler.

Bergardi: Neue Sitzmöbel-Segmente in Vorbereitung

Die Seedfinanzierung soll es Bergardi nun ermöglichen, die Serienreife der universellen Sitzmechanik abzuschließen, Ressourcen für OEM-Partnerschaften in Europa aufzubauen und den Markteintritt in neue Sitzmöbel-Segmente vorzubereiten. Für Q3 2026 plant das Startup eine Wachstumsfinanzierung, um die Serienproduktion zu skalieren und die Smart Moving-Plattform als universelle Mechaniklösung im europäischen OEM-Markt zu etablieren.

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Im Bundeskanzleramt traten Gesundheitsministerin Korinna Schuhmann (SPÖ), Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS), Staatssekretär Alexander Pröll (ÖVP) und Staatssekretärin Elisabeth Zehetner (ÖVP) heute vor die Presse. Nach „weit über 100 Stunden“ Verhandlungszeit, präsentierte Pröll die wichtigsten Punkte zur Staatsmodernisierung.

Abbau von Bürokratie, Fokus auf Digitalisierung

Eines der großen Themen ist die Entbürokratisierung durch Digitalisierung. „Wir befreien Bürger, Unternehmen und Verwaltung von unnötigen analogen Pflichten. Also: Was digital einfacher geht soll auch digital gehen“, sagt Pröll. Als Beispiel nennt er, dass die verpflichtende Barzahlung oder mehrfach auszudruckende Antragsunterlagen zukünftig wegfallen und durch digitale Wege ersetzt werden würden.

„Herzensprojekt“: Das Once-Only-Prinzip

Einer der dreizehn Punkte ist die langfristige Verwirklichung des Once-Only-Prinzips. Unternehmen müssten dadurch künftig keine Nachweise mehr vorlegen, die dem Staat ohnehin schon vorliegen. Dadurch würden Amtswege einfacher und schneller gemacht werden. Project X bildet die technologische und organisatorische Grundlage, um das Once-Only-Prinzip in der österreichischen Verwaltung in die Realität umzusetzen. Durch den Ausbau der zentralen Datenmanagement-Infrastruktur (dadeX) im Rahmen dieses Projekts wird sichergestellt, dass der Staat bereits vorhandene Daten selbstständig abrufen und verknüpfen kann.

„Das ist eines meiner Herzensprojekte, weil ich glaube, dass es eine maßgebliche Veränderung herbeiführen wird. […] Das ist ein Projekt, das definitiv über die nächsten zwei Jahre gehen wird, weil wir die Register ordnen müssen, wir müssen die Datenqualität erhöhen und wir müssen Schnittstellen schaffen. Aber es ist zentral, um einen modernen, effizienten und vor allem digitalen Staat zu haben“, so Pröll.

Chatbots bei Verwaltungsverfahren

Mit der neuen AVG-Novelle (Allgemeines Verwaltungsverfahrensgesetz) soll der Kontakt zu den Behörden spürbar moderner und unkomplizierter werden. Es wurden rechtliche Regeln für den Einsatz von digitalen Helfern in der Verwaltung präsentiert. Das bedeutet, dass künftig Chatbots und digitale Assistenten ganz offiziell und rechtlich abgesichert dabei helfen dürfen, Bürger:innen und Unternehmen Schritt für Schritt durch Formulare zu führen. Gleichzeitig können einfache Standardfälle in Zukunft vollautomatisch erledigt werden. Insgesamt soll das Einreichen von behördlichen Anträgen dadurch leichter und zugänglicher werden. Die AVG-Novelle zur digitalen Verwaltung wurde bereits im März 2026 beschlossen.

Einheitliche Regelungen

Pröll spricht auch das Thema „Fleckerlteppich“ in Bezug auf Zuständigkeiten und Aufgabenverteilung in Österreich zwischen Bund, Bundesländern und Gemeinden an. Diese teils sehr komplizierte Verteilung soll klarer werden. Durch die Kompetenzbereinigung wandern bestimmte Zuständigkeiten zum Bund, was einheitliche Regeln im ganzen Land schafft. Pröll nennt hier explizit für Unternehmen relevante Bereiche wie das Bauprodukterecht, das Wettwesen und das kleine Glücksspiel.

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