21.01.2025
FINANZIERUNG

Bergardi: Linzer Büromöbel-Startup sichert sich sechsstelliges Investment

Das Linzer Startup Bergardi hat einen Stuhl gegen Rückenschmerzen entwickelt. Nun konnte sich das Unternehmen ein sechsstelliges Investment sichern und plant die Expansion.
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Das Linzer Startup Bergardi tritt bei 2 Minuten 2 Millionen auf © Bergardi
Foto: Bergardi

Rückenschmerzen sind eine der häufigsten Volkskrankheiten unserer Zeit. Das Linzer Startup Bergardi hat es sich zur Aufgabe gemacht, dieses Problem an der Wurzel zu packen. Das Unternehmen hat einen Sessel entwickelt, der eine nachhaltige Verbesserung der Haltung verspricht. Hinter dem Startup stehen die drei Gründer Walter Schindlegger, Markus Franz-Riegler und Thomas Riegler. Das 2021 gegründete Unternehmen hat mittlerweile seine Technologie patentieren lassen (brutkasten berichtete).

Bergardi möchte international skalieren

Für das weitere Wachstum hat Bergardi ein sechsstelliges Investment von der ARIANE IX AG erhalten, wie Gründer Thomas Riegler am Dienstag in einem LinkedIn-Posting bekannt gab.

„Wir konnten zeigen, dass unsere innovative Technologie zukünftig mit allen bestehenden Sitzkonzepten erweitert werden kann, vom Loungekonzept bis zum kompletten Bürodrehstuhl. Dadurch wird Bergardi international skalierbar“, erklärte Riegler.

(c) Bergardi

Zudem ist das Unternehmen laut dem Gründer bereits cashflow-positiv. Mit Exklusivpartnern in der Schweiz, Kooperationen in den Niederlanden und Belgien sowie Fachhändlern in Deutschland ist Bergardi über die Grenzen Österreichs hinausgewachsen. Zudem konnte Bergardi seinen Umsatz verdoppeln.

Mit der Finanzierungsrunde bringt sich Bergardi für die weitere Internationalisierung in Stellung. „Unser Ziel ist es, Europas führender Anbieter für gesunde und bewegte Sitzmöbel zu werden. Mit der Unterstützung von Klaus Forsthofer haben wir einen Experten für die Skalierung in den USA an Bord.“ Forsthofer war über acht Jahre als Trainer für den Amazon Marketplace tätig.

(c) Bergardi

Patentierte Technologie

Die Idee für die patentierte Sitzmechanik kam Schindlegger, nachdem sein Bruder einen Bandscheibenvorfall erlitten hatte. Die Konstruktion der Stühle ermöglicht Beckenbewegungen, die das Gefühl von „Gehen im Sitzen“ schaffen und den Oberkörper stabilisieren. Laut Bergardi sorgt die spezielle Sitzschale dafür, dass die Bewegungen automatisch ausgeglichen werden.

Die patentierte Smart MovingTechnologie ist klinisch geprüft und ermöglicht erstmals Stabilität in Kombination mit Rückentraining im Sitzen. Schon bald soll es möglich sein, die Technologie von
Industriestühlen bis hin zu Bürodrehstühlen universell einzusetzen.


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Das Bitpanda Headquarter in Wien © Bitpanda

Sie machte Wien zum beliebten Standort für die EU-Niederlassungen internationaler Krypto-Unternehmen: die EU-Kryptoregulierung MiCAR. Denn die heimische Finanzmarktaufsicht FMA genießt den Ruf, bei der Erteilung der für das Krypto-Geschäft in der EU notwendigen MiCAR-Lizenz hart, aber fair zu sein.

FMA: „MiCAR auch im Enforcement angekommen“

Nach einigen Meldungen rund um die Erteilung solcher Lizenzen – und in einem Fall einer vorübergehenden Sanktionierung – in den vergangenen Monaten, erfolgte nun erstmals die Verhängung einer Strafe wegen eines MiCAR-Verstoßes durch die FMA. „Damit wird sichtbar, dass die MiCAR nicht mehr nur ein Konzessions- und Aufsichtsthema ist, sondern auch im Enforcement angekommen ist“, heißt es von der Behörde in einer Aussendung dazu.

Termin-Fehler und fehlende Telefonnummer und Mail-Adresse

Getroffen hat es ausgerechnet Österreichs Krypto-Regulatorik-Musterschüler Bitpanda. Konkret machte das Wiener Unicorn bei der Veröffentlichung eines Whitepapers im Zuge eines Token-Launchs im vergangenen Jahr einige Termin- bzw. Formfehler, wie aus der Bekanntmachung der FMA hervorgeht: Das Whitepaper hätte laut Regelwerk bis spätestens 20 Werktage vor Veröffentlichung an die FMA übermittelt werden müssen, was nicht passierte; eine Marketingmitteilung zum Whitepaper wurde unerlaubterweise bereits vor dessen Veröffentlichung verbreitet; und in einer weiteren Marketingmitteilung fehlten ein Disclaimer, eine Telefonnummer und eine Mail-Adresse.

„Unmittelbar nach dem behördlichen Hinweis in Abstimmung mit der FMA behoben“

70.000 Euro Strafe wurden letztlich verhängt. Seitens Bitpanda stellt man auf brutkasten-Anfrage klar: „Alle von der FMA aufgezeigten Punkte wurden jeweils unmittelbar nach dem behördlichen Hinweis in Abstimmung mit der FMA behoben. Wir haben uns für eine rasche, einvernehmliche Beendigung des Verfahrens entschieden. Die Veröffentlichung erfolgte nach dem österreichischen MiCA-Vollzugsgesetz. Das Verfahren ist damit abgeschlossen.“

Zudem betont man beim Scaleup: „Kundengelder, die Sicherheit unserer Plattform oder die Integrität des Bitpanda-Ökosystems waren zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt. Aus den beanstandeten Punkten ist unseren Kundinnen und Kunden kein finanzieller Schaden entstanden.“

Analyse: Musterschüler als erster Bestrafter als falsches Signal

Das genau Bitpanda die erste Strafe auf MiCAR-Basis ausfasst, ist nachvollziehbar und könnte dennoch ein falsches Signal aussenden. Als größter heimischer Player, der in seinen Prozessen eng mit der FMA zusammenarbeitet, überrascht es nicht, dass gelegentlich Formfehler nicht nur passieren sondern auch unmittelbar bemerkt werden. Indessen sind einige große internationale Player weiterhin ohne MiCAR-Lizenz am heimischen Markt aktiv und entziehen sich erfolgreich der Strafverfolgung. Dass der Formfehler durch die FMA verfolgt wird ist korrekt und konsequent; dass ausgerechnet Bitpanda damit zum Exempel wird, wird den großen regulatorischen Themen am Krypto-Markt aber nicht gerecht.

In der Aussendung der FMA äußert man sich zu dieser Thematik indirekt und gewohnt sachlich: „Der Umstand, dass es sich um den ersten veröffentlichten MiCAR-Fall handelt, begründet für sich genommen keine Sonderstellung des betroffenen Unternehmens oder der festgestellten Verstöße.“

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