24.04.2025
JOBWECHSEL

Benjamin Ruschin geht zu WeAreDevelopers zurück, Big Cheese Ventures läuft aus

Etwas mehr als drei Jahre nach dem Start hören Benjamin Ruschin und Mark Kaslatter wieder mit Big Cheese Ventures auf. Beide haben bereits ihre neuen Jobs kommuniziert.
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Nach etwas mehr als drei Jahren lassen Benjamin Ruschin (l.) und Mark Kaslatter (r.) Big Cheese Ventures auslaufen | © Katharina Schiffl
Nach etwas mehr als drei Jahren lassen Benjamin Ruschin (l.) und Mark Kaslatter (r.) Big Cheese Ventures auslaufen | © Katharina Schiffl

Anfang 2022 gingen Benjamin Ruschin und Mark Kaslatter mit Big Cheese Ventures an den Start – brutkasten berichtete damals. Seitdem folgten nicht nur einige Investments, sondern auch Angebote wie die „RevOps Academy“. Doch nun soll die Gesellschaft auslaufen und wird „nicht mehr aktiv betrieben“, wie Ruschin gegenüber brutkasten bestätigt. „Die Beteiligungsholding bleibt bestehen. Wie wir mit den einzelnen Beteiligungen umgehen, wird case by case entschieden“, so der Gründer.

Ruschin wird Executive Chairman bei WeAreDevelopers

Gleichzeitig kommunizierte Ruschin auch bereits, wie es bei ihm weitergeht – nämlich zurück zu den Wurzeln. Einer breiteren Öffentlichkeit wurde der Unternehmer als Co-Founder von WeAreDevelopers bekannt. Die Plattform vermittelt Coder:innen und IT-Expert:innen an Unternehmen und veranstaltet dazu unter anderem den jährlichen WeAreDevelopers World Congress.

Dort kehrt er nun als Executive Chairman zurück und ergänzt fortan das bestehende Führungsteam um Sead Ahmetovic (CEO), Rudi Bauer (CCO) und Thomas Pamminger (CPO). Man setze auf „massives Wachstum im AI-Zeitalter“, heißt es in einer Aussendung. Ruschin übernehme erneut eine operative Rolle „mit dem klaren Ziel, das Unternehmen in den kommenden Jahren signifikant zu skalieren“. Er selbst gibt ein ambitioniertes Ziel aus: „Unser Ziel ist es, WeAreDevelopers in den kommenden Jahren zur führenden Business-Plattform für Tech-Talente weltweit zu skalieren.“

Mark Kaslatter beginnt bei COR Energy

Auch der zweite Big-Cheese-Gründer Mark Kaslatter gab bereits bekannt, wie es für ihn weitergeht: Er wird Chairman of the Management Board & Equity Partner beim Erneuerbare-Energie-Unternehmen COR Energy. Zu Big Cheese schreibt Kaslatter auf LinkedIn: „Wir haben etwas Erfolgreiches aufgebaut, und ich bin stolz auf das, was wir erreicht haben.“ Benjamin Ruschin sei dabei ein „brillanter Partner“ gewesen. Als Unternehmer müsse man sich aber ständig selbst hinterfragen: „Mache ich die richtigen Dinge? Mache ich einen Unterschied?“ Darum stürze er sich nun erneut in ein für ihn völlig neues Gebiet, so der Unternehmer.

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Enact, Roboter die fühlen, Roboter, Robotik
© Enact

Roboter können viel. Sie sehen fast alles, sie schweißen, heben, sortieren. Eines fehlt ihnen jedoch: Fingerspitzengefühl. Deshalb bleiben die letzten Handgriffe der Montage Handarbeit: ein Kabel, das einrasten muss, eine Dichtung, die sitzen muss, eine Schraube, die klemmt. Diesem Mangel an Feinfühligkeit stellt sich das Schweizer Startup Enact entgegen und baut Roboter, die Kraft spüren. Sie messen Druck und Widerstand über ihre eigenen Antriebe, wie der Mensch über Muskeln und Sehnen, und ein Modell lernt daraus, heißt es. Der Roboter merkt ohne Zusatzsensoren und ohne künstliche Haut, ob das Teil sitzt.

Enact von Caltech-Forscher gegründet

Dass das mehr als eine Nische ist, zeigen die Zahlen. China etwa hat 2025 354.000 Industrieroboter installiert, fast drei von fünf weltweit (IFR). Europa gewinne dagegen nicht über Masse sondern über Varianz, und genau dort rechnen sich Roboter bisher selten, weil jemand jede Aufgabe einzeln programmieren müsse. Roboter, die durch Vormachen lernen und spüren, ob ein Teil sitzt, sollen diese Einzelprogrammierung ersparen und auch kleine Serien automatisierbar machen. Genau hier setzt Enact an: bei den letzten Handgriffen der Montage.

Gegründet wurde das Zürcher Startup im März 2026 von Manuel Yves Galliker. Der Maschinenbauer der ETH Zürich war Gastforscher am Caltech, leitete bei 1X das Team, das dem Humanoiden NEO das Gehen beibrachte, und arbeitete danach bei Physical Intelligence.

Dort sah er, dass Kamera und Teleoperation für die Fabrik nicht ausreichen, und ging zurück nach Zürich. „Das Silicon Valley hat historisch betrachtet enorme Stärken in Software und KI, aber es fehlt an Spezialisten für Robotik und Hardware-Engineering“, sagt Galliker.

Investment von Mensch

Nun sammelte er mit Enact 30 Millionen US-Dollar in einer Pre-Seed-Runde ein, und das noch bevor es ein Produkt gibt. Das hat einen Grund, wie man in der Aussendung liest: „Das Startup baut alles selbst. Antriebe, Regelung und Modell entstehen unter einem Dach, was am Anfang mehr kostet als ein Modell auf einen fremden Arm zu setzen.“ Die ersten Antriebe laufen, der Ansatz sei laut Enact validiert.

Angeführt wird die Millionen-Runde von redalpine, Notion Capital und firstminute capital. Als Business Angels investieren Yann LeCun (von 2013 bis Ende 2025 Chief AI-Scientist bei Meta), Arthur Mensch (Co-Founder Mistral AI), Andrew Lonsberry (Path Robotics) und David Wallerstein (früher Tencent). Aktuell arbeiten zehn Personen in Zürich, bis Ende 2027 sollen es viermal so viele werden.

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