30.09.2022

Benefit Büroservice: Sechsstelliges Investment für Teleservice-Anbieter aus NÖ

Der niederösterreichische Teleservice-Anbieter Benefit Büroservice holt mit einem sechsstelligen Investment die internationalen Investoren New Spaces GmbH und die Unternehmer Alberto Sanz de Lama und Georg Linnerth an Bord.
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Hauptgesellschafter Jakob Zehethofer, Geschäftsführerin Barbara Brandstetter, Geschäftsführer Christoph Oblak ( v.l.n.r. ). © auftragsfoto.at, Stefan Sappert

Der 2014 gegründete Benefit Büroservice-Anbieter aus St. Pölten bietet Klein- und Mittelbetrieben die Möglichkeit, die Sekretariats-Aufgaben von Unternehmen auszulagern. Dank Rufumleitung und speziellem Training führen Benefit-Büroservice-Angestellte  Teleservice-Leistungen für externe Betriebe durch. Zu den Tätigkeiten des Büroservice-Anbieters gehört das Annehmen und Vermitteln von Anrufen sowie das Übermitteln von Gesprächsnotizen. 

Mit einem Investment im mittleren sechsstelligen Bereich möchten die Geschäftsführer Barbara Brandstetter und Christoph Oblak sowie der Hauptgesellschafter des niederösterreichischen Unternehmens, Jakob Zehethofer, nun sowohl das Potential im deutschen Markt ausschöpfen, als auch die Entwicklung der eigenen Software vorantreiben. “Ich freue mich sehr, dass wir heute als Benefit Büroservice GmbH unser Closing der ersten Finanzierungsrunde bestätigen können. Nicht nur das starke Wachstum der letzten Jahre  hat die Investoren überzeugt, sie sehen, wie auch Barbara, Christoph und ich, das zukünftige Potential  unseres Unternehmens“, sagt Zehethofer.  

Investment dient zur Erweiterung der Tech-Abteilung

Zu den Investor:innen zählt die New Spaces GmbH, ein Beteiligungsvehikel des Helvetia Venture Fund. Erst 2017 gegründet, investiert New Spaces seither in wertvolle Tech-Startups in der DACH-Region. “Ein professioneller Büroservice ist ein Wettbewerbsvorteil, der für Unternehmer aber oft mit hohen  Fixkosten verbunden ist. Benefit Büroservice bietet daher die idealen Lösungen für Erreichbarkeit und  Kundennähe“, so Michael Wieser, Partner des Helvetia Venture Funds. 

Auch die beiden Unternehmer – Alberto Sanz de Lama und Georg Linnerth – zählen zu den Kapitalgebern des St. Pöltener Unternehmens. Mit de Lamas langjähriger Erfahrung in der Welt der Digitalisierung sowie seine Expertise im Tech-Bereich und Linnerths Kenntnis mit Sales- und Marketingprozessen möchte das niederösterreichische Büroservice mit dem breit aufgestellten Know-how der Investoren seine Tech-Abteilung erweitern. “Professionelle und digital schnell verfügbare Kundemanagement-Lösungen liegen klar im Trend in einem wachsenden Markt”, sagt Alberto Sanz de Lama.

Benefit Büroservice schafft Wettbewerbsvorteile für B2B-Kund:innen

Der Wettbewerbsvorteil für B2B-Partner:innen gegenüber ihrer Konkurrenz ergebe sich daraus, da im Servicebereich oftmals hohe Fixkosten die Leistungsqualität einschränken. Mit seinen individuell auf Kund:innen angepassten B2B-Lösungen verhilft Benefit Büroservice zur Verringerung dieser Kosten.

“Für uns bietet das Investment eine einmalige Gelegenheit zur Weiterentwicklung. Die Beteiligung durch die namhaften Partner, mit großem Netzwerk und enormem Know-how, ermöglicht es uns, unsere internen Prozesse künftig weiter zu optimieren, in die Software-Entwicklungsabteilung zu investieren und so den Service für unsere Kunden weiter zu verbessern”, sagen die Geschäftsführer.

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Die Gründer:innen Karim und Mia Allouche bei der Höhle der Löwen | (c) move2pay
Die Gründer:innen Karim und Mia Allouche bei der Höhle der Löwen | (c) move2pay

Aktiv leben und dafür auch noch Rabatte bekommen: Die neue App Move2pay des Vorarlberger Unternehmens SVAX GmbH möchte einen gesunden Lebensstil belohnen. „Wir wollten mit unserem Unternehmen etwas Gutes tun und haben uns gedacht: ‚Mit welchen Problemen kämpft unsere Gesellschaft?‘ Die Antwort war der Bewegungsmangel. Das ist aktuell eine echte Pandemie“, erklärt Co-Founder Karim Allouche, der die App gemeinsam mit seiner Tochter gegründet hat. Tatsächlich betreiben laut einer Erhebung der EU 39 Prozent der Europäer nie Sport.

Move2pay sorgte zuletzt bei der „Höhle der Löwen“ für Aufsehen. Trotz verpasstem Abschluss scheint sich der Auftritt rentiert zu haben, denn die App hat eigenen Angaben zufolge innerhalb der folgenden sieben Tage stark an Downloads zugelegt, rund 260.000 Nutzer:innen sollen in dieser Zeit dazugekommen sein. Im Apple-App-Store ist auch von Platz eins vor ChatGPT und Claude die Rede. Unabhängig überprüfen konnte brutkasten diese Zahlen nicht. Jedenfalls wird die App im Play Store mit über 100.000 Downloads angegeben, ihr Launch war im März.

Bewegung als das „neue Zahlungsmittel“

Die Idee hinter der App ist simpel. Kund:innen verbinden Move2pay mit ihrer Fitnessapp und erhalten anschließend aufgrund ihrer körperlichen Belastung ein entsprechendes Guthaben. Dabei berücksichtigt die App die Herzfrequenz, die zurückgelegte Distanz und die Dauer der Belastung. Move2pay bewertet somit die Belastung für das Herz-Kreislaufsystem und nicht die erreichte Leistung. „Uns war von Anfang an wichtig, dass unsere App barrierefrei funktioniert. Auch Menschen mit Beeinträchtigungen können Move2pay verwenden und werden fair bewertet“, sagt Allouche.

Das erhaltene Guthaben wird in Euro umgewandelt. Mit dieser Gutschrift erhalten User:innen bei den 163 Partnershops wie Waterdrop oder Snocks Rabatte. „Bewegung wird somit zum neuen Zahlungsmittel“, sagt Allouche.

Ja nach Shoppartner erhält Move2pay eine Marge von 30 bis 50 Prozent, die in der Währung Euro an die User:innen weitergegeben wird. 10 Prozent der Marge verrechnet Move2pay den Kund:innen als Servicegebühr. Im Oktober kam die App so auf einen Umsatz von rund 113.000 Euro. Move2pay ist vollständig gebootstrappt.

Und was haben die Shops davon?

Für die Firmen sei Move2pay ein weiterer Marktplatz, über den sie ihre Produkte vermarkten können. Die Unternehmen hätten durch die Rabatte keine finanziellen Nachteile. Allouche sieht den Vorteil für die Shoppartner auf der psychologischen Ebene: „Wenn unsere User:innen ein Produkt erwerben, dann belohnen sie sich mit Marke XY für einen gesunden Lebensstil. Meistens kaufen unsere Kund:innen zwölf Minuten nach der letzten Aktivität. Das heißt, sie haben immer noch Endorphine im Körper und verbinden diesen Zustand mit einer Marke.“

Belohnung für ausreichend Schlaf und gesunde Ernährung

Die App soll Menschen in Zukunft nicht nur zu mehr Bewegung motivieren. „Wir möchten umfänglich Gesundheit belohnen. Wir sprechen hier von Schlaf, Ernährung und Bewegung. Das sind die drei Säulen unserer Gesundheit“, erklärt Allouche. Wer genügend schläft und ausreichend trinkt bzw. gesund isst, soll künftig auch damit sein Guthaben aufwerten können. Diese weitere Entwicklung würde nach Zusage einer angefragten FFG-Förderung von über 300.000 Euro zwölf bis 18 Monate dauern.

„Das sind herausfordernde Features, die wir bauen möchten. Wir wollen keine kommerzielle Shopping-Plattform werden, die man links, rechts, oben und unten betrügen kann“, erklärt der Co-Founder.

Börsengang 2032

Allouche und seine Tochter denken aber bereits in größeren Dimensionen. Sie wollen mit Move2pay an die Börse gehen, die selbstgesetzte Frist lautet 2032. Den Börsengang beschreibt er als „großes Ziel“ und ergänzt: „Bewegung muss auf der ganzen Welt zu einem anerkannten Zahlungsmittel werden.“ In seiner Vision soll man in Zukunft mit Move2pay auch online bezahlen können, ähnlich wie mit Klarna oder PayPal. Allouche gibt aber zu, dass dafür noch „viele Faktoren“ zusammenspielen müssen.

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