01.07.2022

Because Animals: US Cultured-Meat-Startup für Tierfutter plant Errichtung eines Standorts in Wien

Das US-amerikanische Startup "Because Animals" hat sich auf die Entwicklung von Laborfleisch für Tiernahrung spezialisiert. Für 2023 plant das Unternehmen die Errichtung eines Standorts in Wien, wie CEO & Co-Founderin Shannon Falconer gegenüber brutkasten Earth erläutert.
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Because Animals
Shannon Falconer | (c) Linkedin Shannon Falconer & Because Animals

Das 2016 in den USA gegründete Startup Because Animals zählt weltweit zum ersten BioTech-Unternehmen, das sich auf die Entwicklung von kulturvierten Laborfleisch speziell für Tiernahrung spezialisiert hat. Das Besondere an dem Unternehmen: Because Animals verzichtet bei der Fleischzüchtung bewusst auf das sogenannte fötale Rinderserum (FBS). Dieses wird bei der Schlachtung von trächtigen Kühen gewonnen und kommt in der Regel noch immer bei der Herstellung von zellbasiertem Fleisch zur Anwendung. Als Alternative entwickelte Because Animal ein tierfreies Wachstumsmedium, das aus Vitaminen und verschieden Spurenelementen besteht, die für die Replikation von Zellen erforderlich sind.

Because Animals arbeitet an Marktstart

Für die Entwicklung und Skalierung der neuartigen Methode konnte Because Animals rund um Co-Foudnerin Shannon Falconer in der Vergangenheit zahlreiche Seed-Investmentrunde abschließen. Zu den Investoren zählen unter anderem die US-amerikanischen VCs Draper Associates und SOSV. Zudem bietet Because Animals auch eine Reihe fleischfreier Bio-Leckerbissen und Nahrungsergänzungsmittel für Hunde und Katzen an. Der Marktstart für das kulturvierte Laborfleisch für Heimtiernahrung ist allerdings noch nicht erfolgt, da zuvor noch die Zulassung durch die FDA für den US-amerikanischen bzw. die EFSA für den europäischen Markt erforderlich ist. Bis dato ist Singapur laut Falconer der einzige Staat weltweit, der eine entsprechende Regelung für den Verzehr von Laborfleisch geschaffen hat.

Errichtung eines Standortes in Wien

Wie Falconer weiters ausführt, plant das Startup aktuell den Abschluss einer Series-A-Investmentrunde von mindestens 25 Millionen US-Dollar. Mit dem frischen Kapital soll neben dem Hauptsitz in Chicago und einem weiteren Standort in Kanada auch ein neuer Standort in Wien eröffnet werden.

Ziel der neuen Facility in Wien wird es sein, die Kosten der Produktion für kulturviertes Laborfleisch weiter zu senken. Aktuell läuft für die Errichtung die Planungsphase, wobei die Eröffnung frühestens ab Mitte 2023 erfolgen soll. Insgesamt sollen zusätzlich rund 15 Mitarbeiter:innen eingestellt werden. Die Investitionskosten beziffert Falconer zwischen zehn und 13 Millionen US-Dollar. Warum Becauce Animals Österreich als Standort ausgewählt hat, sind auch persönlicher Natur. „Zunächst ist Österreich ein wunderbarer Ort um hier zu leben. Zudem hatte mein Mann bereits einen Job in dieser Region und wir haben uns kurzerhand dazu entschlossen ganz nach Österreich zu ziehen“, so Falconer abschließend.


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Das Flatwise-Gründertrio (v.l.) Marc Lindorfer, Edwin Schneider und Johannes Reichl © Flatwise

Wenn es nach Johannes Reichl, Edwin Schneider und Marc Lindorfer geht, ist Immobilienverwaltung bis heute vor allem eines: kleinteilig, zeitintensiv und von manuellen Abläufen geprägt. Genau hier wollen die drei Linzer mit ihrem Startup Flatwise ansetzen. Das Gründerteam entwickelt eine Software, die zentrale Aufgaben von Vermieter:innen, von Mietanpassungen über Betriebskostenabrechnungen bis zur Vorbereitung von Steuerunterlagen, mithilfe von KI-Agenten automatisieren soll. Bereits vor dem offiziellen Marktstart setzen laut Angaben des Startups Vermieter:innen mit insgesamt mehr als 3.000 Wohnungen auf die Plattform.

Von der Pilot- zur Marktphase

Das Team, das erst im August 2026 eine GmbH gegründet hat, hat sein Produkt in den vergangenen Monaten eng mit den ersten 100 Pilotnutzer:innen weiterentwickelt, mit Feedback, Interviews und echten Kund:innendaten, wie Mitgründer Johannes Reichl im Interview erklärt. Der Ansatz unterscheide sich damit von klassischen Proptech-Lösungen, die bestehende Prozesse lediglich digitalisieren: „Wir wollen Immobilienverwaltung nicht nur digitalisieren, sondern grundlegend neu denken. Immobilien sollen sich künftig weitgehend von selbst verwalten können. Vermieter:innen können durch die Software von Flatwise professionell vermieten, ohne dabei selbst Fachexpert:innen sein zu müssen“, so Reichl.

KI-Agenten im Einsatz

Konkret möchte Flatwise KI dort einsetzen, wo Verwaltungsprozesse sinnvoll automatisiert oder unterstützt werden können. Dazu zählen für das Team unter anderem die Vorbereitung und Berechnung von Mietanpassungen, die Unterstützung bei Betriebskostenabrechnungen sowie die strukturierte Aufbereitung von Finanz- und Steuerinformationen. Der KI-Agent verbindet dabei unterschiedliche Daten und Prozessschritte innerhalb der Software, bereitet relevante Informationen auf und unterstützt Vermieter:innen bei der weiteren Bearbeitung.

Der Weg zum Ökosystem

Im Schnitt verwaltet ein:e Flatwise-Nutzer:in laut Unternehmen aktuell rund zehn Wohnungen. Für Reichl zeigt sich dabei ein klares Bild der Branche: „Der Markt ist extrem fragmentiert, es gibt viele Anbieter, die eigentlich zusammenhängen müssten, aber kaum vernetzt sind.“

Dieses Nebeneinander will Flatwise auflösen und sich schrittweise zu einem Ökosystem entwickeln, das Vermieter:innen, Mieter:innen und Dienstleister:innen auf einer Plattform zusammenbringt. „Wir glauben daran, dass gute Vermieter:innen das Wohnen für alle besser machen. Flatwise soll es einfacher machen, gut zu vermieten“, heißt es dazu vom Gründungsteam.

Enterprise-Lösung in Arbeit

Flatwise richtet sich an Vermieter:innen mit Beständen zwischen einer und hundert Immobilien. Mittlerweile hätten sich aber auch Hausverwaltungen und Bestandshalter:innen mit deutlich größeren Portfolios gemeldet. Deshalb entwickelt Flatwise momentan ein Enterprise-Modell, das künftig gezielt auf die Anforderungen größerer Bestandshalter:innen und Hausverwaltungen eingehen soll, wie der Mitgründer im Interview erklärt.

Wachstum vorerst ohne Angels oder VCs

Trotz bestehender Investmentangebote will das Team bei der Finanzierung vorerst auf Förderungen und den eigenen Cashflow setzen. Rund 20 Angebote von Angels und Venture-Capital-Geber:innen sind laut Reichl bereits eingegangen. Aufgegriffen werden sollen sie frühestens, wenn erste Umsätze stehen. Für eine geplante Wachstumsphase ist jedoch in der ersten Jahreshälfte 2027 eine Finanzierungsrunde angedacht. Unterstützung erhält das Gründerteam zudem im Inkubatorprogramm von tech2b durch ein Advisory Board aus Immobilienexpert:innen und erfahrenen Unternehmer:innen.

Wissen als Türöffner

Um neue Kund:innen zu erreichen, setzt Flatwise zusätzlich auf einen eigenen Immobilienratgeber mit aktuell rund 160 Artikeln, der komplexe Themen rund um Immobilien und Wohnen laienverständlich aufbereitet. Bereits mehrere tausend Personen sollen die Inhalte monatlich lesen. Für Reichl ist das ein wichtiger Kanal, um Vertrauen aufzubauen und so langfristig neue Nutzer:innen für die Plattform zu gewinnen.

Im kommenden Jahr will Flatwise nach eigenen Angaben marktführend in Österreich werden. Mittelfristig ist auch eine internationale Expansion, etwa nach Deutschland, angedacht. Ein konkreter Zeitpunkt steht laut Reichl aber noch nicht fest.

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