Beatvest: Millioneninvest für deutsches Fintech mit Kärntner Cofounderin
Das von der gebürtigen Klagenfurterin Julia Kruslin gemeinsam mit Sophie Thurner in München gegründete Fintech Beatvest hat ein Investment in der Höhe von 1,3 Mio. Euro bekommen.
Den Einstieg in die Geldanlage erleichtern – das ist das Ziel des deutschen Startups Beatvest. Gegründet hat das Unternehmen die gebürtige Klagenfurterin Julia Kruslin gemeinsam mit Sophie Thurner in München.
Die seit rund einem Monat für iOS verfügbare App soll helfen, Interessierten mit 3-minütigen Modulen das langfristig orientierte Investieren in Exchange Traded Funds (ETFs) näherzubringen. Dafür erhielten die beiden Gründerinnen nun ein Investment in der Höhe von 1,3 Mio. Euro, wie Gründerszene berichtet.
Investiert in die Seed-Runde haben laut dem deutschen Online-Magazin APX, Neosfer sowie die Sino AG. APX ist die gemeinsame Venture-Capital-Gesellschaft des Medienverlags Axel Springer sowie des Automobilkonzerns Porsche. Neosfer ist ein Frühphasen-Investor, der zur deutschen Commerzbank gehört.
Auch N26-Mitgründer als Investor beteiligt
Die Sino AG mit Sitz in Düsseldorf wiederum ist ein Online-Broker, der bereits 2017 beim deutschen Neobroker-Unicorns Trade Republic eingestiegen ist – und seine Mehrheitsanteile mittlerweile wieder gewinnbringend verkauft hat. Daneben gehört auch noch N26-Gründer Maximilian Tayenthal zu den Investoren von Beatvest.
„Wegen der hohen Inflation ist Finanzbildung wichtiger denn je, um sich effektiv für das Alter abzusichern“, sagte Gründerin Sophie Turner gegenüber Gründerszene. Zum aktuellen User:innen-Wachstum wollte sie sich nicht äußern: „Für uns geht es erstmal darum, eine hohe Retention zu generieren, also die Inhalte und Funktionen der App so zu optimieren, dass Nutzer regelmäßig wiederkommen. Denn nur wenn sie die einzelnen Lernmodule auch abschließen, erfüllt unsere Idee ihren Zweck.“
Julia Kruslin stammt ursprünglich aus Klagenfurt-Viktring. Sie hat an der Wirtschaftsuniversität Wien Betriebswirtschaft studiert. Vergangenen Herbst war sie unter den „30 under 30“ für Österreich der deutschsprachigen Ausgabe des Wirtschaftsmagazins Forbes.
Nachdem die Vorankündigung dazu vergangenes Jahr international Aufsehen erregt hatte, setzte Öklo sein "Urin-Bier" nun mit der Brauerei Erzbräu um. Die Marketing-Aktion mit gerade einmal 2.500 Flaschen soll vor allem auf das Thema Wasserverschwendung aufmerksam machen.
Nachdem die Vorankündigung dazu vergangenes Jahr international Aufsehen erregt hatte, setzte Öklo sein "Urin-Bier" nun mit der Brauerei Erzbräu um. Die Marketing-Aktion mit gerade einmal 2.500 Flaschen soll vor allem auf das Thema Wasserverschwendung aufmerksam machen.
Öklo-Geschäftsführer und Gründer Niko Bogianzidis mit "Golden Shower" | (c) Öklo
Die britische Times, die deutsche Bild-Zeitung und die französische Nachrichtenagentur AFP griffen die Story im Frühling 2025 auf: Das Wolkersdorfer (NÖ) Startup Öklo, nach eigenen Angaben Europa-Marktführer bei Komposttoiletten, kündigte ein Bier aus recyceltem Urin an. Eineinhalb Jahre später setzte das Unternehmen rund um Gründer Niko Bogianzidis das Vorhaben nun in die Tat um.
„Aufs Patriarchat pinkeln“
Gerade einmal 2.500 Flaschen zu je 0,33 Liter umfasst die erste und möglicherweise einzige Charge des Biers mit dem Namen „Golden Shower“. Diese sollen nur im Rahmen spezieller Aktionen verkauft werden und sonst von Öklo selbst in seinem Netzwerk genutzt werden. Mit der stilisierten Abbildung einer Transgender-Person und dem Slogan „aufs Patriarchat pinkeln“ auf dem Etikett sorgt das Bier gewiss für zusätzliche Aufmerksamkeit.
Auch das Etikett von „Golden Shower“ sorgt für Aufmerksamkeit | (c) Öklo
Bewusstsein für Wasserverschwendung als Hauptziel
Wer hinter all dem eine Marketing-Aktion vermutet, hat freilich Recht. Noch mehr als die erwähnte politische Message auf dem Etikett betont Gründer Bogianzidis ein anderes Ziel: „Mein Ziel mit Öklo und eben auch unserem nun produzierten Urin-Bier ‚Golden Shower‘ war und ist es, Bewusstsein für Wasserverschwendung zu schaffen und dieser im Sinne der Kreislaufwirtschaft entgegenzuwirken. Wasserknappheit ist auch bereits vor unserer Haustür und in ganz Europa ein Riesenthema, wie dieser Sommer zeigt, und wird noch an Bedeutung gewinnen“, sagt er.
Zudem sei es ein Anliegen des Projekts, Urin als Wertstoff anzuerkennen, etwa wiederverwertet als Brauchwasser oder als hochwertige Phosphorquelle. „Anstatt ihn in Phosphorminen in Afrika & Co. teuer als Langzeitdünger auszugraben, wäre es auch möglich, einen Gutteil des Bedarfs über diesen Weg direkt vor Ort zu decken. Es war und ist viel möglich, wenn Entscheidungsträger nur wollen“, so Bogianzidis.
Nur destilliertes Wasser aus Urin im „Urin-Bier“
Auch für „Golden Shower“ wird nur ein einzelner Bestandteil des aufbereiteten Urins genutzt, nämlich destilliertes Wasser. „Wir haben zuerst den Nährstoff Struvit, der als hochwertiger Langzeitdünger verwendet wird und dann Stickstoff aus dem Urin gefiltert. Anschließend wurde das Wasser mittels des Prozesses der Umkehrosmose und anschließender Destillation final bearbeitet und nutzbar gemacht“, erklärt der Gründer. Das gereinigte Wasser sei dann von einem offiziellen Ziviltechnikerbüro in Prüftests als gesundheitlich unbedenklich und für den Brauvorgang geeignet abgesegnet worden.
Diesen übernahm dann die Mostviertler Bio-Brauerei Erzbräu mit Braumeister Benjamin Bruckner. Den Kontakt habe Öklo-Kooperationspartner Muschikraft, eine feministische Craftbier-Marke, hergestellt. „Wir haben uns für die Produktion eines hochwertigen, nicht gefilterten Märzen, zu Englisch Lager, entschieden. Da destilliertes Wasser nicht wirklich lebt, haben wir die 1.000 Liter Wasser von Öklo sicherheitshalber mit zehn Prozent frischem Quellwasser im Tank angereichert, damit die Hefe als lebender Zellorganismus jedenfalls gut reagieren und arbeiten kann“, erklärt Bruckner.
Erzbräu-Braumeister Benjamin Bruckner | (c) oliacreations
Auch er betont die Zielsetzung der Aktion: „Wir leben in einer sehr ressourcenraubenden, verschwenderischen Gesellschaft. Gerade auch beim knappen Gut Wasser, wie wir selbst in Europa diesen Rekordsommer gesehen haben. Es gibt aber effiziente Wege, dem zu begegnen und gegenzuwirken und darauf wollen wir mit diesem Projekt hinweisen.“
Weitere Chargen laut Öklo „nicht ausgeschlossen“
Ob es bei den 2.500 Flaschen bleibt, ist aktuell noch unklar. Weitere Chargen seien „nicht ausgeschlossen“, heißt es von Öklo dazu lediglich. Indessen treibe man weiterhin das Leuchtturm-Projekt „Öklo-Land“ voran – Gründer Bogianzidis sprach dazu bereits vor einem Jahr im brutkasten-Talk. Auf 13.000 Quadratmetern nahe Wolkersdorf soll dabei ein modulares Biomasse-Recycling-Center und Kompetenzzentrum entstehen, das menschliche Fäkalien und biologische Abfälle in Rohstoffe wie Wasser, Dünger und Pellets sowie in Energie, konkret Biogas, umwandelt.
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