Be My Eyes: Freiwillige können per Face-Time blinden Menschen im Alltag helfen
Bei der App Be My Eyes erhalten Freiwillige einen Live-Anruf von sehbeeinträchtigten Personen und assistieren ihnen bei Tätigkeiten. Etwa ein Produkt im Supermarkt zu finden oder das Licht in einem Raum an- und abzudrehen.
Das Konzept von Be My Eyes ist schon älter. Vor rund zehn Jahren hat ein dänischer Möbelhandwerker, Hans Wiberg, diese Idee auf einer Startup-Veranstaltung vorgestellt und 2015 eine iOS-Version entwickelt. Innerhalb eines Tages luden über 10.000 Personen die App herunter.
Be My Eyes: Blinde in über 150 Ländern erhalten Hilfe
2017 kam dann die Android-Version heraus und hat Stand Februar 2023 über 450.000 sehbehinderte User:innen und mehr als 6,2 Mio. sehende Freiwillige, die bereit sind zu helfen. Die App ist kostenlos und in mehr als 150 Ländern und über 180 Sprachen verfügbar.
Be My Eyes bei TEDxKopenhagen 2013
So geht’s: Interessierte, die unterstützen möchten, müssen über den jeweiligen App-Store die App herunterladen, bestätigen, dass sie mindestens 17 Jahre alt sind und die AGBs akzeptieren.
Danach folgt die Sprachauswahl, in der man mit Hilfsbedürftigen kommunizieren kann sowie ein Testlauf inklusive 45-Sekunden Erklärvideo.
First come, first help bei Be My Eyes
Wenn jemand Hilfe benötigt, wird der Anruf an mehrere User:innen gesendet, der oder die Erste, die sich meldet, darf helfen und empfängt eine Video-Übertragung.
Aktuell wurde zudem die Funktion „Virtual Volunteer“ in die App eingefügt und enthält einen dynamischen neuen Bild-zu-Text-Generator, der auf OpenAIs GPT-4 basiert. Nutzer:innen können somit Bilder über die App an einen KI-gesteuerten „Virtual Volunteer“ senden, der sofortige Identifizierung, Interpretation und visuelle Unterstützung bei einer Vielzahl von Aufgaben bieten soll.
New Yorker Bürgermeister Mamdani verschenkt 10.000 Freikarten für Metropolitan Opera über App: Technologie aus Wien
Die Met-Opera-App basiert auf der Technologie des Wiener Unternehmens easy-connect und ist der digitale Kanal der Initiative „Opera for All“, die sich an neues Publikum richtet. Über die App lassen sich Tickets kaufen, an einer Ticket-Lotterie teilnehmen und Ausweise digital prüfen.
New Yorker Bürgermeister Mamdani verschenkt 10.000 Freikarten für Metropolitan Opera über App: Technologie aus Wien
Die Met-Opera-App basiert auf der Technologie des Wiener Unternehmens easy-connect und ist der digitale Kanal der Initiative „Opera for All“, die sich an neues Publikum richtet. Über die App lassen sich Tickets kaufen, an einer Ticket-Lotterie teilnehmen und Ausweise digital prüfen.
Die Metropolitan Opera und New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani kündigten Ende September eine Initiative an: In der Saison 2026/27 gibt die Met jeden Monat 10.000 Karten an New Yorker:innen frei, die seit 2019 kein Met-Ticket gekauft haben. Das sind rund zehn Prozent aller Tickets der Saison. Das Unternehmen easy-connect aus Wien liefert dafür die Technologie, wie dieses heute bekanntgab.
easy-connect in New York
Die Tickets werden über die bestehende digitale Lotterie in der App vergeben: Dazu müssen Nutzer:innen ihren Ausweis für die Berechtigungsprüfung in der App hochladen und sich für eine Vorstellung zur Lotterie anmelden. Von einem möglichen Gewinn erfahren sie per Push-Nachricht – und erhalten das Ticket direkt am Handy. Das Besondere daran: So kann die Met auch jene Teilnehmer:innen erneut ansprechen, die bei der Lotterie nicht gewinnen.
„Mit Opera for All wollten wir es New Yorker:innen in allen fünf Stadtbezirken leicht machen, die Met zu entdecken – und sie persönlich bei uns willkommen heißen. Weil Lotterie und Ausweisprüfung bereits in der App, die wir auch für unsere Rush-Tickets nutzen, verfügbar waren, ging es bemerkenswert schnell von der Idee zum Start – und das in der Größenordnung, die diese ambitionierte Initiative gebraucht hat. Möglich war das dank unserer Zusammenarbeit mit dem innovativen und flexiblen Team von easy-connect, das uns bei jedem Schritt begleitet hat, vom Design bis zur Umsetzung“, sagt Gillian Brierley, Chief Audiences, Marketing, and Communications Officer der Metropolitan Opera.
Bürgermeister Mamdani über „Opera for All“
Das Modell lässt sich auf viele Kulturbetriebe übertragen. Seit 2024 vergibt die Met über eine Lotterie in der App vergünstigte Tickets für 25 Dollar. Mehr als 550.000-mal haben Menschen seither bei der Verlosung mitgemacht, mehr als die Hälfte der App-Nutzer:innen ist unter 40 Jahren alt – und trotzdem sind rund vier von fünf Tickets, die in der App gekauft werden, ganz reguläre (Vollpreis-)Karten. Für viele Menschen stelle die Lotterie den ersten Schritt ins Haus dar.
Denn wer sich in der App anmeldet, sei für die Met kein:e Unbekannte:r mehr. Wer bei der Lotterie nicht gewinnt, bekommt automatisch ein passendes Angebot für ein reguläres Ticket. Im deutschsprachigen Raum gibt es ebenfalls solche Modelle und Initiativen, um kulturelle Teilhabe über alle Besuchergruppen hinweg zu ermöglichen, unabhängig von Herkunft oder finanziellen Möglichkeiten. Zum Beispiel am Opernhaus Zürich mit einer Ticket-Lotterie und der digitalen Prüfung der „KulturLegi-Berechtigung“ für Menschen mit geringem Einkommen, direkt in der App.
„Stammpublikum entwickeln“
„Kultur einfacher zugänglich zu machen, war von Anfang an unser Anspruch. Nun macht es uns besonders stolz, dass die Technologie hinter einem Programm dieser Größenordnung aus Wien kommt“, sagt Wolfgang Graf, Co-Founder & CEO von easy-connect, der das Unternehmen gemeinsam mit Gerald Stockinger gegründet hat. „Drei von vier Erstbesucher:innen kommen nie wieder. Mit einer eigenen App können Häuser das ändern: Menschen zum ersten Mal hereinholen, sie persönlich ansprechen und daraus Stammpublikum entwickeln. Am Ende des Tages geht es darum, möglichst viele Menschen für Kunst und Kultur zu begeistern. Und was in New York funktioniert, funktioniert genauso in Wien, Zürich oder Berlin.“
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