Um das volle Erlöspotenzial von Batteriespeichern auszuschöpfen, sei die gleichzeitige Teilnahme an verschiedenen Energiemärkten entscheidend, meint man bei A1 und dem Wiener Grünstrom-Unternehmen Enery. Die beide gaben dehr nun eine strategische Kooperation bekannt, um diese komplexe Multi-Market-Bewirtschaftung über einen zentralen Ansprechpartner zu ermöglichen. Das gemeinsame Angebot reicht vom kurzfristigen Stromhandel bis hin zur Netzstabilität und der gezielten Steuerung des Eigenverbrauchs zur Kostenoptimierung.

Arbeitsteilung zwischen KI-Trading und Infrastruktur

Die Partner setzen auf eine klare Rollenverteilung. Enery übernimmt mit KI-basierten Algorithmen die Vermarktung im Day-Ahead- und Intraday-Handel. A1 stellt die technische Anbindung, die Asset-Bündelung sowie den sicheren Zugang zu den Regelenergiemärkten bereit.

Laut A1-Vizechef Martin Resel schaffe man ein Angebot, das Speichernutzung wirtschaftlich mache, „ohne dass Unternehmen selbst Trading-Expertise aufbauen müssen“. Enery-CEO Richard König sieht den Schlüssel für Investitionen in Speicherkapazitäten darin, die „Multi-Market-Bewirtschaftung in einem Setup zusammenzuführen“.

Neue Erlösquellen und weniger Abregelung

Von dem Setup sollen primär Projektentwickler sowie Industriebetriebe profitieren, die den gesamten „Revenue Stack“ ihrer Anlagen abdecken und Speicherkapazitäten monetarisieren wollen.

Ein positiver Nebeneffekt laut A1 und Enery: Das Energiesystem profitiere durch den Ausgleich von Angebot und Nachfrage von einer geringeren Abregelung erneuerbarer Energien und mehr Netzstabilität – das sei ein zentraler Baustein für Österreichs Transformation zu einem CO2-armen Energiesystem.

Expansionskurs bei Enery

Der Independent Power Producer (IPP) Enery zählt mit einer Projektpipeline von knapp zehn Gigawatt in Zentral- und Osteuropa zu den größeren Playern im Grünstrom-Bereich. Im brutkasten fiel das Unternehmen bereits durch starke Wachstumsinitiativen auf, wie etwa einem neunstelligen Investment-Deal mit RP Global und der Drei-Meere-Initiative oder der Übernahme des tschechischen Solarpark-Betreibers Energy 21.