20.09.2023

BarnVentures und AngelME Ventures übernehmen Consulting-Firma Usecon

BarnVentures (vormals MoonHolding) und AngelME Ventures haben erfolgreich das Beratungsunternehmen Usecon übernommen. Nun möchte man Synergien schaffen.
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Usecon, Übernahme
(c) Bernd Sumereder-Upstrive.at/ AngelME - Markus Ertler und Filip Zganjer übernehmen Usecon.

Diese strategische Partnerschaft zwischen BarnVentures, AngelME und der Usecon GmbH zielt darauf ab, Synergien zu schaffen, um wegweisende Projekte voranzutreiben, wie Filip Zganjer, CEO von BarnVentures, betont: „Wie bereits im Vorfeld angekündigt, werden wir unseren Fokus auf Human Centered Technologies und digitalen Humanismus verstärken. Durch den massiven Einsatz von AI wird es immer schwieriger zwischen Mensch und Maschine zu unterscheiden. Wir sind von der neuen Partnerschaft mit Usecon und den sich ergebenden Möglichkeiten, insbesondere im Bereich von AR/VR und der Digitalisierung von Resilienzstärkung, begeistert.“

Usecon: AR- und VR-Trainings als Expertise

Usecon bringt in diese Allianz konkret seine Expertise in Innovations- und Forschungsprojekten im Bereich der komplexen Digitalisierungsthemen ein, darunter AR/VR-Trainings und die Virtualisierung von Resilienz und Mental Health-Apps.

Markus Ertler mit bisher 35 Investitionen

„Durch die Zusammenführung unserer Kompetenzen wird Usecon wieder in die Top drei der Beratungs- und Umsetzungsagenturen in Österreich aufsteigen“, sagt Business Angel of the Year 2019 und CEO von AngelME Markus Ertler. „Die Zusammenarbeit mit Usecon und BarnVentures ist eine ideale und komplementäre Ergänzung zu den bestehenden 35 Investitionen der AngelME Ventures.“

Die Kernkompetenzen von Usecon, wie die Beratung bei Innovationen im Digitalisierungsumfeld sowie Setup und Beratung von Forschungsvorhaben, werden fortgeführt und erweitert, um gemeinsam mit Unternehmen aus dem BarnVentures-Portfolio wegweisende Projekte zu konzipieren und umzusetzen, heißt es.

BarnVentures möchte Spin-offs fördern

BarnVentures wird die Koordination der Aktivitäten übernehmen, technisches Consulting bieten und den Markt auf neue Technologien aufmerksam beobachten. Die Gruppe wird die Evolution von Usecon in neuen Bereichen wie Innovationsmanagement und Beratung unterstützen. Zudem wird der neue Inhaber aktiv daran arbeiten, vielversprechende Startups zu identifizieren, zu gründen, sich daran zu beteiligen und Spin-offs zu fördern.

Usecon-Projekte

Usecon hat in der jüngsten Vergangenheit Projekte realisiert, die, den neuen Besitzern nach, den Innovationsgeist des Unternehmens unterstreichen: Das MED1stMR-Projekt etwa befasst sich mit Mixed-Reality-Schulungstechnologie für medizinische Ersthelfer, während das EU-geförderte Forschungsprojekt Shotpros eine Virtual-Reality-Trainingslösung für Polizeibeamte entwickelte.

Usecon-Gründer und bisheriger Geschäftsführer, Manfred Tscheligi, Experte in den Bereichen Benutzererfahrung und Mensch-Computer-Interaktion, wird dem Advisory Board beitreten, um die strategische Ausrichtung der Unternehmen zu lenken.

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Der European Venture Sentiment Index deutet eine positive Entwicklung für das nächste Quartal an (c) Adobe Stock
(c) Adobe Stock

„Für das zweite Quartal könnten die Vorzeichen kaum schlechter stehen“, zitierte brutkasten Venionaire im April zur Veröffentlichung des European Venture Sentiment Index für das erste Quartal. Doch – wie so oft – kam es dann doch anders. Die im ersten Quartal durch den Angriff der USA auf den Iran hervorgerufene Krise schlug sich nämlich – anders als etwa die Krise nach Beginn des Ukraine-Kriegs – nicht auf die Risikokapital-Volumina nieder.

Die Zahlen sahen laut Venionaire-Analyse im zweiten Quartal nämlich gut aus: Die Gesamtinvestitionen am europäischen Risikokapitalmarkt nahmen weiter zu und erreichten mit 29 Milliarden US-Dollar einen neuen Rekord. Weiters konnte auch die reine Deal-Anzahl um rund fünf Prozent auf 965 Deals gesteigert werden.

(c) Venionaire Capital

Knapp negativer Indexwert – abermals pessimistischer Ausblick

Dennoch sind die für den quartalsweisen Index befragten Investor:innen nicht in Jubelstimmung. Der Indexwert liegt mit 4,8 knapp unter der neutralen Marke 5. Er ist damit besser als der Wert im Vorquartal und besser als der für das Quartal erwartete Wert (siehe Grafik), aber immer noch nicht positiv. Auch die Erwartung für das kommende Quartal ist mit 4,4 wieder schlechter. „Die Zahlen zeichnen ein positiveres Bild als die Stimmung. Investor:innen sind weiterhin zurückhaltend und warten mit Investments“, analysiert Berthold Baurek-Karlic, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Venionaire Capital AG.

(c) Venionaire Capital

Man erkenne eine leichte Stabilisierung, so Baurek-Karlic weiter zum Index-Wert. „Zwar erwarten Investor:innen mehr Aktivität und Wettbewerb im dritten Quartal, doch die großen Sorgen rund um geopolitische Spannungen und handelspolitische Unsicherheit sind aber weiterhin da.“ Es verwundere also nicht, dass der erwartete Index-Wert lediglich 4,4 betrage. Investor:innen würden kurzfristig ohne verlässlichen Ausblick auf die kommenden Quartale agieren, meinen die Analysten von Venionaire Capital.

DeepTech im Vorteil

Und langfristig könnte sich eine Veränderung der Investitionskriterien abzeichnen, erwarten die Analysten. Effizienz und Produktdifferenzierung würden zunehmend als Grundvoraussetzungen gelten. In den Mittelpunkt rücke stattdessen die Frage, ob ein Unternehmen über einen dauerhaft verteidigungsfähigen Wettbewerbsvorteil verfüge. „Investoren hinterfragen verstärkt, ob KI-basierte Produkte tief in Infrastruktur und Arbeitsabläufen verankert sind oder lediglich auf bestehenden Basismodellen aufsetzen. Geschäftsmodelle, deren Kernfunktion kurzfristig von einem großen KI-Anbieter in dessen Plattform integriert werden könnte, werden entsprechend kritischer bewertet“, so Baurek-Karlic.

Davon würden insbesondere Bereiche mit höheren technologischen und physischen Eintrittsbarrieren profitieren, darunter DeepTech, Biotechnologie, Hardware, Robotik und fortschrittliche Fertigung. „Vielleicht stehen wir vor einem goldenen Zeitalter der DeepTech-Unternehmen“, mutmaßt der Venionaire-Gründer.

Größte Runden und stärkste Länder

Diese Erwartungen würden sich in den Top-Investments des zweiten Quartals widerspiegeln: Mit Eurowind Energy (2,3 Mrd. US-Dollar, Energie- und Abfallwirtschaft), Isomorphic Laboratories (2,1 Mrd. US-Dollar, KI-Biotechnologie) und Stegra (1,6 Mrd. US-Dollar, erneuerbare Energien) seien die größten Finanzierungsrunden an Unternehmen gegangen, die nicht einfach vom Markt verdrängt werden können. Im europäischen Risikokapital-Länderranking führte einmal mehr das Vereinigte Königreich (12,3 Mrd. US-Dollar) überlegen vor Deutschland (3,6 Mrd. US-Dollar) und – überraschend dank Eurowind Energy – Dänemark (3 Mrd. US-Dollar).

(c) Venionaire Capital

Und wie geht es weiter? Baurek-Karlic analysiert: „Der Risikokapitalmarkt befindet sich momentan im Wandel. Investor:innen sind bereit, mehr Kapital zur Verfügung zu stellen, wollen dafür aber auch ein gewisses Maß an Sicherheit. Auch im dritten Quartal werden es etabliertere Unternehmen mit einem felsenfesten Geschäftsmodell leichter haben.“

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