15.03.2016

PwC Studie: Banken haben Angst vor FinTechs

FinTechs am Vormarsch: 95% der Banken befürchten, einen Teil ihres Geschäfts an unabhängige FinTechs zu verlieren. Überhaupt haben 80 % der klassischen Finanzinstitut-Unternehmen vor innovativen Startups Angst. Das geht aus einer aktuellen Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC hervor.
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(c) Fotolia-olly: Immer mehr Menschen nutzen Banklösungen von FinTech-Startups. Aber wie kann die Datensicherheit garantiert werden?

Bei einer heute vorgestellten FinTech-Studie von PwC wurde sichtbar, was viele bereits erwartet haben: Die Finanzwelt wird von den  jungen FinTechs ordentlich durchgeschüttelt. Insgesamt 544 CEOs, Innovationschefs, CIOs und führende Manager wurden im Bereich digitale und technische Transformation in der Finanzbranche in insgesamt 46 Ländern interviewt.

Die Studie kommt zum Ergebnis, dass 83 Prozent der traditionellen Marktteilnehmer Geschäftseinbußen durch FinTechs erwarten. Unter genauerer Betrachtung geht hervor, dass Finanzinstitutionen rund 23% ihres Kerngeschäfts gefährdet sehen – FinTechs sind da noch einmal optimistischer: Sie gehen davon aus, 33 Prozent des klassischen Geschäfts zu ihrem eigenen zu machen.

+++ Ex-Deutsche-Bank-Chef arbeitet jetzt für ein Fintech-Startup +++

Zahlungsverkehr

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(c) PwC: Dieter Harreither

FinTechs stellen Banken und den Zahlungsverkehrssektor vor großen Herausforderungen. So rechnen Studienteilnehmer damit, in den kommenden Jahren bis zu 28% ihres Marktanteils im Zahlungsverkehrssektor an FinTechs zu verlieren, während Banken Einbußen von 24 % erwarten.

„Wenn man bedenkt, wie schnell sich die neuen Technologien entwickeln, können es sich traditionelle Financial Services-Unternehmen nicht leisten, FinTech zu ignorieren“, meint Dieter Harreither, Partner und Leiter Technology Consulting bei PwC Österreich. „Dennoch hat unsere Studie ergeben, dass immerhin 25 % der Unternehmen sich in keiner Weise mit FinTech auseinandersetzen. Angesichts des immer schneller voranschreitenden technologischen Wandels kann sich aber kein FS-Unternehmen auf seinen Lorbeeren ausruhen.“

Player in der Finanzbranche sehen übrigens die größten Bedrohungen im

  • Druck auf ihre Gewinnmargen (67 %)
  • Verlust von Marktanteilen (59 %), sowie
  • im Innovationsdruck

+++ FinTech-Startups als Chance für Menschen ohne Bankkonto +++

Kooperationen gesucht

Die Zusammenarbeit zwischen herkömmlichen Unternehmen in der Finanzwelt und FinTech-Unternehmen erfolgt am häufigsten in Form von Kooperationen (32 %). Laut PwC deute dies darauf hin, dass „Finanzunternehmen noch nicht bereit sind, selbst voll in den FinTech-Bereich zu investieren“.

Bei der Zusammenarbeit gilt es auch einige Hürden und Herausforderungen zu meistern, wie bei folgenden Themen:

  • IT-Sicherheit (53 %)
  • regulatorischen Unsicherheiten (49 %)
  • Unterschieden im Geschäftsmodell (40 %).

Aber auch auf FinTech Seite ist die Zusammenarbeit mit Banken schwierig, aufgrund von

  • Unterschieden im Management, und
  • in der Kultur (54 %),
  • betrieblichen Prozessen (47 %)
  • regulatorischer Unsicherheit (43 %).

+++ FinTech wächst rasant aus den Kinderschuhen +++

(c) PwC

Veränderung

„Es gibt derzeit keine klar erkennbare Linie, wie man am Besten durch diese neue FinTech-Welt navigiert“, Dieter Harreither, PwC Österreich.

„FinTech-Unternehmen verändern die Financial Services-Branche von außen. Unsere Schätzungen für globale Investitionen im Bereich FinTech in den nächsten 3 bis 5 Jahren liegen weit über 135 Mrd. Euro“, erklärt Harreither. „Finanzinstitute und Technologieunternehmen setzen alles daran, hier mitzumischen. Die Grenzen zwischen klassischen Finanzunternehmen, Technologie- und Telekommunikationsfirmen verschwimmen zusehends, wodurch auch viele innovative Lösungen entstehen.“

+++ FinTechs boomen, trotzdem: „Es gibt wenige revolutionäre Ideen“ +++

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© EY/Point of View - Die Sieger:innen des EY Entrepreneur Of The Year 2026.

Seit über 30 Jahren zeichnet EY in 60 Ländern ausgewählte Entrepreneur:innen für besondere Leistungen aus. Zu den Beurteilungskriterien der Fachjury zählen Wachstum, Zukunftspotenzial, Innovation, Mitarbeitendenführung und gesellschaftliche Verantwortung.

Entrepreneur Of The Year in vier Kategorien

„Beim diesjährigen EY Entrepreneur Of The Year 2026 wollen wir unter dem Motto ‚Shapers of the Future‘ jene Unternehmer:innen in Österreich auszeichnen, die mit Weitblick und Entschlossenheit Veränderungen anstoßen, die langfristigen Erfolg ermöglichen und gleichzeitig positive Impulse für Wirtschaft und Gesellschaft setzen“, sagt Erich Lehner, Partner bei EY und Verantwortlicher für den Award in Österreich.

Der Unternehmerpreis wurde heuer von der Fachjury in vier Kategorien vergeben: „Innovation & Hightech“, „Handel & Konsumgüter“, „Dienstleistungen“ und „Social Entrepreneur“. Darüber hinaus wurde Johannes Ferner, Gründer von fiskaly und Sieger des EY Scale-up Award 2026, in der Kategorie „Start-ups“ ausgezeichnet.

Fiskaly entwickelt cloudbasierte Lösungen für die steuerliche Compliance von Transaktionen in Europa: Fiskalisierung, E-Invoicing, Archivierung und digitale Belege. Das 2019 in Wien gegründete FinTech unterstützt Unternehmen dabei, gesetzliche Anforderungen zu erfüllen. Johannes Ferner verfolgt seit der Gründung die Vision, „Fiskalisierung und steuerliche Compliance in Europa einfacher, effizienter und zukunftssicher“ zu gestalten.

Bogianzidis gewinnt Social Entrepreneur

Mit öKlo-Gründer Niko Bogianzidis wurde eine weitere Persönlichkeit aus der Startup-Szene ausgezeichnet. Der Founder erhielt die Auszeichnung als „Social Entrepreneur“ des Jahres. Sein Startup entwickelt nachhaltige Sanitärlösungen und verfolgt das Ziel, Kreislaufwirtschaft im Sanitärbereich voranzutreiben.

Volker Fuchs von Test-Fuchs indes wurde in der Kategorie „Innovation & Hightech“ prämiert. Das Familienunternehmen hat sich seit seiner Gründung nach dem Zweiten Weltkrieg von einem regionalen Betrieb zu einem global agierenden Technologieunternehmen entwickelt und baut hochspezialisierte Testsysteme und technische Lösungen für internationale Industriekunden, insbesondere in der Luftfahrtbranche. Dabei werden Mechanik, Elektronik und Software unter einem Dach entwickelt und gefertigt. Fuchs wurde zudem ausgewählt, Österreich beim EY World Entrepreneur Of The Year Award im Juni 2027 zu vertreten.

Industrieanlagenbauer und Bäckerhandwerk

Die Kategorie „Dienstleistungen“ ging an Roman Zauner und Andreas Beck von der Zaunergroup, einem oberösterreichischen Industrieanlagen- und Rohrleitungsbauer, der auf die großen Industrien der Zukunft setzt. Zu den Meilensteinen zählen der Einstieg ins Data-Center-Geschäft, die Zusammenarbeit mit einem strategischen Partner und internationale Großprojekte, darunter Vorhaben für Google in Norwegen und Österreich.

In der Kategorie „Handel & Konsumgüter“ überzeugte Martin Auer, der mit seinem gleichnamigen Unternehmen traditionelles Bäckerhandwerk mit Gastronomie, Markenerlebnis und hohem Qualitätsanspruch verbindet. Wachstumsimpulse setzt er mit der Expansion nach New York und dem Ausbau des Gastronomie- und Kaffeegeschäfts.

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