09.12.2022

Bank + Startup: Das sind die Blockchain-Projekte der Raiffeisen Bank International

Die Raiffeisenbank International startete im November 2022 mit einigen Experimenten in Zusammenarbeit mit Blockchain-Startups.
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Die RBI arbeitet mit Metaco, Bitbond und Walt.ID zusammen © TechSolution/AdobeStock
Die RBI arbeitet mit Metaco, Bitbond und Walt.ID zusammen © TechSolution/AdobeStock

Im Blockchain Hub der Raiffeisen Bank International (RBI) stehen aktuell einige Experimente zum Thema “Tokenization and Custody” an. Diese finden in Zusammenarbeit zwischen der RBI und drei Blockchain-Startups statt: Metaco, Bitbond und Walt.ID. Beim PoC stehen allerdings weder der Kryptohandel noch die -verwahrung im Zentrum, sondern explizit die Tokenisierung im Bankenwesen. “Wir verwenden Tokens, die bestehende Bankprodukte repräsentieren”, erklärt Gernot Prettenthaler, Senior Strategic Partnerships and Ecosystems Manager bei der RBI.

Blockchain, Startups und Banken

Bei der Auswahl der Partner habe sich die RBI in erster Linie an bereits bestehenden Erfahrungen und absolvierten Produkteinführungen orientiert. Speziell die Zusammenarbeit mit Finanzinstituten aus dem DACH-Raum habe dabei geholfen, auf Basis entsprechender Kriterien, die Kooperation mit Metaco, Bitbond und Walt.ID einzugehen. Aber wie genau sieht das Produkt aus, das aus der Zusammenarbeit hervorgehen soll? Prettenthaler erklärt das wie folgt: 

“Walt.ID bieten eine Wallet-Lösung an, die wir testen wollen. Diese Wallet ist wiederum mit der Custody-Lösung von Metaco verbunden. Die Assets werden dort verwahrt. Wir als Bank übernehmen die Verwahrung dieser Assets für die Kund:innen.”

Zusammen mit dem dritten Startup Bitbond, möchte die RBI eigene Tokens bauen. Diese würden laut Prettenthaler kleine Anteile bestehender Finanzprodukte repräsentieren. “Wir wollen mit den Tokens den gesamten Lebenszyklus des Produkts abbilden”, meint er hierzu. Die beteiligten RBI-Mitarbeiter:innen sollen dabei mehr über die Theorie von Tokenisierung lernen und Tokens ausgeben, die den regulatorischen Bestimmungen der Bank entsprechen. Generell kommen die Testkund:innen für die bestehenden Experimente aus verschiedenen Bereichen der RBI. 

RBI-Mitarbeiter:innen nehmen an Experimenten teil

Laut Prettenthaler nehmen sowohl Vertreter:innen von Produktabteilungen, Kolleg:innen aus der Verwahrung traditioneller Finanzprodukte, Marketing, Recht, Compliance, IT sowie Kundenbetreuer:innen teil. “Ziel ist es, die unterschiedlichen Perspektiven, die wir als Organisation auf Krypto Assets haben, anhand des PoC praktisch erlebbar zu machen, sodass man mit dem Produkteinführungsprozess starten kann”, meint der Manager. Welche Produkte wann und auf welchen Märkten angeboten werden, sei zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht kommunizierbar. Die Experimente haben allerdings bereits im November 2022 begonnen und sollen im ersten Quartal 2023 abgeschlossen werden. 

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Bildunterschrift: V. l. n. r.: Jonathan Grothaus (CEO & Founder myflexbox), Martin Trittler (CFO DeinFach), Lukas Beckedorff (CEO DeinFach) und Peter Klima (CTO & Founder myflexbox) | (c) myflexbox

Der Salzburger Paketstationen-Anbieter myflexbox und DeinFach, eine Tochter der Deutschen Post AG, schließen sich zusammen. Das gaben die DHL Group und myflexbox am Donnerstag in einer Aussendung bekannt. Die anbieteroffenen Automatennetze der beiden Unternehmen sollen künftig unter der Marke myflexbox geführt werden. Die Marke DeinFach wird schrittweise in myflexbox überführt.

Laut Aussendung betreibt myflexbox rund 3.000 Paketstationen in Deutschland und Österreich. Sie ergänzen das deutsche Automatennetz aus rund 19.000 DHL-Packstationen, Poststationen und DeinFach-Automaten. Nach Angaben der Unternehmen entsteht damit das mit Abstand größte anbieteroffene Paketstationsnetz im deutschsprachigen Raum. Das Modell, Stationen für verschiedene Paketdienstleister bereitzustellen, soll erhalten bleiben.

Verkauf an die DHL-Gruppe

Wie der Deal rechtlich und wirtschaftlich ausgestaltet ist, geht aus der Aussendung nicht hervor. Dort ist von einem Zusammenschluss die Rede, Angaben zu Anteilen, Kaufpreis und künftiger Führung fehlen.

Laut einem Bericht von salzburg.ORF.at wird myflexbox an die DHL-Gruppe verkauft. Der Kauf erfolge über die DHL-Tochter AZL GmbH, die bisher die Marke DeinFach betreibt. Verkäufer sei Star Capital, zum Kaufpreis gebe es keine Angaben.

brutkasten hat bei der Deutschen Post AG zur Deal-Struktur angefragt. Bis zum Erscheinen dieses Artikels gab es keine Rückmeldung.

50.000 Paketautomaten bis 2030

Die Deutsche Post AG verbindet mit dem Schritt ein Ausbauziel. Bis 2030 will sie Verbraucher:innen in Deutschland insgesamt rund 50.000 Paketautomaten zur Verfügung stellen. Mehr als die Hälfte davon sollen anbieteroffene myflexbox-Stationen sein. Langfristig soll die große Mehrheit der Menschen in Deutschland eine Paketstation in fünf bis zehn Gehminuten erreichen.

„Gemeinsam bringen wir den Ausbau des größten offenen Paketstations-Netzwerks auf eine neue Ebene“, wird myflexbox-CEO und Founder Jonathan Grothaus in der Aussendung zitiert. DeinFach-Geschäftsführer Lukas Beckedorff erklärt, man nutze bestehende Standorte, erschließe zusätzliche und verkürze damit die Wege für Verbraucher:innen.

Gegründet bei der Salzburg AG

myflexbox wurde 2018 als Corporate-Startup der Salzburg AG gegründet und 2022 ausgegründet. Im Februar 2023 holte das Unternehmen 75 Millionen Euro vom Star IV Fonds, der von Star Capital Partnership LLP verwaltet wird (brutkasten berichtete). Seither stand es im Mehrheitsbesitz eines Investorenkonsortiums.

Zuletzt ist das Unternehmen stark gewachsen. Im September 2025 betrieb myflexbox fast 1.400 Paketstationen in Deutschland und Österreich, davon 660 in Österreich (brutkasten berichtete). Mit den nun genannten rund 3.000 Stationen hat sich das Netz in etwa einem Jahr mehr als verdoppelt.

Mitgründer und Ex-Co-CEO Lukas Wieser ist seit Mai 2026 als Interim Head of Growth beim Linzer HR-Tech teamecho tätig (brutkasten berichtete).

Post und DPD als Partner in Österreich

In Österreich zählen unter anderem die Österreichische Post und DPD zu den Logistikpartnern. Die Post mietet seit 2024 Abholfächer in den myflexbox-Stationen (brutkasten berichtete). DPD sicherte sich im Vorjahr rund 9.000 Fächer und damit fast ein Viertel der hierzulande verfügbaren Fächer. Wie sich der Deal mit einer Tochter der Deutschen Post AG auf diese Partnerschaften auswirkt, lässt die Aussendung offen.

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