24.06.2025
GESUNDHEIT

Balu: Grazer HealthTech vereinfacht Medikamenteneinnahme

Das österreichische Startup Balu bringt einen smarten Medikamentenspender auf den Markt, dessen Design darauf ausgelegt ist, pflegende Angehörige im Alltag zu entlasten und älteren Menschen die Einnahme zu vereinfachen.
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Balu, Medikamentenspender, Medikamente einnehmen.
© Balu - Alexander Ulmer, Philipp Severin und David Abel von Balu.

David Abel, der mit Philipp Severin und Alexander Ulmer das Grazer HealthTech-Startup Balu gegründet hat, kennt die Hürden einer sicheren und regelmäßigeren Medikamenteneinnahme. Der gebürtige Vorarlberger weiß aus Erfahrung, dass dieser Aspekt in der häuslichen Pflege oft nicht nur zeitintensiv, sondern auch konfliktbelastet ist: Tabletten werden vergessen oder verwechselt. Angehörige sind verunsichert – eine tägliche Kontrolle ist kaum möglich.

Balu: „keine Technikshow“

„Ich habe selbst erlebt, wie viel Aufwand hinter der zuverlässigen Medikamentengabe steckt – mental und organisatorisch. Balu entstand aus dem Wunsch heraus, meiner Mutter, die mehrere Angehörige pflegte, das Leben zu erleichtern“, sagt er.

Severin indes, der die technische Umsetzung verantwortet, betont, dass der smarte Medikamentenspender von Anfang an als unkomplizierte Lösung gedacht war. „Unsere Nutzer:innen wollen keine Technikshow. Sie wollen Sicherheit, ohne Aufwand.“

Vorkonfiguriert

Deswegen kommt Balu bereits vorkonfiguriert zu Nutzer:innen nach Hause und bedarf keiner komplizierten Einrichtung. Der Medikamentenspender besitzt 28 Fächer, welche die Vorbereitung der Medikamente für eine Woche ermöglichen. Er erinnert zum definierten Zeitpunkt mittels Licht- und Tonsignal an die Einnahme der Tabletten, gibt die vorbefüllte Dosis aus und sendet auf Wunsch eine Benachrichtigung per WhatsApp an die betreuende Person.

Balu
© Balu – Der smarte Medikamentenspender Balu.

Balu: Feedback eingebaut

Das Projekt wird unter anderem von den Förderprogrammen von aws (Austria Wirtschaftsservice) unterstützt. Im Rahmen des aws First Inkubator, dem Förderprogramm für Gründerteams, wurden mehrere Prototypen entwickelt und mit der Zielgruppe getestet. Das Feedback von Angehörigen und Anwender:innen hat das Team in die Weiterentwicklung einfließen lassen: Eine Testnutzerin etwa hob die WhatsApp-Benachrichtigungen hervor, die ihr das ständige Hinfahren erspart hätten; ein weiterer Nutzer schätzte die leuchtende Erinnerung an Medikamente.

Kund:innen haben bei der Nutzung die Wahl: sie können das Gerät um einen Euro pro Tag mieten oder um 489 Euro erwerben. Das Paket enthält das Gerät, die laufende WhatsApp-Anbindung, Updates und Support. Balu kann ab sofort vorbestellt werden. Die erste Produktionscharge ist auf 100 Stück begrenzt.

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Das Founder-Team von Serwas, v.l. Timo Berkmann, Manuel Untergasser und Lucas Bolte | © Johannes Aitzetmüller
Das Founder-Team von Serwas, v.l. Timo Berkmann, Manuel Untergasser und Lucas Bolte | © Johannes Aitzetmüller

„Serwas verbindet zwei Märkte, die in den kommenden Jahren massiv an Bedeutung gewinnen werden: Rechenleistung und nachhaltige Energieversorgung“, sagt Markus Kainz, Gründer und CEO von Gateway Ventures. Die auf Investoren-Pooling basierte Beteiligungsgesellschaft übernahm nun den Lead in einer Pre-Seed-Finanzierungsrunde für das Innsbrucker Startup Serwas Technologies, über das brutkasten bereits berichtete.

Server-Heizung für Schwimmbäder, Hotels und Co

„Wir wollen Rechenleistung dort aufbauen, wo die dabei entstehende Wärme direkt gebraucht wird. Server sollen künftig nicht nur rechnen, sondern gleichzeitig Gebäude beheizen“, erläutert Serwas Co-Founder Timo Berkmann. Das Startup fokussiert dabei auf Gebäude mit konstant hohem Wärmebedarf, etwa Schwimmbäder, Hotels, Pflegeeinrichtungen und größere Wohnanlagen. Serwas hat die dafür genutzte Kühltechnologie selbst entwickelt. Das Unternehmen betreibt die Server selbst und übernimmt die Integration in die bestehende Wärmeinfrastruktur der Gebäude. Die Rechenleistung wird an Unternehmen verkauft.

300.000 Euro im ersten Closing – zweites soll schon im Oktober folgen

Bei der aktuellen Finanzierungsrunde über insgesamt 300.000 Euro stiegen neben Gateway Ventures Business Angels aus dem „Pioneers Club“ und das MCI Innsbruck ein. Schon im Oktober soll ein Second Closing erfolgen und die Pre-Seed-Runde damit erweitert werden. „Besonders überzeugt uns der dezentrale Ansatz, weil neue Rechenkapazitäten dort aufgebaut werden können, wo die entstehende Wärme unmittelbar genutzt wird“, kommentiert Gateway-CEO Kainz.

Erster Standort in Innsbrucker Hallenbad

Bislang betreibt Serwas einen Standort in einem Innsbrucker Hallenbad. „Mit dem neuen Kapital wollen wir unseren ersten Standort weiter ausbauen und das Konzept auf weitere Gebäude übertragen“, sagt Serwas-Co-Founder Berkmann. Geplant ist laut Startup eine „schrittweise Skalierung“. Zuträglich sein soll dabei natürlich der massiv erhöhte Bedarf an Server-Zentren durch den KI-Boom. Die Nutzung bestehender Gebäude mit geeigneten Strom-Anschlüssen soll gleichzeitig eine Alternative in den Debatten rund um den Neubau großer Serverzentren sein.

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