03.03.2026
RÜCKENSCHMERZEN

BackDani: Tiroler Physiotherapeut und seine drei Töchter im „Familien-Startup“

Rund 80 Prozent der Menschen leiden unter Rückenproblemen. Der Tiroler Physiotherapeut Daniel Kappacher will mit seinem Startup BackDani eine alltagstaugliche Lösung entwickelt haben. Ein spezielles Trainingsgerät soll durch wenige Minuten Einsatz pro Tag die Tiefenmuskulatur im Sitzen stärken.
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BackDani-Gründer Daniel Kappacher mit seinem Trainingsgerät | (c) BackDani
BackDani-Gründer Daniel Kappacher mit seinem Trainingsgerät | (c) BackDani

Im Therapiealltag zeigt sich oft ein klares Bild: Die Motivation für aufwendige Übungen oder lange Workouts fehlt den meisten Patienten auf Dauer. Genau an diesem Punkt setzt Daniel Kappacher an. Der 51-jährige Physiotherapeut, Osteopath und Wirbelsäulenspezialist betreibt ein eigenes Therapiezentrum im österreichischen Völs nahe Innsbruck. Aus der täglichen Praxis heraus hat er „BackDani“ entwickelt, ein Trainingsgerät, das gegen ein weitverbreitetes Volksleiden helfen soll – Kappacher zufolge leiden allein in Deutschland rund 80 Prozent der Menschen unter Rückenproblemen.

Kleine Muskeln als häufige Schmerz-Ursache

Die Ursache für die Beschwerden liegt laut dem Experten oft in den kleinen Muskeln, die die Wirbelsäule Wirbel für Wirbel stabilisieren. „Wenn sie nicht richtig arbeiten, schlägt die Wirbelsäule Alarm“, erklärt der Gründer. Die technische Lösung von BackDani besteht aus einem Trainingsstab, der durch einen elastischen Mittelteil und integrierte Faszienbälle geführte und kontrollierte Rotationsbewegungen ermöglicht. Nutzer können das Gerät in drei verschiedenen Positionen ansetzen, um je nach individuellem Bedarf gezielt die Lendenwirbelsäule, die Brustwirbelsäule oder den Schultergürtel zu mobilisieren.

Niedrige Einstiegshürde als Verkaufsargument

Das Startup verspricht dabei bewusst eine extrem niedrige Einstiegshürde für die Nutzer: Das Training erfordere keinerlei Vorkenntnisse und werde bequem im Sitzen – beispielsweise auf einem Bürostuhl oder der Bettkante – durchgeführt. Nach Angaben des Unternehmens genügen bereits kurze Einheiten von zweimal zwei Minuten täglich als feste Morgen- und Abendroutine, um die Muskulatur zu lockern. Laut Firmenangaben sollen Anwender bereits nach wenigen Trainingstagen spürbar mehr Beweglichkeit, Stabilität und Entspannung verzeichnen. Für den flexiblen Einsatz lässt sich das Gerät zudem schnell zerlegen und transportieren.

Drei Töchter des Gründers operativ an Bord

Hinter dem Health-Startup steht neben dem 51-jährigen Gründer auch die nächste Generation: Seine drei Töchter Nina, Franca und Kira unterstützen das Projekt operativ und gestalten unter anderem das Logo, den Social-Media-Auftritt und Teile der Produktion mit. Darauf, dass ein Bedarf an dem ab 19,99 Euro erhältlichen Rückentrainer besteht, deuten die ersten Traction-Zahlen an, meint man bei BackDani Nach Angaben des Unternehmens konnten in den ersten sechs Wochen nach der Markteinführung bereits rund 400 Stück abgesetzt werden – dieser initiale Vertrieb lief dabei ausschließlich als Direktverkauf an Patient:innen in der eigenen Praxis. Der Gründer zeigt sich angesichts dieser Entwicklung selbstbewusst: „Das Produkt könnte wirklich was ganz Großes werden“.

BackDani bei „Die Höhle der Löwen“

Um das weitere Wachstum zu finanzieren und den Vertrieb über die Grenzen der eigenen Praxis hinaus zu skalieren, nutzt das Tiroler Familien-Startup nun die TV-Bühne. Daniel Kappacher und seine Töchter treten in der Startup-Show „Die Höhle der Löwen“ auf, um prominente Investoren an Bord zu holen. Für ein strategisches Investment in Höhe von 80.000 Euro bietet das Team zehn Prozent der Firmenanteile an.

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V.l.: Philipp von Lattorff, Johanna Pirker, Georg Kopetz und Dietrich Haubenberger bilden die Arbeitsgruppe "Science to Business" von Forwit | (c) Johannes Zinner

Die Verhandlungen zur gemeinsamen europäischen Gesellschaftsform EU Inc. bewegen sich langsam auf die Zielgerade zu. Mitsprache haben dabei nicht nur die EU-Kommission, die bereits im März ihren Entwurf vorlegte, und das EU-Parlament, das letztlich über das Regelwerk abstimmen wird, sondern auch der Rat der EU, also die Regierungen der Mitgliedstaaten. In der zweiten Reihe machen zudem einige mächtige Interessensvertretungen, etwa mehrere nationalstaatliche Notariatsverbände, ihren Einfluss geltend.

Eines zeichnet sich dabei bereits klar ab: Die Verhandlungen laufen auf einen Kompromiss hinaus, wie brutkasten bereits analysierte. Bereits der Kommissionsentwurf war eine im Vergleich zu den ursprünglichen Forderungen der im Startup-Umfeld formierten Initiative „EU-INC“ abgespeckte Version. Dass es in den Verhandlungen zu Abänderungen im Sinne der Initiative kommt, ist höchst unwahrscheinlich. Vielmehr stehen Streichungen zentraler Punkte im Raum, die für die Initiative zum Kern des Vorhabens zählen.

„Once in a generation-Chance für Österreich und Europa“

Diese adressiert nun auch die Arbeitsgruppe „Science to Business“ des österreichischen Rats für Forschung, Wissenschaft, Innovation und Technologieentwicklung (Forwit) in einem offenen Brief an mehrere österreichische Regierungsmitglieder. Der Arbeitsgruppe gehören TTTech-Gründer Georg Kopetz, Informatik-Professorin Johanna Pirker, Neurologe Dietrich Haubenberger und Philipp von Lattorff, Aufsichtsratsvorsitzender des Boehringer Ingelheim Regional Center Vienna, an.

Die EU Inc. sei eine „once in a generation-Chance für Österreich und Europa“, heißt es im offenen Brief. Während die Bundesregierung mit der strategischen öffentlichen Beschaffung und der Errichtung eines Dachfonds bereits zwei „kritische Schwachstellen“ im Wissenstransfer in Österreich angehe, könne dies gemeinsam mit der EU mit der EU Inc. auch beim Thema Skalierung „schlagkräftig“ gelingen.

Regierung soll sich für zentrales Handelsregister und Mitarbeiter:innenbeteiligung einsetzen

Zwei aus Sicht von Forwit dafür maßgebliche Elemente der EU Inc., nämlich ein zentrales europäisches Handelsregister und eine standardisierte Mitarbeiter:innenbeteiligung, würden aber aktuell drohen, im Zuge der Verhandlungen gestrichen zu werden. Ersteres brauche man, damit es sich bei der EU Inc. tatsächlich um einen europäischen Standard handle, zweiteres, damit europäische Wachstumsunternehmen im Wettbewerb um Talente bestehen könnten. Zudem betont die Forwit-Arbeitsgruppe auch die Möglichkeiten, die die neue Gesellschaftsform KMU im Allgemeinen bieten könne.

Entsprechend fordert sie die Regierungsmitglieder im offenen Brief konkret dazu auf, sich in den Verhandlungen für das zentrale Handelsregister und die Mitarbeiter:innenbeteiligung einzusetzen, ebenso wie für die freie Wahl des Registrierungssitzes, den Zugang für alle Unternehmen und die Geltung des lokalen Arbeits- und Steuerrechts. Und zudem „die EU Inc. als Bestandteil der Umsetzung der Industriestrategie 2035 zu erachten und in der Folge entsprechend mitzugestalten.“ Man stehe den Adressat:innen und der gesamten Bundesregierung „für eine Vertiefung und Begleitung der österreichischen Position selbstverständlich zur Verfügung.“

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