05.05.2020

Back Market: 110 Millionen Euro Investment und Marktstart in Österreich

Das französische Startup Back Market setzt auf Refurbished-Produkte, sammelt ein Investment ein und startet jetzt in Österreich.
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Back Market Gründer Quentin Le Brouster, Thibaud Hug de Larauze und Vianney Vaute
Die Back Market Gründer Quentin Le Brouster, Thibaud Hug de Larauze und Vianney Vaute. Credit: Julie Glassberg

Back Market, eine Online-Plattform für gebrauchte und wiederaufbereitete („refurbished“) Elektro- und Elektroprodukte, hat in einer Series-C-Finanzierungsrunde 110 Millionen Euro eingesammelt. Die Investoren sind Goldman Sachs, Aglaé Ventures (der Venture-Arm der Groupe Arnault) und Eurazeo Growth. Das frische Kapital will das französische Fairtech-Startup dazu nutzen, um seine Marktposition in der DACH-Region zu festigen – dazu gehört auch ein Marktstart von Back Market in Österreich. Zuvor hatte Back Market bereits zwei Finanzierungsrunden von insgesamt 48 Millionen Euro durch Aglaé Ventures, Eurazeo Growth und Daphni erfolgreich abgeschlossen.

Back Market startet in Österreich

Das Startup ist vor mehr als fünf Jahren in Frankreich als erster Online-Marktplatz gestartet, der sich ausschließlich auf gebrauchte und wiederaufbereitete Elektro- und Elektronikgeräte („refurbished“) konzentriert. Inzwischen ist der grüne Tech-Pionier mit seinem innovativen Geschäftsmodell in acht Ländern verfügbar (Frankreich, Deutschland, Österreich, Italien, Spanien, Vereinigtes Königreich, Belgien und Vereinigte Staaten).

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Seit kurzem ist Back Market auch auf dem österreichischen Markt aktiv. Geplant ist für dieses Jahr die Eröffnung eines Büros in Berlin, um die Expansion auf dem DACH-Markt von dort aus zu beschleunigen. Investiert wird verstärkt in die Bereiche Business Development, Marketing und neue Talente. 

„Die Finanzierung ist ein definitives Signal der Reife, nicht nur für Back Market, sondern auch für die rasant wachsende Refurbished-Branche“, sagt Thibaud Hug de Larauze, CEO und Mitgründer von Back Market: „Wir haben eine globale Marke geschaffen und einen Namen etabliert, der nicht nur ein Synonym für ‚refurbished‘, sondern auch für ‚Qualität‘ ist. Jetzt gilt es, dieses Gleichnis noch stärker in der DACH-Region zu verankern. Wir freuen uns, nun auch in Österreich das Bewusstsein der Verbraucher zu schärfen und ihren Blick auf wiederaufbereitete Elektronikgeräte nachhaltig positiv zu beeinflussen.“

Back Market: Elektroschrott und CO2 weltweit reduzieren 

„Die Investoren haben den aktuell stattfindenden Wandel zum ‚ethischen Konsum‘ und die einzigartige Position von Back Market auf dem Markt erkannt“, sagt Hug de Larauze weiter: „Unsere Mission ist es, einen grundlegenden Mentalitätswandel unter den Verbrauchern zu erreichen und dem Trend zum ständigen Neukauf von Elektronikprodukten entgegenzuwirken.“

Dafür bietet der Fairtech-Startup Rabatte von 30 bis 70 Prozent gegenüber dem Neupreis und schafft gleichzeitig ein einfach zu handhabendes Mittel zur Bekämpfung der sich entfaltenden „E-Waste“-Krise. Weltweit wurden 2016 über 44 Millionen Tonnen Elektronikschrott produziert, mit einer jährlichen Wachstumsrate von 3–4 Prozent. Diese Zahl wird bis zum nächsten Jahr voraussichtlich auf 52,2 Millionen Tonnen anwachsen.

Back Market investiert in Qualitätskontrolle

Ein weiterer großer Teil der Investitionssumme soll in die Qualitätskontrolle fließen: Mithilfe der zusätzlichen finanziellen Mittel will Back Market die Teamgröße in diesem Segment verdreifachen. Zudem möchte das Startup mit einer Machine-Learning-Unit den eigenen Algorithmus verbessern, neue Dienstleistungen rund um Logistik und Reparatur einführen sowie das eigene Know-how in Bezug auf die Wiederaufbereitung (Beschaffung von Geräten, Ersatzteilen, Testprotokollen, F&E etc.) zum Nutzen seiner Verkäufer erweitern.

Bereits jetzt arbeitet Back Market mit über 1.000 zertifizierten Partnerwerkstätten zusammen, die die gebrauchten Geräte überprüfen und wiederaufbereiten, bevor sie in den Wiederverkauf gehen. Als Vertrauensbeweis in die Qualitätskontrolle stattet Back Market in Deutschland und Österreich alle Produkte mit einer 36-monatigen Garantie aus. Den Verbrauchern eröffnet sich dadurch eine sichere und attraktive Alternative zum Neukauf. 

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Mathias Lipp-Rosenthal, Gründer der KI Schmiede | Foto: Lipp-Rosenthal

Das im August veröffentlichte Gesamtstaatliche Lagebild 2026 des Krisensicherheitsberaters im Bundeskanzleramt enthält einen Satz, der bislang wenig Beachtung fand: Angesichts der Cyberbedrohung rücke digitale Souveränität weiter in den Fokus der nationalen Sicherheit. Daraus leitet es eine unbequeme Handlungsoption ab, nämlich die Förderung von EU-Anbietern und den Verzicht auf externe Anbieter bei künftigen Beschaffungen. Im (ersten) Lagebild 2025 kam der Begriff nicht vor. Aus einem Standortthema wurde binnen eines Jahres eine Sicherheitsfrage.

Der Ist-Zustand ist bekannt. Verwaltung und Wirtschaft in Österreich laufen weitgehend auf Infrastruktur dreier US-Konzerne. Der CLOUD Act erlaubt US-Behörden den Zugriff auf Daten, die diese Unternehmen verarbeiten, unabhängig vom Standort des Rechenzentrums. Als Microsoft im Frühjahr 2025 plötzlich das Konto des Chefanklägers des Internationalen Strafgerichtshofs sperrte, wurde sichtbar, dass die Verfügbarkeit einer digitalen Grundleistung an einer Entscheidung außerhalb Europas hängen kann. Die Leistungsfähigkeit der Hyperscaler steht außer Streit. Zu klären ist, welche Funktionen ein Staat in fremder Hand belassen kann.

Vorbilder im öffentlichen Sektor

Das Österreichische Bundesheer hat mit der Umstellung auf LibreOffice die Kontrolle über einen zentralen Arbeitsplatzbaustein zurückgeholt, die Schweizer Armee migriert ihr Kommando Cyber auf openDesk.

Am weitesten gehen die Niederlande. Dort stellt die Regierung die gesamte Bundesverwaltung auf digitale Souveränität um. Seit Juli 2026 ist von US-Clouds für E-Mail und Dokumente abzuraten, Daten müssen in Europa bleiben und für jeden Dienst muss ein Ausstiegsplan vorliegen.

Sicherheit als Grundbedürfnis der Wirtschaft

Die Frage stellen sich zunehmend auch heimische Unternehmen. Sie wollen wissen, ob ihre Daten in Europa liegen, wer darauf zugreifen kann und ob der Dienst, auf dem ihr Tagesgeschäft läuft, morgen noch verfügbar ist. Souverän zu arbeiten heißt für sie vor allem, Sicherheit zu haben: dass Daten nicht von Drittstaaten abgegriffen werden können und dass sie sich auf die Infrastruktur, die ihr Geschäft trägt, tatsächlich verlassen können.

Anbieter, die diesen Wechsel möglich machen, gibt es in Österreich und Europa bereits. Sie stellen Rechenleistung, Plattformdienste und KI-Modelle bereit, die europäischem Recht unterliegen und deren Betrieb nachvollziehbar bleibt. Was ihnen fehlt, ist nicht die Kompetenz, sondern die Nachfrage, die sie in jene Größe trägt, in der sie für den Mittelstand zur echten Option werden.

Mehr als ein Hackathon

Im Mai 2026 haben das Bundeskanzleramt und die TU Austria dazu einen Public AI Hackathon veranstaltet. In 48 Stunden entwickelten 25 Talente Prototypen für die öffentliche Verwaltung, präsentiert vor Staatssekretär Alexander Pröll und einer Jury aus Verwaltung, Politik und Forschung. Das Format zeigt, dass der Wille zur Zusammenarbeit zwischen Staat und Nachwuchs vorhanden ist. Es zeigt auch, wo die Grenze liegt. Zwei Tage Hackathon ersetzen keine Strategie, mit der die Startup-Szene dauerhaft in den Aufbau souveräner Infrastruktur eingebunden wird. Auf einen Prototyp sollte eine Beschaffung folgen, auf eine Veranstaltung ein Förderprogramm, auf ein Teilnahmezertifikat ein zahlender Kunde.

Der Hebel heißt öffentliche Nachfrage

Genau hier liegt der Hebel für Österreich. Öffentliche Nachfrage entscheidet, ob heimische Anbieter jene Größe erreichen, die sie brauchen, um für die Wirtschaft eine echte Option zu sein. Wenn Bund, Länder und Förderstellen gezielt bei europäischen und österreichischen Anbietern beschaffen, stärkt das deren Marktposition und signalisiert der gesamten Startup-Branche, dass sich Investitionen in souveräne Technologie lohnen. Souveränität und Innovation stehen dabei nicht im Widerspruch, sie bedingen einander: Wer die Kontrolle über seine Infrastruktur behält, kann auf ihr aufbauen, statt sie nur zu mieten.

Für Österreich heißt das, die Empfehlung des Lagebilds über einzelne Prototypen hinaus zu denken. Jede Ausschreibung, jedes Förderprogramm und jede Anschlussfinanzierung entscheidet mit darüber, ob die österreichische Startup-Branche zu jenem Anbieter heranwächst, von dem Verwaltung, Sicherheitsbehörden und Mittelstand in zehn Jahren abhängen können. Wer Gründerinnen und Gründer heute mit mehr als einem Zertifikat ausstattet, entscheidet mit über die technologische Souveränität von morgen.


Über den Gastautor:

Mathias Lipp-Rosenthal ist Gründer der KI Schmiede, einer im Juni 2026 gestarteten Beratung, die Unternehmen im DACH-Raum bei der Einführung und Schulung von KI begleitet. Zuvor war er stellvertretender Klubdirektor der Neos und Mitgründer von Voter AI; die Gründung der KI Schmiede hat brutkasten hier bereits vorgestellt.

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AI Summaries

Back Market: 110 Millionen Euro Investment und Marktstart in Österreich

  • Back Market, eine Online-Plattform für gebrauchte und wiederaufbereitete („refurbished“) Elektro- und Elektroprodukte, hat in einer Series-C-Finanzierungsrunde 110 Millionen Euro eingesammelt.
  • Die Investoren sind Goldman Sachs, Aglaé Ventures (der Venture-Arm der Groupe Arnault) und Eurazeo Growth.
  • Das frische Kapital will das französische Fairtech-Startup dazu nutzen, um seine Marktposition in der DACH-Region zu festigen – dazu gehört auch ein Marktstart von Back Market in Österreich.
  • Zuvor hatte Back Market bereits zwei Finanzierungsrunden von insgesamt 48 Millionen Euro durch Aglaé Ventures, Eurazeo Growth und Daphni erfolgreich abgeschlossen.

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Back Market: 110 Millionen Euro Investment und Marktstart in Österreich

  • Back Market, eine Online-Plattform für gebrauchte und wiederaufbereitete („refurbished“) Elektro- und Elektroprodukte, hat in einer Series-C-Finanzierungsrunde 110 Millionen Euro eingesammelt.
  • Die Investoren sind Goldman Sachs, Aglaé Ventures (der Venture-Arm der Groupe Arnault) und Eurazeo Growth.
  • Das frische Kapital will das französische Fairtech-Startup dazu nutzen, um seine Marktposition in der DACH-Region zu festigen – dazu gehört auch ein Marktstart von Back Market in Österreich.
  • Zuvor hatte Back Market bereits zwei Finanzierungsrunden von insgesamt 48 Millionen Euro durch Aglaé Ventures, Eurazeo Growth und Daphni erfolgreich abgeschlossen.

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Back Market: 110 Millionen Euro Investment und Marktstart in Österreich

  • Back Market, eine Online-Plattform für gebrauchte und wiederaufbereitete („refurbished“) Elektro- und Elektroprodukte, hat in einer Series-C-Finanzierungsrunde 110 Millionen Euro eingesammelt.
  • Die Investoren sind Goldman Sachs, Aglaé Ventures (der Venture-Arm der Groupe Arnault) und Eurazeo Growth.
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Back Market: 110 Millionen Euro Investment und Marktstart in Österreich

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  • Die Investoren sind Goldman Sachs, Aglaé Ventures (der Venture-Arm der Groupe Arnault) und Eurazeo Growth.
  • Das frische Kapital will das französische Fairtech-Startup dazu nutzen, um seine Marktposition in der DACH-Region zu festigen – dazu gehört auch ein Marktstart von Back Market in Österreich.
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