26.01.2026
FINANZIERUNG

B1020: Wiener Basilikum-Wodka-Startup von Tutora-Gründer holt Investment

Mit dem Nachhilfeunternehmen Tutora wollten sie GoStudent Konkurrenz machen. Mittlerweile setzen Jakob Stracke und Michael Plechaty auch auf einen „Basilikum-infused Vodka“ und sicherten sich damit eine Finanzierung.
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Die B1020-Gründer Michael Plechaty und Jakob Stracke | (c) B1020
Die B1020-Gründer Michael Plechaty und Jakob Stracke | (c) B1020

Auch wenn es nicht immer eine produktive Kombination ist: Für viele gehören Studium und Alkohol irgendwie zusammen. Die beiden Wiener Unternehmer Jakob Stracke und Michael Plechaty verbinden die Themen beruflich auf ungewöhnliche Weise. Stracke gründete vor Jahren das Nachhilfeunternehmen Tutora, bei dem auch Plechaty als Gesellschafter an Bord ist. Seit einem Jahr betreiben sie nun gemeinsam das Getränke-Startup B1020.

GoStudent-Herausforderer und Bar-Betreiber

Tutora war zunächst auf Nachhilfe bei der Prüfungsvorbereitung an der TU Wien spezialisiert und erweiterte später auf Nachhilfe für Schüler:innen – mit dem ambitionierten Ziel, GoStudent Konkurrenz zu machen, wie Stracke 2022 gegenüber brutkasten sagte. Mit seinem Schulfreund, „Multiunternehmer“ Plechaty, streckte er indessen seine Fühler unter anderem auch in der Gastronomie aus: mit dem eigenen Lokal „Stage Bar“.

Von der Cocktail-Zutat zum eigenen Business

In der laut Gründer einzigen Bar Wiens, die mit einer Getränkebörse variable Preise bei Cocktails anbietet, sei 2023 auch B1020 entstanden, erzählt Stracke. Der „Basilikum-infused Vodka“ kommt auf 25,8 Volumsprozent. Ursprünglich nur als Zutat für einen Cocktail kreiert, sei der Drink bald sehr gut angekommen, auf Gästewunsch erst pur ausgeschenkt, bald auch in Flaschen abgefüllt worden. Schließlich erfolgte die Ausgründung.

Aktuell B2B-Fokus, bereits Gespräche mit Supermärkten

Mittlerweile sind Stracke und Plechaty seit einem Jahr mit B1020 am Markt. Dabei setzen sie primär auf den B2B-Bereich. Kunden seien nicht nur Bars und Clubs, sondern mittlerweile auch Kaffeehäuser und Restaurants, die den Drink als Mischgetränk im Aperitiv-Bereich verwenden, unter anderem in einem „Kooperations-Getränk“ mit Organics by Red Bull. Einzelkund:innen können sich die Spirituose nach wie vor in der Stage Bar kaufen; bis Ende des ersten Quartals ist zudem ein Online-Shop geplant. Und Stracke verrät: „Mit Supermarktketten im Gourmet-Bereich werden bereits Gespräche geführt.“ Hier sei ein Verkaufsstart Mitte des Jahres angedacht.

Investment zu einer Million Euro Bewertung

Und B1020 überzeugte nun auch einen Investor, der nicht genannt werden will (und aktuell auch noch nicht im Firmenbuch aufscheint). Dieser habe zu einer Bewertung von einer Million Euro investiert, sagt Stracke. Dafür habe man zu gleichen Teilen „ein paar Prozentchen“ abgegeben. Nun plane man eine vergrößerte Produktionsstätte und eine alkoholfreie Variante.

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Herbert Eibensteiner, CEO voestalpine AG, und Michael Strugl, CEO Verbund AG | (c) voestalpine/Michael Jurtin
Herbert Eibensteiner, CEO voestalpine AG, und Michael Strugl, CEO Verbund AG | (c) voestalpine/Michael Jurtin

Beim Start 2019 war „H2FUTURE“ von voestalpine und Verbund das weltweit größte Wasserstoffpilotprojekt. Sieben Jahre später ist von derartigen Superlativen zwar nicht mehr die Rede, doch im Rahmen der Weiterführung unter dem Titel „H2FUTURE-Follow-Up“ sollen die Grundlagen für einen grundlegenden Wandel in der Stahlproduktion bei der voestalpine geschaffen werden. Dafür investieren die Projektpartner weitere 16,4 Millionen Euro.

Schon bislang wurde am Standort mittels „Protonen-Austausch-Membran-(PEM)-Elektrolyseanlage“ grüner Wasserstoff erzeugt – konkret knapp unter 2.000 Tonnen im gesamten Zeitraum. Die Anlage wird aktuell insbesondere dafür genutzt, um Frequenzschwankungen im Stromnetz auszugleichen, die durch die unregelmäßige Verfügbarkeit erneuerbarer Energien oder unterschiedliche Strombedarfe entstehen.

Erweiterung bringt neue Funktionen und Möglichkeiten

Mit der Erweiterung der Anlage kommen zur Erzeugung des Wasserstoffs nun auch die Verdichtung, Reinigung, Speicherung sowie die Verladung und Weiterverwendung hinzu. Vier von insgesamt fünf neuen Wasserstoffspeichertanks sollen Schwankungen zwischen der fluktuierenden Wasserstofferzeugung und dem Verbrauch ausgleichen und so zur Versorgungssicherheit beitragen. Über den fünften (Versand-)Tank soll ab Ende 2027 die Demonstrationsanlage „HY4SMELT“ direkt über eine rund einen Kilometer lange Rohrleitung mit Wasserstoff versorgt werden. Dabei handelt es sich laut voestalpine um Österreichs größtes Klimaschutz-Forschungsprojekt. Außerdem kann der Wasserstoff nun mittels Hochdruckverdichtern auf bis zu 500 bar komprimiert und in Trailer für den Straßentransport abgefüllt werden, um auch an externe Abnehmer:innen geliefert werden zu können.

Die Wasserstoffpilotanlage H2FUTURE | (c) Verbund

„Wir haben mit greentec steel eine klare Strategie zur Transformation unserer Stahlproduktion. Wir werden bereits im 1. Halbjahr 2027 je einen grünstrombetriebenen Elektrolichtbogenofen in Linz und Donawitz in Betrieb nehmen und können damit in einem ersten Schritt bis 2029 bis zu 30 Prozent unserer CO2-Emissionen einsparen. Langfristig streben wir bis 2050 eine Stahlproduktion mit Net-Zero-CO2-Emissionen an. Wasserstoff wird dabei eine wichtige Rolle einnehmen“, sagt dazu voestalpine-CEO Herbert Eibensteiner.

Erste neue Forschungsergebnisse Ende des Jahres

Die ersten Funktionstests des erweiterten Projekts wurden bereits gestartet, erste Forschungsergebnisse werden Ende 2026 erwartet. Das Projekt endet im Dezember 2030 und wird auch aus Mitteln der Umweltförderung des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus gefördert. „Das Projekt zeigt im industriellen Maßstab, wie erneuerbarer Strom in grünen Wasserstoff umgewandelt und für konkrete industrielle Anwendungen nutzbar gemacht werden kann“, kommentiert Verbund-CEO Michael Strugl.

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