01.04.2026
AUTO-APP

Aximote: OÖ-Startup mit „Fitness-Tracker fürs Auto“

Aximote aus Tragwein in der Nähe von Linz macht eine App - und zwar für das Auto-Betriebssystem Android Automotive OS. Sie liefert Analysen zum Fahrverhalten in bislang nicht dagewesenem Detailgrad.
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Die Aximote-Gründer vl.: Laurenz Hinterholzer, Philipp Hellmayr und David Schröder | (c) Aximote
Die Aximote-Gründer vl.: Laurenz Hinterholzer, Philipp Hellmayr und David Schröder | (c) Aximote

„Obwohl Autos heute tausende Datenpunkte pro Fahrt erzeugen, bleiben diese Informationen für Fahrerinnen und Fahrer weitgehend unzugänglich. Während wir es gewohnt sind, mit Fitness-Trackern Daten über Schritte, Herzfrequenz oder Schlaf auszuwerten, wirken unsere oft sehr teuren und technisch hochentwickelten Autos für ihre Besitzer weiterhin wie eine Blackbox“, meint Laurenz Hinterholzer. Gemeinsam mit David Schröder und Philipp Hellmayr hat er 2025 im oberösterreichischen Tragwein das Startup Aximote gegründet, um Fahrer:innen einen tieferen Einblick zu bringen.

Nutzer:innen können sich in Rankings vergleichen

Hersteller-Apps würden nämlich meist nur grundlegende Informationen wie Reichweite oder Ladezustand liefern, erklärt der Gründer, „tiefere Analysen zu Fahrten, Effizienz oder Fahrverhalten fehlen“. Hier setze Aximote an. „Wir entwickeln eine herstellerunabhängige, vollständig softwarebasierte Lösung, die Fahrzeugdaten direkt im Fahrzeug ausliest und verständlich aufbereitet – ohne zusätzliche Hardware“, so Hinterholzer.

Die App zeichnet Fahrten automatisch auf und analysiert Effizienz und Fahrverhalten. Dabei wird etwa auch der Preis pro Fahrt genau angezeigt. Außerdem können Nutzer:innen ihre Daten mit anderen vergleichen. „Daraus entsteht ein Community-Modul mit Rankings und Vergleichen“, erklärt der Gründer. Aximote sei letztlich „wie ein Fitness-Tracker fürs Auto“.

720.000 Euro FFG-Förderung

Die App läuft über das in vielen Autos bereits genutzte Betriebssystem Android Automotive OS. Aktuell wird dieses unter anderem in Autos der Marken Volvo, Polestar, Renault, Nissan, Ford und BYD verwendet. Das System verbreite sich jedoch derzeit sehr schnell, betont Hinterholzer: „Laut Gartner sollen bis 2028 über 70 Prozent der neu ausgelieferten Fahrzeuge damit ausgestattet sein.“ Und Aximote sei derzeit die einzige Lösung, die Fahrzeugdaten direkt über Android Automotive analysiere und auslese.

Erst im Oktober vergangenen Jahres gegründet, zählt das Startup aktuell laut Website rund 4.000 Nutzer:innen, eine Premium-Version der App wurde kürzlich gelauncht. Überzeugt werden konnte aber auch die Forschungsförderungsgesellschaft FFG. Im Rahmen des Basisprogramms erhielt Aximote die Zusage über rund 720.000 Euro Förderung für ein zweijähriges Forschungsprojekt. Zudem wurde Aximote in den oberösterreichischen Inkubator tech2b aufgenommen. In den kommenden Monaten wolle man nun auf weitere Automarken ausweiten und langfristig eine erste Finanzierungsrunde vorbereiten, so der Gründer.

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Herbert Eibensteiner, CEO voestalpine AG, und Michael Strugl, CEO Verbund AG | (c) voestalpine/Michael Jurtin
Herbert Eibensteiner, CEO voestalpine AG, und Michael Strugl, CEO Verbund AG | (c) voestalpine/Michael Jurtin

Beim Start 2019 war „H2FUTURE“ von voestalpine und Verbund das weltweit größte Wasserstoffpilotprojekt. Sieben Jahre später ist von derartigen Superlativen zwar nicht mehr die Rede, doch im Rahmen der Weiterführung unter dem Titel „H2FUTURE-Follow-Up“ sollen die Grundlagen für einen grundlegenden Wandel in der Stahlproduktion bei der voestalpine geschaffen werden. Dafür investieren die Projektpartner weitere 16,4 Millionen Euro.

Schon bislang wurde am Standort mittels „Protonen-Austausch-Membran-(PEM)-Elektrolyseanlage“ grüner Wasserstoff erzeugt – konkret knapp unter 2.000 Tonnen im gesamten Zeitraum. Die Anlage wird aktuell insbesondere dafür genutzt, um Frequenzschwankungen im Stromnetz auszugleichen, die durch die unregelmäßige Verfügbarkeit erneuerbarer Energien oder unterschiedliche Strombedarfe entstehen.

Erweiterung bringt neue Funktionen und Möglichkeiten

Mit der Erweiterung der Anlage kommen zur Erzeugung des Wasserstoffs nun auch die Verdichtung, Reinigung, Speicherung sowie die Verladung und Weiterverwendung hinzu. Vier von insgesamt fünf neuen Wasserstoffspeichertanks sollen Schwankungen zwischen der fluktuierenden Wasserstofferzeugung und dem Verbrauch ausgleichen und so zur Versorgungssicherheit beitragen. Über den fünften (Versand-)Tank soll ab Ende 2027 die Demonstrationsanlage „HY4SMELT“ direkt über eine rund einen Kilometer lange Rohrleitung mit Wasserstoff versorgt werden. Dabei handelt es sich laut voestalpine um Österreichs größtes Klimaschutz-Forschungsprojekt. Außerdem kann der Wasserstoff nun mittels Hochdruckverdichtern auf bis zu 500 bar komprimiert und in Trailer für den Straßentransport abgefüllt werden, um auch an externe Abnehmer:innen geliefert werden zu können.

Die Wasserstoffpilotanlage H2FUTURE | (c) Verbund

„Wir haben mit greentec steel eine klare Strategie zur Transformation unserer Stahlproduktion. Wir werden bereits im 1. Halbjahr 2027 je einen grünstrombetriebenen Elektrolichtbogenofen in Linz und Donawitz in Betrieb nehmen und können damit in einem ersten Schritt bis 2029 bis zu 30 Prozent unserer CO2-Emissionen einsparen. Langfristig streben wir bis 2050 eine Stahlproduktion mit Net-Zero-CO2-Emissionen an. Wasserstoff wird dabei eine wichtige Rolle einnehmen“, sagt dazu voestalpine-CEO Herbert Eibensteiner.

Erste neue Forschungsergebnisse Ende des Jahres

Die ersten Funktionstests des erweiterten Projekts wurden bereits gestartet, erste Forschungsergebnisse werden Ende 2026 erwartet. Das Projekt endet im Dezember 2030 und wird auch aus Mitteln der Umweltförderung des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus gefördert. „Das Projekt zeigt im industriellen Maßstab, wie erneuerbarer Strom in grünen Wasserstoff umgewandelt und für konkrete industrielle Anwendungen nutzbar gemacht werden kann“, kommentiert Verbund-CEO Michael Strugl.

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