07.06.2022

#awsPerspektiven: Welche Rolle die Ökologisierung als Wachstumsmotor spielt

Die Austria Wirtschaftsservice (aws) veranstaltet heute, Dienstag, das Event "#awsPerspektiven - Investieren in die Zukunft" zum Thema "Ökologisierung als Wachstumsmotor". Im Zentrum stehen konkrete Unternehmensbeispiele, die bereits jetzt zu einer nachhaltigen und ökologischen Wirtschaftsentwicklung in Österreich beitragen.
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(c) AdobeStock
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Österreich hat es sich zum Ziel gesetzt, bis spätestens 2040 klimaneutral zu sein. Eine Schlüsselrolle zur Erreichung des Klimaziels spielen dabei innovative Startups & Unternehmen, die bereits heute technologische Entwicklungen und innovative Geschäftsmodelle auf den Markt gebracht haben, die zu einem ökologischen Wirtschaftssystem beitragen.

„Ökologisierung als Wachstumsmotor“.

Die Austria Wirtschaftsservice (aws) holt im Rahmen des Events „#awsPerspektiven – Investieren in die Zukunft“ zum Thema „Ökologisierung als Wachstumsmotor“ heute, Dienstag, konkrete Unternehmensbeispiele einer nachhaltigen und ökologischen Wirtschaft vor den Vorhang.

Die Teilneher:innen können im Rahmen des Events mit Klimaschutzministeirn Leonore Gewessler, erfolgreichen GreenTech-Gründer:innen sowie Edeltraud Stiftinger und Bernhard Sagmeister von der aws Geschäftsführung in Dialog treten und über Zukunftsthemen diskutieren – angefangen von der alternativer Energiegewinnung, über den KI-Einsatz zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung bis hin zu nachhaltigen Technologien bei der Textilherstellung. Zudem wird der Frage nachgegangen, welchen Impact die Wirtschaftsförderung spielt, um das Wirtschaftssystem in Österreich nachhaltig zu transformieren.

Aufgrund der großen Nachfrage sind Tickets für das Onsite-Event bereits ausgebucht, dennoch können Interessierte über den eigens eingerichteten Livestream das Event online mitverfolgen.

Die Panel-Teilnehmer:innen & Unternehmen

Am Panel sind mit Kioto Solar, Syncraft, Circly und das Vienna Textile Lab insgesamt vier Unternehmen vertreten, die jeweils in ihrer Branche innovative und nachhaltige Lösungen hervorgebracht haben.

Das Unternehmen SynCraft aus Tirol hat sich beispielsweise auf die ressourcenschonende und nachhaltige Energiegewinnung spezialisiert. Zum Einsatz kommen Holzkraftwerke, die mit Waldholzresten gespeist werden. Ebenfalls im Bereich der Energiegewinnung ist das Kärntner Unternehmen Kioto Solar tätig, das ein führender Spezialist im Bereich der Solarenergie ist und europaweit expandiert. Pro Tag verlassen rund 1600 Photovoltaikmodule das Werk.

Das niederösterreichische GreenTech-Startup Circly hat hingegen ein KI-basiertes Prediction-System für den Lebensmittelhandel entwickelt, das das Kaufverhalten vorhersagt und so dabei hilft, Lagerbestände und Bestellungen zu optimieren. Dadurch kann unter anderem auch der Lebensmittelverschwendung entgegengewirkt werden. Zudem wird auch noch Vienna Textile Lab beim Event vertreten sein, das eine nachhaltige und umweltschonende Alternative zur Färbung von Textilien entwickelt hat.

Das Programm im Detail

17:30Eröffnung
Bernhard Sagmeister – aws Geschäftsführer
17:45-18:30Perspektiven zu „Ökologisierung als Wachstumsmotor“
Leonore Gewessler – Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK)
Sabine Wurzer – Kioto Solar
Marcel Huber – Syncraft
Eric Weisz – Circly
Karin Fleck – Vienna Textile Lab
Edeltraud Stiftinger – aws Geschäftsführerin
18:30Voraussichtliches Ende

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Wir sprachen zur Paketabgabe mit (vl.) Johannes Braith, Petra Dobrocka und Georg Weiss | (c) brutkasten / byrd / quivo / Hintergrund / (c) RoseBox via Unsplash
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Bereits seit der Veröffentlichung des Ministerialentwurfs zu einer neuen Paketsteuer im Mai trifft diese in der öffentlichen Diskussion auf Kritik. Vorgesehen ist eine Abgabe von zwei Euro pro zugestelltem Paket, die ab dem 1. Oktober 2026 von großen Online-Handelsplattformen mit einem Jahresumsatz ab 100 Millionen Euro eingehoben werden soll. Nachdem das vorparlamentarische Begutachtungsverfahren zum Gesetzesentwurf am 26. Mai 2026 offiziell geendet hat, geht die Vorlage im nächsten Schritt in die Debatte und finale Abstimmung im Nationalrat.

Mit den prognostizierten Einnahmen von jährlich rund 280 Millionen Euro will die Bundesregierung die geplante Mehrwertsteuersenkung auf Grundnahrungsmittel teilweise gegenfinanzieren. Zudem wolle man den lokalen stationären Handel gegenüber den internationalen E-Commerce-Riesen stärken, so die Argumentation. Und auch der Umweltschutzaspekt wird seitens der Regierung ins Treffen geführt. Diese Begründung lassen viele Kritiker:innen aber nicht gelten.

Dobrocka: „wird nur das Angebot verringern und die Kosten für österreichische Kunden in die Höhe treiben“

Auch unter Gründer:innen heimischer Startups und Scaleups im Logistik-Bereich, die für brutkasten erreichbar waren, herrscht breite Ablehnung gegenüber der Paketabgabe. Dabei ist es nicht die Zielsetzung, die kritisiert wird. „Grundsätzlich finde ich es begrüßenswert über Maßnahmen zu diskutieren, die den österreichischen Markt vor einer Flut an ausländischen Sendungen schützen und österreichische Unternehmer stärken. Aber diese Maßnahme tut das nicht“, meint etwa Petra Dobrocka, Co-Founderin und CCO des Wiener Logistik-Scaleups byrd. „Selbst wenn ein heimischer Händler die Ware in Österreich verpackt und mit der österreichischen Post an einen österreichischen Kunden schickt: Sobald der Verkauf über einen Marktplatz wie Amazon läuft, greift die Steuer.“ Die Maßnahme werde letztlich „nur das Angebot verringern und die Kosten für österreichische Kunden in die Höhe treiben.“

Braith: „Emissionsärmere Zustellformen gezielt begünstigen“

Ähnlich argumentiert auch Storebox-Co-Founder und CEO Johannes Braith. Er führt zusätzlich eine ökologische Perspektive ins Treffen. „Wir brauchen aus meiner Sicht weniger Symbolpolitik und mehr intelligente Steuerung. Wenn Politik Lenkungswirkung ernst meint, dann sollte sie emissionsärmere Zustellformen gezielt begünstigen und nicht pauschal jede Form des Versandhandels verteuern“, so der Gründer. Das Gesetz unterscheide nämlich zu wenig zwischen emissionsintensiven und emissionsarmen Zustellmodellen. Klassische Haustürzustellung sei ineffizient und verursache Retourenverkehr und Parkdruck, meint Braith und führt Click-&-Collect-Modelle mit gebündelter Anlieferung ins Treffen, wie sie auch sein Unternehmen umsetzt.

Weiß: EU-Regelung statt „Alleingang“

Georg Weiß, Co-Founder und CEO des Wiener Logistik-Scaleups Quivo, würde in dem Zusammenhang lieber eine europäische Lösung sehen. „Auf EU-Ebene gibt es ja auch Vorschläge, etwa Zölle für Kleinpakete unter 150 Euro einzuführen, um den europäischen Markt vor Billigprodukten zu schützen. Das halte ich für die sinnvollere Maßnahme, als aus Österreich heraus einen Alleingang zu machen und eine Zwei-Euro-Paketgebühr einzuführen“, so der Gründer gegenüber brutkasten.

AustrianStartups: Nachteile für Startups und Scaleups befürchtet

Kritik an der Paketsteuer kommt auch von AustrianStartups. „Wer Österreich als Innovationsstandort stärken will, kann nicht gleichzeitig die Vertriebskanäle innovativer Unternehmen im E-Commerce belasten. In der aktuellen Form würde der Entwurf vor allem Startups, Scaleups und KMUs treffen, die über Plattformen verkaufen oder aus Österreich versenden“, meint man dort. Auch befürchtet man potenzielle Probleme für Scaleups in der Branche, weil ein gleitender Übergang bei der Umsatzschwelle fehle: „Für Scaleups, die gerade die 100-Millionen-Euro-Grenze überschreiten, bedeutet das einen abrupten Kostenschock in genau der Phase, in der sie skalieren wollen.“

Kaminski: „Das ist das Gegenteil von dem, was erreicht werden soll“

Zudem hebt AustrianStartups eine besondere Problematik im Secondhand- und Refurbishment-Bereich hervor und zitiert dazu refurbed-Co-Founder Kilian Kaminski: „Bei einem refurbishten iPhone beispielsweise ist der Produktpreis zwar relativ hoch, aber die Marge für Refurbisher ist sehr gering. So eine Abgabe kann nicht einfach weitergegeben werden. Das Resultat: Preise im Reuse-Bereich steigen, neue Billigwaren nicht. Das ist das Gegenteil von dem, was erreicht werden soll. Falls die Abgabe kommt, braucht es zwingend eine Ausnahmeregelung für Secondhand und Refurbished.“

AustrianStartups forderte daher bereits im Mai „eine Rücknahme des Entwurfs in seiner aktuellen Form“. Sollte dies nicht passieren jedenfalls aber eine „Prüfung eines EU-weiten Rahmens statt eines österreichischen Alleingangs“ und eine Ausnahmeregelung für Secondhand, Refurbished und Reuse.

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