17.01.2025
EINREICHUNGEN MÖGLICH

aws-Spin-off-Initiative – Einreichungen noch bis März 2025 möglich

Die Initiative soll akademische Ausgründungen fördern und damit den Innovationsstandort stärken. Die Einreichungen zu "Modul 2" sind noch bis März 2025 möglich.
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Geistiges Eigentum ist dieses Jahr das zentrale Thema bei der Spin-off Austria Konferenz | (c) Stock.Adobe/Gorodenkoff
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Sie ist eine von der Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft mbH (aws) abgewickelte Initiative mit dem Ziel, „ein starkes nachhaltiges Ökosystem für akademische Ausgründungen zu etablieren.“ Die aws-Spin-off-Initiative startete im Sommer 2024 und unterstützt Hochschulen bei der Schaffung von „professionellen Ausgründungsstrukturen.“ Außerdem wird akademischen Spin-offs beim Zugang zu privatem Risikokapital unter die Arme gegriffen.

8,5 Millionen Euro für das Gesamtpaket

Konkret wird dafür ein Gesamtbudget von 8,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt – finanziert aus den Mitteln des Fonds Zukunft Österreich. Dass Bedarf besteht, zeigen mehrere Erhebungen. Eine davon ist der Austrian Startup Monitor (ASM). Ihm zufolge entstammen rund 23 Prozent der heimischen Startups akademischen Spin-offs. Das sind 90 Ausgründungen jährlich.

„Durch die Kombination aus strukturellen Förderungen und der Mobilisierung von privatem Risikokapital schaffen wir die Grundlage für einen nachhaltigen Innovationskreislauf und sichern damit die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Österreich“, sagt Martin Kocher, aktueller Wirtschaftsminister. Er meint weiter:

„Mit der aws-Spin-off-Initiative fördern wir aktiv die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und privaten Investorinnen und Investoren, um diese wichtige Säule der österreichischen Wirtschaft weiter auszubauen. Das stärkt Österreichs Wettbewerbsfähigkeit und den heimischen Innovationsstandort.“

Vernetzung im akademischen Ökosystem fördern

Die Initiative gliedert sich in zwei Module. Das Modul 1 zielt darauf ab, professionelle Strukturen für „private Investorinnen und Investoren anzubieten, um erfolgreiche und risikokapitalfähige Spin-offs zu generieren“.

Für dieses Modul konnte bereits eine Fördersumme von einer Million Euro ausgeschöpft werden. Konkret unterstützt wurden damit „sechs eingereichte Projekte“, heißt es, die sich mit den Themen Life Science, Quantentechnologie und Künstliche Intelligenz beschäftigen.

Ein wesentliches Entscheidungskriterium für die Vergabe dieser Förderung sei ein „offenes Konzept gegenüber anderen österreichischen Hochschulen“. Damit wolle man eine breite Zusammenarbeit ermöglichen und die Vernetzung innerhalb des akademischen Ökosystems fördern, heißt es in einer Pressemeldung.

Bewerbungsphase für Modul 2 offen

Die nächste Phase der aws-Spin-off-Initiative sei nun das Modul 2. Dieses fokussiert sich auf die Bereitstellung von bis zu sieben Millionen Euro an privatem Risikokapital in Form von Beteiligungen an Spin-off-Fonds. Das Ziel ist die weitere Verbesserung von Finanzierungsmöglichkeiten für innovative akademische Gründungen, heißt es zu dem Thema in einer Pressemeldung.

Einreichungen von Projekten sind seit September 2024 möglich. Das Portal ist noch bis zum 14. März 2025 geöffnet.

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(c) Enpulsion
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Das am Wiener Flughafen ansässige Scaleup Enpulsion hat sich in den vergangenen Jahren eine beachtliche Position auf dem SpaceTech-Weltmarkt herausgearbeitet. Nach eigenen Angaben ist man mittlerweile Europas führender industrieller Hersteller für Weltraum-Antriebssysteme. Im Zentrum stehen dabei bislang elektrische Antriebe für Mikro- und Nano-Satelliten, die die „FEEP-Technologie“ nutzen, bei der flüssiges Metall (Indium) in winzige geladene Teilchen zerlegt und ausgestoßen wird. Mittlerweile bietet man zudem auch Antriebe für größere Satelliten mit bis zu 500 Kilogramm Gewicht an.

Konkurrierende Antriebssysteme

Diese elektrischen Antriebe, mit denen Enpulsion groß geworden ist, sind eine Alternative zu vielfach genutzten chemischen Antriebssystemen. Ein nun kommunizierter strategischer Schritt kann daher auf den ersten Blick durchaus verwundern: Mit Lift Me Off Ltd (LMO) aus dem Vereinigten Königreich will man ein Unternehmen zu 100 Prozent übernehmen, das auf chemische Weltraum-Antriebssysteme spezialisiert ist. Das Unternehmen ist unter anderem an den ESA-LEO-Missionen (Low Earth Orbit) und geplanten Mondmissionen beteiligt.

Über den Kaufpreis gibt es dabei keine Angabe. Erst im März dieses Jahres hatte Enpulsion eine 22,5 Millionen Euro schwere Finanzierungsrunde verkündet. Die aktuelle Transaktion muss noch von den britischen Behörden im Rahmen des National Security and Investment Act 2021 (NSIA) bewilligt werden. Der Abschluss wird für das dritte Quartal 2026 erwartet.

Mit Technologie-Kombination zum Komplettanbieter

Bei Enpulsion argumentiert man die Übernahme als strategischen Schritt, um hybride Antriebssysteme aus einer Hand anbieten zu können. Man wolle durch die Kombination mit dem konkurrierenden Antriebssystem einen „complete spacecraft mobility backbone“ aufbauen, wird Gründer und CEO Alexander Reissner in einer Aussendung zitiert: „LMO bringt Erfahrungen im institutionellen Bereich, ein talentiertes Team und eine komplementäre Technologiebasis im Bereich chemischer Antriebe und Tanksysteme mit.“ In Kombination mit den industriell produzierten elektrischen Antrieben könne man Kunden ermöglichen, ihre gesamte Weltraum-Mobilitätsarchitektur über einen einzigen Partner aufzubauen, so Reissner.

LMO-Chef Shaun Dormon sieht einen logischen Schritt für beide Unternehmen, die eine ähnliche Vision, aber unterschiedliche technologische Zugänge hätten. „Gemeinsam können wir eine Kombination aus hocheffizientem und agilem Manövrieren im Weltraum bei minimaler Komplexität schaffen“, so Dormon. Das LMO-Team, das im Harwell Space Cluster nahe dem ESA-Zentrum ECSAT angesiedelt ist, soll erhalten bleiben. Auch die laufenden Missionen werden weitergeführt.

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