11.03.2026
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aws First Incubator sucht die nächste Generation von Gründer:innen

Der aws First Incubator öffnet seinen aktuellen Call für angehende Gründer:innen und junge Teams im Alter von 18 bis 30 Jahren. Neben einer finanziellen Unterstützung bietet das Programm ein Jahr lang intensives Mentoring sowie fachspezifische Workshops zur Geschäftsmodellentwicklung. Interessierte können ihre Projekte noch bis zum 18. März 2026 einreichen.
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aws First Incubator | © Kasia Sosulski

Die österreichische Startup-Szene ist ständig in Bewegung, doch besonders für junge Talente am Anfang ihrer Reise sind die Hürden oft hoch. Hier setzt der aws First Incubator der Austria Wirtschaftsservice (aws) an. Mit dem aktuellen Call #1, der noch bis zum 18. März 2026 (12 Uhr mittags) läuft, öffnet das Programm erneut seine Türen für innovative Köpfe zwischen 18 und 30 Jahren, die ihre Ideen in die Realität umsetzen wollen.

Startups vor oder knapp nach der Gründung gesucht

Das Programm richtet sich gezielt an Einzelpersonen oder Teams von bis zu vier Personen, die entweder noch ganz am Anfang stehen oder gerade erst gegründet haben. Dabei wird zwischen zwei Modulen unterschieden: Modul A ist für natürliche Personen gedacht, die noch kein Unternehmen gegründet haben. Modul B hingegen richtet sich an juristische Personen, Personengesellschaften oder Einzelunternehmen, deren Gründung zum Zeitpunkt der Antragstellung nicht länger als sechs Monate zurückliegt und die bisher einen Nettoumsatz von maximal 10.000 Euro erzielt haben. Wichtig ist, dass der Standort und die Wertschöpfung in Österreich liegen.

Finanzielle Unterstützung und Mentoring

Ein Kernstück der Förderung ist die finanzielle Basis. Der aws First Incubator bietet einen Zuschuss von bis zu 49.000 Euro, was maximal 90 Prozent der förderbaren Kosten entspricht. Ein besonderer Fokus liegt auf Diversität: Projekte, an denen Frauen mit mehr als 25 Prozent der Geschäftsanteile beteiligt sind, können durch den Gender Bonus sogar bis zu 55.000 Euro (bei einer Förderquote von bis zu 100 Prozent) erhalten. Dabei teilt sich das Budget in Personalkosten und Investitionskosten auf.

Mehr als nur Geld: Der Weg durch das Programmjahr

Wer aufgenommen wird, startet am 1. August 2026 in ein intensives, zwölfmonatiges Programmjahr. Neben der finanziellen Spritze liegt der Fokus auf der Weiterentwicklung der Gründerpersönlichkeiten. Die Teilnehmer:innen erwartet ein Paket aus Workshops zu gründungsrelevanten Themen, individuellem Mentoring und Trainings zur Geschäftsmodellentwicklung.

Ein entscheidender Schritt im Auswahlprozess ist das aws First Start-up Camp in Wien, das vom 6. bis zum 8. Mai 2026 stattfindet. Die Teilnahme dient als zweite Stufe des Auswahlverfahrens.

So gelingt die Bewerbung

Die Einreichung erfolgt online über den aws Fördermanager. Gefordert sind neben einer drei- bis fünfseitigen Projektbeschreibung auch ein maximal vierminütiges Bewerbungsvideo sowie ein Budgetplan. Im Video sollten die Teams vor allem durch ihre Motivation und ihre individuellen Stärken überzeugen. Einen direkten Einblick in den Alltag des Programms sowie Inspiration durch aktuelle Projekte und Incubees bietet zudem die Instagram-Seite des aws First Incubator.

Die Jury bewertet die Einreichungen nach Kriterien wie Innovationspotenzial, unternehmerischem Potenzial des Teams und der Schlüssigkeit der Idee, ebenso wie Marktpotenzial und Umsetzbarkeit.


Auf einen Blick: aws First Incubator (Call #1)

KategorieDetails
BewerbungsfristBis Mittwoch, 18. März 2026 (12:00 Uhr mittags)
ZielgruppePersonen zwischen 18 und 30 Jahren; Teams von 1 bis 4 Personen
ModuleModul A: Natürliche Personen (Vorgründung); Modul B: Unternehmen (Gründung max. 6 Monate zurückliegend, max. 10.000 € Nettoumsatz)
FördersummeBis zu 49.000 € (90 % Förderung); mit Gender Bonus bis zu 55.000 € (100 % Förderung)
Programmdauer12 Monate (Start: 01. August 2026)
SpracheDeutsch (Programmsprache & Einreichung)
Wichtige Termineaws First Start-up Camp: 6. bis 8. Mai 2026 in Wien (Teilnahme verpflichtend)
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Tina Ruseva ist Unternehmerin und Autorin und spricht am HR Inside Summit über „Soft Work“ | © Ammy Berent

Wenn KI die standardisierbare Arbeit übernimmt, bleibt für Menschen das, was die Unternehmerin und Autorin Tina Ruseva „Soft Work“ nennt. Sie spricht am HR Inside Summit, der am 14. und 15. Oktober in der Wiener Hofburg stattfindet. Im brutkasten-Interview erklärt sie vorab, warum Kontrolle als Führungsprinzip ausgedient hat und was Unternehmen jetzt verändern müssen.


brutkasten: Sie sprechen am HR Inside Summit über „Soft Work“. Was ist die Kernthese?

Tina Ruseva: Ausgangspunkt ist die Arbeitsteilung, die wir aus der Industrialisierung kennen. Arbeit hatte eine feste Beschreibung, und an der Maschine hatte es keine Bedeutung, wer die Aufgabe übernimmt. Das ist die Hard Work. Maschinen sind genau in solchen Aufgaben sehr gut und werden sie in den nächsten Jahren zum großen Teil übernehmen. In den Bürojobs von heute gibt es aber viele Aufgaben, bei denen man das Endergebnis nicht kennt: Welchen neuen Markt müssen wir erschließen? Wie antworten wir auf eine neue Krise? Diese Aufgaben sind diffuser, deswegen „soft“. Was für uns an Arbeit bleibt, können wir nur dann gut machen, wenn wir das wollen. Effektives Wirtschaften hängt heute von der intrinsischen Motivation der Beteiligten ab.

Ein gutes Beispiel ist der Customer Support. Wenn jemand nur Dienst nach Vorschrift macht und sein Skript abliest, ist diese Person ersetzbar, weil diese Arbeit bald besser von einem Automaten gemacht wird. Wir automatisieren, was wiederholbar ist, und können dann von Mensch zu Mensch klären, was diesmal besonders ist und zum ersten Mal auftritt.

Wer den Begriff hört, denkt sofort an Soft Skills. Wo liegt der Unterschied?

Wir haben Führung sehr lange etwas generisch als Soft Skill abgehakt, also als Kommunikation und persönliche Gespräche. Soft Work ist für mich ein größerer Begriff. Er beschreibt das gesamte Umfeld, in dem sich Führungskraft und Mitarbeitende befinden. Dazu habe ich ein Framework definiert: SOFT steht für Synergien, Offenheit, Fairness und Technologie. Wir müssen wiederholbare Tätigkeiten automatisieren, damit überhaupt Zeit bleibt für all das, was wir heute so gut wie nicht machen.

Wie geht eine Führungskraft vor, die sich zum ersten Mal mit dem Thema beschäftigt?

Führung ist eine Frage der Komplexität, deshalb führen wir sehr selten große Teams direkt. Studien sagen, dass ab 2028 rund ein Achtel der Arbeit mit KI-Agenten erledigt wird. Wenn alle meine Mitarbeitenden ihr eigenes digitales Team haben, gibt es unendlich viel mehr Aufgaben und Abstimmungsaufwand. Hinter jedem herzugehen, alles abzuhaken und alles zu kontrollieren, wird einfach unmöglich. Vertrauen, Augenhöhe und Selbstführung sind deshalb kein Wunschdenken, sondern unsere Zukunft. Wir müssen uns jetzt überlegen, wie wir Mitarbeitende befähigen, ihre eigenen digitalen Teams zu kontrollieren. Dazu braucht es auch Technologie.

Gibt es Unternehmen, die das schon anwenden?

Das bekannteste Beispiel unter den deutschen Großkonzernen ist Bosch, weil dort die mittlere Managementebene komplett abgeschafft wird. Dadurch kommt mehr Verantwortung bei den einzelnen Mitarbeitenden an. Ein neueres Beispiel ist Stripe. Das Unternehmen hat sehr viel in KI investiert und fast das gesamte Management-Team abgebaut. Es gibt nur noch Leadership und Teams, und vor allem Ingenieur:innen sollen experimentieren können. Stripe hat in einem Podcast von a16z erzählt, dass es dadurch 200 bis 300 innovative Produkte in einem Jahr auf den Markt bringt.

Allerdings ist KI eine Art Verstärker für die Unternehmenskultur. In einer Muss-Kultur, in der wir nur auf den KPI schauen, bekomme ich durch Automatisierung nur noch schneller mehr vom Gleichen. In Will-Kulturen, in denen alle bereit sind, ihre Ideen preiszugeben und anderen zu helfen, können Automatisierung und KI zu wirklich neuen Ergebnissen führen.

Es geht also nicht mehr darum, erledigte Aufgaben zu messen, sondern die Wirkung?

Von Effizienz zu Effektivität. Heute können wir alle in zehn Sekunden einen LinkedIn-Post rausschießen. Die Anzahl der Posts war sehr lange eine gängige Marketingkennzahl. Die To-do-Liste für die Mitarbeitenden war eine Anzahl von Dingen und nicht deren Qualität. Man schreibt einen Post aber ganz anders, wenn man wirklich Wert darauf legt, dass die Nachricht durchkommt. Das ist der Unterschied zwischen KI-generierten Texten und guten Autor:innen.

Den Begriff New Work gab es schon vor dem KI-Hype. Wie hat sich die Szene verändert?

Der Begriff ist mit der Pandemie explodiert. Viele haben ihn missbraucht, einfach für moderne Führung oder für tolle Büromöbel. Als die Krise kam, wurde das Konzept vielerorts für gescheitert erklärt. Trotzdem ist für alle klar: There is no going back. Wir können nicht mehr so führen wie früher. Dienst nach Vorschrift und Kontrolle verschwenden die Ressourcen von Unternehmen, besonders in der Krise. Gleichzeitig haben wir es mit Menschen zu tun, die Angst um ihre Hypotheken, ihren Status und ihr Büro haben. Da gilt es, eine Lösung nach vorne zu finden. Ob man das Soft Work oder New Work nennt, ist nicht wichtig.

Auch bei uns arbeiten nicht alle gleich schnell mit KI. Wie schafft man Alignment in einer Organisation?

Bisher hieß Alignment: Alle bekommen ihre To-dos, und wenn die erledigt sind, gibt es Alignment. Was wir heute alignen müssen, sind aber keine Pflichtaufgaben mehr. Wofür ich KI nutze, muss ich niemandem erzählen. Ich definiere dafür vier Kriterien. Erstens müssen wir Silos in Synergien umwandeln, also Dialog möglich machen, wo keiner stattfindet. Im Onboarding heißt das, nicht nur eine fertige Checkliste bereitzustellen, sondern auch zu fragen: Was willst du in den ersten zwei Monaten lernen? Wen willst du kennenlernen? Zweitens geht es von Orthodoxie zu Offenheit, weg von „So haben wir das immer gemacht“, zum Beispiel mit einem Mitarbeiterbeirat. Drittens Fairness: Wenn ich weiß, dass ich als Frau immer weniger verdienen werde als ein Mann, kaufe ich dieses Wir irgendwann nicht mehr ab und behalte meine Ideen für mich. Das Allerwichtigste ist Technologie. Ohne sie sind all diese Veränderungen zum Scheitern verurteilt, sobald die zuständige Person andere Prioritäten hat. Technologie macht Regeln und Policies nachhaltig. Wir müssen festlegen: Mit welchem Tool werden die Gehälter erfasst? Wie sammeln wir Kompetenzen? Wie setzen wir digitales Feedback um? Das spart allen Zeit, und diese Zeit haben wir dann dafür, miteinander zu reden.

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