05.06.2024
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aws First Incubator: Jetzt anmelden und am Weg zum ersten Unternehmen profitieren

Mit dem aws First Incubator unterstützt die Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws) innovativ und unternehmerisch denkenden Menschen auf dem Weg zu ihrem ersten eigenen Unternehmen. Derzeit laufen zwei Calls. Wir bieten euch einen Überblick zu den wichtigsten Eckpunkten.
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Siegerinnen des Jury- und Publikumspreises im Rahmen der aws First Pitch Night war dieses Jahr Diamens | (c) Austria Wirtschaftsservice GmbH/Rauchecker

Der aws First Incubator bietet bereits seit über zehn Jahren Unterstützung für Menschen, die ihr erstes Unternehmen gründen wollen. Mittlerweile zählt das Programm zu einem wichtigen Eckpfeiler des heimischen Startup-Ökosystems und hat bereits zahlreiche bekannte Unternehmen hervorgebracht – wie zum Beispiel das niederösterreichische Startup Kern Tec, das 2023 eine Finanzierungsrunde in Höhe von zwölf Millionen Euro abschließen konnte (brutkasten berichtete).

Zwei Calls für unterschiedliche Zielgruppen

Auch in diesem Jahr gibt es wieder einen neuen Durchgang für den aws First Incubator, für den man sich nun bewerben kann. Konkret gibt es hierfür zwei Calls, die unterschiedliche Zielgruppen ansprechen. Für beide Calls sind unterschiedliche Deadlines zu beachten:

  • Für Personen ab 18 Jahren (ohne Alterslimit) aller Nationalitäten mit einer gültigen Aufenthaltsgenehmigung für Österreich zum Zeitpunkt der Bewerbung und für die Dauer des Programms (Englisch als Projektsprache): 7. Mai – 27. Juni 2024.
  • Für Personen im Alter von 18 bis 30 Jahren und deutschsprachige Einreichungen (Deutsch als Projektsprache): 23. Mai – 11. Juli 2024

Achtung: Eine parallele Bewerbung bei aws First Incubator Call #1 und Call #2 ist nicht möglich!

Diese Vorteile bietet aws First Incubator

Wie bereits die Jahre zuvor bietet aws First Incubator neben einer finanziellen Unterstützung ein breites Spektrum an Unterstützungen. Dazu zählt professionelles Coaching durch ein Expert:innen-Netzwerk oder der Zugang zur aws First Community – darunter befinden sich auch zahlreiche erfolgreiche Unternehmer:innen. Hier ein Überblick wie man vom aws First Incubator profitieren kann:

  • Zuschüsse zu Projekt- (Dritt- und Sachkosten), Personal-, Miet- und Reisekosten iHv bis zu 49.000 Euro (exkl. Gender Bonus) bzw. bis zu 55.000 Euro (inkl. Gender Bonus)
  • Gender Bonus: Wenn dem Vorhaben zum Zeitpunkt der Förderungsgewährung (eine oder mehrere) Frauen angehören, denen (zukünftig) in Summe mehr als 25 Prozent der Geschäftsanteile gehören (werden), erhöht sich der gewährte Zuschuss auf bis zu 100 Prozent der förderbaren Kosten bzw. maximal EUR 55.000.
  • Workshops zu gründungsrelevanten Themen
  • Trainings zur Weiterentwicklung der Idee
  • Projektspezifische Coachingeinheiten
  • Projektindividuelles Mentoring
  • Zugang zu zahlreichen Netzwerkveranstaltungen, Exkursionen, Unterstützung innerhalb der aws First-Community, großes Expert*innen-Netzwerk, uvm.

Wie kann man sich bewerben?

Ihr wollt euch bewerben? Dann müsst ihr folgende drei Schritte erfüllen

  • Schritt 1: Alle wichtigen Informationen zu aws First Incubator auf der Homepage und im Downloadbereich studieren
  • Schritt 2: Registrierung als Projektteam/Einzelpersonen/Unternehmen im aws Fördermanager
  • Schritt 3: Bewerbungsformular ausfüllen und Bewerbungsunterlagen erstellen

Tipp der Redaktion

Erst Ende Mai feierte der aws First Incubator sein zehnjähriges Bestehen. Im Zuge der aws First Pitch Night wurden insgesamt 16 Projekte des letzten Durchgangs des aws First Incubators gezeigt. Sechs der gezeigten Projekte traten dann beim finalen Pitch gegeneinander an.

Diamens aus Linz konnte dabei die hochkarätige Jury von sich überzeugen. Das Projekt erhielt somit einen Zuschuss von 3.000 Euro. Diamens ist ein Health-Startup für Frauen, das einen at-home Test für die Diagnose von Endometriose entwickelt hat, der die Krankheit über Menstruationsblut erkennt. Alle weiteren Finalisten des Abends findet ihr hier.

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Lovable-CEO Anton Osika (r.) im Gespräch mit Times Senior Editorin Ayesha Javed. © brutkasten

Kaum ein Tool steht so sehr für den KI-Bauboom wie Lovable. Erst im August 2026 hat das schwedische Startup, wie brutkasten berichtete, eine Series-C-Runde über 400 Millionen US-Dollar abgeschlossen, angeführt von Menlo Ventures und mit dem EQT-gemanagten Scaleup Europe Fund als Co-Lead, bei einer Bewertung von 13,3 Milliarden US-Dollar.

Für Gründer und CEO Anton Osika ist das mehr als eine Finanzierungsrunde: Es sei ein Indikator dafür, dass KI-gestützte No-Code- und Low-Code-Plattformen die Nische verlassen hätten und im Mainstream angekommen seien.

Weg vom Entwickler-Monopol

Auf der Dreamforce in San Francisco erläutert Osika die zentrale These hinter Lovable: „Menschen mit Fachwissen über das jeweilige Problem sollten diejenigen sein, die Software bauen“, so Osika. Wer ein Problem am besten kenne, solle auch die Lösung bauen, egal ob in Marketing, HR, Finance oder Operations. Nicht die formale Qualifikation zähle, sondern die Nähe zum Problem.

Dass Lovable längst kein reines Anfänger-Werkzeug sei, belegt Osika mit einer internen Zahl: 55 Prozent der Lovable-Nutzer:innen brächten mehr als elf Jahre Berufserfahrung in ihrem Fachgebiet mit. Entscheidend sei laut dem Co-Founder nicht das klassische Programmieren, sondern die Fähigkeit, komplexe, unstrukturierte Probleme systematisch in funktionierende Systeme zu zerlegen.

Vom Nebenprojekt zur Unternehmenslösung

Besonders aufschlussreich sind die Praxisbeispiele, die Osika im Gespräch anführt. Bei einer Healthcare-Staffing-Firma habe ein Fachbereichsleiter eine komplette neue Produktlinie für die Zertifizierung von Pflegekräften aufgebaut, samt Verwaltung und Terminplanung, und anschließend mehr als zehn weitere interne Anwendungen vernetzt. In den nordischen McDonald’s-Filialen laufe mittlerweile ein auf Lovable gebautes Interface, über das rund 300 Standorte operative Anfragen abwickeln würden.

Solche Geschichten seien laut Osika keine Ausnahme: Bei knapp zwei Dritteln der Fortune-500-Unternehmen, darunter Adidas und Nvidia, würden Mitarbeitende die Plattform nutzen. Häufig beginne es als kleines Team-Projekt und wachse zur unternehmensweiten Lösung heran.

Entwicklung unter Aufsicht

Damit das nicht in unkontrollierter Schatten-IT ende, setzt Lovable laut Unternehmensangaben auf Admin- und Audit-Funktionen, mit denen IT-Verantwortliche nachvollziehen können sollen, welche Anwendungen entstehen, wo sensible Daten verarbeitet werden und wo Sicherheitslücken drohen. Genau das mache aus der anfänglichen Skepsis von IT-Abteilungen häufig Zustimmung, so Osika: „Es wird vom letzten Nein zu dem, was man ausrollen wollte, zum ersten Ja. So verhindern wir Schatten-IT und die Zersplitterung in unzählige Tools, die niemand mehr überblickt“, erklärt Osika.

Überflüssig würden Engineers durch die Lovable-Nutzung anderer trotzdem nicht, meint Osika: Ihre Rolle verschiebe sich von Routineaufgaben hin zu Architektur, Systemanbindung und der Betreuung unternehmenskritischen Codes.

Warum heißt Lovable eigentlich Lovable?

Zum Schluss des Gesprächs räumt Osika mit einem gängigen Klischee über den europäischen Tech-Standort auf: „Viele halten Europa für langsam, aber wenn man in die Tech-Hubs Europas geht, brodelt es dort wie nie zuvor“, sagt Osika. Dass der Produktfokus so stark auf dem Nutzererlebnis liege, führt Osika auch auf den Standort Stockholm zurück, wo der Großteil des Engineering-Teams sitzt. Man habe in den nordischen Ländern genaue Vorstellungen davon, wie ein Produkt funktionieren solle – oder eben nicht. Diese „I-Tüpfelchen-Reiterei“ mache Lovable erst zu dem was es heute ist.

Warum das Unternehmen ausgerechnet „Lovable“ heißt, erklärt er mit einer letzten Zeile, die zugleich als Leitmotiv des Gesprächs steht: „Software sollte nicht einfach nur funktionieren. Sie soll die Emotionen der Menschen wecken“, so Osika.

Vom Vibe zum Volumengeschäft

Was also vor nicht allzu langer Zeit noch als spielerisches „Vibe-Coding“ belächelt wurde, ist laut Osika längst zu einer Infrastruktur geworden, auf der Enterprisekund:innen die nächsten Prozesssysteme entwickeln. Der Markt für KI-gestütztes Bauen sei, so der Lovable-Gründer, endgültig über das reine Ausprobieren hinausgewachsen – und weit über das Vibecoding hinaus.

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