11.08.2022

Aviloo: NÖ-Batteriediagnose-Startup expandiert nach Skandinavien

Das niederösterreiche Startup Aviloo expandiert mit seiner Batteriediagnose-Lösung für Elektro- und PlugIn-Hybrid-Autos in den Norden. Unter anderem setzt der dänische Automobil-Club (FDM) auf die Technologie aus Österreich.
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(c) FDM

Das 2018 gegründete Startup Aviloo mit Sitz in Wiener Neudorf hat ein herstellerunabhängiges Diagnoseverfahren für Antriebsbatterien in Elektro-Fahrzeugen entwickelt. Das System kommt insbesondere am Gebrauchtwagenmarkt zum Einsatz, um den Zustand der Batterien von E-Autos und deren marktgerechten Restwert zu bestimmen. Teilweise machen nämlich Antriebsbatterien mehr als 50 Prozent des Fahrzeugwerts aus.

Aviloo setzt auf internationale Partnerschaften

Für die Entwicklung der Technologie und das weitere Wachstum konnte das Unternehmen erst unlängst ein Millionen-Investment von der Invest AG, Teil der Raiffeisen Invest Private Equity Gruppe, und des EIC (European Innovation Council Fund) an Land ziehen. Mit Hilfe des frischen Kapitals sollte das internationale Vertriebsnetzwerk erweitertet werden, wie es damals im Zuge der Finanzierungsrunde hieß.

Für das weitere Wachstum schloss das Startup in der Vergangenheit zahlreiche Partnerschaften ab. In Österreich etwa arbeitet Aviloo mit ÖAMTC, ARBÖ und EMC zusammen, in Deutschland mit TÜV Süd, GTÜ und ADAC. Auch in der Schweiz, Schweden, Belgien, Luxemburg und den Niederlanden bestehen Vertriebskooperationen.

Dänischer Automobilclub setzt auf Lösung aus Österreich

Neben den genannten Märkten expandiert Aviloo nun auch nach Skandinavien, wie das Unternehmen via LinkedIn bekannt gab. Konkret ging das Startup eine Kooperation mit dem dänischen Automobil-Club (FDM) ein, der fortan auf die Batteriediagnose-Lösung „Made in Austria“ setzt.

„Mit großer Freude können wir unseren Markteintritt in Dänemark bekannt geben. Der führende dänische Automobilclub FDM bietet nun den Aviloo Premium Batterietest für seine Kund:innen in Dänemark an“, so Aviloo über den Markteintritt. Zudem ist das Startup mittlerweile auch in Norwegen aktiv und ging dafür eine Kooperation mit dem norwegischen E-Auto Club Elbil Forening ein.

Der Batterietest für FDM-Mitglieder kostet aktuell 1.299 DKK, was rund 170 Euro entspricht. Im Gegenzug erhalten Kund:innen ein TÜV-Zertifikat, das Auskunft über den Gesundheitszustand der Batterie gibt.


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PrixxOne, Klemmbausteine, Lego-Möbel
© PrixxOne

Im Netz kursieren seit langer Zeit witzige Memes und Aussagen solcher Art: „Ja, ein Autounfall tut weh, aber bist du schon Mal auf einen Legostein draufgestiegen?“ Eher das Gegenteil zu Pein, nämlich die Liebe zu den dänischen Bausteinen hat PrixxOne-Gründer Jürgen Sommer schon als kleines Kind entwickelt. Sein He-Man aus der „Masters of the Universe“-Reihe saß damals auf einem Lego-Thron, mit Pölstern aus Watte und Taschentüchern.

PrixxOne: Möbelsystem aus Interlocking-Blöcken

Diese Leidenschaft lebte er später auch als Vater weiter. Als seine beiden Söhne acht und vier waren, baute das Trio ein riesiges Haus aus Lego mit Möbeln darin. „Ich habe mir damals sogar gewünscht, so groß wie eine Lego-Figur zu sein“, gesteht der Founder.

Doch statt wenige Zentimeter groß zu sein, war Sommer vor seiner Unternehmer-Karriere Lehrling bei der Wiener Städtischen und 18 Jahre lang u.a. als Manager bei Uniqa tätig. Dort und auch bei Raiffeisen gestaltete er Prozesse für interne sowie Außenpartner der Versicherungsbranche und verantwortete den Bereich digitale Signaturen.

„Ich habe immer sehr viel gearbeitet, manchmal 16 Stunden am Tag“, sagt er, „also habe ich eine Auszeit genommen und bin dem Projekt nachgegangen.“

© PrixxOne – Jürgen Sommer.

Das Projekt heißt PrixxOne und entwickelt ein Produkt, bei dem es nicht nur nicht wehtut, draufzusteigen, sondern es ist dafür gemacht, sich draufzusetzen. Sommers Startup bietet ein Möbelsystem aus Interlocking-Blöcken (oder Klemmbausteinen) im Maßstab 15:1 an. Patentrechtlich ist diese Prinzip frei nutzbar, denn der ursprüngliche Patentschutz für das Klemmsystem lief 1978 aus und der Europäische Gerichtshof hat 2010 die Form des Steins als Marke zu schützen abgelehnt. Wobei sich Lego immer wieder und auch aktuell in Rechtsstreitigkeiten befindet, zum Design oder bestimmten Bausteinen etwa, wie hier im Juni berichtet wurde.

Made in Austria

Unabhängig davon produziert das durch Investments aus dem familiären Bereich gestützte Unternehmen von Sommer diese Klemmbausteine, die nicht nur zum Möbelstück gebaut werden können, sondern auch designgeschützt sind: Jede Seite des PrixxOne-Bausteins verfügt über eine zwei Zentimeter hohe Ausnehmung, sodass man den Stein ohne jegliches Werkzeug auseinandernehmen, aufbauen, umbauen und erweitern kann – vom Hocker zum Sessel, bis hin zur Couch. Laut Gründer trage die Konstruktion das Gewicht von Erwachsenen – das sei intensiv getestet worden.

Die Bausteine werden in Wien designt und bestehen zu 100 Prozent aus recyceltem Kunststoff. „Wir nehmen Material, das sonst auf Deponien landen würde, und verwandeln es in zirkuläres, langlebiges Design komplett ohne Verschwendung“, sagt Sommer.

So richtig durchstarten möchte er Anfang nächsten Jahres und hat für die Produktion im Sinne von „Made in Austria“ drei potentielle österreichische Partner an der Hand. „Es ist nur noch eine Skalierungsfrage“, sagt Sommer, der mit seiner Idee auch einen Nachhaltigkeitsgedanken verfolgt: „In den vergangenen 25 Jahren habe ich als Operations-Manager und COO große Unternehmensstrukturen optimiert. Mein zentraler Antrieb ist das Lean-Management: Starrheit aufbrechen und Verschwendung radikal eliminieren. Genau dieses Mindset übertrage ich nun von der Unternehmenswelt mit PrixxOne auf die Möbelbranche.“

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