28.05.2025
STRATEGISCHE PARTNERSCHAFT

Avancell: Investment und strategische Partnerschaft für Wiener HealthTech-Startup

Das deutsche Unternehmen Meidrix Biomedical beteiligt sich mit fünf Prozent am österreichischen Startup Avancell. Durch die strategische Partnerschaft erwartet sich Avancell eine Erweiterung der Behandlungsstrategien sowie in der Folge eine Expansion nach Deutschland.
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2 der Gründer:innen: Dr. Angelika Reich und Doz. Dr. Patrick Weninger (c) Avancell
2 der Gründer:innen: Dr. Angelika Reich und Doz. Dr. Patrick Weninger (c) Avancell

Avancell hat sich auf Stammzellentherapie spezialisiert. Das Ziel: Gelenkprothesen zu vermeiden und stattdessen das eigene Gelenk durch regenerative Therapien zu erhalten. Dafür werden minimalinvasive Verfahren eingesetzt, die auf dem neuesten Stand der regenerativen Medizin basieren. Unter dem Namen „Avancell Joint Repair“ bietet das Startup individuelle Behandlungspläne an. Mit einem breit aufgestellten Ärzt:innenteam will Avancell die Gelenkerhaltung auf ein neues Level bringen. Durch die Kombination der Stammzellentherapie mit der patentierten Kollagentechnologie des deutschen Unternehmens Meidrix Biomedical soll ein breites Spektrum an Knorpel-, Band- und Sehnenerkrankungen abgedeckt werden.

„Durch die Partnerschaft mit Meidrix Biomedicals verfolgen wir das Ziel, die Behandlung von Arthrose – einer der großen Volkskrankheiten – grundlegend zu verändern. Anhand biologischer Heilungskonzepte anstatt mechanischer Lösungen“, so Avancell-Miteigentümer Jakob Kraiger. Zudem will Avancell mit der Zusammenarbeit die klinisch-wissenschaftliche Grundlage der Therapieinnovationen vertiefen. „Im Rahmen der Partnerschaft ist eine große wissenschaftliche Studie zur regenerativen Arthrosetherapie mit dem Meidrix Chondrofiller geplant“, so Kraiger. Dadurch könne die Datenbasis erweitert werden und man könne „hoffentlich noch mehr Partner im Gesundheitssystem von der Effektivität nicht-operativer Behandlungsverfahren überzeugen“.

Regeneration statt Ersatz, Gelenkerhalt statt Prothese

Mit der Beteiligung von fünf Prozent an der Avancell Medical GmbH und zwei Sitzen im Beirat soll Meidrix künftig „wegweisende Entscheidungen gemeinsam mit der Avancell-Geschäftsführung entwickeln“. Noch 2025 soll eine prospektive klinische Studie starten, um Kombinationstherapien systematisch zu validieren. Avancell will bereits erste Studiendaten publizieren und auf internationalen Kongressen vorstellen. Zudem will Avancell auch expandieren. Der deutsche Sitz von Meidrix erleichtere die Expansion nach Deutschland, während Avancell seine Präsenz im Süden und Westen Österreichs stärke, so Jakob Kraiger.

Die Zusammenarbeit mit Meidrix ist erst der Anfang: Weitere Partnerschaften seien vor allem mit medizinischen Partnern geplant. Der Fokus soll darauf liegen, das Netzwerk behandelnder Ärzt:innen auszubauen und neue Standorte zu eröffnen. „Dadurch werden gezielt Kooperationen mit Kliniken und Medizinprodukt-Herstellern gestärkt, um noch mehr Patient:innen den Zugang zu innovativen Therapien zu ermöglichen“, so Kraiger.

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© Tom Jackson via Pexels

Erst vor wenigen Tagen berichtete brutkasten, dass die ÖBB Postbus beim Forum Alpbach einen autonomen Bus testen wird. Der Regelbetrieb mit bis zu 100 fahrerlosen Fahrzeugen ist hierzulande frühestens ab 2028 geplant. Was in Österreich also noch Zukunftsmusik ist, wird in Kalifornien gerade in einer ganz anderen Dimension Realität: Schwere autonome Lkw dürfen dort ab sofort auf öffentlichen Highways getestet werden.

Ein Heimspiel mit Verspätung

Die Situation hatte bislang etwas Paradoxes: Auf autonomes Fahren spezialisierte Firmen wie Aurora und Kodiak entwickeln ihre Technologie direkt im Silicon Valley, durften ihre schweren Trucks aber lange nicht auf kalifornischen Straßen erproben. Aurora wurde 2017 von drei Veteranen der Selbstfahr-Branche gegründet, unter anderem ehemals bei Tesla und beim Google-Ableger Waymo. Kodiak wiederum hat sich auf autonome Sattelschlepper spezialisiert.

Fahrzeuge ab 10.001 Pfund Gesamtmasse waren vom Testbetrieb ausgeschlossen. Mit neuen Regeln, die am 28. April beschlossen wurden, ist damit Schluss. Kodiak hat rund um seinen Firmensitz in Mountain View, mitten im Silicon Valley, bereits erste Fahrzeuge auf die Straße geschickt.

Von führerlosen Trucks kann trotzdem noch keine Rede sein. Die Genehmigungen gelten vorerst nur für Tests mit Sicherheitsfahrer:in am Steuer. Kalifornien will das Ganze stufenweise angehen: Auf begleitete Tests soll die fahrerlose Erprobung folgen, ein kommerzieller Einsatz ist frühestens danach denkbar.

Texas war schneller

Dass Aurora und Kodiak überhaupt schon so weit sind, liegt an Texas. Dort waren die regulatorischen Auflagen für autonomes Fahren von Anfang an niedriger, weshalb beide Unternehmen ihr operatives Geschäft zunächst dort entwickelten.

Aurora fährt seit 2025 kommerziell und fahrerlos zwischen mehreren texanischen Städten, Kodiak startete im wenig befahrenen Permian Basin und ist mittlerweile ebenfalls auf öffentlichen Highways unterwegs. Die kalifornische Zulassung erlaubt es nun vor allem Kodiak, seine Systeme erstmals auch im eigenen Heimmarkt unter anderen Verkehrsbedingungen weiterzuentwickeln.

Gewerkschaft sieht Jobs in Gefahr

Weniger Begeisterung für die neuen Regeln gibt es bei den Lkw-Fahrer:innen selbst. Die Gewerkschaft Teamsters California hat das für die Zulassung zuständige DMV (Department of Motor Vehicles) verklagt und will die Zulassung wieder kippen. Ihr Vorwurf: Die Behörde habe mögliche Sicherheitsrisiken für andere Verkehrsteilnehmer:innen nicht ausreichend untersucht.

Die Unternehmen argumentieren umgekehrt mit mehr Effizienz und langfristig höherer Sicherheit. Am Ende steht die Frage, wer die amerikanische Logistik von morgen kontrolliert und was das für Fahrerjobs und die Milliarden bedeutet, die bereits in die Technologie geflossen sind.

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