02.06.2022

Wie der Autoreisezug ein Revival feiern könnte

Ein neues Forschungsprojekt aus Österreich untersucht, wie künftig E-Autos auf Autoreisezügen automatisiert geladen werden könnten. Am Projekt "Railcharge", das von der TU-Graz koordiniert wird, arbeitet unter anderem auch das Grazer Startup Easelink mit, das kabelloses Laden ermöglicht.
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(c) Adobestock

Autoreisezüge sind eine Erfindung des 20. Jahrhunderts. Bereits in den 1930er Jahren führte die damalige Deutsche Reichsbahn einen entsprechenden Service ein. Dabei wurde das Auto aufgeben und in einem separaten Zug auf herkömmlichen Flachwagen zum Zielbahnhof befördert. Zudem gab es damals bereits Pläne für doppelstöckige Autotransportwagen, die allerdings aufgrund des Zweiten Weltkriegs nicht mehr umgesetzt wurden. Ende der 1950er Jahre wurde das Konzept des Autoreisezuges von zahlreichen Staatsbahnen in Europa wieder aufgegriffen und erlebte spätestens mit der Ölkrise im Jahr 1973 einen regelrechten Boom.

Autoreisezug als Auslaufmodell?

Aufgrund der technologischen Entwicklung der Autos selbst und dem Ausbau von Autobahnen und Schnellstraßen wurde das Angebot ab den 2000er Jahren jedoch sukzessive ausgedünnt. In Deutschland stellte die Deutsche Bahn nach Jahrzehnten des Betriebes im Oktober 2016 schlussendlich den Service wieder ein. In Österreich gibt es aktuell nur mehr drei tägliche innerösterreichische Automitnahmeverbindungen von Wien, Graz und Villach jeweils nach Feldkirch in Vorarlberg. Zudem bestehen internationale Verbindungen zwischen Österreich und Deutschland, sowie Italien und Kroatien, die allerdings saisonal beschränkt sind.

Projekt-Railcharge der TU-Graz

Obgleich Autoreisezüge aktuell eine absolute Marktnische bedienen, gibt es in Österreich aktuell Bestrebungen das Konzept im Sinne der multimodalen Mobilität und Mobilitätswende neu zu denken.

Das interdisziplinäre Forschungsprojekt „RailCharge“, das von der TU-Graz koordiniert wird, untersucht seit Herbst 2021, wie künftig automatisiertes Laden von Elektrofahrzeugen auf Autozügen erfolgen könnte. Am Projekt, das von der FFG unterstützt wird, arbeiten insgesamt vier Projektpartner mit. Darunter befindet sich auch das Grazer Startup Easelink, das kabelloses Laden von E-Autos ermöglicht und erst Anfang des Jahres mit einer 8,3 Millionen Euro Series-A-Finanzierungsrunde für Schlagzeilen sorgte. Zudem beteiligen sich auch SSC RailTec GmbH, Railway Competence and Certification GmbH und Verkehrplus – Prognose, Planung und Strategieberatung GmbH am Projekt.

Easelink bietet eine patentierte Ladelösung für E-Autos an | (c) Easelink

Autoreisezug als Lösung für die Mobilitätswende

Der weltweit einzigartige Ansatz könnte laut den Projektverantwortlichen künftig zahlreiche Problemstellungen im Bereich der Mobilitätswende lösen. Insbesondere E-Fahrzeuge, die über eine geringe Batteriekapazität und Reichweite verfügen, könnten so auch multimodal längere Strecken zurücklegen.

Zudem wird untersucht, wie sich die Verladung von Fahrzeugen optimieren lässt. Dazu heißt in der Projektbeschreibung: „RailCharge verfolgt das Ziel einer Kopplung der Mobilitätssektoren, indem batterieelektrische Fahrzeuge auf schnell zu beladende, innovative Autozüge gebracht werden, welche gleichzeitig automatisiertes Laden der EV-Batterien ermöglichen.“

Ein weiterer Fokus liegt zudem auf intelligenten Batteriekonzepten für Wasserstoffzüge. So könnten die am Zug verbundenen Fahrzeugbatterien auch im Bereich der Bremsenergierekuperation eingesetzt werden.


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RobCos Industrieroboter "Alfie" © RobCo

Sechs Jahre nach der Gründung in München hat RobCo den Unicorn-Status erreicht. Das teilte das Unternehmen heute per Presseaussendung mit. Innerhalb von nur neun Monaten konnte das Startup seine Unternehmensbewertung auf über eine Milliarde US-Dollar verdoppeln.

Dieser Sprung erfolgte im Rahmen einer aktuellen Finanzierungsrunde, die neue Investments mit einem Secondary Share Sale kombiniert. Dadurch erhalten langjährige Mitarbeitende die Möglichkeit, eigene Unternehmensanteile zu veräußern.

Cherry Ventures & European Tech Collective steigen ein

An der Transaktion beteiligen sich bestehende Kapitalgeber wie Sequoia, Lightspeed, Greenfield und Promus Ventures. Neu auf dem Cap Table sind unter anderem Cherry Ventures sowie das European Tech Collective, ein Netzwerk erfolgreicher europäischer Gründer:innen.

Roman Hölzl, Co-Founder und CEO von RobCo, ordnet die Finanzierung wie folgt ein: „Es gab eine starke Nachfrage, in RobCo zu investieren, und wir haben diesen Moment genutzt, um das Unternehmen zu stärken.“ Die Milliardenbewertung sei zwar ein Meilenstein, der Fokus liege nun aber auf der Auslieferung der neuen Roboter-Generation.

In seinem heutigen LinkedIn-Post weist er zudem nochmals auf die ambitionierte Mission des Unternehmens hin: „RobCo in jeder Fabrik“.

Industrieroboter „Alfie“ startet im März 2027

Hinter der Bewertung von RobCo steht ein Geschäftsmodell, das auf Hard- und Softwarelösungen für die Fertigungsindustrie basiert. Das Unternehmen entwickelt Robotik-Systeme, die dem Fachkräftemangel und Kostendruck in der Produktion entgegenwirken sollen. Im Zentrum der aktuellen Produktstrategie steht der Industrieroboter „Alfie“, dessen offizieller Marktstart für März 2027 geplant ist.

Das System ist darauf ausgelegt, durch KI-Integration unstrukturierte und sicherheitskritische Fabrikaufgaben selbstständig zu übernehmen. Luciana Lixandru, Partnerin bei Sequoia, kommentiert den technologischen Ansatz: „RobCo baut für eine Zukunft, in der KI nicht nur denkt und generiert, sondern auch in der physischen Welt agiert.“

US-Expansion im Gange

Für die künftige Skalierung baut das Startup seine Präsenz in den USA aus, die bereits jetzt als der am schnellsten wachsende Markt des Unternehmens gelten. Neben dem Sitz in München betreibt RobCo mittlerweile Fertigungsanlagen in Austin (Texas) sowie ein Entwicklungslabor in San Francisco. Um das US-Geschäft und die dortige Expansion direkt operativ zu steuern, verlegt CEO Hölzl seinen Standort in die Vereinigten Staaten.

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