05.03.2019

Österreicher sind sehr skeptisch gegenüber autonomen Fahrzeugen

Autonome Fahrzeuge sollen die Zukunft der Mobilität sein. Laut einer aktuellen Studie können Österreicher aber recht wenig damit anfangen.
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(c) fotolia.com - Mopic

Technik-Enthusiasten mögen von autonomen Fahrzeugen träumen, für den Großteil der Österreicher ist das selbstfahrende Auto aber noch reine Science-Fiction. Das zeigt die aktuelle Global Automotive Consumer Study, für die 25.000 Konsumenten in 20 Ländern befragt wurden. Unter den 1.256 befragten Österreichern sind 43 Prozent noch nicht von der Idee der selbstfahrenden Autos überzeugt.

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Immerhin 59 Prozent der befragten Österreicher worden gerne mal in einem selbstfahrenden Auto sitzen, jedoch sind der Studie zufolge nur vier Prozent jemals mit selbstfahrenden Autos in Berührung gekommen. Jeder zweite Befragte fühlt sich bei dem Gedanken unwohl, dass autonome Fahrzeuge in der näheren Umgebung getestet werden könnten.

„Den Österreichern ist autonomes Fahren noch nicht ganz geheuer, was vor allem an fehlenden persönlichen Erfahrungen liegt“, sagt Matthias Kunsch, Director bei Deloitte Österreich. Negative Schlagzeilen stärken dieses Unsicherheitsgefühl: Bei 51 % der heimischen Befragten haben Medienberichte über Unfälle zu mehr Skepsis gegenüber autonomen Fahrzeugen geführt.

Kontrollen durch Behörden und Hersteller

Mit mehr Sicherheitskontrollen und entsprechenden Rahmenbedingungen soll der Unsicherheit entgegengewirkt werden. Dabei sind vor allem die Behörden gefordert: 85 Prozent der Österreicher wünschen sich, dass autonome Fahrzeuge stärker durch Behörden kontrolliert werden.

(c) Deloitte

Zudem nennt über ein Drittel der österreichischen Studienteilnehmer vertrauenswürdige Hersteller als wichtigen Sicherheitsfaktor. Darunter fallen vor allem neue Unternehmen, die sich auf autonome Fahrzeuge spezialisiert haben (36 Prozent), sowie bestehende Tech-Unternehmen (34 Prozent). Traditionelle Autohersteller sind nur für 28 Prozent der heimischen Befragten die vertrauenswürdigste Wahl.

Laut Kunsch besteht deshalb nun für die etablierten Autohersteller die Gefahr, dass sie von der Konkurrenz aus der Tech-Branche überlaufen werden: „Selbst in Deutschland, wo das Vertrauen in die großen Automobilhersteller traditionsbedingt sehr hoch ist, hat dieser Trend Einzug gehalten“, sagt Kunsch: „Waren es 2017 noch 51 % der Befragten, die den klassischen Autoherstellern vertraut haben, so sind es 2019 nur mehr 33 %. Das sollte ein Warnzeichen für die Branche sein.“

Vernetze Autos ohne Mehrwert

Außerdem sehen die Österreicher kaum einen Mehrwert in Autos, die mit dem Internet verbunden sind. Rund die Hälfte zeigt keine Bereitschaft, für vernetzte Technologien mehr zu bezahlen. Das könnte bei den Autoherstellen langfristig zu einem erhöhten Margendruck führen, da die Investitionen in diesem Bereich sehr hoch sind, heißt es seitens Deloitte.

Hinzu kommt, dass viele Österreicher bei vernetzten Autos Bedenken in Sachen Datenschutz haben. „Die Weitergabe persönlicher Daten stellt für viele Befragte eine Bedrohung dar. Das mangelnde Vertrauen ist auch bei diesem Thema feststellbar“, sagt Kunsch: „Die Automobilbranche sollte diese Skepsis als Chance verstehen. Sie muss die Vorteile der neuen Technologien klar und verständlich kommunizieren – und Sicherheitsbedenken durch Fakten entkräften. Das kann sich auch positiv auf die Zahlungsbereitschaft auswirken.“


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© calliora - Frederik Träuble und Jonas Wildberger.

Das Münchner Startup calliora von Frederik Träuble und Jonas Wildberger entwickelt eine KI-Plattform für Krankenhäuser, die den Verwaltungs- und Abrechnungsaufwand reduzieren und Erlöse besser absichern soll. Nach Angaben des Unternehmens begleitet die Software Behandlungsfälle von der Aufnahme bis zur Abrechnung und verknüpft dafür Informationen aus verschiedenen bestehenden Systemen.

calliora: Fokus auf Dokumentation und Abrechnung

Ein Schwerpunkt liegt auf Dokumentation und Abrechnung. Die Plattform unterstützt bei der Kodierung und prüft Fälle auf typische Prüfmuster des Medizinischen Dienstes. Zudem sollen abrechnungsrelevante Informationen frühzeitig erkannt und für die weitere Bearbeitung im Krankenhaus bereitgestellt werden. Für das Controlling bietet calliora eigene Auswertungen und Analysen an.

Hinter dem Produkt steht die Annahme, dass Informationen zu einem Behandlungsfall in Krankenhäusern über zahlreiche unterschiedliche Systeme und Prozesse verteilt sind. Fehlen Angaben oder werden sie nicht an der richtigen Stelle übernommen, kann dies zu zusätzlichem Bearbeitungsaufwand oder zu Problemen bei der Abrechnung führen. Calliora will diese Lücken durch eine zentrale, KI-gestützte Verarbeitung der vorhandenen Informationen verringern.

Bertelsmann und Angel-Investoren dabei

Nun hat das Münchner Startup eine Pre-Seed-Finanzierungsrunde über sechs Millionen US-Dollar abgeschlossen: „Unsere Pre-Seed-Runde wird von BHI – Bertelsmann Healthcare Investments und redalpine angeführt. Mit dabei sind Angel-Investoren aus Krankenhausmanagement und KI, darunter Dr. Ulrich Wandschneider (ehemaliger CEO von Asklepios und Mediclin AG), Sara Siegel (Global Health Sector Leader, Deloitte), Peter Sarlin (Postscriptum, NestAI, QuTwo & Silo AI) und Frank Hutter (Prior Labs)“, schreibt das Startup in einem LinkedIn-Post.

Die Plattform soll bereits bei der Aufnahme eines Falls unterstützen und prüfen können, ob eine Behandlung ambulant, stationär oder als Hybrid-DRG abzurechnen ist. Dabei dokumentiert sie die dafür maßgeblichen Gründe. Im weiteren Verlauf soll die Software fehlende Informationen, Fristen und mögliche nächste Schritte erkennen und das Klinikpersonal dort einbinden, wo eine menschliche Prüfung erforderlich ist.

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