29.04.2026
MOBILITY

„Austrian Design – Italian Feeling“: Vello gibt Zusammenarbeit mit Columbus bekannt

Das Wiener Mobility-Startup Vello geht den nächsten strategischen Schritt: Im Rahmen der Milan Design Week hat das Team rund um Gründer Valentin Vodev eine Partnerschaft mit der italienischen Traditionsmanufaktur Columbus verkündet. Ziel ist es, österreichisches Design mit italienischer Stahl-Expertise zu vereinen.
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CEO und Chefdesigner Valentin Vodev präsentiert sein Vello Fahrrad in Mailand. Es steht auf einem Tisch und er hält es mit beiden Armen
CEO und Chefdesigner von Vello Valentin Vodev in der Columbus Werkstatt (c) Felix Busso

Das Wiener Unternehmen Vello hat sich in den letzten Jahren als einer der wichtigsten Player im Bereich Urban Mobility etabliert. Bekannt für seine faltbaren und leichten Fahrräder, wurde Vello bereits mit zahlreichen Preisen wie dem Eurobike Award oder dem Österreichischen Staatspreis Design ausgezeichnet – erst kürzlich folgte der IF Design Award 2026.

Columbus hingegen gilt als Pionier in der Herstellung für Hochleistungsstahlrohren. Im Laufe der Jahre entwickelte das Unternehmen mit Sitz in Mailand besonders leichte Rohrsätze für einige große Namen des Radsports wie zum Beispiel Coppi, Anquetil & Baldini. In der jüngeren Unternehmensgeschichte hat Columbus seine Produktion auf Edelstahl- und Titanrohre sowie zuletzt auch auf Carbonkomponenten ausgeweitet.

„Austrian Design meets Italian Feeling“

Für Vello-Gründer und Chefdesigner Valentin Vodev ist die Kooperation mehr als nur ein Material-Upgrade: „Diese Partnerschaft schärft unsere Designphilosophie. Stahl überzeugt durch Performance, Langlebigkeit und Reparierbarkeit – und vor allem durch seinen unverwechselbaren Charakter.“ Die Zusammenarbeit wurde offiziell am 20. April im Design Palazzo Austria in Mailand präsentiert.

Victor Luis von Columbus und Valentin Vodev von Vello (c) Felix Busso

Langlebige Materialien als Entscheidungsgrundlage

Vello setzt sich nach eigenen Angaben bewusst mit langlebigen Materialien auseinander. Stahl spiele als robuster, reparierbarer und langlebiger Werkstoff eine besondere Rolle. Ein weiteres nachhaltiges Unternehmensziel von Vello ist, die Entwicklung autofreier Städte voranzutreiben. Vor zwei Jahren startete das Unternehmen daher eine Kooperation mit ÖBB (brutkasten berichtete), wodurch die Fahrradmitnahme in Zügen erleichtert wird.

Klares Zeichen für Produktentwicklung in Europa

Durch die Partnerschaft zwischen dem Wiener Unternehmen und der italienischen Traditionsmanufaktur Columbus möchten beide Marken ein Zeichen für die Verbindung von Design, Materialkompetenz und moderner Produktentwicklung in Europa setzen.

Die Kooperation stärkt laut den Unternehmen die europäische Entwicklung und Produktion von hochwertigen Fahrrädern, indem bestehendes Know-how gebündelt und weiterentwickelt wird.

Die Zusammenarbeit von Vello und Columbus wurde in Mailand präsentiert (c) Felix Busso

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Aviloo startet Batterie-Garantie © Aviloo

Nach dem Einstieg der Investmentholding Armira Growth und der Invest AG stehen beim Batteriediagnose-Scaleup Aviloo aus Wiener Neudorf die Zeichen auf Wachstum. Im Zuge der 30-Millionen-Euro-Finanzierungsrunde kauften die neuen Geldgeber den frühen Investor European Innovation Council Fund (EIC) aus – brutkasten berichtete. Das 2018 gegründete Unternehmen schärft seine strategischen Prozesse nach dem Abschluss nochmals nach.

Strukturwandel und neues Personal

Das frische Kapital hat im Unternehmen tiefgreifende organisatorische Veränderungen bewirkt. CEO Marcus Berger spricht im brutkasten-Interview von einem „enormen Professionalitätsschub“. Das veränderte Mindset der Führungsriege schlage sich bereits in konkreten Expansionsschritten nieder: Allein im Juni stellte das Startup 20 neue Mitarbeitende ein. Fünf davon besetzen Positionen in den USA. Zudem befindet sich ein neues Büro in China im Aufbau und das Team arbeitet an der Entwicklung neuer Hardware.

Dabei profitiere das Scaleup nicht nur vom Investmentvolumen. „Armira bringt nicht nur Geld, sondern insbesondere auch Know-how“, erklärt Berger. Der Fonds stelle dem Team externe Industrie-Expert:innen zur Seite, um das Wachstum in Bereichen wie Marketing und Vertrieb strategisch zu begleiten. Der Wandel im Startup sei dabei tiefgreifend: „Das ist so ein bisschen von der österreichischen Bundesliga in die Champions League. Dann musst du anders trainieren, anders aufstehen, andere Taktik fahren“, ordnet der CEO ein.

„Man wolle es jetzt richtig wissen“, erzählt Berger weiter. Es wäre bei Aviloo immer schon aufregend gewesen, aber die jetzige Zeit zähle mitunter zu den spannendsten und intensivsten.

Neues Produkt: Batterie-Garantie

Ein Teil dieser neuen Produktstrategie ist eine kostenlose Batterie-Garantie, die im Juli nach einer ersten Phase in Schweden und Frankreich im DACH-Raum sowie in weiteren europäischen Märkten anläuft. Fällt der Gesundheitszustand (State of Health) der Batterie innerhalb eines Jahres oder nach 20.000 Kilometern unter ein individuell berechnetes Limit, zahlt das Unternehmen 3.000 Euro sowie die Testkosten an die Käufer:innen aus.

Die Summe orientiere sich laut Berger an den realen Kosten eines potenziellen Schadens, da ein Modultausch „ungefähr bei diesen 3.000 Euro“ liege. Über 12 Monate hinweg habe man intern Berechnungen und Risikoanalysen durchgeführt und das Risiko schlussendlich an prominente, internationale „Versicherungspartner weitergetragen“ und Partnerschaften geschlossen.

Strategischer Hebel und Abgrenzung von Konkurrenz

Mit dem neuen Produkt möchte man sich bewusst vom bestehenden Markt abgrenzen. „Damit sind wir nach wie vor die Einzigen und wir bauen diese Führungsrolle am Markt weiter aus“, ordnet Berger die Entwicklungen ein.

Während Mitbewerber meist nur fahrzeugeigene Daten auslesen und ausdrucken, ermittelt Aviloo den Batteriezustand über eigene Berechnungen. Mit der Garantie geht das Unternehmen nun den nächsten Schritt und koppelt die Diagnose an ein finanzielles Versprechen. „Wir behaupten nicht nur etwas, sondern wir stehen auch zu diesem Versprechen“, betont Berger.

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