06.11.2017

Ausflug ins Jahr 1772: Studenten machen Reise in die Vergangenheit

Mit Hilfe von Virtual Reality soll es Menschen ermöglicht werden, die Vergangenheit zu besuchen. Davon könnten vor allem Schüler und Studenten profitieren. VR-Experte und Professor Adam Blumenthal kritisiert, dass Klassenzimmer und Lernstoffe heutzutage unmodern sind und Technologie fehle. Zusammen mit einer Gruppe von Studenten hat er nun ein Pilot-Projekt gestartet und haucht der Vergangenheit neues Leben ein.
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Ein Professor der Brown University schickt seine Studenten in die Vergangenheit.

Was passierte bei der Gaspéeaffäre (“Gaspee Affair”) im Jahr 1772? Ein Ereignis, das sich im Vorfeld der amerikanischen Revolution ereignete und trotz seiner Wichtigkeit für die Geschichte der U.S.A. weitgehend vergessen wurde. Was wäre, wenn Menschen in die Vergangenheit reisen könnten, um live dabei zu sein? Ein Projekt der Brown Universität will ebendies nun ermöglichen- mit Hilfe von Virtual Reality.

Vergangenheit per Virtual Reality Leben einhauchen

Der historische Hintergrund: “The Gaspee” hieß ein britisches Schiff, das Schmuggler aufspüren und aufhalten sollte. Als es auf Grund lief, wurde es von Kolonisten gestürmt, geplündert und in Brand gesetzt. “Ein dramatisches Ereignis. Kanonenfeuer, Schüsse, Verfolgungsjagden- und gleichzeitig bedeutend auf nationaler Ebene”, so Adam Blumenthal, Professor und Virtual Artist-in-Residence der Universität Brown über die Gaspée-Affäre. “Ich dachte mir, dass man die Geschichte mit dem Wow-Faktor durch Virtual Reality besser verständlich machen könnte”, so Blumenthal. Das Ziel: Der Vergangenheit mit Hilfe von VR neues Leben einhauchen.

„Authentische Zeitreise“

Zusammen mit einer Gruppe von Studenten, begann Blumenthal die Skripte zu schreiben und die Umsetzung zu planen. “Was ich bei VR liebe ist die Möglichkeit, Menschen in Orte zu führen, die eigentlich unmöglich zu erreichen sind- und in diesem speziellen Fall, sie auf eine authentische Zeitreise zu schicken”, meint Blumenthal. Sechzehn Kameras wurden dafür installiert, die 360 Grad Aufnahmen in 8K lieferten, die über Googles Jump Programm ineinandergefügt wurden. Schauspieler wurden gecastet und realitätsnahe Schauplätze ausgewählt. Mit Hilfe von Googles VR-Programm „Tilt Brush“, wurden einzelne Gegenstände nachträglich eingefügt, um die “Zeitreise” so realistisch wie möglich zu gestalten.

+++ Blocks: Neue App von Google macht User zu Virtual Reality-Designern +++

Klassen müssen neu gestaltet werden

“Studenten befinden sich in Klassenzimmern, die für ein anderes Jahrhundert gemacht wurden”, kritisiert Blumenthal. Neue Technologien ermöglichen es heutzutage, das Lernen spannend und realer zu gestalten. „[Sie] können eine Erfahrung bieten, die zwar wie ein Video Game wirkt, aber trotzdem einen erzieherischen Wert hat. Bringt man die Studenten direkt an den Ort des Geschehens zurück, kann das mehr als nur wertvoll sein.”

Virtual Reality-Ausflug für andere Unis

Google will mit seinem Daydream-Programm auch andere Schulen und Universitäten ermutigen, Virtual Reality auszuprobieren. Dafür hat das Unternehmen seine Programme auch für Neueinsteiger designt. Die Produktion eines solchen Videos – hat man erst die Ausrüstung beisammen – soll nicht länger als einen Tag kosten. Für Blumenthal war dieses Projekt jedenfalls nicht das letzte- der Ausflug ins Jahr 1772 soll nur der Anfang gewesen sein.

Weiterführende Links: Daydream, Google Education

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Tausendundein Speicher
© Dachgold e.U - Cornelia Daniel, Initiatorin von Tausendundein Speicher, vor dem dritten Speicher der Initiative in Himberg, Niederösterreich.

Um Tausendundein Dach war es etwas ruhig geworden in letzter Zeit. Das Unternehmen wurde 2014 von Cornelia Daniel, Inhaberin der Solarberatung Dachgold, und dem Photovoltaikspezialisten 10hoch4 gegründet. Vor über drei Jahren erreichte man – Nomen est Omen – ein langgehegtes Ziel und enthüllte das 1001. Photovoltaik-Dach auf der Interspot Film GmbH in Wien, brutkasten berichtete.

Der Weg von Tausendundein Dach bis zu Tausendundein Speicher

2025 folgte erstmals die Errichtung einer Photovoltaikanlage auf einem denkmalgeschützten Gebäude, am Schloss Rodaun, und damit das 1.235. Dach. Nun widmet man sich mit dem neuen Namen Tausendundein Speicher der Errichtung von 1.001 dezentralen Gewerbespeichern bis 2033.

„Nach dem Kraftakt von Tausendundein Dach fangen wir noch einmal von vorne an“, erklärt Cornelia Daniel gegenüber brutkasten. „Wenn man so ein großes Ziel erreicht hat, dann bleibt die Frage, was kommt danach?“

Daniel hatte darauf nicht gleich die richtige Antwort, gesteht sie, als sie nach ihren nächsten Zielen, der nächsten Vision gefragt wurde: „2.000 Dächer bzw. 10.000 Dächer klangen langweilig.“ Zudem merkte die Founderin, dass in der aktuellen Rezession die Investitionsbereitschaft in PV trotz bleibender Nachfrage sank.

So sprach Daniel mit Kunden, hörte zu, erkannte ihren Bedarf und merkte, dass sich im Dezember 2024 ein Schlüsselmoment entfaltete. „Die Batteriepreise hatten sich halbiert und die Strompreise waren gestiegen“, erklärt sie. „Plötzlich rechneten sich Speicher, was vorher nicht der Fall war.“

Start 2025

Ab Anfang 2025 beschäftigte sich die Gründerin somit intensiv mit dem Thema, entwickelte (gemeinsam mit einem deutschen Partner) Tools zur Berechnung und plötzlich war der Moment da. „Es war irgendwie einfach logisch. Etwas, wo man später denkt, warum sind wir nicht schon vorher darauf gekommen.“

Also startete Daniel Tausendundein Speicher und setzte erste Projekte um, damit sie bereits etwas vorweisen konnte, noch bevor sie an die Öffentlichkeit ging.

Erste Speicher in Betrieb

So laufen bereits die ersten Gewerbespeicher: Elf Anlagen mit zusammen rund 900 Kilowattstunden sind in Betrieb, sechs in Wien und fünf in Niederösterreich. Das Spektrum reicht derzeit von 14 bis 240 Kilowattstunden.

„Alle bleiben mit ihrer Anschlussleistung unter 250 Kilowatt und fallen damit in die einfachste Anschlusskategorie, ohne teure Netztechnik und erweiterte Nachweise. Der Fokus liegt bewusst auf dieser Größenklasse. Eine Beschränkung ist das nicht: Größere Anlagen werden auf Wunsch samt Verfahren umgesetzt“, heißt es per Aussendung. Anm.: Mit der nächsten Stufe des Elektrizitätswirtschaftsgesetzes dürfen Unternehmen ab 1. Oktober Strom zwischen eigenen Standorten teilen und direkt an andere Betriebe liefern.

© Dachgold e.U – Cornelia Daniel in Himberg, Niederösterreich.

Tausendundein Speicher simuliert

Laut eigenen Angaben braucht Österreich bis 2040 8,7 Gigawatt Batteriespeicherleistung, davon 6,0 Gigawatt dezentral bei Haushalten und Gewerbe. Nur gehe, so Daniel, der Ausbau zäh voran.

„Ich sehe Großspeicherprojekte, die seit drei bis sechs Jahren in Planung sind und noch immer nicht am Netz. Unsere Anlagen stehen in wenigen Monaten.“ Mittelgroße, betriebsintegrierte Speicher hinter dem Zählpunkt einer bestehenden PV-Anlage seien nämlich „genehmigungsarm und, wenn keine baulichen Maßnahmen nötig sind, schneller am Netz“.

Jede Anlage wurde vorab anhand des tatsächlichen Viertelstunden-Lastprofils des Betriebs simuliert, nicht „einfach überschlagen“. Ein Gewerbespeicher rechnet sich, so die Gründerin, selten über einen einzigen Effekt. Entscheidend sei das sogenannte Profit-Stacking: Mehrere Erlösquellen werden kombiniert. Dazu gehört zunächst, mehr vom selbst erzeugten Solarstrom zu nutzen. Hinzu kommen die Kappung von Lastspitzen, die den Leistungspreis bestimmen, und ein intelligenter Stromeinkauf, bei dem der Speicher in günstigen Stunden geladen wird, erklärt sie.

„Speichern durfte man immer. Was sich ändert, ist, dass es sich jetzt rechnen lässt“, erklärt Daniel. „Weil Viertelstundenwerte für viele Zählpunkte verfügbar sind, können wir einem Betrieb ziemlich genau sagen, was es ihm bringt, seine Verbräuche zu verschieben. Das war jahrelang Bauchgefühl. Jetzt ist es eine Rechnung, und sie geht auf.“

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