16.04.2021

TU-Forscher: So groß wird die Corona-Pleitewelle

TU Forscher haben berechnet, welcher Anteil der heimischen Betriebe derzeit durch Hilfsmaßnahmen "künstlich am Leben" gehalten wird.
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Insolvenz, Insolvenz Entgelt Fonds, Zahlungsunfähigkeit, Krida, Schulden, Gläubiger,, Startup
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Die Unterstützungsmaßnahmen für heimische Betriebe halten auch zahlreiche Unternehmen „am Leben“, die ohne diese Hilfen in die Insolvenz rutschen würden. Das sorgt für die niedrigsten Insolvenz-Raten seit Jahren und Experten und Expertinnen warnen bereits länger vor einer Blase. Rund 1,11 Prozent der Unternehmen befinden sich derzeit in dieser Blase und könnten nach Ende der Maßnahmen ausfallen. Das haben Forscher der TU Wien rund um Walter S. A. Schwaiger, Bereichsleiter am Institut für Managementwissenschaften, mit Daten der Creditreform Wirtschaftsdatenbank in einer „vorausschauenden Ausfallsstudie“ berechnet.

Deutlich weniger Unternehmen zahlungsunfähig

Die Firmenpleiten sind in Österreich 2020 laut Creditreform auf das niedrigste Niveau seit 30 Jahren gesunken. 2020 lag die Ausfallrate lediglich bei 0,76 Prozent der Unternehmen, also deutlich unter dem Wert von 2019 (1,15 Prozent). Zum Vergleich: Am Höhepunkt der Wirtschaftskrise im Jahr 2009 waren nach dieser Definition 1,7 Prozent der Unternehmen zahlungsunfähig. Dieser Wert betrifft nicht nur Insolvenzen, sondern alle Unternehmen, die nach „Basel III“ mindestens 90 Tage im Zahlungsverzug sind und die mit einer hohen Wahrscheinlichkeit zahlungsunfähig sind.

Gäbe es keine Corona-Hilfsmaßnahmen wäre laut den TU-Forschern eine Ausfallrate von 1,87 Prozent zu erwarten. Die Differenz zur tatsächlichen Rate und damit die die „Corona-Blase“ beträgt also 1,11 Prozent. „Folglich sind die durch die Stützungsmaßnahmen verhinderten Ausfälle fast so viele wie die letztjährigen Ausfälle. Wie schnell und in welchem Umfang sich dieses Potential entlädt, ist noch unklar und hängt von der Konjunkturentwicklung sowie vom Zeitpunkt der Beendigung der staatlichen Hilfsmaßnahmen ab“, fasst Creditreform Österreich zusammen.

Insolvenzen, Corona-Pleite
© Creditreform Österreich

Pandemie nur bei wenigen Insolvenzen Ursache

Interessant sind übrigens auch die Ursachen der bisherigen Insolvenzen in der Coronakrise. Die lassen jedenfalls vermuten, dass die Corona-Hilfsmaßnahmen vor allem Pleiten verhindern, die auf Einschränkungen durch die Pandemie zurückzuführen sind. Denn die Zahl jener Unternehmen, die tatsächlich aufgrund der Pandemie-bedingen Einschränkungen in die Pleite rutschen liegt nur bei 14 Prozent der Insolvenzen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Kreditschutzverbands KSV1870. Die meisten Unternehmen rutschten 2020 wie auch sonst aufgrund operativer Ursachen in die Insolvenz. Die Pandemie trete zum Teil aber auch als Beschleuniger von Insolvenzen in Erscheinung, deren ursächliche Gründe eigentlich andere sind, heißt es vom Verband.

Der KSV1870 übte anlässlich der Präsentation der aktuellen Insolvenz-Statistik des ersten Quartals 2021 ebenfalls scharfe Kritik an den Hilfsmaßnahmen, die auch ohne Pandemie schlecht aufgestellte Unternehmen stützen: „Diese undifferenzierte Großzügigkeit gehört gestoppt, bevor auch gesunde Unternehmen von finanzschwachen Firmen in den Abwärtsstrudel getrieben werden“, Karl-Heinz Götze, Leiter KSV1870 Insolvenz. Er rechnet nicht mit einem schnellen Platzen der Blase, sondern mit höheren Insolvenzraten über zumindest die nächsten zwei Jahre hinweg.

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Isabell Claus, Ashley Zvaniashvili, Eva Reder (v. l.) | (c) xchannels.ai

Das Wiener KI-Startup xchannels.ai setzt seinen internationalen Expansionskurs fort. Wie das Unternehmen am Donnerstag bekannt gab, geht es eine strategische Partnerschaft mit der im Silicon Valley ansässigen Marketingagentur GrowthMasters.io ein. Für das von Isabell Claus und Ashley Zvaniashvili geführte Startup ist die Kooperation der nächste Schritt seiner internationalen Wachstumsstrategie. „Die Präsenz im Silicon Valley ist für uns keine symbolische Geste, sondern essentieller Teil unserer Strategie“, sagt Ashley Zvaniashvili, Co-Geschäftsführerin von xchannels.ai.

Im Mittelpunkt der Partnerschaft steht der Wissenstransfer zwischen dem Silicon Valley und Europa. Xchannels.ai will die lokale Marktkenntnis und das Netzwerk von GrowthMasters.io nutzen, um neue Entwicklungen rund um KI, digitales Marketing und AI Visibility direkt im US-Markt aufzugreifen. AI Visibility bezeichnet die Sichtbarkeit von Unternehmen in KI-gestützten Such- und Antwortsystemen wie ChatGPT.

„Im Silicon Valley entstehen nahezu alle Trends, die später weltweit Marketingstrategien und digitale Geschäftsmodelle bestimmen. Europäische Unternehmen – insbesondere KMU – haben häufig erst mit starker Verzögerung Zugang zu diesem Wissen“, sagt Co-Geschäftsführerin Isabell Claus. Die gewonnenen Erkenntnisse aus den USA will xchannels.ai in konkrete Marketinglösungen übersetzen, die die europäischen Kunden nutzen können.

US-Marketingagentur mit österreichischen Wurzeln

Mit GrowthMasters.io holt sich xchannels.ai einen Partner an Bord, der bereits seit mehreren Jahren im US-amerikanischen Marketingmarkt tätig ist. Die Agentur wurde von der Oberösterreicherin Eva Reder gegründet und ist auf LinkedIn-Content, digitales Marketing und bezahlte Werbekampagnen spezialisiert.

Der Kontakt zwischen den beiden Unternehmen entstand durch ein anderes österreichisches Startup. GrowthMasters.io sei auf der Suche nach einer technischen Lösung gewesen, wie sie xchannels.ai anbietet, erklärt Claus. Die Zusammenarbeit soll dabei in beide Richtungen funktionieren: Während GrowthMasters.io seine Erfahrung und sein Netzwerk im US-Markt einbringt, stellt xchannels.ai seine KI-basierte Marketingplattform zur Verfügung. Diese unterstützt Unternehmen dabei, Marketinginhalte automatisiert zu erstellen und über verschiedene digitale Kanäle zu verbreiten. GrowthMasters.io will die Plattform künftig auch für seine eigenen Kunden in den USA einsetzen.

Erste US-Kunden über GrowthMasters.io erwartet

Die Partnerschaft markiert laut Claus erst den Beginn der US-Expansion. Das Startup, dass in Kürze erste Bestandskunden von GrowthMasters.io auch die Plattform von xchannels.ai nutzen werden.

Darüber hinaus plant das Unternehmen noch vor Jahresende eine Reise in die USA, um potenzielle Geschäftspartner zu treffen, die eigene Plattform vorzustellen und sein Netzwerk weiter auszubauen. Neben dem Silicon Valley steht dabei auch New York im Fokus. Vor allem die dort stark vertretene Kreativ- und Werbeindustrie mache den Standort für xchannels.ai interessant.

Von acht auf zehn internationale Märkte

Auch in Europa setzt xchannels.ai seinen Wachstumskurs fort. Bereits im August war das Startup nach eigenen Angaben mit rund 50 Unternehmenskunden in acht Ländern aktiv. Mittlerweile zählt das Unternehmen laut Claus 86 Kunden und zehn Mitarbeitende. Die Zahl der internationalen Märkte ist auf zehn gestiegen, zuletzt kamen Lettland und Italien hinzu.

Beim internationalen Wachstum setzt xchannels.ai weiterhin auf strategische Partnerschaften. Unter anderem arbeitet das Startup bereits mit der Deutschen Telekom zusammen. Die nun geschlossene Kooperation mit GrowthMasters.io soll diesen Ansatz auf den amerikanischen Markt ausweiten.

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