18.10.2021

Aus für Wiener Startup WisR: „Reihe an Challenges seit der Covid-Krise“

Nach vier Jahren muss das auf die Arbeit mit Senior Talents in Unternehmen spezialisierte Startup WisR aufgeben. Ein Corona-bedingter Pivot trug nicht schnell genug Früchte.
/artikel/aus-fuer-wisr
Die WisR-Gründerinnen Klaudia Bachinger und Carina Roth | (c) Oliver Wolf
Die WisR-Gründerinnen Klaudia Bachinger und Carina Roth | (c) Oliver Wolf

Die Ausgangslage ist allgemein bekannt: Die Gesellschaft wird im Durchschnitt immer älter und die „Baby-Boomer“-Generation geht in den kommenden Jahren in Pension. Das hat auch gravierende Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Hier setzte das vor vier Jahren von Klaudia Bachinger, Carina Roth und Martin Melcher in Wien gegründete Startup WisR an. Über die Jobplattform des Unternehmens wurden Senior Talents vermittelt. Damit wurden nicht nur Kund:innen wie die ÖBB, Hornbach, Hartlauer und Ritz-Carlton gewonnen, sondern auch einige Investoren überzeugt und Preise gewonnen. Doch die Coronakrise zwang die Gründerinnen – Melcher war bereits vor einiger Zeit operativ ausgestiegen – zu einem Richtungswechsel.

Zu kurze Runway für Pivot-Produkt

„Aufgrund der aktuellen Herausforderungen, die Unternehmen durch die Covid-Krise erleben und die Zerrüttungen am Arbeitsmarkt, hat das Unternehmen seine Geschäftsstrategie neu ausgerichtet und sie den aktuellen Gegebenheiten angepasst“, hieß es vom Startup in einer Aussendung im September 2020, in der ein neuer Alumni-Pool für Unternehmen präsentiert wurde. Dabei handelte es sich um eine Software für Unternehmen, die mit ihren eigenen inaktiven Mitarbeitern – im Ruhestand oder in Elternzeit – in Kontakt bleiben möchten. Über diese waren Mentoring, Vertretungen, Wissensweitergabe und intergenerationelle Vernetzung möglich. Nun steht fest: Der Pivot trug nicht rechtzeitig Früchte. Wie heute bekanntgegeben wird, muss WisR zusperren.

Archiv:

„Es waren eine Reihe an Challenges, die uns seit der Covid-Krise getroffen haben“, erklärt CEO Klaudia Bachinger in einem Statement für den brutkasten: „Begonnen mit einer Absage eines deutschen, strategischen Investors, zeitgleich die ausbleibende Nachfrage für ältere Mitarbeiter:innen – einerseits verursacht durch die Vereinheitlichung der Zielgruppe 60 plus als Risikogruppe, andererseits durch die vielen Umstrukturierungen in den einzelnen Branchen -, und letzlich auch der zu kurze Runway, um ein neues Produkt an Konzerne zu verkaufen. Die Sales-Cycles sind ja unter normalen Umständen schon zwischen acht und 18 Monaten lang für eine SaaS-Enterprise-Lösung“.

„Markt nicht reif genug“ für WisR-Lösung

Aus der Sicht von Gründerin Carina Roth ist der Markt nicht reif genug, wie sie in einer heute verschickten Aussendung erklärt: „Es ist das falsche Timing. Die Prioritäten der Firmen liegen seit Corona verständlicherweise woanders“. Bachinger ergänzt dort: „Wir müssen einsehen, dass viele Betriebe in den vergangenen 1,5 Jahren Innovationsprojekte gestoppt haben, nicht investierten und gerade dringlichere Themen hatten. Sie hatten weder die finanziellen noch personellen Ressourcen, um jetzt ihr zukünftiges Demografieproblem zu managen“.

Dennoch habe es prinzipiell durchaus eine Nachfrage im Themenfeld gegeben, erzählt sie dem brutkasten: „Das was wir gut verkaufen konnten waren Beratungsaufträge rund um das Thema Offboarding, Ruhestands- und Generationenmanagement. Aber das wollten wir als Gründerinnen nicht weiter verfolgen und hätte außerdem ein ganz anderes Team gebraucht“. Man sei jedenfalls dankbar „für das großartige Team, die Community, die vielen Lernerfahrungen und die erfolgreichen Matches“. Nun hätten sie und Mitgründerin Roth abgesehen von der Abwicklung der GmbH noch keine konkreten Pläne. „Wir schauen uns aber natürlich schon nach neuen Projekten und Opportunities um“, so Bachinger.

Deine ungelesenen Artikel:
17.09.2026

Kapital für Österreichs Zukunftstechnologien

Der aws Gründungsfonds investiert in ein breites Spektrum an Zukunftstechnologien. Seit 2013 sind gemeinsam mit nationalen und internationalen Co-Investoren mehr als 750 Millionen Euro Venture Capital in über 45 heimische Startups geflossen. Vier ausgewählte Beteiligungen zeigen beispielhaft, wie österreichische Innovationen internationale Märkte erschließen und zur Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschafts- und Innovationsstandorts beitragen.
/artikel/kapital-fuer-oesterreichs-zukunftstechnologien
17.09.2026

Kapital für Österreichs Zukunftstechnologien

Der aws Gründungsfonds investiert in ein breites Spektrum an Zukunftstechnologien. Seit 2013 sind gemeinsam mit nationalen und internationalen Co-Investoren mehr als 750 Millionen Euro Venture Capital in über 45 heimische Startups geflossen. Vier ausgewählte Beteiligungen zeigen beispielhaft, wie österreichische Innovationen internationale Märkte erschließen und zur Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschafts- und Innovationsstandorts beitragen.
/artikel/kapital-fuer-oesterreichs-zukunftstechnologien
Das Team des aws Gründungsfonds | (c) aws Gründungsfonds / Bild mit KI erstellt

Dieser Text ist zuerst im brutkasten-Printmagazin von August 2026 Aufbrechen erschienen.


refinq macht Klimarisiken berechenbar

Dass ein Umspannwerk in einem Überflutungsgebiet steht, weiß der Betreiber – was ihn das pro Jahr kostet, weiß er selten. Genau hier setzt refinq an: Beim Wiener Startup lädt ein Unternehmen seine Standorte hoch und bekommt sie auf einer Karte angereichert mit Klimaszenarien und Naturdaten zurück. Ein Klick auf einen Standort zeigt, welche Gefahren dort drohen, von Hochwasser über Hitze bis Dürre, was sie kosten und welche Maßnahmen das Risiko senken; von der Landkarte zur Kennzahl zum Eurobetrag.

Wie konkret das wird, zeigt die Arbeit mit europäischen Stromnetzbetreibern: In einem Programm von Terna, Elia, Swissgrid und weiteren Netzbetreibern setzte sich refinq gegen mehr als 85 Bewerbungen durch und unterstützt nun bei der Absicherung der Leitungen und Umspannwerke gegen Extremwetter. Auch die Wiener Stadtwerke prüfen mit der Plattform mehr als 5.000 Standorte, um die Wiener Energieversorgung zu schützen. Weil jede Kennzahl offen dokumentiert ist, lassen sich die Ergebnisse zugleich als Nachweis für CSRD, EU-Taxonomie und TNFD exportieren. Im Februar führte der aws Gründungsfonds die Seed-Runde über 2,2 Millionen Euro an.

Das Team von refinq | (c) refinq

Kickscale befreit den Vertrieb von Admin-Arbeit

Verkaufsgespräche sind die am schlechtesten dokumentierte Ressource vieler Unternehmen: Was im Termin besprochen wurde, landet bestenfalls in einer kurzen Notiz. Kickscale ändert das und geht dabei weiter als ein reiner Notizassistent – die Plattform erfasst Meetings, Calls und CRM-Daten, wertet sie mit KI aus und befüllt die CRM-Felder nach jedem Gespräch automatisch, samt Follow-ups und nächsten Schritten. Dazu kommt Coaching aus echten Gesprächsdaten statt aus Vermutungen: Sichtbar wird, was die besten Verkäufer anders machen – und wie wahrscheinlich der Abschluss eines erfolgreichen Deals ist.

Bei Lufthansa City Centers spart das nach Unternehmensangaben 85 Prozent der Zeit für die Nachbereitung. Mehr als 200 Kunden nutzen die Plattform, der Schwerpunkt liegt im deutschsprachigen Raum, dazu kommen Japan, Polen, Norwegen und die Niederlande. Der Serverstandort in Deutschland, die ISO-27001-Zertifizierung und die Ausrichtung auf die Anforderungen des EU AI Act sind insbesondere für europäische Unternehmen wichtige Kriterien bei der Beschaffung. Die Seed-Runde über 2,1 Millionen Euro wurde vom aws Gründungsfonds angeführt.

Die Gründer von Kickscale | (c) Michael Stabentheiner

Invisible-Light Labs spürt kleinste Spuren auf

Wer wissen will, welche Chemikalie in einer Probe steckt, braucht davon eine entsprechende Mindestmenge. Die Analyse scheitert dabei oft genau dort, wo es interessant wird: bei Nanoplastik in Luft und Wasser, bei Aerosolen in der Atmosphäre, bei Wirkstoffen, die nur in geringsten Konzentrationen vorliegen. Invisible-Light Labs, ein Deeptech-Spinoff der TU Wien, hat dafür EMILIE entwickelt, einen Sensor, der selbst Mengen im Billionstel-Gramm-Bereich und damit bislang kaum messbare Spuren nachweisen kann. Bestehende Infrarot-Spektrometer muss dafür niemand austauschen, und die winzigen Messchips lassen sich dorthin bringen, wo die Proben entstehen. Bei den Innovation Awards des Fachmagazins The Analytical Scientist landete EMILIE 2024 auf Platz eins. Seit 2025 baut eine strategische Partnerschaft mit Bruker Optics die internationale Verfügbarkeit des gemeinsam gebrandeten Systems aus.

An Bord der Tara Polar Station, die im September im Packeis einfriert, schickt ein EPFL-Team die Chips an einem Fesselballon in die Wolken, um kleinste Partikel zu untersuchen und besser zu verstehen, wie sie die Wolkenbildung und die Erwärmung der Arktis beeinflussen. Im Juni 2026 schloss Invisible-Light Labs eine Pre-Seed-Runde über 1,5 Millionen Euro ab, angeführt vom aws Gründungsfonds gemeinsam mit XISTA Science Ventures.

Invisible-Light Labs wurde 2019 als Spin-off der TU Wien gegründet| | (c) Invisible-Light Labs

HeartBeat.bio erkennt Herzrisiken früher

Ob ein Wirkstoff dem Herzen schadet, zeigt sich oft erst spät in der Entwicklung. Genau das will HeartBeat.bio ändern: Das Unternehmen aus dem Vienna Biocenter lässt aus Stammzellen sogenannte Cardioids wachsen: winzige schlagende Herzkammern, die dem menschlichen Herzen näher kommen als herkömmliche Zellkulturen. In automatisierten Testreihen lassen sich daran Risiken früh erkennen und Wirkstoffe gegen Herzerkrankungen suchen.

Angewendet wird das bereits: Mit Boehringer Ingelheim arbeitet HeartBeat.bio an Gentherapien gegen erbliche Herzmuskelerkrankungen, mit Molecular Devices ist eine Testlösung für die Herzsicherheit von Wirkstoffen auf den Markt gekommen. Der aws Gründungsfonds begleitet das Unternehmen seit 2023 und investiert damit in österreichische Spitzenforschung.

Automatisierte Zellkultur im Labor von HeartBeat.bio | (c) HeartBeat.bio

Der aws Gründungsfonds ist ein österreichischer Venture-Capital-Investor mit einem Fondsvolumen von rund 140 Millionen Euro. Er investiert im Rahmen von Frühphasenfinanzierungen in wachstumsstarke österreichische Technologieunternehmen und mobilisiert gemeinsam mit erfahrenen Co-Investoren zusätzliches privates und internationales Kapital. Als langfristiger Partner an der Seite der Gründungsteams begleitet der Fonds Startups über weitere Wachstums- und Finanzierungsphasen bis zum Exit. So trägt er dazu bei, Schlüsseltechnologien langfristig im Markt zu etablieren, international wettbewerbsfähige Unternehmen aufzubauen und den österreichischen Innovationsstandort nachhaltig zu stärken.

Hier könnt ihr mehr über den aws Gründungsfonds erfahren: gruendungsfonds.at

Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.

brutkasten Newsletter

Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.

Montag, Mittwoch und Freitag

AI Summaries

Aus für Wiener Startup WisR: „Reihe an Challenges seit der Covid-Krise“

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Aus für Wiener Startup WisR: „Reihe an Challenges seit der Covid-Krise“

AI Kontextualisierung

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Aus für Wiener Startup WisR: „Reihe an Challenges seit der Covid-Krise“

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Aus für Wiener Startup WisR: „Reihe an Challenges seit der Covid-Krise“

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Aus für Wiener Startup WisR: „Reihe an Challenges seit der Covid-Krise“

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Aus für Wiener Startup WisR: „Reihe an Challenges seit der Covid-Krise“

AI Kontextualisierung

Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Aus für Wiener Startup WisR: „Reihe an Challenges seit der Covid-Krise“

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Personen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Aus für Wiener Startup WisR: „Reihe an Challenges seit der Covid-Krise“

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Organisationen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Aus für Wiener Startup WisR: „Reihe an Challenges seit der Covid-Krise“