25.09.2023

Ataleo-Founder: Das waren die Gründe für die Insolvenz

Das Wiener Startup Ataleo wollte die Weitergabe von Workflows erleichtern. Der Founder des Wiener Startups erläutert die Gründe für das Sanierungsverfahren.
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Ein Papier mit Daten, über das mit rotem Filzstift das Wort
(c) Vitalii Vodolazskyi - stock.adobe.com

Schritt-für-Schritt-Workflow-Anleitungen mit Text, Bild und Video – das war die Idee hinter Ataleo. User:innen konnten diese dann via App am Smartphone abrufen – entweder mittels QR-Code oder Link. Vorletzte Woche wurde jedoch bekannt, dass das Wiener Startup Insolvenz anmelden musste.

brutkasten hat Ataleo-Gründer Gregor Oliver Novak zu den Hintergründen befragt. Er sieht ein Zusammenspiel mehrerer Gründe: „Abgesehen von der aktuell generell schwierigen Situation am Finanzmarkt konnte einer der Investoren der ersten Runde 2021 seine Zusage nicht halten. Damit war der Puffer aufgebraucht.“ Weiters hat es Pläne gegeben, in einem anderen Sektor Umsätze zu generieren. Doch dann kam eine Umorganisation in der Gesellschafterstruktur: „Der ursprüngliche Haupteigentümer, dessen Aufgabe der Vertrieb in diesem Marksegment gewesen wäre, hat seine Mitarbeit eingestellt.“

Ein Verfahren jagt das Zweite

Daraufhin sei ein weiterer Mitarbeiter eingestellt worden. Er habe sich ursprünglich über eine Plattform als möglicher Investor vorgestellt – ist aber mittlerweile von der Webseite gelöscht worden. Nach mehreren Problemen wurde gegen ihn eine Kündigung ausgesprochen, die von dem betroffenen Mitarbeiter angefochten wurde. Ein Gerichtsverfahren hierzu laufe derzeit.

Auch 2022 sei ein Deal überraschend geplatzt. Dieser sei von einer ehemaligen Führungskraft des Unternehmens initiiert und vorbereitet worden – danach habe diese eine Klage gegen das Startup eingereicht. Laut dem Gründer läge daher der Verdacht nahe, dass er diesen Deal nur vorgeschoben hätte, um seine Anstellung zu verlängern. „Aber wie beweist man das vor dem Arbeitsgericht?“, so Novak.

Zukunft von Ataleo unsicher

Beide Gerichtsverfahren hätten schlussendlich zu zusätzlichen Kosten geführt, wodurch kein weiteres Geld aufgenommen werden konnte. „Zusätzlich sind zwei potenzielle Leadkunden abgesprungen – auch da das Produkt nicht fertig entwickelt wurde“, so der Gründer. Ob und wie weit das Produkt am Markt erfolgreich sein könnte, lässt sich laut dem Gründer nur schwer sagen: „Vielleicht ist auch einfach die Produktidee nicht gut genug.“ Eine potentielle Zukunft von Ataleo würde sich sich laut Novak im Insolvenzverfahren zeigen.

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© invest.austria

Am 4. November 2026 lädt der Branchenverband invest.austria in den Apothekertrakt des Schlosses Schönbrunn. Unter dem Motto „Postcard or Powerhouse: The European Imperative“ versammelt das Event mehr als 500 Gäste, darunter Business Angels, Venture-Capital- und Private-Equity-Investor:innen sowie Family Offices aus Österreich, der DACH-Region und CEE.

Vor dem Hintergrund aktueller makroökonomischer Herausforderungen soll ein Weckruf an das Ökosystem formuliert werden: „Europa steht an einem entscheidenden Wendepunkt. Wir können nicht länger nur die malerische Postkarten-Kulisse der Welt sein, wir müssen zu einem echten wirtschaftlichen Powerhouse werden“, so Niki Futter, Präsident von invest.austria.

Europa soll seine Industriestärke ausspielen

Inhaltlich gliedert sich die Konferenz in drei Schwerpunkte: die Nutzung industrieller Kernkompetenzen, eine klare geopolitische und technologische Positionierung sowie die Beschleunigung von Kapitalflüssen. Im Fokus stehen neben Robotik und industrieller KI auch Investitionen in Souveränitäts- und Verteidigungstechnologien.

Wie sich universitäre Forschung zu einem marktführenden Deep-Tech-Unternehmen entwickeln lässt, skizziert Georg Kopetz, Co-Gründer und CEO von TTTech, in seiner Keynote. Kopetz forderte im brutkasten-Interview bereits eine stärkere Vernetzung europäischer Börsenplätze, um heimischen Tech-Akteuren bessere Wachstumsbedingungen zu bieten.

Auch das Thema Künstliche Intelligenz ist prominent besetzt: Mit Dennis Just spricht ein Vertreter des europäischen KI-Unternehmens Mistral. Just sorgte im Frühjahr für Schlagzeilen: Mistral übernahm das von ihm mitgegründete Linzer Startup Emmi AI (brutkasten berichtete).

„Unser Ziel ist es, Österreich und die CEE-Region noch stärker als attraktiven Investitions- und Innovationsstandort zu positionieren“, beschreibt Daniela Haunstein, Geschäftsführerin von invest.austria, die Mission der Konferenz.

Wo das Wachstumskapital herkommen soll

Neben der technologischen Ausrichtung steht die Mobilisierung von Wachstumskapital im Vordergrund. Dabei wird konkret die Rolle des geplanten österreichischen „Startup & Scale-Up Fund“ diskutiert. Ein eigenes Panel thematisiert, inwiefern Dachfonds als Brückenbauer die Finanzierungslücke zwischen Tech-Unternehmen und institutionellem Kapital schließen können.

Valentin Krenkel, stellvertretender Geschäftsführer von invest.austria, betont: „Ein leistungsfähiger Kapitalmarkt braucht mehr als nur die Finanzierung junger Startups. Von der ersten Wachstumsphase über die internationale Skalierung bis hin zu Unternehmensnachfolgen und erfolgreichen Exits spielt privates Kapital eine entscheidende Rolle. Genau diese Bandbreite wollen wir auf der invest.austria conference sichtbar machen.“

Details zum Programm sowie die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es hier.

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