21.04.2026
KUNST

artloop: AIT startet Initiative, um neue Lösungsansätze für Industrie und Gesellschaft zu entwickeln

Anlässlich des heutigen UN-Welttags für Kreativität und Innovation stellt das AIT Austrian Institute of Technology seine neue Initiative „artloop“ in den Mittelpunkt. Ziel des Programms ist es, die Zusammenarbeit zwischen Kunst, Wissenschaft und gesellschaftlichem Wandel zu intensivieren. Durch die gezielte Einbindung künstlerischer Sichtweisen in Forschungs- und Innovationsprozesse sollen neue Perspektiven auf technologische und gesellschaftliche Herausforderungen entstehen.
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artloop, AIT
© AIT, eSeL - (v.l.) Alexander Svejkovsky, Brigitte Bach, Chiara de Eccher, Andreas Kugi, Klaus Speidel.

Nach mehreren Jahren, in denen künstlerische Positionen am AIT bereits über das Artist-in-Residence-Programm ARTTEC präsent waren, markiert artloop nun den nächsten Entwicklungsschritt. Ziel ist es, den Austausch zwischen Kunst und Forschung weiter zu vertiefen und daraus neue Denk- und Lösungsansätze für Industrie und Gesellschaft zu entwickeln. Das Programm wird von artloop-Kurator Klaus Speidel im gemeinsamen Austausch mit der Geschäftsführung sowie der AIT-Kommunikation entwickelt.

artloop: Vielfalt sichtbar machen

Zugleich versteht sich artloop als Plattform innerhalb des AIT: Das Programm soll die Vielfalt der Themen, Methoden und Perspektiven im Haus sichtbarer machen und den Austausch über Center- und Fachgrenzen hinweg fördern. So entstünden neue Anknüpfungspunkte für Zusammenarbeit, mit Fokus auf den Dialog zwischen Forschung, Kommunikation und institutioneller Entwicklung.

Im Zentrum von artloop steht für das AIT die Idee eines „künstlerischen Loops“: Forschungsprojekte werden hierbei aus neuen, mitunter unerwarteten Perspektiven betrachtet und weitergedacht. Kunst diene dabei nicht der Veranschaulichung von Forschung, sondern wirke als eigenständige Partnerin im Innovationsprozess.

„Über Grenzen hinausdenken“

„Die Künste und Wissenschaften streben beide nach Erkenntnissen und nutzen dabei Kreativität auf unterschiedliche Weise. Wenn sie zusammenarbeiten, werden Probleme umfassender betrachtet und beschrieben, sodass letztlich bessere Innovationen und Lösungen für die Menschen entstehen“, erklärt Speidel.

Und Andreas Kugi, Scientific Director des AIT Austrian Institute of Technology ergänzt: „In unserer wissenschaftlichen Arbeit am AIT müssen wir über Grenzen hinausdenken. Mit unserem Programm artloop nutzen wir Kunst als Impulsgeberin, um Forschung aus neuen Perspektiven zu betrachten. Kunst und Wissenschaft verbindet, dass sie Zukunft nicht nur analysieren, sondern vorausdenken und mitgestalten – beide basieren auf Kreativität und eröffnen neue Ideen und Lösungswege für die Gesellschaft.“

artloop: „Neue Form der Unternehmens- und Kommunikationskultur“

Allgemein ist das Programm dazu gedacht, bei komplexen Themen wie Künstliche Intelligenz, Dekarbonisierung oder digitale Transformation verständlich, anschaulich und gesellschaftlich greifbar zu sein.

„Artloop steht für eine neue Form der Unternehmens- und Kommunikationskultur in unserem Haus. Durch die Perspektiven der Kunst können wir komplexe Fragestellungen auf besondere Weise vermitteln – stimmig, zugänglich und in einer Form, die zum AIT passt“, sagt Brigitte Bach, Geschäftsführerin und Sprecherin der Geschäftsführung des AIT Austrian Institute of Technology.

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v. l. n. r. Stefan Kampusch (AURIMOD GmbH), Leonardo Peikoff (KPMG), Daniela Haunstein, Nikolaus Futter (beide invest.austria), Staatssekretärin Elisabeth Zehetner (Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus), Christian Tauber (NEOALP), André Felker (backbone.one), Lea Krebs (fibionic GmbH), Michael Reip (openmaind) und Benjamin Behr (KPMG) | Foto beigestellt von KPMG

Der Austrian Tech Innovator wird von KPMG veranstaltet und soll österreichischen Startups und Scaleups eine Bühne vor Publikum aus Wirtschaft und Investor:innen bieten. Heuer ging der Sieg an die Aurimod GmbH. Das Unternehmen entwickelt ein tragbares Gerät zur Vagusnerv-Stimulation am Ohr, mit dem Schmerzen ohne Medikamente behandelt werden sollen.

„Unser Ziel ist, Betroffenen eine wirksame Ergänzung zu herkömmlichen Schmerzbehandlungen anzubieten. Mittels Vagusnerv-Stimulation am Ohr können Schmerzen wie beispielsweise chronische Rückenschmerzen, Migräne oder akute postoperative Schmerzen nachhaltig behandelt werden“, erklärt Stefan Kampusch, CEO von Aurimod.

Seit Herbst letzten Jahres tritt das Unternehmen unter einer Doppelspitze auf: Manuel Leal Garcia, seit Mitte 2024 Head of Business Development, wurde zum Chief Commercial Officer und Co-Geschäftsführer neben Kampusch bestellt. Er verantwortet Vertrieb, Marketing und das internationale Geschäft, mit Fokus auf Deutschland, die Schweiz, Großbritannien sowie weitere europäische und nordamerikanische Märkte.

Ticket für den Global Tech Innovator

Mit dem Sieg hat sich Aurimod auch die Teilnahme am Global Tech Innovator gesichert. Dort tritt das Unternehmen gegen die Gewinner:innen der anderen teilnehmenden Länder an. Das internationale Finale findet zum sechsten Mal im Rahmen des Web Summit in Lissabon statt.

„Sichtbarkeit, ein starkes Netzwerk, professionelle Begleitung und ein klarer Blick auf den Markt können den entscheidenden Unterschied machen, um als Startup auch globale Reichweite zu erlangen“, sagt Benjamin Behr, Director im Bereich Advisory bei KPMG und Host des Abends.

Neoalp, fibionic und openmaind unter den Finalisten

Neben Aurimod standen vier weitere Unternehmen im Finale. Drei davon sind brutkasten-Leser:innen bereits bekannt:

Das Wiener Startup Neoalp entwickelt eine vendor-neutrale Operations-Plattform für industrielle humanoide Robotik. Anfang des Jahres berichtete brutkasten, wie das Startup Semperit bei der Einführung humanoider Roboter in der Fertigung unterstützt, gemeinsam mit Projektpartner Cancom.

Das Tiroler Startup fibionic aus Götzens setzt mit seinem patentierten Verfahren „fibionic fiber placement“ auf bionisch inspirierten Leichtbau: Fasern werden gezielt entlang realer Lastpfade ausgerichtet, das Vorbild sind Strukturen wie die Flügel einer Libelle. Im März holte sich das 2021 gegründete DeepTech-Startup drei Millionen Euro, angeführt von Redstone und Euregio+.

Das Grazer Startup openmaind arbeitet an einer KI-basierten Intelligence-Layer für industrielle Robotikprozesse. Die Software vernetzt autonome Transportroboter unterschiedlicher Hersteller in Produktionshallen und lässt sich per natürlicher Sprache steuern. Im Herbst 2025 stieg KaPa Ventures mit einem mittleren sechsstelligen Betrag ein. Die Mitgründer Michael Reip und Christoph Zehentner hatten 2021 bereits ihr Unternehmen Incubed IT an Verizon verkauft.

Vierter Finalist war die backbone.one GmbH, die eine digitale Infrastruktur für erneuerbare Energie entwickelt und das Konzept „Energy-as-a-Currency“ verfolgt.

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