05.02.2026
HEALTH

arterioscope: Grazer Tech-Startup erkennt Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Echtzeit

Herzinsuffizienz wird oft zu spät erkannt – mit fatalen Folgen. Das Grazer Deep-Tech-Spin-off arterioscope hat eine KI-basierte Software entwickelt, die mithilfe herkömmlicher EKG-Daten frühe Anzeichen von Herzschwäche und kardiovaskuläre Risiken erkennen kann.
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arterioscope
(c) Christine Rechling - (v.l.n.r.) Hermann Moser, Co-Founder & CEO, Vahid Badeli, Co-Founder & CTO; Sascha Ranftl,, Co-Founder & Chief Scientist.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen weltweit zu den häufigsten Krankheiten. In den westlichen Ländern sind sie mit rund 45 Prozent und in den Entwicklungsländern mit rund 25 Prozent aller Todesfälle die häufigste Todesursache. Weltweit sterben jährlich rund 17,3 Millionen Menschen an den Folgen einer Herz-Kreislauf-Erkrankung, wobei Schätzungen einen Anstieg auf bis zu 23,6 Millionen im Jahr 2030 prognostizieren. In Österreich stellen sie bei Frauen über 65 Jahren und bei Männern über 45 Jahren die Haupttodesursache dar.

Herzprobleme werden spät entdeckt

Das zentrale Problem ist, dass Herzkrankheiten meist spät entdeckt werden, da Symptome wie Atemnot oder Brustdruck erst in einem späten Krankheitsstadium auftreten. Eine medikamentöse Behandlung zeigt dann oft nicht mehr den gewünschten Erfolg. Der Patient muss daraufhin mit einem operativen Eingriff rechnen.

Weitere Gründe für eine verzögerte Risikoanalyse solcher Krankheiten liegen zum einen an den unspezifischen, unterschiedlichen Symptomen von Herzinsuffizienz. Zum anderen sind herkömmliche, klassische Diagnostikmethoden wie Bluttests im Labor äußerst teuer und werden nur episodisch – und damit nicht lückenlos – durchgeführt. Die Folgen sind hohe Hospitalisierungsraten, die eine große Belastung für Patienten darstellen und hohe Kosten für das Gesundheitssystem verursachen.

arterioscope: KI-Sofware für Diagnose

Das Grazer Deep-Tech-Spin-off arterioscope, eine Ausgründung der Technischen Universität Graz, hat daher einen patentierten Ansatz gefunden, der Anzeichen von Herzinsuffizienz und Risiken für Herzerkrankungen ohne die Zuhilfenahme kostspieliger Diagnosemethoden wie CTs, MRTs oder Bluttests früher erkennen soll.

„Wir haben eine medizinisch validierte, KI-basierte Software für die Diagnose von kardiovaskulären Biomarkern entwickelt, die in direktem Zusammenhang mit Erkrankungen wie etwa Herzinsuffizienz, Herzinfarkt, Atherosklerose, Aneurysmen oder Herzklappenfehler stehen“, erklärt Hermann Moser, Co-Founder und CEO von arterioscope.

Und weiter: „Jede Herzerkrankung wirkt sich auf bestimmte Weise physisch auf die kardiovaskuläre Mechanik aus und verändert auch extern angelegte elektrische Felder. Um diese latenten Informationen zu erhalten, verwenden wir Biosignale von klinischen EKGs und PPGs (Anm.: lichtbasierte Messungen, mit denen Veränderungen des Blutvolumens in den Gefäßen erfasst werden). Mithilfe eines eigenen Machine-Learning- und Deep-Learning-Modells können wir aus den gewonnenen Informationen erstmals Rückschlüsse auf mögliche Herzkrankheiten ziehen – und das in Echtzeit.“

Kooperation mit Grazer Universitäten

Das Machine-Learning-Modell wurde an der Technischen Universität Graz in enger Zusammenarbeit mit der Medizinischen Universität Graz sowie weiteren internationalen Partnern aus Forschung, Medizintechnik und Pharmaindustrie entwickelt. Um statistisch signifikante Ergebnisse zu erzielen, wurde die KI-Software mit einer großen Anzahl öffentlicher klinischer Datensätze trainiert.

„Überhaupt erst durch Machine Learning wurde es möglich, aus den großen Datenmengen statistisch signifikante Ergebnisse mit einer neuen Leistungsstufe in der Auswertung kardiovaskulärer Biosignale zu erreichen“, erklärt Moser.

Engpässen bei Terminvergabe

Die Kombination moderner Signalverarbeitung, maschinellen Lernens und klinischer Referenzdaten könnte überdies weitere praktische Vorteile sowohl für Patient:innen als auch für das Gesundheitssystem bieten, so die Hoffnung. Derzeit wird im Krankenhaus bei Verdacht auf Herzschwäche ein bestimmter Blutwert bestimmt, der „gut etabliert und evidenzbasiert“ ist. Nur: Diese Screenings dienen oft zur Abklärung, und nicht jede dieser Untersuchungen ist zwingend notwendig, weshalb es derzeit auch zu Engpässen bei der Terminvergabe kommt.

„Unsere Idee ist es, über die KI-basierte EKG-Analyse bereits vorab eine Erhöhung dieses Blutwertes vorhersagen zu können. Der Vorteil eines solchen telemedizinischen ‚Vorscreenings‘ ist, gezielter jene Patienten zu identifizieren, die tatsächlich von einer kardiologischen Abklärung profitieren – und unnötige Untersuchungen zu vermeiden. Die Technologie versteht sich dabei sozusagen als eine Art ‚Gatekeeper‘, um Patientenströme effizienter zu lenken“, präzisiert Martin Manninger-Wünscher, CMO von arterioscope und Kardiologe an der Medizinischen Universität Graz.

Auch Risikoanalysen möglich

Neben einer genaueren Voruntersuchung erlaubt die Software auch Risikoanalysen von Herzkrankheiten: „Bisherige KI-EKG-Lösungen versuchen, bestehende Diagnosen lediglich zu ‚imitieren‘ und weisen binäre Diagnosen wie ‚krank‘ oder ‚gesund‘ aus. Unser auf Biomarker basierender Machine-Learning-Ansatz geht einen Schritt weiter: Physiologisch fundierte Risiko-Scores zeigen an, wie wahrscheinlich es ist, ob eine bestimmte Erkrankung tatsächlich vorhanden ist“, sagt Moser.

Ausschlaggebend für diese Messungen seien jedoch sehr große Datenmengen: „Derzeit kann die Software überall dort eingesetzt werden, wo ein EKG verfügbar ist – etwa in Ordinationen, Primärversorgungszentren oder bei Hausärzten. Langfristig arbeiten wir allerdings daran, die Technologie von klassischen medizinischen EKG-Geräten auf Pulskurven aus Wearables zu übertragen.“

Herz-Kontrolle daheim

„Wenn es uns gelingt, die Software valide weiterzuentwickeln und aus diesen PPG-Signalen Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Herzschwäche zu erkennen, könnte man die Früherkennung aus dem medizinischen System heraus bis ins häusliche Umfeld verlagern“, sagt Manninger. „Mit anderen Worten ließen sich Verlaufskontrollen und Messungen von zuhause aus durchführen – und sehr viel mehr Menschen frühzeitig erreichen.“

Darüber hinaus eröffnet die Technologie neue Möglichkeiten für die klinische Forschung: „Kurzfristig liegt unser Fokus auf Biotech-, Pharma- und Industrieunternehmen als Zielgruppen. Sie können unsere Technologie in klinischen Studien einsetzen, um Medikamente schneller und effizienter zu entwickeln.“

Gerade Biotech-Unternehmen stehen unter hohem wirtschaftlichem Druck. Bei der Entwicklung neuer Therapeutika sei es entscheidend, die richtigen Patientengruppen für Studien auszuwählen und frühzeitig wichtige Signale zu erkennen, etwa, ob eine Studie erfolgsversprechend fortgeführt werden kann oder nicht. Fehlentscheidungen können Kosten in der Höhe von bis zu mehreren 100 Millionen Euro verursachen.

Kosten einsparen

„Unsere Technologie ermöglicht eine präzisere Patientenselektion und ein effizienteres Monitoring von Therapieeffekten. Pharmaunternehmen könnten dadurch vor allem in späteren Studien erhebliche Kosten einsparen, während gleichzeitig das Gesundheitssystem durch frühere Diagnostik und Prävention profitiert“, sagt Moser.

Langfristig ist eine Zusammenarbeit mit öffentlichen und privaten Gesundheitssystemen, Versicherungen und Ärzten vorgesehen: Ein bevölkerungsweites Screening ab dem 40. Lebensjahr auf frühe Anzeichen von Herzinsuffizienz bzw. das Risiko für Herzerkrankungen ließe sich in bestehende Gesundheitsvorsorgeuntersuchungen integrieren oder mit Initiativen wie Herzmobil oder den EU-Gesundheitsplänen verknüpfen.

Alle 15 Minuten stirbt jemand an Herz-Erkrankungen

Der am 16. Dezember 2025 veröffentlichte EU Cardiovascular Health Plan der Europäischen Kommission sieht bis 2035 unter anderem die Stärkung von Prävention, Früherkennung und digitaler Gesundheitsstrategien vor. Auch die Österreichische Kardiologische Gesellschaft (ÖKG) betont die Dringlichkeit koordinierter, nachhaltiger Strategien und spricht sich für die Entwicklung eines nationalen Herz-Gesundheitsplans aus.

Die Technologie von arterioscope könnte, so der Plan, diese Strategien maßgeblich unterstützen und dabei helfen, Gegenmaßnahmen zu ergreifen, um die Auswirkungen auf Gesellschaft, Gesundheitssystem und Wirtschaft zu senken. Moser verdeutlicht das in Zahlen: „Heute stirbt allein in Österreich alle 15 Minuten jemand an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung, und jährlich werden mehr als 35.000 Herzinfarkte verzeichnet. Die Relevanz unserer Technologie steht damit außer Frage.“

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Lirone Glikman, Branding-Expertin und Gründerin der Agentur The Human Factor, spezialisiert auf Founder-Led Branding

Dieser Text ist zuerst im brutkasten-Printmagazin von Mai 2026 „Die nächste Stufe“ erschienen. Eine Download-Möglichkeit des gesamten Magazins findet sich am Ende dieses Artikels.


In einer Welt, in der KI Inhalte massenhaft produziert und Unternehmen täglich neu entstehen, verschiebt sich der entscheidende Wettbewerbsfaktor: weg vom reinen Produkt, hin zum Vertrauen. „Founder Led Branding“ heißt das Konzept, das Gründer:innen dazu bringt, sich selbst als sichtbare Persönlichkeiten ihrer Unternehmen zu positionieren – authentisch, strategisch und mit klarer Botschaft. Anders als beim klassischen Personal Branding geht es dabei nicht nur um die eigene Person, sondern um die enge Verzahnung von Founder-Identität und Unternehmensmission. Studien und Beobachtungen auf LinkedIn zeigen: Beiträge von Personen erzielen deutlich höhere Reichweiten als jene von Unternehmensseiten. Investoren prüfen Profile, bevor sie ein Meeting zusagen. Kunden googeln Gründer, bevor sie kaufen. Wer als Founder unsichtbar bleibt, verliert Deals – noch bevor sie überhaupt verhandelt werden.

Eine, die dieses Thema international bearbeitet, ist Lirone Glikman. Die israelisch-französische Branding-Expertin begann bereits mit 16 Jahren ihre Karriere, indem sie beim CEO eines israelischen Radiosenders an die Tür klopfte und kurz darauf jüngste Radiomoderatorin des Landes wurde. Heute leitet sie ihre Agentur The Human Factor, die sich auf Founder-Led Branding spezialisiert hat, unterrichtet seit über zwölf Jahren in 28 Ländern und ist Autorin des Buchs „The Super Connector’s Playbook“. Zudem ist sie Executive Director des NGO Committee on Sustainable Development – NY, das mit der UNO affiliiert ist. Im Interview spricht sie über die Trust Economy, häufige Fehler von Gründern und darüber, warum es heute nicht mehr genügt, einfach nur ein gutes Produkt zu haben.

brutkasten: Frau Glikman, beginnen wir mit einer einfachen Frage: Wer sind Ihre Kundinnen und Kunden?

Glikman: Ich pendle zwischen Berlin und Tel Aviv. Meine Klienten sind Startups in frühen oder späteren Phasen, die Sichtbarkeit brauchen; meist dann, wenn sie Kapital aufnehmen, Kunden gewinnen oder in einen neuen Markt eintreten wollen. Dazu kommen Innovationsmanager in Konzernen.

Ein Beispiel ist Celleste Bio, ein israelisches Startup, das als erstes Unternehmen der Welt Milchschokolade mit echter Kakaobutter aus Zellsuspensionskultur-Technologie vorgestellt hat; ein Meilenstein für eine skalierbare, kommerziell tragfähige Kakao-Lieferkette. Jüngst wurde gemeinsam mit Mondelez die erste Tafel produziert, deren Kakaobutter zu 100 Prozent bio-identisch im Labor erzeugt wurde.

Wie nähern Sie sich einem Founder, der mehr Sichtbarkeit braucht?

Zuerst geht es um die Bereitschaft. Viele Gründer wissen, dass sie sichtbar sein müssen – bevor sie einen Raum betreten, ist die Entscheidung beim Investor oft schon teilweise gefallen. Er googelt, schaut auf LinkedIn, gleicht ab, ob das Gesagte zum Gesendeten passt. Unsere Marke arbeitet für uns, bevor wir den Raum betreten – aber zwischen dem Wissen und dem Tun klafft eine Lücke. Viele sind kamerascheu oder arbeiten lieber am Produkt.

Wenn sie zu mir kommen, beginnen wir mit der Strategie. Founder-Persönlichkeit und Unternehmenswerte liegen am Anfang oft sehr nah beieinander. Wir bauen eine Markenidentität auf – authentisch, nicht aufgesetzt. Welche Botschaften, welche Werte, welche Stärken? Ist die Person warm, eher kühl, fürsorglich? Wir nehmen, wer sie sind, und betonen die relevanten Aspekte online.

Was unterscheidet Founder-Led Branding vom klassischen Personal Branding?

Personal Branding ist ein abgenutzter Begriff – wir alle haben eine Marke, ob wir wollen oder nicht. Founder-Led Branding bedeutet, dass man als Gründer bewusst Botschaften platziert, die einem selbst und dem Unternehmen dienen. Heute vertrauen wir Institutionen, großen Namen und Regierungen weniger – wir vertrauen einander.

Wenn Vertrauen zur Währung wird – gerade in einer Welt, in der KI Posts schreibt und Unternehmen über Nacht entstehen lässt – bleibt das Menschliche. Wenn Sie mir vertrauen, vertrauen Sie vielleicht auch meinem Unternehmen.

Auf LinkedIn performt Founder-Content stärker als Unternehmenscontent. Warum?

Der Algorithmus will, dass Sie sich mit einer Person verbinden. Unternehmensbeiträge werden weniger ausgespielt. Es geht um die Verbindung von Mensch zu Mensch.

Was sind die größten Fehler, die Gründer machen?

Erstens: Viele halten Sichtbarkeit für ein „Nice to have“. Damit fehlt die Konsistenz.

Zweitens: Es gibt keinen roten Faden. Wenn man sich Posts der letzten Monate ansieht, sollte ein Muster erkennbar sein. An einem Tag der Urlaub, am nächsten das Unternehmen, dann etwas anderes – das funktioniert nicht. Es braucht Markensäulen.

Drittens: Viele teilen nur Beiträge ihrer Firmenseite oder von Kollegen. LinkedIn mag das nicht. Die Plattform will wissen, was Sie zu sagen haben, was Ihre Kämpfe und Erkenntnisse sind.

Und viertens: Manche gehen zu Medien, die nicht zu ihrer Phase passen. Wenn das Produkt noch nicht reif ist, sollte man etwa in einem Podcast über das Feld sprechen, nicht über die Lösung. Sonst verspricht man zu viel und liefert zu wenig.

Wie viele Posts pro Woche sind realistisch sinnvoll?

Optimal wären zwei pro Woche. Realistisch reicht ein guter, tiefgehender Post pro Woche, der eine eigene Perspektive zeigt. LinkedIn liebt sogenannte „Scar Stories“ – Geschichten von Verletzungen, aus denen man gelernt hat.

Über Fehler zu sprechen ist guter Content?

Ja, weil es verbindet. Es muss nicht der größte Fehler sein. Sie können sagen: Wir haben anfangs in diese Richtung investiert, dann hat sich der Markt verändert, also haben wir gepivotet. Das ist „Building in Public“ – Sie nehmen Ihre Follower mit auf die Reise. Stellen Sie sich vor, Sie haben Ihre eigene Show!

Im DACH-Raum spricht kaum jemand über Misserfolge. Wie ist das in anderen Kulturen?

Es geht nicht darum, sich in schlechtem Licht zu zeigen, sondern Lernerfahrungen zu teilen. Die israelische Kultur ist sehr expressiv und leidenschaftlich. Wir haben Gründer, die ihre tiefen Kämpfe und Frustrationen während des Aufbaus ihres Unternehmens radikal offen teilen. Das gibt anderen Gründern die Erlaubnis, es ihnen gleichzutun – was am Ende sowohl persönlich als auch für das Unternehmen hilfreich ist.

In asiatischen Kulturen, im Baltikum, im DACH-Raum oder in Skandinavien sind Menschen reservierter und risikoaverser. Das ist nicht schlecht – Israelis springen auf jede Idee; manchmal funktioniert es, manchmal nicht. Die Frage ist: Wie viel kann ich teilen, das mir dient, anderen Wert gibt, mir aber nicht schadet?

Wie misst man eigentlich, ob Sichtbarkeit auch Umsatz bringt?

Anders als im Vertrieb, wo Sie 50 Leute ansprechen und zwei Deals abschließen, geht es hier um Signale. Verbinden sich qualitativ relevante Menschen aus Ihrer Zielgruppe mit Ihnen? Merken Sie, dass Investoren Sie schon kennen, bevor Sie den Raum betreten? Sprechen Menschen über Sie? Das nennt man „Dark Social“ – wenn das passiert, funktioniert Ihre Marke.

Ein konkreter Tipp zur Monetarisierung: Vor jedem Meeting werden Sie beobachtet. Posten Sie zwei oder drei Tage vorher etwas, das Fragen oder Einwände beantwortet, die im Gespräch kommen werden. Wenn Investoren an der Skalierbarkeit zweifeln könnten, schreiben Sie über die Skalierbarkeit Ihrer Branche.

Das ist strategische Kommunikation pur…

Genau. Wenn Sie sich auf ein Meeting vorbereiten, gehört ein LinkedIn-Post auf die To-do-Liste. Sichtbarkeit ist kein Privileg, sondern ein Business-Tool, eine Infrastruktur.

Wie viel Zeit sollte ein Gründer investieren?

Mit KI ist das heute leichter. Erstellen Sie ein Projekt in ChatGPT oder Claude, füttern Sie es mit Ihrer Marke, Werten, Botschaften, kopieren Sie E-Mails oder Texte hinein. Dann sagen Sie: Ich möchte über die Skalierbarkeit unseres Geschäfts schreiben, hier sind drei Punkte. So entstehen Posts in Ihrer Stimme. Minimum: ein Post pro Woche. Sie können sich 30 Minuten wöchentlich Zeit nehmen oder einmal im Monat ein, zwei Stunden für alle Posts.

LinkedIn ist mit KI-Content geflutet. Sehen wir eine Gegenbewegung hin zu mehr Authentizität?

Es heißt, etwa 80 Prozent der Posts seien KI-generiert – ich denke, es sind mehr. Was Sie vermeiden sollten: den langen Gedankenstrich, den alle KI-Tools lieben; und typische Strukturen wie „Don’t do X, do Y“ oder kurze Sätze mit Punkt am Ende. Ich habe gestern in einem Post einen Tippfehler gefunden und ihn drin gelassen – weil er menschlicher ist. Verwenden Sie keine Wörter, die Sie sonst nie benutzen. KI können Sie trainieren, aber vertrauen Sie ihr nicht zu 100 Prozent.

Welche Trends sehen Sie auf LinkedIn?

Authentizität mit eigenem Stil und visuellen Wiedererkennungsmerkmalen. Und Spezifität: LinkedIn will Sie mit relevanten Menschen vernetzen – fokussieren Sie sich also auf Ihr Fachgebiet.

In Österreich gibt es Gründer, die sehr laut auftreten. Birgt das Risiken?

Kulturell, ja. Wenn Sie Wertvolles teilen, das anderen hilft, ist Lautstärke okay. Aber im DACH-Raum kann das Türen schließen. In Israel sind die Menschen wie gesagt von Natur aus lauter und leidenschaftlicher. Heute sehen wir auch einen Shift zu Solopreneuren oder Drei-Personen-Unicorns. Als Solopreneur müssen Sie Ihre Marke draußen haben – das Ziel sind Glaubwürdigkeit und Vertrauen.

Gibt es internationale Vorbilder?

Jensen Huang von Nvidia versteht, dass er das Gesicht des Unternehmens ist. Auf seinem LinkedIn-Profil steht Nvidia und davor ein Job als Tellerwäscher in einem Burgerladen.

Oder Sam Altman: Vor drei Jahren, als die Menschen Angst vor OpenAI hatten, machte er mit seinem Mitgründer eine Welttournee, traf Menschen auf Events. Sie nutzten ihre Founder-Marke, um Botschaften zu transportieren und Vertrauen aufzubauen.

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