30.03.2021

ArtAdventure-Gründerin Eckl-Kerber: „Der Künstler verschwindet im Digitalen“

Kunst ist Kultur. Und als solches ein Sorgenkind geworden. Nicht bloß sind die Erschaffer von Kunstwerken in einer schwierigen Situation und lechzen nach einem Ende der Corona-Zeit, sondern die gesamte Kreativwirtschaft leidet und flüchtet ins Netz. Ein Umstand, den ArtAdventure-Gründerin Melanie Eckl-Kerber gut kennt.
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(c) ArtAdventure - Melanie Eckl-Kerber möchte mit ArtAdventure mehr Kreativität ins Leben von Erwachsenen bringen.

Ein lohfarbenes Atelier. Links und rechts Farbkleckse und eine sich färbende Leinwand vor einem. Man selbst fokussiert auf das Objekt, das man einzufangen versucht – immer mit dem Gedanken im Hintergrund sein Werk bald in einer Galerie auszustellen. Diese nur allzu klassische Szene steht stellvertretend für eine Zeit, in der die Kunst es leichter hatte und nicht zu den Sorgenkindern der Pandemie zählte. ArtAdventure-Gründerin Melanie Eckel-Kerber kennt die Probleme der Kulturschaffenden. Sie selbst leidet als Malerin sehr darunter, was sie aber dennoch nicht stört einen eigenen Weg für die Kunst einzuschlagen.

„Wenig Möglichkeiten sich zu präsentieren“

„Den Künstlern geht es nicht gut“, sagt sie. „Sie verschwinden im Digitalen. Es gibt wenig Möglichkeiten sich zu präsentieren. Künstler leben, um sich auch zu zeigen. Momentan geht jedoch der Großteil des Marktes verloren. Viele suchen sich andere Jobs.“

Kreativität im Berufsleben

Eckl–Kerber führt, wenn sie über Kunst spricht, eine Attitüde, die sie schon lange pflegt. Sie wünscht sich und arbeitet an einem „Mehr“ an Fantasie im Alltag. „Kreativität wird immer wichtiger. Vor allem im Berufsleben. War diese Eigenschaft unter HR-Managern vor fünf Jahren noch an zehnter Stelle, so ist sie jetzt das drittwichtigste Kriterium“, so die Gründerin weiter, deren eigener Broterwerb die stellvertretende Bereichsleitung für Bildung und Gesellschaft in der Industriellenvereinigung darstellt.

Mit der Kindheit geht auch etwas anderes verloren

Mit dieser Aussage spielt Eckl-Kerber nicht unbedingt auf einen gesellschaftlichen Paradigmenwechsel an, sie betont eher eine veränderte Arbeitswelt, die stärker auch von kreativen Ideen und Lösungsansätzen von Mitarbeitern lebt. „Leider verlieren die Leute im Erwachsenen-Alter die Kreativität“, sagt Eckl-Kerber und möchte diesen Umstand verändern.

Kreative Auszeit mit ArtAdventure

Ihr Startup ArtAdventure ermöglicht es Interessierten sein eigenes Kunstwerk unter der Leitung von professionellen Künstlern zu malen. Und sich, wie die Gründerin sagt, eine „kreative Auszeit“ zu nehmen. An besonderen „Locations“ wie etwa der Schlumberger Sektkellerei, der Karlskirche, im Schmetterlingshaus oder der Schallaburg.

c) ArtAdventure – Das Startup ArtAdventure bietet die Möglichkeiten an ausgewählten Orten seinen „inneren Künstler“ zu entdecken.

„Kunden können bei uns einen Termin buchen. Sie müssen einfach nur zu dem ausgewählten Ort hinkommen und werden Schritt für Schritt geleitet. Material wird bereitgestellt“, sagt Eckl-Kerber. „Wir sind daher auch für Anfänger geeignet.“

ArtAdventure: Künstler leiten Kurse und Workshops

Natürlich ist das Geschäftsmodell heute ein anderes als vor Corona. Aktuell werden die Kurse online per Zoom abgehalten. Einmal im Monat gibt es einen kostenlosen Workshop für Kinder live auf Facebook.

Eckl-Kerber ist als Malerin gut in der hiesigen Szene vernetzt. Daher bestehen die Künstler, die sie bei ArtAdventure unterstützen aus Galeristen, kommen aus Kulturvereinen oder von der Kunst-Universität. Insgesamt werden beim Startup 15 bis 20 verschiedene Sprachen abgedeckt – von Portugiesisch bis Farsi. Ein Skill-Set, das der Unternehmung besonders bei einem zweiten Geschäftsfeld zugute kommen soll. Jenes richtet sich an Touristen, ist aber auch wegen Covid-19 klarer weise auf „Hold“.

Paint Your Souvenir

Paint Your Souvenir spricht Urlauber in Wien Niederösterreich und dem Burgenland an. Dabei können einzelne Touristen oder ganze Gruppen sich ein individuelles Andenken erschaffen. Ein selbst gemaltes Bild an speziellen Orten, wie dem Donauturm, beim Riesenrad, in Schönbrunn oder beim Zentralfriedhof.

Expansion in Nachbarländer

„Wir planen heuer unsere geschützte Marke ‚Paint Your Souvenir‘ in den Nachbarländern umzusetzen. Und sehen da riesiges Potential“, sagt Eckl-Kerber. ArtAdventure, als Teil der in Sorge geratenen Kreativwirtschaft, soll hingegen nach Umsatzeinbrüchen während der Pandemie bald wieder durchstarten. Und Erwachsene wieder zu kindestypischer Kreativität heranführen. Damit diese nicht nur im Berufsfeld brillieren können, sondern auch wieder das Entspannen lernen.

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Startups im DefenseTech Bereich könnten einen Aufschwung erleben. (c) pexels

In Österreich unterliegen Rüstungsbetriebe strengen Export- und Herstellungskontrollen, primär geregelt durch das Kriegsmaterialgesetz und das Außenwirtschaftsgesetz. Um der Rüstungsindustrie die Arbeit zu erleichtern, will Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) die gesetzlichen Rahmenbedingungen nun lockern. Unsicherheiten sollten entfernt werden und Exporte schneller und einfacher über die Bühne gehen, so der Minister gestern gegenüber der „Zeit im Bild“ (ZIB) des ORF bei einem Besuch eines Rheinmetall-Werks in Wien. Die Finanzierung von Rüstungssaufträgen sei ein wesentliches Finanzierungsvehikel für heimische Industrie und Betriebe.

„Neutralität ist oberstes Gut“

Gleichzeitig sagte er, dass diese Schritte keinen Einfluss auf die Neutralität haben sollen. „Die Neutralität ist oberstes nationales Gut, das es zu schützen gilt. Wir dürfen aber durch die Neutralität nicht in eine Situation kommen, dass unsere Betriebe gewisse Aufträge nicht abarbeiten können.“

Ob sich die strikte Trennung von wirtschaftlichem Profit und militärischer Neutralität in Österreich in der Realität so aufrechterhalten lässt, wie es die Politik erhofft, bleibt angesichts der verankerten juristischen Hürden abzuwarten. Für die heimischen Startups und Unternehmen im Defense- oder auch Dual-Use-Bereich sind die geplanten Lockerungen jedenfalls eine Chance, sich auf dem europäischen Markt noch stärker zu etablieren.

Diskretion und Dual Use

Dass die Vereinbarkeit von wirtschaftlichem Potenzial und der Neutralität in Österreich nicht gerade einfach ist, wissen auch Founder:innen. Dem Thema DefenseTech wird in Österreich traditionell mit großer Diskretion begegnet. Kein Wunder, hat sich das Land schon vor 71 Jahren der Neutralität verpflichtet. Reine DefenseTech-Startups findet man hierzulande kaum, die meisten agieren im sogenannten „Dual Use“-Bereich. Das bedeutet, ihre Produkte lassen sich nicht ausschließlich im militärischen, sondern auch im zivilen Bereich einsetzen. Neben dem teils kritischen Ansehen der Industrie, gibt es weiters auch Strafen für Unternehmen, wenn deren Produkte für Kriegsparteien bereitgestellt werden.

3,3-Milliarden-Euro-Industrie

Trotz der strengen Auflagen leistet die Rüstungsindustrie in Österreich ihren wirtschaftlichen Beitrag: Laut Industriemagazin erwirtschaftet die Branche jährlich etwa 3,3 Milliarden Euro und damit 0,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Und es haben sich in den letzten Jahren auch einige Startups im DefenseTech- oder verwandten Bereichen etabliert, die von den Lockerungen profitieren könnten. Viewpointsystem, CycloTech oder Drone Rescue Systems, um ein paar zu nennen – wohl gemerkt alle drei im genannten „Dual Use“-Segment.

Wie groß das Potenzial ist, das durch solche Lockerungen entfesselt werden kann, zeigt ein Blick über die Grenze. Im Nachbarland Deutschland boomt die DefenseTech-Branche. Erst gestern berichtete brutkasten über ein 1,6 Mrd. Euro schweres Investment in das Münchner KI-DefenseTech-Scaleup Helsing – der neue Deutschland-Rekord. Das Unternehmen für Drohnen und unbemannte Kampfflugzeuge wird nun mit 18 Mrd. US-Dollar bewertet. Zuvor holte der Münchner Drohnenhersteller Quantum Systems 1,2 Mrd. US-Dollar.

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