15.06.2021

Arctic Astronautics möchte Holz-Satelliten „Wisa Woodsat“ ins All schicken

Vielleicht wird man einmal sagen , der Traum vom Menschen als "Space Native" begann mit einem Stück Holz. Und womöglich dabei an den hölzernen Satelliten Wisa Woodsat denken.
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(c) Arctic Astronautics - Ein finnisches Unternehmen testet die Eigenschaften von Holz im All aus.

Wisa Woodsat soll dorthin gehen, wo noch kein Holz zuvor gewesen ist. Das schreibt das finnische Unternehmen über seine Weltraum-Mission, mit der man Daten über das Verhalten und Haltbarkeit von Sperrholz im All sammeln möchte. Dabei geht es darum zu ergründen, wie sich der hölzerne Satellit über einen längeren Zeitraum in den rauen Temperaturen, dem Vakuum und der Strahlung des Weltraums verhält. Um die zukünftige Nutzung von Holzmaterialien in Weltraumstrukturen zu bewerten.

Holz mit Selfie-Stick

Der Nanosatellit aus Holz basiert auf dem Bildungssatelliten Kitsat und misst auf jeder Seite zehn Zentimeter, mit einem Gewicht von einem Kilogramm. Eine Reihe von On-Board-Sensoren, darunter zwei Kameras, werden zur Überwachung des speziell beschichteten Wisa-Birkenholzes eingesetzt. Eine dieser Kameras befindet sich an einem ausfahrbaren Ausleger für Außenaufnahmen. Das Labor für Weltraummaterialien der Europäischen Weltraumorganisation wird ebenfalls ein neuartiges Sensorsystem für die Mission bereitstellen. Und all das wird von neun kleinen Solarzellen mit Strom versorgt.

„Der Holzsatellit mit Selfie-Stick wird sicherlich für Lacher sorgen und zum Schmunzeln anregen, aber im Grunde ist dies ein ernsthaftes wissenschaftliches und technologisches Unterfangen. Neben der Erprobung von Sperrholz wird der Satellit die zugängliche Funkamateur-Satellitenkommunikation demonstrieren, mehrere sekundäre Technologieexperimente beherbergen, die Kitsat-Plattform im Orbit validieren und die Weltraumtechnologie in der Öffentlichkeit populär machen“, sagt Wisa Woodsat-Missionsmanager Jari Mäkinen von Arctic Astronautics.

Wisa Woodsat wird mit der „Electron“-Trägerrakete von Rocket Lab in den polaren Orbit gebracht. Der Start erfolgt vom Startkomplex Mahia Peninsula in Neuseeland. Der Satellit wird die Erde in einer Höhe von 500 bis 550 Kilometern umkreisen und dabei alle anderthalb Stunden eine volle Umlaufbahn absolvieren.

„Houston wir haben eine Lösung“

Das ferne Ziel des Projekts ist es, eine Zukunft jenseits von Fossilien zu schaffen, wie auch Ari Voutilainen, Raumfahrt-Projektleiter des beteiligten Unternehmens UPM Plywood sagt: „Wisa Woodsat ist aus Sperrholz gefertigt und transportiert die Botschaft, fossile Materialien durch erneuerbare Holzwerkstoffe zu ersetzen, auch in sehr anspruchsvollen Anwendungen. Houston, wir haben eine Lösung.“

Gewöhnliches Sperrholz ist für die Verwendung im Weltraum zu feucht, daher legt Arctic Astronautics es in eine thermische Vakuumkammer, um es zu trocknen. Anschließend wird eine Atomlagenabscheidung (Verfahren zur Abscheidung von extrem dünnen Schichten) durchgeführt, bei der eine sehr dünne Aluminiumoxidschicht aufgetragen wird. Dies soll unerwünschte Dämpfe aus dem Holz minimieren, die in der Raumfahrt als „Ausgasung“ bekannt sind, und gleichzeitig vor den erosiven Wirkungen von atomarem Sauerstoff schützen sollen.

Wisa Woodsat Prototyp (Live Broadcast ab Minute 47:25)

Die Herstellung des Satelliten ist aktuell im Gange und als Nächstes stehen Tests an. All diese Aktivitäten können auf der Website und dem Blog der Mission verfolgt werden.

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DiLT Analytics
© DiLT Analytics

DiLT Analytics hat eine siebenstellige Finanzierungsrunde abgeschlossen. Sie setzt sich aus einem Equity-Investment von Noctua Science Ventures und einer Förderung der Austria Wirtschaftsservice (aws) im Rahmen des Programms Seedfinancing – Deep Tech zusammen. Mit dem Geld möchte das 2021 gegründete Spinoff der TU Graz sein Team ausbauen und FaciliMind, seine Software zur automatisierten Fehlerdiagnose in Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen, zu weiteren Betreibern großer Gebäudeportfolios bringen

DiLT Analytics: „Substanziell wachsen“

Noctua Science Ventures ist ein Wiener Deep-Tech-Fonds und ein Joint Venture von Speedinvest und den Technischen Universitäten Österreichs. Der Fonds investiert gezielt in Ausgründungen, deren Produkt auf langjähriger Forschung beruht.

„Die aws-Förderung ergänzt das Investment und ist auf genau diese Phase zugeschnitten: den Schritt von einer erprobten Technologie zu einem Produkt, das sich über viele Standorte hinweg ausrollen lässt“, heißt es per Aussendung. Um im Sinne des Programms aws Seedfinancing – Deep Tech als Deep Tech zu gelten, muss das Vorhaben auf einer „anspruchsvollen technologischen und wissenschaftlichen Herausforderung“ basieren und einen klaren Technologiesprung gegenüber bestehenden Lösungen oder rein inkrementellen Weiterentwicklungen ermöglichen.

„Mit Noctua Science Ventures haben wir einen Partner gefunden, der beides kennt: die technischen Herausforderungen eines Deep-Tech-Produkts und den Weg in die Kommerzialisierung. Für ein junges Spinoff ist das der Best Case. Dass parallel auch die aws-Förderung zugesagt wurde, bestätigt uns, dass FaciliMind und unser Team auf dem richtigen Weg sind. Jetzt geht es darum, substanziell zu wachsen“, sagt Theresa Kohl, CEO von DiLT Analytics.

Philipp Stangl, Managing Director von Noctua Science Ventures, ergänzt: „Von unseren vielen Gesprächspartnern erhielten wir ein sehr einheitliches Bild zu DiLT: ein glaubwürdiger, technisch differenzierter Ansatz, umgesetzt von einem Team, mit dem Immobilienprofis gerne zusammenarbeiten. Genau diese Kombination aus Forschungsvorsprung und starker Kundenorientierung ist es, wonach wir in der Pre-Seed-Phase suchen.“

2021 gegründet

DiLT Analytics wurde Ende 2021 von Franz Wotawa und Gerald Schweiger als Spinoff des Instituts für Softwaretechnologie der TU Graz gegründet und ging aus der Forschungsgruppe „Intelligent Systems“ hervor. Erstes größeres Projekt war „Inframonitor“, eine herstellerunabhängige IoT-Datenplattform für den Campus Inffeldgasse der TU Graz.

Seither ist DiLT an mehr als 20 Forschungsprojekten mit über 15 Partnern beteiligt, einige davon FFG-gefördert und gemeinsam mit österreichischen und europäischen Universitäten. Die Ergebnisse fließen über den Forschungszweig DiLT Research direkt in die Produktentwicklung. Geführt wird das Unternehmen heute von Theresa Kohl (CEO), Christopher Gray (Business Development & Strategy), Thomas Hirsch (CTO), Reinhard Pertschy (CPO) und Thomas Schwengler (Head of Software).

Die entwickelte Software FaciliMind analysiert Betriebsdaten von Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen, erkennt dabei versteckte Fehler und Optimierungspotenziale und liefert Technikteams eine nach Dringlichkeit sortierte Maßnahmenliste, so der Claim. Die Software von DiLT Analytics arbeitet herstellerunabhängig und lässt sich über ein einzelnes Gerät an die bestehende Gebäudeleittechnik anbinden. Dank eines knowledgegraphbasierten Softwarestacks soll sie das digitale Abbild komplexer Anlagen weitgehend automatisiert innerhalb weniger Tage statt monatelanger Handarbeit erstellen können. Zielgruppe sind Betreiber großer Gebäudeportfolios, etwa in der öffentlichen Hand, an Flughäfen sowie in Industrie und Gesundheitswesen.

DiLT Analytics erhielt Preise

Zu den Kunden zählen u.a. die Technischen Universitäten Graz und Wien, Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), IG Immobilien Management GmbH und Industriekunden. 2025 wurde DiLT Analytics mit dem DREA Award und dem ÖGUT Umweltpreis ausgezeichnet. Und ist seit September 2026 nach ISO 27001 zertifiziert.

„Wissen über Anlagenbetrieb soll im Unternehmen bleiben“

Neben der Verstärkung des Teams und dem geplanten Rollout möchte DiLT Analytics künftig ein Übersetzungswerkzeug für den BACtwin-Standard als Open Source veröffentlichen und die Diagnose künftig auf weitere Technologien wie Wärmepumpen, Photovoltaik und Batteriespeicher ausweiten

„Ein Gebäudeportfolio überdauert seine Dienstleister und oft auch seine erfahrensten Mitarbeitenden“, sagt Kohl. „Unser Ziel ist, dass das Wissen über den Anlagenbetrieb im Unternehmen bleibt und dass Entscheidungen auf verifizierter Datengrundlage statt auf Bauchgefühl und Erinnerung beruhen.“

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