29.06.2022

Arbeitgeberattraktivität: Auch jungen Bewerber:innen geht’s ums Geld, nicht ums Klima

Was erwartet sich die Generation Z von Arbeitgeber:innen? whatchado hat dazu mehr als 30.000 junge Menschen befragt.
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Arbeitnehmerattraktivität Generation ZTikTok
(c) Adobestock

Die Arbeitslosigkeit ist aktuell trotz Krisenstimmung niedrig. Der Fachkräftemangel wird von Unternehmen in Umfragen als eines der drängendsten, wenn nicht das drängendste Problem genannt. Und Expert:innen sprechen immer häufiger vom einem Wandel vom Arbeitgeber:innen- zum Arbeitnehmer:innen-Markt. Sprich: Job-Suchende sind aktuell in einer guten Position und können Forderungen stellen. Entsprechend sind Unternehmen bemüht, die Arbeitgeberattraktivität zu stärken.

Was macht für die Generation Z Arbeitgeberattraktivität aus?

Worum es hierbei speziell Bewerber:innen aus der Generation Z geht, wollte nun whatchado in einer Studie herausfinden, für die insgesamt mehr als 30.000 Schüler:innen, Lehrlinge, Studierende und junge Menschen mit Berufserfahrung im DACH-Raum von Mitte April bis Anfang Juni befragt wurden. Zumindest ein Teilergebnis ist dabei wohl doch für viele überraschend: Fridays for Future hin oder her – Klimaschutz im Unternehmen spielt für junge Bewerber:innen eine vergleichsweise untergeordnete Rolle.

Aufgabengebiet noch wichtiger als Gehalt, Klimaschutz ist vielen egal

Ganz oben auf der Prioritätenliste in der Arbeitgeberattraktivität steht laut Whatchado-Umfrage das im Job zu erwartende Aufgabengebiet, das von 91 Prozent der Befragten als sehr wichtig oder wichtig für die Job-Entscheidung genannt wird. Auf Platz zwei folgt das Gehalt mit 84 Prozent. Auch Weiterbildungsmöglichkeiten für Mitarbeiter:innen stehen mit 74 Prozent hoch im Kurs (für Studierende ist dieser Punkt sogar wichtiger als das Gehalt). Das betriebliche Engagement des Unternehmens gegen den Klimaschutz ist dagegen nur für 30 Prozent der Befragten entscheidend – noch hinter der Möglichkeit für Home Office, die mit 40 Prozent ebenfalls weniger wichtig ist, als vielleicht erwartet.

Wechselbereitschaft: Mehr Geld für viele ausschlaggebend

Abgefragt wurde auch die Wechselbereitschaft. Für 68 Prozent wäre laut Umfrage ein besseres Angebot bezogen auf Gehalt oder Benefits für einen Jobwechsel ausschlaggebend. 63 Prozent geben an, sie würden den Arbeitgeber wechseln, wenn sich ihre Tätigkeiten anders gestalten, als erwartet. Für Studierende und Berufserfahrene ist dieses Kriterium mit 77 Prozent bzw. 72 Prozent sogar noch wichtiger als ein attraktiveres Gehaltsangebot. Unter den Berufserfahrenen sind zudem für 62 Prozent zu wenig Wertschätzung und für 69 Prozent ein schlechtes Verhältnis zum bzw. zur Vorgesetzten für einen Wechsel sehr relevant.

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Vl. A1-CCO Martin Resel und IBM-Österreich-Chef Marco Porak | © A1/APA/Hörmandinger
Vl. A1-CCO Martin Resel und IBM-Österreich-Chef Marco Porak | © A1/APA/Hörmandinger

Dass für Unternehmen kein Weg mehr an Agentic AI vorbeiführt, ist mittlerweile ein Gemeinplatz. Dass eine sichere und konforme Umsetzung davon nicht so einfach ist, ebenfalls. „Für KI im Unternehmenskontext gelten andere Spielregeln als im privaten Bereich. Ich spreche hier besonders von souveräner KI“, sagt Marco Porak, Generaldirektor von IBM Österreich, bei einem gemeinsamen Pressetermin mit A1 und dessen Cloud-Tochter Exoscale. Mit einer gemeinsamen Plattform, die IBM watsonx auf A1 Exoscale bringt, will man Unternehmenskunden gemeinsam eine sichere und digital souveräne Lösung bieten.

„Wir sind Teil der kritischen Infrastruktur“

Denn Schatten-KI, also die Nutzung privater bzw. vom Unternehmen nicht genehmigter KI-Anwendungen durch Mitarbeiter:innen, sei ein echtes Sicherheitsrisiko, betont Martin Resel, stv. Vorstandsvorsitzender von A1 und CCO Enterprise. „Unternehmen können es sich nicht leisten, KI nicht zu nutzen. Da geht es um Wettbewerbsfähigkeit. Alles muss effizienter werden, etwa auch in der Verwaltung. Wenn man dann aber Daten global findet, die eigentlich nicht global gespeichert werden sollten, ist das ein Problem“, sagt Resel.

Für viele A1-Unternehmenskunden und auch für A1 selbst sei das besonders relevant. „Wir sind Teil der kritischen Infrastruktur. Viele hochsensible Daten laufen auf unseren Netzen. Wir haben nicht nur Unternehmen aller Größen als Kunden, sondern zum Beispiel auch Ministerien“, sagt der A1-CCO. Gerade in der aktuellen geopolitischen Situation müssten sich Österreich und ganz Europa daher souverän aufstellen.

Orchestrierte KI-Agenten mit klaren Regeln und voller Transparenz

Und wie macht das die gemeinsame Plattform? „Ich bin mir bewusst, dass ich Repräsentant eines amerikanischen Unternehmens bin“, räumt Marco Porak ein. IBM habe aber nach nicht weniger als 98 Jahren am österreichischen Markt ein anderes Standing, als etwa die US-Hyperscaler. Warum? „IBM hat seit jeher das Prinzip, dass Kundendaten Kundendaten sind und die Architektur vom Kunden bestimmt wird“, so Porak. Und: „Globale Innovation und lokale Kontrolle widersprechen einander nicht.“ Genau so sei es auch bei watsonx. Kunden können dort entscheiden, welche KI-Modelle genutzt werden und wo die Daten liegen. Die Bandbreite geht dabei von lokal gehosteten On-Premise-Lösungen über europäische bzw. Open-Source-Modelle auf europäischen Servern bis zu Frontier-Modellen in Datencentern der US-Hyperscaler.

Konkret greift das System auf eine Vielzahl an Large Language Models (LLMs) und Agentic-Modelle zurück und orchestriert KI-Agenten, um Tasks zu erfüllen. Die dazugehörige Governance-Plattform ermöglicht nicht nur das Festlegen der Regeln dafür, sondern bietet auch jederzeit komplette Transparenz, um jeden Arbeitsschritt und die dafür genutzten Modelle nachvollziehen zu können. Für Martin Resel ist dabei ebenfalls klar: „Dass alles, was aus Asien oder Amerika kommt böse ist, sehen wir nicht so. Wichtig ist die Wahlfreiheit.“ Die Plattform sei daher offen für sämtliche Modelle.

„Wir folgen einer sehr strikten Datenklassifizierung – selber und auch für unsere Kunden“

Je nach Usecase und dem damit verbundenen Sicherheits-Level der Daten seien unterschiedliche LLMs und Speicherorte sinnvoll. „Wir folgen einer sehr strikten Datenklassifizierung – selber und auch für unsere Kunden“, sagt Resel. Nach dieser erfolge die Entscheidung, welche Modelle genutzt werden können. Gleichzeitig optimiere die Plattform durch die passende Modell-Auswahl auch den Token-Verbrauch. „Das kann sonst bekanntlich schnell teuer werden“, sagt der A1-CCO.

A1 bietet seinen Enterprise-Kunden nicht nur Zugang zur Plattform, sondern auch begleitende Services, um diese aufzusetzen. Mit den europäischen Datencentern der Tochter Exoscale kommt noch das Angebot der souveränen Cloud im eigenen Land hinzu.

Wie watsonx für A1 und seine Kunden konkret funktioniert, zeigt Exoscale-KI-Experte Christos Kapodistrias beim Pressetermin vor. In seinem Beispiel arbeiteten nicht weniger als 14 KI-Agenten orchestriert zusammen, um eine optimale Vorbereitung auf ein Kundengespräch zu erstellen. „Diesen Usecase nutzen wir auch selber“, erklärt der Experte und zeigt die verschiedenen Sicherheits- und Kontrollmechanismen ebenso wie die Nachvollziehbarkeit über die Governance-Plattform. Marco Porak merkt dazu an: „Man sieht, es gibt mehrere Checkpoints im Prozess, der ‚Human in the Loop‘ bleibt erhalten.“ Denn es gehe eben darum, Menschen bei ihrer Arbeit zu unterstützen.

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