17.04.2026
PARTNERSCHAFT

AQT: Tiroler Quanten-Startup kooperiert mit Horizon Quantum aus Singapur

Das Innsbrucker Startup AQT hat eine strategische Zusammenarbeit mit dem Software-Spezialisten Horizon Quantum verkündet. Ziel der Kooperation ist es, die Entwicklung praxistauglicher Quantencomputer-Anwendungen durch eine engere Verzahnung von Hard- und Software voranzutreiben.
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Das Gründerteam Rainer Blatt, Thomas Monz und Peter Zoller (v.l.) vom Tiroler Quantencomputing-Startup AQT © AQT
Das Gründerteam (v.l.) von AQT (l.n.r.): Rainer Blatt, Thomas Monz und Peter Zoller. | © AQT

Das Tiroler Quanten-Startup Alpine Quantum Technologies (AQT) vermeldet die nächste internationale Kooperation. Erst im Februar hatte man eine Partnerschaft mit dem französischen Cloud-Anbieter Scaleway verkündet, wie brutkasten berichtete. Diese folgte auf eine Reihe von Kooperationen des Hardware-Startups, unter anderem mit Amazon Web Services (AWS).

AQT-Hardware trifft Horizon-Quantum-Software

AQT entwickelt sogenannte Ionenfallen-Quantencomputer. Nun arbeitet das Startup auch mit Horizon Quantum Computing zusammen. Das in Singapur ansässige, an der US-Börse Nasdaq gelistete Unternehmen hat sich auf Software-Infrastruktur für Quantenanwendungen spezialisiert. Im Zentrum der Zusammenarbeit steht die Zusammenführung der integrierten Entwicklungsumgebung „Triple Alpha“ von Horizon Quantum mit den Ionenfallen-Quantenprozessoren von AQT.

Dieser Ansatz, bei dem elektrisch geladene Atome als Informationsträger genutzt werden, ist laut Unternehmen die führende Technologie, die für eine hohe sogenannte „Gate-Fidelity“, also eine sehr hohe Genauigkeit bei der Ausführung von Rechenoperationen, und niedrige Fehlerraten bekannt ist. Durch diese Verknüpfung sollen Entwickler:innen die Systeme von AQT auf verschiedenen Abstraktionsebenen nutzen können, unabhängig davon, ob sie über detailliertes Hardware-Wissen verfügen. Die Software ermöglicht es den Anwender:innen, Quantenprogramme zu schreiben, zu kompilieren und direkt über die Cloud auf den Prozessoren von AQT auszuführen.

„Gemeinsames Ziel, das Quantencomputing in der Praxis voranzubringen“

Thomas Monz, CEO von AQT, kommentiert: „Die Softwareentwicklungsumgebung Triple Alpha navigiert durch die Vielfalt und Komplexität des heutigen Quanten-Stacks [Anm. des gesamten Systems aus Hardware und Software] und bietet Entwicklern Zugang auf mehreren Abstraktionsebenen, um sowohl Programmierfreiheit als auch feingranulare Präzision zu liefern“. Die Kooperation nutze Synergien zwischen den beiden Unternehmen, „welche das gemeinsame Ziel teilen, das Quantencomputing in der Praxis voranzubringen“.

Und Joe Fitzsimons, CEO von Horizon Quantum, meint: „Die Ionenfallen-Systeme von AQT bieten niedrige Fehlerraten und lange Kohärenzzeiten, was potenziell die Skalierbarkeit und Zuverlässigkeit des Quantencomputings erhöht“. Die Zusammenarbeit erweitere die Optionen für Entwickler:innen, komplexe Rechenprobleme zu lösen.

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(c) Karin Hackl Wirtschaftsagentur Wien

Die Stadt Wien und die Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien haben die Einreichphase für ihr gemeinsames Finanzierungsinstrument Wiener Wachstum gestartet. Insgesamt stehen dafür sieben Millionen Euro Startkapital zur Verfügung. Ziel ist es, die Eigenkapitalbasis wachstumsorientierter Unternehmen zu stärken und ihnen die nächsten Entwicklungsschritte zu ermöglichen.

Bereits im April dieses Jahres wurde das Finanzierungsmodell angekündigt. Hinter der Initiative steht eine gemeinsame Gesellschaft der Wirtschaftsagentur Wien und der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien. Beide Partner stellen jeweils 3,5 Millionen Euro zur Verfügung.

„Mit Wiener Wachstum wollen wir KMU in kritischen Wachstumsphasen gezielt begleiten und Investitionen in Innovation, Internationalisierung sowie Technologie ermöglichen“, erklärt Martin Hauer, Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien.

Wer kann sich bewerben?

Das Angebot richtet sich an Wiener Startups, Scaleups sowie KMU aus der Gesundheits- und Digitalwirtschaft. Dazu zählen beispielsweise Unternehmen aus den Bereichen Life Sciences, Medizintechnik, Pharma und Diagnostik sowie Software, Künstliche Intelligenz, Quantentechnologien und Cybersecurity.

Voraussetzung ist unter anderem, dass die Unternehmen als Kapitalgesellschaft eingetragen sind, über ein tragfähiges Geschäftsmodell verfügen und seit „mindestens zwei bis drei Jahren“ eine Betriebsstätte in Wien haben. Unterstützt werden sollen insbesondere Vorhaben zur Skalierung, Internationalisierung, technologischen Weiterentwicklung oder Erweiterung von Produktionskapazitäten.

Keine klassische Förderung, sondern eine Beteiligung

Bei Wiener Wachstum handelt es sich nicht um eine klassische Förderung, sondern um eine Finanzierung. Die vereinbarte Summe wird vollständig an die Unternehmen ausbezahlt. Im Gegenzug führen erfolgreiche Unternehmen später einen vertraglich vereinbarten Anteil ihrer Gewinne an Wiener Wachstum zurück. Diese sollen künftig für weitere Unternehmensfinanzierungen eingesetzt werden und damit einen langfristigen Finanzierungskreislauf schaffen.

„Wir beschreiten mit Wiener Wachstum einen ganz neuen Weg abseits unserer bestehenden Fördermöglichkeiten“, erklärt Vizebürgermeisterin und Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak. Die Finanzierung stärke die Eigenkapitalbasis der Unternehmen und werde flexibel an deren Anforderungen angepasst.

Pro Unternehmen sind Finanzierungen zwischen 100.000 und 500.000 Euro möglich. Dabei kommen beispielsweise direkte Unternehmensbeteiligungen oder eigenkapitalähnliche Finanzierungen, etwa in Form qualifizierter Nachrangdarlehen, infrage. Bei direkten Beteiligungen liegt die Beteiligungsquote bei maximal 25 Prozent. Der vorgesehene Beteiligungszeit beträgt sieben bis zehn Jahre mit einer klaren Exitstrategie. Die konkreten Konditionen werden individuell vereinbart.

Einreichungen ab sofort möglich

Interessierte Unternehmen können sich ab sofort über die Website der Wirtschaftsagentur Wien für eine Finanzierung bewerben. Eine fixe Einreichfrist gibt es nicht. Nach einer ersten Prüfung der eingereichten Unterlagen folgen Gespräche über ein mögliches Investment sowie eine vertiefte Unternehmensprüfung. Der gesamte Prozess kann laut Wirtschaftsagentur Wien vier bis sechs Monate dauern.

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