14.05.2019

Auf einer Konferenz in Wien zeigen Experten, wie man AI im Business-Alltag nutzt

Auf der Applied Artificial Intelligence Conference in Wien können sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus über 20 Nationen über reale Anwendungsfälle von Künstlicher Intelligenz in Unternehmen austauschen.
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AI Künstliche Intelligenz KI
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Wenn es um Künstliche Intelligenz (Artificial Intelligence/AI) geht, dann wird auf Konferenzen oft oberflächlich über technologische Möglichkeiten diskutiert, zumeist im Kontext der Anwendung im Internet. “Lange Zeit gab es keine Konferenz im DACH-Raum, die sich mit echten AI-Anwendungsfällen in den für die DACH Region relevanten Sektoren beschäftigt hat”, sagt Clemens Wasner, Gründer von AI Austria. Die WKO Aussenwirtschaft Austria organisierte vergangenes Jahr mit Unterstützung von AI Austria zum ersten Mal die “Applied Artificial Intelligence Conference” (AAIC), zu der über 600 Teilnehmer kamen. „Unser Ziel im 1. Jahr war es, ein kräftiges Lebenszeichen für AI made in Austria zu setzen“, sagt Matthias Grabner, Veranstalter der Konferenz bei der Aussenwirtschaft.

Go International

Im Jahr 2019 geht die Veranstaltung in die zweite Runde. Auch diesmal geht es darum, österreichische Betriebe aller Branchen mit AI-Technologie und ihren praktischen Anwendungen vertraut zu machen, indem sie mit Anbietern und bestehenden Anwendern vernetzt werden. Zusätzlich wird dieses Jahr jedoch auch der internationale Fokus verstärkt: “Als Aussenwirtschaft freuen wir uns, Teilnehmer aus über 20 Ländern dabei zu haben, um sich mit österreichischen Unternehmen zu vernetzen”, so Grabner: “Insbesondere die direkte Vernetzung mit Innovatoren aus Asien macht die AAIC einzigartig”.

East meets west

Ein großes Anliegen war es den Veranstaltern, dieses Jahr chinesische AI Unternehmen nach Österreich zu holen. „Der chinesische Staat investiert mit großem Abstand am meisten in Forschung und Nutzbarmachung von KI“ sagt Wasner, der sich auf insgesamt USD 150 Milliarden bezieht, die innerhalb der nächsten Jahre in China auf nationaler und regionaler Ebene in AI Initiativen investiert werden – ein großer Teil davon in Branchen wie Industrie und Pharma, welche als die traditionellen Stärkefelder Europas gelten:

„Unsere Unternehmen sind in punkto Innovationen sehr auf das Silicon Valley fixiert und übersehenen dabei, dass das Valley für unsere Wirtschaft so repräsentativ ist wie Goldman Sachs für unsere Banken“.

Zu den Highlights des Programm zählen sicher Han Xiao vom Tencent AI Lab, die mit WeChat die wichtigste Superapp in China betreiben. Eine weitere Premiere gibt es mit SquirrelAI: Einem EduTech Unicorn, dem es mit dem Einsatz von AI gelungen ist, die Lernergebnisse von seinen mittlerweile 3 Millionen Kunden signifikant zu verbessern.

Gut investierte Zeit

Neben den Vorträgen stellen die vorab arrangierbaren B2B Meetings, an denen sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der AAIC beteiligen können, den Kern der Veranstaltung dar. Mit persönlichen Profilen und Angeboten macht man auf sich aufmerksam, das System unterstützt bei der Festlegung von Zeit und Location für das Meeting während der Konferenz. “Alle gehen mit einem Rucksack voller Leads von der Konferenz wieder nach hause”, sagt Grabner.

In sektorspezifischen Podiumsdiskussionen werden einzelne Use-Cases von Künstlicher Intelligenz präsentiert und diskutiert. Impulsgeber aus dem Ausland treffen auf österreichische Anwender und Innovatoren, in den Bereichen Manufacturing, Education, Tourism, Security, Healthcare und Business Processes.

Zahlreiche internationale und österreichische Experten werden auf der Applied Artificial Intelligence Conference (AAIC) sprechen, die am 27. Mai in der Wirtschaftskammer Österreich stattfindet. Der Eintritt kostet 100 Euro (exkl. USt). Anmeldung unter: https://aaic2019.b2match.io/

Wie bereits im vorigen Jahr wird der Brutkasten auch dieses Jahr wieder mit einem Team vor Ort sein und Eindrücke von Sprechern, Teilnehmern und Veranstaltern einfangen.

=> weitere Informationen zum Event

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Das folgende Video zeigt Eindrücke von der Applied Artificial Intelligence Conference 2018

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Dynatrace Engineering Headquarters in Linz © Dynatrace

Dynatrace wurde 2005 in Linz von Bernd Greifeneder, Sok-Kheng Taing und Hubert Gerstmayr gegründet und betreibt dort bis heute sein globales Engineering Headquarter. Nach dem ersten Exit an Compuware 2011 verlegte das Unternehmen seinen offiziellen Sitz in die USA, ging 2019 an die New Yorker Börse (NYSE: DT) und zählt mittlerweile zu den Weltmarktführern im Bereich KI-basierter Observability. Rund 28 Prozent der weltweit knapp 5.600 Mitarbeiter:innen arbeiten nach wie vor in Österreich, an Standorten in Linz, Wien, Graz, Klagenfurt, Hagenberg und Innsbruck.

Nun erweitert der Konzern sein Portfolio per Zukauf: Wie Dynatrace heute bekanntgab, hat man eine definitive Vereinbarung zur Übernahme des AI-Observability-Spezialisten Arize unterzeichnet.

915 Millionen Dollar Bewertung

Dynatrace bewertet Arize mit insgesamt 915 Millionen Dollar. Der Großteil davon, rund 815 Millionen, wird in bar bezahlt, den Rest erhalten Arize-Mitarbeiter:innen in Form von Ersatz-Aktienprogrammen, sobald sie zu Dynatrace wechseln, heißt es in der Aussendung. Finanzieren will Dynatrace den Kauf aus eigenen Mitteln oder über die bestehende Kreditlinie, frisches Fremdkapital ist dafür nicht nötig.

Laut Unternehmensangaben soll der Deal noch im laufenden oder im frühen dritten Quartal des Geschäftsjahres abgeschlossen werden, vorausgesetzt die zuständigen Behörden stimmen zu.

Finanziell dürfte sich der Zukauf zunächst gemischt auswirken: Er soll das Wachstum der wiederkehrenden Umsätze (ARR) um rund 200 Basispunkte, also 2 Prozentpunkte, beschleunigen, gleichzeitig aber die Non-GAAP-Operating-Marge im Geschäftsjahr 2027 um etwa 175 Basispunkte (1,75 Prozentpunkte) drücken. Kurz gesagt: Arize soll das Umsatzwachstum ankurbeln, geht kurzfristig aber auf Kosten der Profitabilität, ein bei Übernahmen wachstumsstarker, aber margenschwächerer Startups übliches Muster.

Was Arize baut und wie es zu Dynatrace passt

Arize, ansässig in San Francisco, hat sich auf die Bewertung der Ergebnisse von KI-Modellen und -Agents spezialisiert: Die Plattform erkennt etwa Halluzinationen, misst die Qualität von KI-Ausgaben und überwacht laufend, ob Sprachmodelle und Agents wie vorgesehen funktionieren. Arize Co-Founder Jason Lopatecki erklärt: „Wir haben Arize gegründet, weil KI-Teams eine Möglichkeit brauchten zu wissen, ob ihre Agenten tatsächlich richtig arbeiten und nicht nur laufen.“

Für Dynatrace schließt die Übernahme eine Lücke: Bislang überwachen viele Unternehmen die Qualität ihrer KI-Anwendungen, etwa ob ein Chatbot korrekt antwortet, getrennt von der klassischen IT-Infrastruktur wie Serverlast oder Anwendungsleistung. Fällt dann ein Kund:innen-Prozess aus, lässt sich oft nur schwer feststellen, ob die Ursache im KI-Modell, im Prompt oder in der darunterliegenden Infrastruktur liegt. Mit Arize will Dynatrace beide Ebenen – KI-Bewertung und klassische Observability – in einem durchgängigen System zusammenführen.

Arize-Gründer:innen wechseln zu Dynatrace

Die beiden Arize-Gründer:innen Jason Lopatecki und Aparna Dhinakaran wechseln mit Abschluss der Transaktion zu Dynatrace, heißt es in der Aussendung. Lopatecki bleibt Leiter des Arize-Teams und berichtet künftig direkt an Dynatrace-CEO Rick McConnell.

„Die Übernahme von Arize stärkt unsere Führungsposition im Bereich AI-Observability, beschleunigt unsere Roadmap und erweitert unsere Reichweite in der Entwickler:innen-Community“, wird McConnell in der Aussendung zitiert.

Der Markt für AI-Observability soll laut Dynatrace bis 2030 auf über 10 Milliarden Dollar wachsen. Im Mai hatte das Unternehmen die 2-Milliarden-Dollar-ARR-Marke geknackt.

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