03.10.2022

Apple: „Vice President“ nach vulgärer Aussage entlassen

Nach über zwei Jahrzehnten endet die Apple-Karriere von Tony Blevins.
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Tony Blevins, Blevins, Apple Vize, Vizepräsident, Tim Cook, TikTok
(c) TikTok/itsdanielmac/Screenshot - Tony Blevins, Apple VP, musste das US-Unternehmen verlassen.

Einem Bericht von Bloomberg zufolge wurde Apple-VP Tony Blevins entlassen, nachdem er Anfang des Monats eine grobe Bemerkung gegenüber einem TikTok-Interviewer gemacht hatte. Siehe Video.

@itsdanielmac Quite the occupation this man has ✍️ #mercedesbenz #supercarstiktok #slr #car ♬ original sound – DANIEL MAC

Der TikToker Daniel Mac hatte sich selbst dabei aufgenommen, wie er sich dem Apple-Manager nähert und auf den teuren Mercedes-Benz zu sprechen kommt. Als Blevins gefragt wird, womit er seinen Lebensunterhalt verdient, erwähnt er seine Arbeit bei Apple nicht, sondern antwortete, dass er Golf spielt und großbrüstige Frauen streichelt. Das 25-Sekunden-Video wurde bisher mehr als 1,4 Millionen Mal angesehen. Mac verfügt über 13 Millionen Follower.

Tony Blevins hat sich entschuldigt

Apple reagierte bisher nicht auf mediale Anfragen, aber das Unternehmen teilte Bloomberg mit, dass Blevins das Unternehmen verlässt. Berichten zufolge habe sich der US-Manager auch für seine vulgären Bemerkungen entschuldigt.

Während manche in diesem Vorfall einen Beweis dafür sehen, wie sich Apple gegen schlechtes Verhalten engagiert, weisen viele darauf hin, dass Blevins bloß aus einem Film zitiert und empfinden die Entlassung als ungerechtfertigt. Andere wiederum sehen diesen Schritt als notwendig, denn „Sarkasmus“ sei den Massen schwer vermittelbar und Apple-Mitarbeiter könnten sich in Blevins Nähe unwohl fühlen.

Tony Blevins war einer von 30 Apple-Mitarbeitern, die direkt an CEO Tim Cook berichten und erklärte mittlerweile, dass es sich bei seiner Aussage um ein Zitat aus dem Dudley Moore-Klassiker „Arthur“ von 1981 gehandelt habe. Diese Erklärung und seine Entschuldigung halfen nicht.

Seit 2000 bei Apple dabei

Blevins, der im Jahr 2000 in das Unternehmen eintrat, musste mit ansehen, wie seine 22-jährige Amtszeit durch ein sekundenlanges Video zunichtegemacht wurde. Auf dem Weg aus dem Office entschuldigte er sich erneut und nannte es „meinen irrtümlichen Versuch von Humor“.

Ehefrau verteidigt Blevins

Unter einem YouTube-Video, das den Vorfall zeigt, meldete sich seine Frau Fonea Blevins in Kommentaren zu Wort. Sie war während dieser Szene am Beifahrersitz gesessen und hatte sich über die Bemerkungen ihres Gatten köstlich amüsiert. Nun verteidigt sie ihn.

Sie schreibt: „Sie haben keine Ahnung, wer dieser Mann ist und wie wunderbar er ist. Ihn herunterzumachen, nur weil er sehr erfolgreich und reich ist, macht euch nicht zu besseren Menschen. Versucht, hart zu arbeiten wie er und immer noch ein glückliches Zuhause zu halten. Ich bin mit ihm aus tausend guten Gründen zusammen, z.B. wie sehr er sich um seine Frau kümmert, die mit dem Verlust ihres geliebten Vaters zu kämpfen hat, und wegen seiner unglaublichen Fähigkeit, komplexe Verträge in Höhe von Hunderten von Milliarden Dollar für High-Tech-Produkte abzuwickeln. Wenn ihr jemals einen solchen Mann trefft, verstehen ihr es. Ich bin seine Frau und die Frau in dem Video. Mein Mann ist ein wahrer Gentleman, der alle Frauen in seinem Leben (privat oder beruflich) immer mit größter Sorgfalt und Respekt behandelt hat. Er bemüht sich so sehr, seine Arbeit in der Welt gut zu machen, aber er hält mich auch bei Laune, indem er mich zum Lachen bringt und alles tut, was er kann, um mich zu Hause glücklich zu machen. Traurigerweise wurde das alles falsch verstanden!!! So traurig!!! ?“

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Die Eye-Tracking-Brille von Viewpointsystem kommt im Rahmen des EU-Projekts Manufactor in der Industrie zum Einsatz | (c) viewpointsystem
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Einarbeitungszeiten um mehr als 35 Prozent und Fertigungsfehler um 20 Prozent reduzieren; gleichzeitig das Vertrauen der Mitarbeitenden in die eigenen Fähigkeiten um mehr als 20 Prozent steigern und die körperliche und mentale Belastung senken – das sind die ambitionierten Ziele des Projekts Manufactor.

Mit sechs Millionen Euro von Horizon Europe gefördert

14 Partner aus zehn EU-Ländern sind daran beteiligt, darunter Universitäten wie TU Darmstadt (Deutschland) und Universität Uppsala (Schweden), Industriebetriebe wie Hitachi Energy Sweden und Volkswagen Autoeuropa (Portugal) und Startups wie u-sense.it (Italien) und Viscando (Schweden). Mit dem oberösterreichischen Maschinenbauer Fill und dem Wiener Datenbrillen-Startup Viewpointsystem sind auch zwei österreichische Unternehmen bei dem im Rahmen von Horizon Europe mit sechs Millionen Euro geförderten EU-Projekt dabei.

Zusammenführung mehrerer Technologien

Um die zuvor genannten Ziele zu erreichen, sollen im Rahmen des auf drei Jahre angesetzten Forschungs- und Entwicklungsprojekts mehrere Technologien zusammengeführt werden und ein validierter Prototyp entstehen: tragbare Sensoren, XR-Brillen, Eye Tracking, 3D-Bildsensoren, KI-Agenten und Human Digital Twins. „Zusammen liefern sie Informationen über die körperliche und kognitive Situation der Mitarbeitenden und ermöglichen eine situationsgerechte Unterstützung direkt am Arbeitsplatz. Im Mittelpunkt stehen dabei der Mensch und die Frage, wie Technologie ihn bei seiner Arbeit bestmöglich unterstützen kann“, heißt es von Projektpartner Viewpointsystem in einer Aussendung.

Vom Eye-Tracking zum „Human Digital Twin“

Das Wiener Startup steuert als einer von vier zentralen Technologiepartnern eine Weiterentwicklung seiner Eye-Tracking-Brille bei. Die Eye-Tracking- und Kameradaten der Brille sollen im Projektverlauf mit weiteren Sensordaten zusammengeführt werden. Daraus soll ein Echtzeitbild der körperlichen und kognitiven Situation von Mitarbeitenden, also ein sogenannter „Human Digital Twin“ entstehen. KI-Agenten sollen diese Informationen dann nutzen, um die Unterstützung an die jeweilige Situation anzupassen, etwa durch Audioanweisungen oder direkt in der XR-Brille eingeblendete Informationen.

„KI kann ihre Unterstützung an die Person und die jeweilige Situation anpassen“

„Wirklich adaptive Unterstützung beginnt damit, den Menschen hinter der Aufgabe zu verstehen. Eye Tracking gibt uns in Echtzeit Aufschluss über die Aufmerksamkeit und kognitive Belastung eines Menschen“, erklärt Frank Linsenmaier, CTO von Viewpointsystem. „Auf dieser Grundlage kann KI ihre Unterstützung an die Person und die jeweilige Situation anpassen und damit über eine reine Automatisierung von Assistenz hinausgehen.“

Test in der Next World Factory von Fill

Getestet wird das unter anderem bei Industriepartner Fill, konkret im firmeneigenen Ausbildungs- und Lernzentrum Next World Factory. Im Projekt soll untersucht werden, wie adaptive, KI-gestützte Assistenz den Kompetenzerwerb beschleunigen und die sichere Anwendung im Arbeitsalltag unterstützen kann. Martin Muik, Forschung und Entwicklung bei Fill, nennt auch den Fachkräftemangel als Grund für das Projekt. „Mit Manufactor wollen wir erproben, wie intelligente Assistenz das Lernen individueller, effizienter und motivierender gestalten und Menschen dabei unterstützen kann, ihr Potenzial bestmöglich zu entfalten.“

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