24.03.2022

Apple kauft britisches Open-Banking-Startup

Apple könnte mit Credit Kudos seine eigenen Finance-Produkte ausbauen. Der Deal ist noch nicht bestätigt.
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Die Apple Card ist bisher nur in den USA verfügbar © Apple
Die Apple Card ist bisher nur in den USA verfügbar © Apple

Der US-Tech-Gigant Apple hat ein britisches Startup gekauft. Credit Kudos nutzt Open-Banking-Schnittstellen, um Entscheidungen bei der Kreditvergabe zu erleichtern. Der Deal wurde von keinem der beiden Unternehmen offiziell bestätigt, US-Medien beziehen sich bei Berichten auf Insider-Informationen. Auf der Website des FinTechs leitet die „Terms of Use“-Seite zudem bereits auf eine Apple-Seite weiter. Der Deal könnte unbestätigten Informationen zufolge ein Volumen von rund 150 Millionen Dollar gehabt haben.

Credit Kudos prüft die Bonität potenzieller Kreditnehmer:innen auf Basis von Transaktions-Daten, die Nutzer:innen über Open-Banking-Schnittstellen bereit stellen. Nach eigenen Angaben ermögliche Kudos so schnellere und risikoärmere Entscheidungen bei der Kreditvergabe. Gegründet wurde das Startup 2015 von Freddy Kelly und Matt Schofield.

Apple Pay und Apple Card

Was Apple mit dem Startup vor haben könnte, ist noch unklar. Apple ermöglicht derzeit Zahlungen über Apple Pay, einer Art Wallet, bei der Kredit- oder Debitkarten hinterlegt werden, um Zahlungen mit dem Smartphone durchführen zu können. Seit 2019 rollt Apple zudem in den USA eine eigene Mastercard in den USA aus, die mit einer App verbunden ist, die ein besseres Financial Management ermöglichen soll. Denkbar wäre, dass der Kauf von Kudos in diesem Zusammenhang Services ermöglichen oder verbessern könnte – im Anmeldeprozess für die Apple Card wird derzeit eine Bonitätsprüfung durchgeführt.

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retrostrap
© Screenshot-retrostrap

Es ist 1996. Keine verschwundene Freundin oder Südsee-Gefühle, dafür ein Web, das heute eventuell bei manchen melancholische Erinnerungen weckt: ohne Reizüberflutung und ohne Hektik. In diesem Sinne hat der österreichische Entwickler Stefan Gündhör heute retrostrap veröffentlicht, ein quelloffenes CSS- und JavaScript-Framework, mit dem sich Websites konkret im Stil des Webs von 1996 bis 2003 bauen lassen, technisch aber auf heutigem Stand sind: barrierefrei, auf jeder Bildschirmgröße nutzbar, ohne Tracking und ohne Werbung. Das Projekt ist ab sofort kostenlos verfügbar und versteht sich zugleich als Gegenbewegung zum schnellen, überladenen Internet der Gegenwart.

retrostrap: Ästhetik der alten Web-Jahre

Retrostrap gibt der Ästhetik der frühen Web-Jahre eine technische Form: eine feste Farbpalette aus den 216 websicheren Farben, neun zeittypische Schriftfamilien, kantige Flächen statt runder Ecken. Zugleich erfüllt jede Seite heutige Anforderungen, sie passt sich an Handybildschirme an, lässt sich mit Tastatur und Screenreader bedienen und lädt ohne externe Dienste. Ein eingebauter Prüfer stellt sicher, dass diese Regeln eingehalten werden.

Darüber hinaus bietet Retrostrap eine ausführliche Dokumentation, die den Einsatz der einzelnen Bausteine erklärt und Entwickler:innen die Anpassung für eigene Projekte erleichtern soll. Dadurch lasse sich das Framework flexibel für unterschiedliche Arten von Websites einsetzen, heißt es.

Nicht das erste Privat-Projekt

„Ich habe meine Jugend in deutschsprachigen Support-Foren verbracht, erst als Fragensteller, später als Moderator und Co-Admin“, sagt Gündhör. „Der Umgangston war freundlich, die Netiquette war echt. Das vermisse ich heute. Die aktuellen Netzwerke sind für mich kaum noch auszuhalten: alle auf 180, mehr Werbung als Inhalt, und vieles fühlt sich nach Abzocke an. Retrostrap ist der technische Teil einer Gegenbewegung, ein ruhiger, kultivierter Ort im Netz für alle, die sich danach zurücksehnen.“

Der Entwickler fiel bereits im Februar auf, als er die beiden Plattformen freitext.org und rohtext.org öffentlich zugänglich machte. Diese bieten gemeinfreie deutschsprachige Literatur kostenlos und ohne Registrierung an. Nutzerinnen und Nutzer können dort auf mehr als 9.200 Bücher von über 2.250 Autorinnen und Autoren zugreifen. Entwickelt wurden die Plattformen ebenfalls in Eigenregie ohne Unternehmen oder externe Investoren.

Auch ein Community-Feature

Zum aktuellen Projekt retrostrap gehören über 30 frei einsehbare Beispielseiten sowie der „Builder“, mit dem man testweise selbst Websites mit den retrostrap-Komponenten zusammenklicken kann. Ein eigenes Community-Forum, die „Retrostrap Boards“, startet gemeinsam mit dem Projekt. Ebenfalls am Start: „Retrospace“, ein kuratiertes Verzeichnis für Seiten im Retro-Stil.

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