31.05.2022

Ex-Runtastic Co-Founder steigt bei neuer Kreativagentur für Nachhaltigkeit ein

"Anything But Ordinary" ist eine neue Kreativagentur aus Österreich, die sich auf Nachhaltigkeits-Kampagnen für Unternehmen spezialisiert. Mitbegründet wurde sie von Chris Thaller, der zuvor zehn Jahre lang als Head of Creative Projects bei adidas Runtastic tätig war. Ex-Runtastic Co-Founder Alfred Luger steigt als Investor ein.
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Anything but Ordinary
(c) Anything but Ordinary

Chris Thaller versteht sein Fach. Als ehemaliger Head of Creative Projects bei adidas Runtastic entwickelte er über zehn Jahre lang Kreativkampagnen. Sein größter Wurf gelang Thaller mit der Nachhaltigkeitskampagne adidas X Parley Run for the Oceans, die auf die Verschmutzung der Weltmeere durch Plastikmüll aufmerksam machen soll. Weltweit beteiligten sich bislang rund acht Millionen Teilnehmer:innen an der Lauf-Challenge, die gelaufene Kilometer in Spenden für den Meeresschutz umwandelt. Weitere Projekte umfassten unter anderem die Biodiversitäts-Kampagne Run Wild, die in Kooperation mit der UN umgesetzt wurde oder The Overthrow Series, eine Inklusions-Kampagne zum Weltfrauentag.

Die Gründung von Anything But Ordinary

Anfang des Jahres gab Thaller allerdings seinen Job bei adidas Runtastic auf, um sich mit seiner neuen Kreativagentur Anything But Ordinary selbstständig zu machen. „Über zehn Jahre lang hatte ich eine Traumrolle bei Runtastic mit sehr viel Freiheiten inne. Allerdings hatte ich auch immer den Wunsch mich selbstständig zu machen, da ich sehr viele kreative Ideen habe“, so Thaller über seinen Schritt in die Selbstständigkeit.

Gemeinsam mit seinem Co-Founder Gabriel Wilhelm B. Thurner – promovierter Jurist und Menschenrechtsexperte – gründete er schlussendlich im Frühjahr 2022 ein Unternehmen. Zudem holte Thaller keinen Geringeren als Ex-Runtastic Co-Founder und CFO Alfred Luger als Investor an Bord.

„Die Entscheidung Chris bei der Gründung zu unterstützen, ist mir relativ leicht gefallen. Wir kennen uns seit über zehn Jahren und ich investiere gerne in Personen, bei denen ein vertrauensvolles Näheverhältnis besteht“, so Luger. Operativ wird Luger allerdings keine Rolle bei Anything But Ordinary ausüben. Dennoch möchte er mit seinem Know-How und Netzwerk zur Verfügung stehen.

Aktuell hält Luger 33,33 Prozent am Unternehmen. Über die Investment-Summe werden allerdings keine Angaben gemacht. Bereits in der Vergangenheit tätigte Luger Investments in Startups, die sich dem Thema Nachhaltigkeit verschrieben haben. So investierte er beispielsweise in das Wiener Klimaschutz Startup Glacier rund um Andreas Tschas & Reinhard Fuchs oder Inoqo rund um Markus Linder. Zudem ist Luger zweitgrößter Anteilseigner beim österreichischen Scaleup Cleen Energy, das ein breites Portfolio an Lösungen für die Energiewende anbietet.

Kreativkampagnen mit Impact

Frei nach dem Slogan „Bold Ideas for Big Impact“ entwickelt Anything But Ordinary laut Thaller Kreativkampagnen, die einen ökologischen bzw. gesellschaftlichen Impact erzielen. „Unser Ziel ist es, dass Unternehmen wirtschaftlich erfolgreich sind, indem sie nachhaltiger agieren“, so Thaller. Im Zentrum sollen zudem messbare Resultate stehen, um Greenwashing vorzubeugen. In diesem Zusammenhang verweist er auf die Messbarkeit der Kampagne adidas X Parley Run for the Oceans, deren Impact sich quantifizieren lässt.

Wie Thaller abschließend erläutert, verfügt die Agentur bereits über zahlreiche einschlägige nationale wie internationale Referenzen. Angeboten werden neben der Konzepterarbeitung auch die Planung und Umsetzung von Kampagnen. Zudem organsiert die Agentur auch sogenannte Sustainable Innovation Days in Unternehmen, um gemeinsam mit Mitarbeiter:innen ihre Ideen für mehr Nachhaltigkeit zu sourcen.


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Vl. A1-CCO Martin Resel und IBM-Österreich-Chef Marco Porak | © A1/APA/Hörmandinger
Vl. A1-CCO Martin Resel und IBM-Österreich-Chef Marco Porak | © A1/APA/Hörmandinger

Dass für Unternehmen kein Weg mehr an Agentic AI vorbeiführt, ist mittlerweile ein Gemeinplatz. Dass eine sichere und konforme Umsetzung davon nicht so einfach ist, ebenfalls. „Für KI im Unternehmenskontext gelten andere Spielregeln als im privaten Bereich. Ich spreche hier besonders von souveräner KI“, sagt Marco Porak, Generaldirektor von IBM Österreich, bei einem gemeinsamen Pressetermin mit A1 und dessen Cloud-Tochter Exoscale. Mit einer gemeinsamen Plattform, die IBM watsonx auf A1 Exoscale bringt, will man Unternehmenskunden gemeinsam eine sichere und digital souveräne Lösung bieten.

„Wir sind Teil der kritischen Infrastruktur“

Denn Schatten-KI, also die Nutzung privater bzw. vom Unternehmen nicht genehmigter KI-Anwendungen durch Mitarbeiter:innen, sei ein echtes Sicherheitsrisiko, betont Martin Resel, stv. Vorstandsvorsitzender von A1 und CCO Enterprise. „Unternehmen können es sich nicht leisten, KI nicht zu nutzen. Da geht es um Wettbewerbsfähigkeit. Alles muss effizienter werden, etwa auch in der Verwaltung. Wenn man dann aber Daten global findet, die eigentlich nicht global gespeichert werden sollten, ist das ein Problem“, sagt Resel.

Für viele A1-Unternehmenskunden und auch für A1 selbst sei das besonders relevant. „Wir sind Teil der kritischen Infrastruktur. Viele hochsensible Daten laufen auf unseren Netzen. Wir haben nicht nur Unternehmen aller Größen als Kunden, sondern zum Beispiel auch Ministerien“, sagt der A1-CCO. Gerade in der aktuellen geopolitischen Situation müssten sich Österreich und ganz Europa daher souverän aufstellen.

Orchestrierte KI-Agenten mit klaren Regeln und voller Transparenz

Und wie macht das die gemeinsame Plattform? „Ich bin mir bewusst, dass ich Repräsentant eines amerikanischen Unternehmens bin“, räumt Marco Porak ein. IBM habe aber nach nicht weniger als 98 Jahren am österreichischen Markt ein anderes Standing, als etwa die US-Hyperscaler. Warum? „IBM hat seit jeher das Prinzip, dass Kundendaten Kundendaten sind und die Architektur vom Kunden bestimmt wird“, so Porak. Und: „Globale Innovation und lokale Kontrolle widersprechen einander nicht.“ Genau so sei es auch bei watsonx. Kunden können dort entscheiden, welche KI-Modelle genutzt werden und wo die Daten liegen. Die Bandbreite geht dabei von lokal gehosteten On-Premise-Lösungen über europäische bzw. Open-Source-Modelle auf europäischen Servern bis zu Frontier-Modellen in Datencentern der US-Hyperscaler.

Konkret greift das System auf eine Vielzahl an Large Language Models (LLMs) und Agentic-Modelle zurück und orchestriert KI-Agenten, um Tasks zu erfüllen. Die dazugehörige Governance-Plattform ermöglicht nicht nur das Festlegen der Regeln dafür, sondern bietet auch jederzeit komplette Transparenz, um jeden Arbeitsschritt und die dafür genutzten Modelle nachvollziehen zu können. Für Martin Resel ist dabei ebenfalls klar: „Dass alles, was aus Asien oder Amerika kommt böse ist, sehen wir nicht so. Wichtig ist die Wahlfreiheit.“ Die Plattform sei daher offen für sämtliche Modelle.

„Wir folgen einer sehr strikten Datenklassifizierung – selber und auch für unsere Kunden“

Je nach Usecase und dem damit verbundenen Sicherheits-Level der Daten seien unterschiedliche LLMs und Speicherorte sinnvoll. „Wir folgen einer sehr strikten Datenklassifizierung – selber und auch für unsere Kunden“, sagt Resel. Nach dieser erfolge die Entscheidung, welche Modelle genutzt werden können. Gleichzeitig optimiere die Plattform durch die passende Modell-Auswahl auch den Token-Verbrauch. „Das kann sonst bekanntlich schnell teuer werden“, sagt der A1-CCO.

A1 bietet seinen Enterprise-Kunden nicht nur Zugang zur Plattform, sondern auch begleitende Services, um diese aufzusetzen. Mit den europäischen Datencentern der Tochter Exoscale kommt noch das Angebot der souveränen Cloud im eigenen Land hinzu.

Wie watsonx für A1 und seine Kunden konkret funktioniert, zeigt Exoscale-KI-Experte Christos Kapodistrias beim Pressetermin vor. In seinem Beispiel arbeiteten nicht weniger als 14 KI-Agenten orchestriert zusammen, um eine optimale Vorbereitung auf ein Kundengespräch zu erstellen. „Diesen Usecase nutzen wir auch selber“, erklärt der Experte und zeigt die verschiedenen Sicherheits- und Kontrollmechanismen ebenso wie die Nachvollziehbarkeit über die Governance-Plattform. Marco Porak merkt dazu an: „Man sieht, es gibt mehrere Checkpoints im Prozess, der ‚Human in the Loop‘ bleibt erhalten.“ Denn es gehe eben darum, Menschen bei ihrer Arbeit zu unterstützen.

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