20.02.2024

Anyline: Wiener Scaleup ermöglicht mit Drohnen Inventarverwaltung von Lagerhallen

Anyline hat eine neue autonome Drohnen-Software vorgestellt. Sie ist in der Lage, ganze Lagerhallen und Distributionszentren selbstständig zu scannen. Die Lösung wurde in Zusammenarbeit mit Mondi entwickelt.
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(c) Anyline

Erst im März 2023 baute Anyline im Rahmen eines Strategiewechsels 25 Prozent der Belegschaft ab. Dennoch konnte das Unternehmen im vergangen Jahr ein starkes Umsatzwachstum erzielen. Entsprechende Zahlen wurden Anfang Feber kommuniziert (brukasten berichtete). Nun folgen neue News rund um das Scaleup aus Wien: Gemeinsam mit dem führenden Verpackungs- und Papier-Hersteller Mondi entwickelte man eine neue autonome Drohnen-Bestandsverwaltungssoftware.

Tests dauerten mehrere Monate

Mondi war schon länger auf der Suche nach einer Möglichkeit, Prozesse zur Inventarverwaltung über mehrere große Lagerstandorte hinweg zu verbessern, heißt es vom Unternehmen. Man habe verschiedene Technologien, darunter RFID-Handgeräte und Kamerascanner getestet. Der Durchbruch sei erst gelungen, als man schließlich Anyline beauftragte, seine mobile Datenerfassungstechnologie in DJI Mini 3 Pro Drohnen einzusetzen. „Nach mehreren Monaten des Testens, der Problemlösung und der Integration in unsere Backend-Systeme konnten wir in unserem ersten Lager eine erfolgreiche Inventur durchführen und damit beweisen, dass die Technologie reibungslos funktioniert“, wird Rainer Steffl, CIO bei Mondi, in einer Aussendung zitiert.

So funktioniert die Technologie von Anyline

Vor dem Einsatz von Barcode-Scanning-Drohnen waren Mitarbeitende auf Gabelstaplern und manuelles Scanning angewiesen, um den Bestand in großen Hallen zu erfassen. Dieser Prozess erforderte einerseits ein Arbeiten in großer Höhe und andererseits nicht selten Überstunden außerhalb der Lagerbetriebszeiten, weil nur dann ausreichend Platz gegeben war und die zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden konnten. Daher war die Inventur oftmals nur einmal im Jahr durchführbar, wie es in der Aussendung heißt.

Heute kann laut Mondi ein einzelner Mitarbeitender mit der Drohne den gesamten Bestand in einem Lager regelmäßig, Gang für Gang und auch während der Betriebszeiten scannen. Das neue Verfahren ist nicht nur sicherer, sondern sehr viel genauer und erleichtert zudem die obligatorische Zählung des gesamten Lagers.

Die Technologie könnte künftig auch bei anderen Kunden zur Anwendung kommen, obgleich noch keine konkreten Namen genannt werden. Dazu heißt es von Lukas Kinigadner, CEO und Mitgründer von Anyline, ledglich: „Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit Mondi und anderen Unternehmen, um gemeinsam neue Standards zu definieren und andere dazu zu inspirieren, Innovation und neue Arbeitsweisen voranzutreiben.“


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iDWELL-Gründer und CEO Alexander Roth mit COO Anna-Katharina Matzenberger | Foto: iDWELL

Das 2017 gegründete Wiener PropTech iDWELL hat sich frisches Kapital gesichert: Der US-Kapitalgeber Riverside Acceleration Capital (RAC) stellt dem Unternehmen einen siebenstelligen Euro-Betrag zur Verfügung. Anders als bei der Finanzierungsrunde im November 2024 handelt es sich diesmal aber um kein Investment im klassischen Sinn.

„Es handelt sich um eine nicht verwässernde Wachstumsfinanzierung. Die Eigentümerstruktur von iDWELL wird dadurch nicht verändert“, bestätigt Gründer und CEO Alexander Roth auf Anfrage von brutkasten. Zu Laufzeit, exakter Höhe und Rückzahlungsmodell will sich das Unternehmen nicht äußern: Mit RAC sei Stillschweigen vereinbart worden.

RAC verfolgt nach eigener Darstellung zwei Strategien: Minderheitsbeteiligungen über RAC Growth Equity und nicht verwässernde Wachstumsdarlehen über RAC Growth Lending. Nach eigenen Angaben hat der Kapitalgeber seit seiner Gründung 2016 mehr als 100 B2B-Softwareunternehmen unterstützt. RAC ist Teil von The Riverside Company.

Bestandsinvestoren: Unterstützung ja, Beteiligung offen

Im November 2024 hatte iDWELL rund zehn Millionen Euro in einer klassischen Runde aufgenommen (brutkasten berichtete). Lead-Investor war die Amsterdamer Investmentgesellschaft Knight Capital, auch die bestehenden Investoren Flashpoint Venture aus London und Wecken & Cie aus Basel beteiligten sich.

Warum diesmal Fremd- statt Eigenkapital, beantwortet Roth allgemein: „In der aktuellen Unternehmensphase war eine nicht verwässernde Finanzierung die passende Lösung.“ Seit der letzten Runde habe man den Umsatz „signifikant“ gesteigert. Konkrete Zahlen nennt das Unternehmen nicht. Die langjährigen Bestandsinvestoren würden den eingeschlagenen Wachstumskurs „weiterhin voll“ unterstützen. Ob sie sich an der aktuellen Finanzierung beteiligt haben, lässt die Antwort offen.

Auch auf die Frage, wie stark der wiederkehrende Jahresumsatz (ARR) zuletzt gewachsen ist und ob iDWELL heute cash-flow-positiv arbeitet, gibt es keine Zahlen. Man verfüge über eine „solide langfristige Basis“, heißt es dazu.

Kapital fließt in KI-Produkte

Das Geld soll in den Ausbau der KI-gestützten Produktwelt fließen. Ein Schwerpunkt liegt auf „iDWELL Finance“, einer Lösung für automatisiertes Rechnungsmanagement. Sie stammt vom Wiener Startup domonda, an dessen Finanzsoftware sich iDWELL im Dezember 2025 die exklusiven Rechte für die Immobilienbranche gesichert hatte (brutkasten berichtete). Domonda hatte im Juni 2023 Insolvenz angemeldet und wurde zwei Monate später saniert. Nach Angaben von iDWELL setzten Ende 2025 rund 100 Immobilienunternehmen die Lösung ein.

Zweiter Baustein ist die hauseigene KI „Greta-AI“, die Verwaltungs-, Dokumentations- und Rechnungsprozesse automatisieren soll. Christian Stein, Senior Partner bei RAC, verweist auf die Positionierung im deutschsprachigen Raum und das Ökosystem an ERP-Integrationen, mit dem iDWELL die Digitalisierung der professionellen Immobilienverwaltung vorantreiben könne.

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