06.02.2024

Anyline: Wiener Scaleup erzielte nach Stellenabbau 2023 starkes Umsatzwachstum

Im März 2023 baute Anyline im Rahmen eines Strategiewechsels 25 Prozent der Belegschaft ab. Nun legte das Scaleup einige Zahlen vor.
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Anyline-Co-Founder und CEO Lukas Kinigadner | (c) Anyline GmbH
Anyline-Co-Founder und CEO Lukas Kinigadner | (c) Anyline GmbH

Es sei eine „sehr schmerzhafte“ Entscheidung, er sei jedoch überzeugt, „dass diese Entscheidung zum heutigen Zeitpunkt die richtige ist, um langfristig gemeinsam erfolgreich sein zu können“, sagte Lukas Kinigadner, CEO des Wiener Scaleups Anyline gegenüber brutkasten im März 2023. Das auf Optical Character Recognition (OCR) spezialisierte KI-Unternehmen baute damals rund 25 Prozent der knapp über 100-köpfigen Belegschaft bzw. etwa 20 Prozent der Vollzeitäquivalente ab. Wie das Scaleup nun vermeldet, ist der dahinter stehende Strategiewechsel bislang aufgegangen.

Achtstelliger wiederkehrender Jahresumsatz

So habe man 2023 letztlich „die beste Umsatzrate in der zehnjährigen Firmengeschichte“ erzielt. Der jährlich wiederkehrende Umsatz wurde um 40 Prozent gesteigert und liegt laut Unternehmen im achtstelligen Euro-Bereich. Betont wird von Anyline auch das Wachstum bei den bestehenden Kunden mit einer Net Dollar Retention Rate von 125 Prozent (Anm. bei dieser Kennzahl entspricht ein Wert unter 100 einer Schrumpfung).

Klarer Fokus auf Automobil- und Transport-Ersatzteilmarkt

Bediente das Unternehmen bis vor einiger Zeit noch zahlreiche Branchen, wurde der Fokus in den vergangenen zwei Jahren klar auf den Automobil- und Transport-Ersatzteilmarkt gelegt. Unter anderem mit neuen Produkten wie einem „Reifenprofil-Scanner“ und einem „Reifenseitenwand-Scanner“ habe man viele Neukunden gewonnen und die geografische Reichweite in den USA und in der APAC-Region (Asia Pacific) erweitert, heißt es von Anyline.

Anyline-Gründer: „Jahr der Herausforderungen und Triumphe gleichermaßen“

„Es war ein Jahr der Herausforderungen und Triumphe gleichermaßen“, kommentiert Lukas Kinigadner. „Als wir 2023 unser zehnjähriges Bestehen feierten, standen wir vor der gewaltigen Aufgabe, durch Expansion und Strategiewechsel den Grundstein für ein weiteres Jahrzehnt zu legen, in dem sich Anyline weiter in Richtung Profitabilität entwickelt.“ Die Aussichten für das kommende Jahr seien gut. „Der 2023 von uns geschaffene Rahmen aus fähigen Mitarbeitern und individuellen Softwarelösungen wird es uns ermöglichen, auch die Ziele im Jahr 2024 und darüber hinaus zu erreichen“, so Kinigadner.

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© EY/Point of View - Die Sieger:innen des EY Entrepreneur Of The Year 2026.

Seit über 30 Jahren zeichnet EY in 60 Ländern ausgewählte Entrepreneur:innen für besondere Leistungen aus. Zu den Beurteilungskriterien der Fachjury zählen Wachstum, Zukunftspotenzial, Innovation, Mitarbeitendenführung und gesellschaftliche Verantwortung.

Entrepreneur Of The Year in vier Kategorien

„Beim diesjährigen EY Entrepreneur Of The Year 2026 wollen wir unter dem Motto ‚Shapers of the Future‘ jene Unternehmer:innen in Österreich auszeichnen, die mit Weitblick und Entschlossenheit Veränderungen anstoßen, die langfristigen Erfolg ermöglichen und gleichzeitig positive Impulse für Wirtschaft und Gesellschaft setzen“, sagt Erich Lehner, Partner bei EY und Verantwortlicher für den Award in Österreich.

Der Unternehmerpreis wurde heuer von der Fachjury in vier Kategorien vergeben: „Innovation & Hightech“, „Handel & Konsumgüter“, „Dienstleistungen“ und „Social Entrepreneur“. Darüber hinaus wurde Johannes Ferner, Gründer von fiskaly und Sieger des EY Scale-up Award 2026, in der Kategorie „Start-ups“ ausgezeichnet.

Fiskaly entwickelt cloudbasierte Lösungen für die steuerliche Compliance von Transaktionen in Europa: Fiskalisierung, E-Invoicing, Archivierung und digitale Belege. Das 2019 in Wien gegründete FinTech unterstützt Unternehmen dabei, gesetzliche Anforderungen zu erfüllen. Johannes Ferner verfolgt seit der Gründung die Vision, „Fiskalisierung und steuerliche Compliance in Europa einfacher, effizienter und zukunftssicher“ zu gestalten.

Bogianzidis gewinnt Social Entrepreneur

Mit öKlo-Gründer Niko Bogianzidis wurde eine weitere Persönlichkeit aus der Startup-Szene ausgezeichnet. Der Founder erhielt die Auszeichnung als „Social Entrepreneur“ des Jahres. Sein Startup entwickelt nachhaltige Sanitärlösungen und verfolgt das Ziel, Kreislaufwirtschaft im Sanitärbereich voranzutreiben.

Volker Fuchs von Test-Fuchs indes wurde in der Kategorie „Innovation & Hightech“ prämiert. Das Familienunternehmen hat sich seit seiner Gründung nach dem Zweiten Weltkrieg von einem regionalen Betrieb zu einem global agierenden Technologieunternehmen entwickelt und baut hochspezialisierte Testsysteme und technische Lösungen für internationale Industriekunden, insbesondere in der Luftfahrtbranche. Dabei werden Mechanik, Elektronik und Software unter einem Dach entwickelt und gefertigt. Fuchs wurde zudem ausgewählt, Österreich beim EY World Entrepreneur Of The Year Award im Juni 2027 zu vertreten.

Industrieanlagenbauer und Bäckerhandwerk

Die Kategorie „Dienstleistungen“ ging an Roman Zauner und Andreas Beck von der Zaunergroup, einem oberösterreichischen Industrieanlagen- und Rohrleitungsbauer, der auf die großen Industrien der Zukunft setzt. Zu den Meilensteinen zählen der Einstieg ins Data-Center-Geschäft, die Zusammenarbeit mit einem strategischen Partner und internationale Großprojekte, darunter Vorhaben für Google in Norwegen und Österreich.

In der Kategorie „Handel & Konsumgüter“ überzeugte Martin Auer, der mit seinem gleichnamigen Unternehmen traditionelles Bäckerhandwerk mit Gastronomie, Markenerlebnis und hohem Qualitätsanspruch verbindet. Wachstumsimpulse setzt er mit der Expansion nach New York und dem Ausbau des Gastronomie- und Kaffeegeschäfts.

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