07.02.2025
SOUNDS

Antless: Grazer Startup entwickelt Klangkonzept für mehr Arbeitsleistung

Das Grazer Startup Antless macht Musik im Büroalltag salonfähig. Denn die richtige Klangkulisse kann weit mehr als nur unterhalten - sie fördert laut dem Unternehmen die Konzentration, steigert die Produktivität und sorgt für ein angenehmeres Arbeitsumfeld.
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Antless-Team © Christoph Schnalzer

Musik an, Kopf aus – für viele von uns ist sie aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Ob morgens beim Aufstehen, während der Autofahrt oder beim Sport: Musik begleitet uns, berührt unsere Emotionen und kann uns zu Höchstleistungen antreiben. Doch ein Ort, an dem Klänge bislang oft unerwünscht waren, ist der Arbeitsplatz. Geräusche werden dort häufig als störend und konzentrationshemmend empfunden. Ein Grazer Startup will das ändern: Antless setzt auf gezielt ausgewählte Musik, um eine optimale Arbeitsatmosphäre zu schaffen. Warum Gründer Christoph Schnalzer der Überzeugung ist, dass jedes Unternehmen ein durchdachtes Musikkonzept braucht, erklärt er im Gespräch mit brutkasten.

Zalando, Axel Springer und Energie Steiermark als Kunden

Im Gegensatz zu herkömmlichen Musik-Streamingdiensten, die vor allem der Unterhaltung dienen, setzt Antless auf ein maßgeschneidertes Klangkonzept für den Arbeitsplatz. Die Musik sei „intuitiv, unterstützend und unaufdringlich“ – mit der Zeit werde sie als Hintergrundmusik wahrgenommen und integriere sich unterbewusst in den Arbeitsflow. Das Startup verspricht damit ein „wirkungsvolles Upgrade für das gesamte Team“. Ob Meetings, Deep Work oder Teamarbeit: „Mit Antless hörst du in jeder Phase deines Arbeitstages die passende Musik“, heißt es vonseiten des Gründers. Antless implementiert sein Soundsystem in die Büroräumlichkeiten, so dass die Musik jederzeit ohne großen Aufwand eingeschaltet werden kann.

Zusätzlich veranstaltet das Jungunternehmen Live-Stream-Events, bei dem ein DJ auflegt. Während der Arbeitszeit kann man den Stream im Hintergrund laufen lassen. Für Unternehmen gibt es außerdem noch die Möglichkeit eines individuellen Sound-Brandings. Basierend auf den spezifischen Markenwerten eines Unternehmens entwickelt Antless einen maßgeschneiderten Sound-Stream, der die Markenidentität akustisch widerspiegelt. Das sei ein „starkes Tool zur Markendifferenzierung“ und ein wertvoller Beitrag zur Markenbindung des Teams, erklärt Schnalzer.

Diese „perfekt angepassten Soundscape-Streams“ haben bereits namhafte Unternehmen überzeugt: Zalando, Axel Springer und Energie Steiermark zählen zu den Kunden von Antless.

Musik steigert Produktivität und Effizienz

Das Konzept basiert laut Startup auf wissenschaftlichen Erkenntnissen der Musikpsychologie. Schnalzer erklärt gegenüber brutkasten, dass die „richtige Musik“ beim Arbeiten nicht nur Produktivität und Effizienz steigere, sondern gleichzeitig zur Entspannung, zum Wohlbefinden und zur Stressreduktion beitrage. Daraus resultiere daher eine bessere Mitarbeiterzufriedenheit, denn Musik könne das Arbeitsklima positiv beeinflussen und die Teamdynamik stärken.

Die Auswahl und Kuratierung der Musikstreams stütze sich auf Forschungen, die zeigen, „wie bestimmte Musikarten die kognitive Funktion, Konzentration und das Wohlbefinden am Arbeitsplatz beeinflussen können“, so Schnalzer. „Da gibt’s ganz klare Vorgaben, die aus Studien hervorgehen. Wir setzen das um und bauen daraus unseren eigenen Player, der fix im Raum installiert ist.“

Mit seiner Musikstreaming-App will Antless eine einheitliche Lösung für eine konsistente und förderliche Arbeitsumgebung bieten. Dabei geht es nicht darum, Musik in den Vordergrund zu rücken, sondern gezielt Rhythmen und Klänge einzusetzen, die nicht bewusst wahrgenommen werden und dennoch ihre Wirkung entfalten.

Antless ist anfangs auf viel Skepsis gestoßen

Die Idee für Antless kam direkt aus dem Berufsalltag: „Als Angestellter habe ich gefunden, dass die Stimmung in den Arbeitsräumen oder in den Büros einfach nicht immer gut ist“, erzählt Schnalzer. Schon damals war er davon überzeugt, dass Musik auch im Arbeitskontext sinnvoll eingesetzt werden kann. Er selbst war rund 15 Jahre als DJ tätig. Im September 2022 gründete er schließlich gemeinsam mit Lucas Unterweger und Kathrin Schwarzl das Startup Antless.

Der Start war jedoch alles andere als einfach, wie der Gründer verrät. „Wir waren mit der Idee viel zu früh für den österreichischen Markt. Also das muss man ganz ehrlich sagen: Damals hat keiner gesagt: ‚Das ist eine super Idee!‘“. Mittlerweile habe sich die Situation aber geändert, weil Themen wie Wohlbefinden am Arbeitsplatz zunehmend an Bedeutung gewinnen. Auch Großunternehmen würden sich offener dafür zeigen, Arbeitsplätze neu zu gestalten.

„Jetzt sind wir sicher, dass es funktioniert“

Aktuell befindet sich Antless in Verhandlungen mit großen potenziellen Kunden aus Deutschland und Österreich, wie Schnalzer verrät. Um welche Unternehmen es sich genau handelt, möchte er noch nicht verraten. Diese wertvollen Kontakte entstanden unter anderem durch die musikalische Begleitung der deutschen „Handelsblatt Live“-Veranstaltungen, an denen Antless letztes Jahr teilnahm.

Parallel dazu bereitet sich das Startup auf seine erste Finanzierungsrunde vor. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung war die „Start!Klar plus“-Förderung der Steirischen Wirtschaftsförderungs-Gesellschaft (SFG) im Jahr 2023. Diese unterstützt Unternehmen dabei, sich auf Investoren-Pitches vorzubereiten. Abgesehen davon war Antless von Anfang an eigenfinanziert, bestätigt Schnalzer im Gespräch mit brutkasten. Lediglich technische Unterstützung erhielt das Unternehmen vom Grazer IT-Unternehmen VAP Ventures.

Für die Zukunft plant Antless weiter zu wachsen, sein Konzept auszubauen und Investor:innen an Bord zu holen. Schnalzer blickt optimistisch nach vorne: „Wir waren damals nicht sicher. Haben das einfach ausprobiert. Jetzt sind wir sicher, dass es funktioniert.“

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RNAnalytics, tecnet
© equity - (v.l.) Christian Laurer, Adriana González Palomo, Viktoria Enkmann, Hannes Burgstaller und Natalija Rajicic.

Mit einem SAFE (Simple Agreement for Future Equity) beteiligt sich tecnet equity am niederösterreichischen TechBio-Startup RNAnalytics. Das von Viktoria Enkmann und Hannes-Oliver Burgstaller gegründete Unternehmen ist im accent Makerspace in Tulln angesiedelt und entwickelt dort Lösungen für die Analyse von Lipid-Nanopartikeln – winzigen Transporthüllen, die Wirkstoffe wie RNA sicher in menschliche Zellen bringen sollen. Mit dem Investment möchte RNAnalytics die Weiterentwicklung seiner modularen Analyse-Toolkits sowie den Ausbau seiner integrierten Softwareplattform vorantreiben. Über die Höhe der Beteiligung wurde Stillschweigen vereinbart. Doch wie brutkasten erfahren hat, handelt es sich inklusive Förderungen um eine Summe im „höheren sechsstelligen Bereich“.

RNAnalytics: Analysen sehr aufwendig

RNA-basierte Medikamente haben durch neue Impfstoffe und Therapieansätze stark an Bedeutung gewonnen. Damit RNA im Körper überhaupt dort ankommt, wo sie wirken soll, braucht sie eine schützende Transporthülle. Dafür werden häufig sogenannte Lipid-Nanopartikel, kurz LNPs, eingesetzt.

Ob diese winzigen Partikel richtig funktionieren, muss während der Entwicklung eines Medikaments immer wieder überprüft werden. Entscheidend sei dabei, die Eigenschaften der Partikel genau zu verstehen, von ihrer Größe und Stabilität über die tatsächlich eingeschlossene RNA-Menge bis hin zu ihrem Verhalten in unterschiedlichen Zellen.

Diese Analysen seien heute oft aufwendig, erfordern teilweise teure Spezialgeräte und würden mangels einheitlicher Methoden nur eingeschränkt vergleichbare Ergebnisse liefern. „Das kostet Zeit und erschwert insbesondere kleineren BioTech-Unternehmen und Forschungslabors den Zugang zu einer Technologie, die für die Entwicklung neuer RNA-Therapien immer wichtiger wird“, liest man in der Aussendung.

Modulare Toolkits

RNAnalytics hat es sich daher zum Ziel gesetzt, diese Analysen einfacher und standardisierter zu machen. Dafür entwickelt das Unternehmen modulare Toolkits, die auf bereits vorhandener Laborausstattung eingesetzt werden können. Sie kombinieren validierte Messmethoden, Reagenzien und Referenzmaterialien und wollen Laboren damit einen „klar definierten Ablauf für die Untersuchung von Lipid-Nanopartikeln“ ermöglichen.

„Die SAFE-Finanzierung gibt uns in dieser frühen Phase die Möglichkeit, unsere Toolkits konsequent weiterzuentwickeln und parallel den Ausbau unserer Softwareplattform voranzutreiben. Mit tecnet equity haben wir dabei einen Partner an unserer Seite, der die Herausforderungen technologieintensiver Gründungen versteht“, sagt Enkmann, CEO von RNAnalytics.

RNAnalytics: Plattform in Entwicklung

Der Ansatz des Tullner Startups geht jedoch über einzelne Labortests hinaus, wie man mitteilt: Parallel zu den Toolkits entwickelt das Unternehmen eine Softwareplattform, in der die bei den Analysen entstehenden Daten zusammengeführt und automatisch ausgewertet werden können.

So entstehe ein umfassendes Bild der relevanten Qualitätsmerkmale eines RNA-Therapeutikums. Statt Messergebnisse aus unterschiedlichen Geräten und Tests einzeln auszuwerten, könnten Labore ihre Daten zentral verarbeiten, verschiedene Qualitätsparameter miteinander vergleichen und standardisierte Berichte erstellen. Die Kombination aus physischen Toolkits und Software soll damit einen bislang stark fragmentierten Analyseprozess in einen durchgängigen Workflow überführen.

„RNAnalytics setzt an einem sehr konkreten Problem in einem technologisch anspruchsvollen und stark wachsenden Bereich der Biotechnologie an. Besonders überzeugt uns der Ansatz, komplexe Laboranalytik durch standardisierte Toolkits zugänglicher zu machen und diese gleichzeitig in einer skalierbaren Softwareplattform zusammenzuführen“, erklärt Christian Laurer, Senior Investment Manager bei tecnet equity. „Die beiden Gründer:innen verbinden fundiertes wissenschaftliches Know-how mit einem klaren Verständnis für die Herausforderungen in der LNP-Analytik und einer überzeugenden Produktvision. Diese Kombination war für uns eine wesentliche Grundlage für das Investment in dieser frühen Phase.“

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