05.07.2017

Anschlussfinanzierung: Schweiz bekommt 500 Mio. Franken VC-Fonds

Die Swiss Entrepreneur Foundation will 500 Millionen Franken für einen neuen VC-Fonds aufstellen. Mehrere Finanz-Riesen, darunter die UBS und die Credit Suisse, haben insgesamt bereits 300 Millionen Franken in Aussicht gestellt.
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In der Schweiz herrscht ein ähnliches Problem wie in Österreich. Die Lage bei der Seed-Finanzierung für Startups ist sehr gut, bei der Anschlussfinanzierung sieht es hingegen anders aus. Laut einer Studie, würden 87 Prozent des Geldes, das in Schweizer Startups fließt, aus dem Ausland kommen – allen voran den USA und Deutschland – schreibt die Neue Zürcher Zeitung (NZZ). Hier wolle nun die Swiss Entrepreneur Foundation mit einem neuen staatlich unterstützten VC-Fonds Abhilfe schaffen. Für diesen sollen ganze 500 Millionen Franken, also rund 450 Millionen Euro, aufgestellt werden.

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Bereits 300 Millionen Franken in Aussicht gestellt

Der Fonds soll damit bei Later-Stage-Finanzierungsrunden mit Beträgen zwischen drei und 15 Millionen Franken aktiv werden. Getragen wird die Initiative vom Schweizer Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann. Dieser traf laut NZZ zuletzt eine Gruppe an Vertretern von Banken, Versicherungen und Stiftungen, um eine entsprechende Erklärung zu unterzeichnen. Dabei waren unter anderem UBS und Credit Suisse, die beide zu den 30 weltweit systemrelevanten Großbanken zählen (nach Financial Stability Board). Bislang wurden von den Beteiligten bereits rund 300 Millionen Franken für den Fonds in Aussicht gestellt.

Ähnlicher Vorstoß scheiterte in Österreich

Auch in Österreich war übrigens ein staatlich unterstützter VC-Fonds angedacht, der im „Plan A“ der SPÖ genannt wurde, es jedoch nicht ins Arbeitsprogramm der Regierung schaffte. Bundeskanzler Christian Kern sprach in diesem Zusammenhang mehrmals von einem 300 Millionen-Euro Fonds, der in Entstehung sei. Letztendlich scheiterte der Vorstoß dem Vernehmen nach daran, dass mit dem Koalitionspartner ÖVP keine Einigung erzielt wurde. Mit dem de facto Auseinanderbrechen der derzeitigen Koalition wurde die Idee zum Fonds vorerst begraben.

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Rivero
© Rivero - (v.l.) Stephan Wächter, Fatemeh Nikayin und Thomas Müller.

Rivero, die europäische Plattform für Zahlungsoperationen, hat heute bekanntgegeben, dass Elevator Ventures, der Corporate-Venture-Capital-Fonds der Raiffeisen Bank International (RBI), als Investor beim Schweizer Fintech eingestiegen ist. Die Partnerschaft soll Riveros weitere Expansion in Europa unterstützen, mit besonderem Fokus auf die Märkte in Zentral- und Osteuropa. Über die genaue Summe ist nichts bekannt.

Rivero: Kajo und Amiko

Rivero wurde von Thomas Müller, Fatemeh Nikayin und Stephan Wächter gegründet, um Intelligenz und Automatisierung in einige der besonders komplexen operativen Herausforderungen der Zahlungsbranche zu bringen. Die Technologie soll es Finanzinstituten ermöglichen, stark regulierte und ressourcenintensive Zahlungsprozesse zu modernisieren und manuelle Arbeitsabläufe durch intelligente Automatisierung zu ersetzen.

Die Compliance-Plattform von Rivero heißt Kajo und soll die Compliance in Zahlungsnetzwerken vereinfachen, indem sie Updates automatisch verteilt, eine Übersicht auf einen Blick liefert und fragmentierte Dokumente und Anforderungen der Zahlungsnetzwerke in ein KI-gestütztes Wissensverzeichnis verwandelt.

Die KI-gestützte Anwendung Amiko indes bringt agentische KI in das Streitfallmanagement (Dispute Management) und die Betrugsrückgewinnung. Die Lösung sortiere Fälle intelligent vor, koordiniere die nächsten sinnvollen Schritte und automatisiere Dispute-Workflows vom Eingang bis zur Lösung, während sie Agent:innen bei komplexen Fällen anleitet, die menschliche Spezialist:innen erfordern. Das soll Instituten helfen, Gelder schneller zurückzuholen, den operativen Aufwand zu reduzieren und ein besseres Erlebnis für Karteninhaber:innen zu bieten.

„Elevator Ventures von strategischer Relevanz“

Während Rivero in Europa expandiert, konzentriert sich das Unternehmen zunehmend nicht nur auf den Ausbau seiner Technologie, sondern auch auf die Stärkung seiner Position im breiteren europäischen Bankenökosystem. Für die nächste Entwicklungsphase von Rivero sei Elevator Ventures von besonderer strategischer Relevanz: Durch die Verbindung zur RBI Group und das Netzwerk in Zentral- und Osteuropa verfüge Elevator Ventures über umfangreiche Erfahrung darin, Technologieunternehmen, die Finanzinstitute bedienen, zu unterstützen und ihnen bei der Orientierung und Expansion in europäischen Bankenmärkten zu helfen, heißt es.

„Europas Finanzinstitute suchen nach besseren Wegen, zunehmend komplexe Zahlungsoperationen zu managen, und wir sehen eine große Chance, Riveros Technologie zu vielen weiteren Instituten auf dem Kontinent zu bringen“, sagt Thomas Müller, CEO von Rivero. „Da wir nun in die nächste Wachstumsphase eintreten, wollen wir Investor:innen am Tisch haben, die sowohl die Komplexität des Bankgeschäfts als auch die Märkte verstehen, in denen wir tätig sind. Die Expertise von Elevator Ventures im Finanzdienstleistungsbereich und ihr besonders starkes Netzwerk in Zentral- und Osteuropa machen sie zu einem hoch relevanten strategischen Partner für Rivero.“

Maximilian Schausberger, Managing Director bei Elevator Ventures, ergänzt: „Rivero adressiert eine Reihe operativer Herausforderungen, die für Banken und Zahlungsinstitute in ganz Europa immer wichtiger werden. Das Team verbindet tiefgehende Zahlungsverkehrsexpertise mit Technologie, die speziell auf die Anforderungen regulierter Finanzinstitute ausgelegt ist. Wir sehen eine starke Übereinstimmung zwischen Riveros Ambitionen und unserer Erfahrung und unserem Netzwerk im europäischen Bankwesen und freuen uns darauf, das Unternehmen bei seiner weiteren Expansion zu unterstützen.“

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