30.07.2021

Andritz AG gibt Änderungen im Vorstand bekannt

Dr. Wolfgang Leitner beendet im Laufe des April 2022 nach 34 Jahren seine Funktionen im Vorstand der Andritz AG. Seine Nachfolge als Vorstandsvorsitzender übernimmt Dr. Joachim Schönbeck.
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Andritz AG_Leitner_Schönbeck_Iacovelli
Wolfgang Leitner, Joachim Schönbeck und Domenico Iacovelli
© Michaela Begsteiger, Schuler AG

Wolfgang Leitner war 34 Jahre im Vorstand des internationalen Technologiekonzerns Andritz tätig, davon 27 Jahre lang als Vorstandsvorsitzender. Der 68-Jährige, der 1987 als Finanzvorstand begann, zeichnet für die zentralen Gruppenfunktionen Human Resources Management, Konzernkommunikation, Investor Relations, Interne Revision, Informationstechnologie und Fertigung verantwortlich. Im April 2022 übergibt der erfolgreiche Unternehmer seine Agenden an Dr. Joachim Schönbeck, der seit Oktober 2014 Mitglied des Vorstands ist.

Schönbeck und Iacovelli mit neuen Funktionen

Schönbeck hat in der Vergangenheit erfolgreich die Entwicklung der von ihm verantworteten Bereiche Pulp & Paper Capital Systems sowie Metals Processing vorangetrieben und wird – so das Unternehmen in einer Aussendung – auch in seiner neuen Funktion weiterhin die Leitung des erstgenannten beibehalten.

Die Vorstandsverantwortung für den gesamten Geschäftsbereich Metals übernimmt ebenfalls mit April 2022 Domenico Iacovelli, der neu in den Vorstand berufen wird. Iacovelli ist seit 2011 in der Andritz-Gruppe in verschiedenen Führungsfunktionen tätig und fungiert seit April 2018 als Vorstandsvorsitzender der Schuler AG. Diese Aufgabe wird er auch neben seiner neuen Vorstandsverantwortung weiterverfolgen.

Leitner wechselt in Aufsichtsrat

Im Einklang mit den Bestimmungen des Aktiengesetzes (Ausnahmebestimmung bei der Cooling off-Regel) ist geplant, dass Wolfgang Leitner bereits bei der kommenden ordentlichen Hauptversammlung 2022 zur Wahl in den Aufsichtsrat der Andritz AG vorgeschlagen wird.

Die vorgeschlagenen Änderungen müssen von den Mitgliedern des Aufsichtsrats in der ordentlichen Aufsichtsratssitzung am 26. August 2021 noch beschlossen werden.

Andritz hat rund 26.950 Mitarbeiter und verfügt über 280 Standorte in mehr als 40 Ländern.

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Die Dæly-Gründer v.l.: Paul Truffner, Florian Ritter und Alexander Walliser | (c) Dæly
Die Dæly-Gründer v.l.: Paul Truffner, Florian Ritter und Alexander Walliser | (c) Dæly

„Es ist so ein bisschen der iPhone-Moment für das Familien-Whiteboard“, sagt Florian Ritter, Co-Founder des Grazer Startups Dæly, im Gespräch mit brutkasten. Gemeinsam mit Paul Truffner und Alexander Walliser hat der 26-Jährige ein digitales Wandgerät entwickelt, das die traditionelle Zettelwirtschaft in Haushalten ersetzen soll. Der 15,6 Zoll große Touchscreen fungiert als zentrales Organisationsmedium und soll verstreute Kalender, Einkaufslisten und To-Do-Anwendungen vereinen.

Die Organisation in vielen Familien sei nämlich auf bis zu acht verschiedene, teils digitale und teils analoge Werkzeuge verteilt, erklärt Ritter. Kinder besäßen oft noch kein Smartphone, weshalb Eltern Termine zwar digital im Google- oder Apple-Kalender pflegten, parallel aber einen analogen Wandkalender führten, damit der Nachwuchs sehe, wann etwa das Fußballtraining stattfinde. Diese fragmentierte Organisation führe zu mangelndem Überblick, ständigen Missverständnissen und Koordinationsstress im Alltag.

„Wir bringen diese ganzen Tools in ein einziges System“

Um Abhilfe zu schaffen, führt das System verschiedene Datenquellen zusammen. „Wir bringen diese ganzen Tools in ein einziges System, das für alle funktioniert“, erläutert Ritter. Die Gründer haben das Gerät systemagnostisch aufgebaut, sodass Nutzer Google-, Outlook- oder Apple-Kalender synchronisieren können. Dies löse ein häufiges Problem in Partnerschaften, in denen die Beteiligten oft unterschiedliche Kalendersysteme nutzten. Über eine kostenlose Begleit-App für iOS und Android lassen sich Einträge auch von unterwegs verwalten.

Neben der Terminplanung bietet das Gerät eine Aufgabenverwaltung, ein Punktesystem für Kinder sowie eine Einkaufs- und Essensplanung. Für Ritter ist klar: „Unser Ziel ist es, das beste Familienhaushalts-Managementsystem zu bauen, das es gibt.“ Die kontinuierliche Weiterentwicklung erfolge auf Basis des Feedbacks einer engagierten Nutzerschaft, wobei das System Software-Updates automatisch und kostenfrei aufspiele.

Hardware-Entwicklung ohne Investorengelder

Im konkreten Segment, in dem es mehrere internationale Player gibt, ist man bereits Marktführer im DACH-Raum. „Wir sind bereits bei mehreren Tausend Familien im Einsatz“, sagt Ritter. Dabei setzt so ein Hardware-Startup bekanntlich eine stabile finanzielle Basis voraus. Hier unterscheidet sich der Weg des Unternehmens von einigen im Technologiesektor üblichen Mustern: Dæly ist vollständig eigenfinanziert und bereits profitabel. Für die Entwicklung und den Start investierten die Gründer einen sechsstelligen Betrag aus eigenen Mitteln, die sie unter anderem durch ihr bestehendes E-Commerce-Unternehmen „Tassenliebling“ erwirtschaftet hatten. Der weitere Aufbau erfolge primär über eine Vorbestellungskampagne sowie den laufenden operativen Cashflow. „Wir können das richtig gut aus dem eigenen Cashflow heraus stemmen“, sagt Ritter.

Er sieht in diesem „Finance Based Scaling“ eine zentrale Stärke des jungen Unternehmens. Auf Risikokapital wolle das Team vorerst verzichten, um die Unabhängigkeit zu wahren. Die Bildschirme lässt das Startup wie branchenüblich in China fertigen. Ritter räumt dabei ein, dass eine Produktion in Europa wünschenswert wäre, dass jedoch die Kosten für das Endgerät, das aktuell 300 Euro kostet, massiv steigern würde.

Fokus auf den DACH-Raum und europäische Sicherheitsstandards

Trotz der Hardware-Fertigung in Asien legt das Unternehmen großen Wert auf europäische Sicherheitsstandards. Ein zentraler Aspekt des Produkts ist die bewusste Abgrenzung von US-amerikanischen Cloud-Diensten. Um die Privatsphäre der Familien zu schützen, betreibt das Unternehmen seine Server ausschließlich in Deutschland. Synchronisierte Kalenderdaten speichert das System laut Herstellerangaben nicht zwischen. Die technische Infrastruktur verzichtet bei der Datenspeicherung auf US-Anbieter wie Google Firebase, um die Einhaltung der DSGVO und europäischer Sicherheitsstandards zu gewährleisten.

Beim physischen Produkt setzt das Startup auf Nachhaltigkeit: Das Gerät verfügt über keinen Akku. Ritter begründet dies mit der höheren Energieeffizienz eines direkten Stromanschlusses und dem Umweltschutz durch die Vermeidung seltener Rohstoffe. Der feste Standort an der Steckdose sichere, dass das Gerät stets für alle Familienmitglieder auffindbar bleibe. In den kommenden Monaten liege der strategische Fokus des Teams ganz auf dem DACH-Markt. Eine weitere geografische Expansion behalte man sich für einen späteren Zeitpunkt vor.

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