15.03.2016

Patentantrag: Mittels Selfie bei Amazon bezahlen

Der Online-Versandkonzern Amazon setzt beim Bezahlvorgang offenbar auf Selfies. Um die Sicherheit der Kundenkontos zu erhöhen sollen User ihre Identität künftig mittels Selfie-Video bestätigen. Das geht aus dem Patentantrag des Konzerns hervor.
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Nocam will Selfies neu denken.
Nocam will Selfies neu denken.

Der Online-Versandriese Amazon hat offensichtlich genug vom klassischen Passwort. Das Unternehmen will sich ein Patent sichern, durch das Nutzer beim Einkaufen mittels Smartphone künftig ihre Identität nicht mehr durch ein Passwort bestätigen. Sondern durch ein Selfie-Video.

Höhere Sicherheit für Kunden

In dem kürzlich bekannt gewordenen Patentantrag spricht der Konzern davon, dass mit der Kombination aus Gesichts- und Gestenerkennung mehr Sicherheit für die Konten der Kunden garantiert werden könne. Die Kamera des Smartphones soll Video-Sequenzen aufnehmen und dadurch die Identität des Users bestätigen.

+++Mehr zum Thema: Die 11 beliebtesten Selfies 2015+++

„Lachen, Zwinkern, Kopf neigen“

Der Kunde werde aufgefordert, bestimmte Bewegungen oder Gesten zu machen – „zu lachen, zu zwinkern oder den Kopf zu neigen“, heißt es in dem Patentantrag, den Amazon Ende vergangenen Jahres eingereicht hat. Die Sicherheit von Kundenkonten werde damit verbessert, da es schwierig für Betrüger sei „das Gesicht eines Nutzers dreidimensional zu kopieren“, heißt es darin weiter.

Kreditkarten-Anbieter setzen auf selbe Technik

Nicht nur bei Amazon ist die Gesichtserkennung ein Thema. Auch der chinesische Internetriese Alibaba und die Kreditkartenfirma Mastercard sollen an einer solchen Technologie arbeiten.

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(c) Haris Dervisevic / brutkasten

Das brutkasten-Printmagazin wird exklusiv an die wichtigsten Stakeholder des österreichischen Innnovations-Ecosystems zugestellt.

Daneben ist es auch digital als Download erhältlich – der Link findet sich am Ende des Artikels.


„Aufbrechen“ hat zwei Bedeutungen: sich auf den Weg machen und etwas aufbrechen, das verkrustet ist. Diese Ausgabe braucht beide Varianten. Denn die Frage, wie Österreich bei industrieller KI, punkto Kapital und hinsichtlich europäischer Regeln vorankommt, lässt sich nicht mit Abwarten beantworten. Wir haben mit Menschen gesprochen, die das verstanden haben, und uns Regionen angesehen, in denen die Umsetzung längst passiert.

Christoph Knogler steht an der Spitze von Keba, dem Linzer Technologieunternehmen für industrielle Automatisierung, und sitzt der KI-Taskforce der Industriellenvereinigung vor. In unserer Coverstory (Seite 22) erklärt er, warum industrielle KI Europas eigentliche Chance ist und wo Österreich aufholen muss. Dass Oberösterreich mehr ist als Industrie, zeigt unser Standort-Check ab Seite 30: von der Tabakfabrik über die JKU bis zu den Exits von Emmi AI und Tractive.

Speedinvest-Chef Oliver Holle wiederum erklärt im Interview (Seite 8), warum sich der größte heimische Frühphasen-Investor gerade umbaut. Und wer glaubt, ein Millionen-Exit sei automatisch ein Erfolg, sollte unseren Deep Dive zur Liquidation Preference lesen (Seite 14): Eine unscheinbare Klausel entscheidet mitunter darüber, ob für Gründer:innen am Ende überhaupt etwas übrig bleibt.

Aufbrechen muss auch Europa: Wie weit die Rechtsform „EU Inc.“ inzwischen ist, analysieren wir ab Seite 46. Antonella Mei-Pochtler und Franz-Stefan Gady diskutieren im Doppelinterview (Seite 50), wie Kapital und Sicherheit über Europas Handlungsfähigkeit entscheiden. Und Estland führt vor, was ein kleines Land erreichen kann, wenn es Digitalisierung konsequent denkt (Seite 54).

Was Unternehmen heute tatsächlich mit KI anfangen, haben wir in der zweiten Staffel unserer Serie „No Hype KI“ mit Expert:innen diskutiert; das Wichtigste daraus ist ab Seite 40 zu lesen. Frank Möbius, fast 30 Jahre bei BMW, erklärt, warum der Transfer neuer Technologien ins Unternehmen das Schwierigste ist (Seite 66).

Im Bereich „Beyond Business“ erklärt Toto Wolff im Interview (Seite 78), warum bei der Fehlersuche niemand die Hand hebt, der Angst hat, gefeuert zu werden, und wie er bei Mercedes deshalb auf eine No-Blame-Kultur setzt. Wir zeigen weiters, wie Reverse Mentoring Hierarchien auf den Kopf stellt (Seite 72), und fragen die Fotografin Antje Wolm, warum Führungskräfte heute lernen müssen, sichtbar zu sein (Seite 82).

Zum Abschluss ein Hinweis in eigener Sache: Diese Ausgabe liegt beim European Forum Alpbach auf, wo brutkasten auch heuer wieder vor Ort ist. Wenn du dort bist: Sprich uns an, wir freuen uns auf den Austausch!

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