25.10.2019

Amazon-Quartalsbericht: Bezos „verliert“ 7 Mrd. Dollar bei Aktien-Talfahrt

Nach der Vorlage der Zahlen für das dritte Quartal 2019, die einen Gewinneinbruch aufweisen, befand sich die Amazon-Aktie im nachbörslichen Handel auf Talfahrt. Wenn die Kursentwicklung heute an der Börse bestätigt wird, ist Jeff Bezos am Ende des Tages nicht mehr reichster Mensch der Welt.
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Amazon Business - Griff nach dem globalen Großhandel - Amazon-Quartalsbericht - Jeff Bezos
(c) Flickr/Steve Jurvetson - Amazon-Gründer Jeff Bezos ist als Teil von GAFA ins Visier der US-Politik geraten.

2,1 Milliarden US-Dollar Gewinn – diese Zahl weist der gestern vorgelegte Amazon-Quartalsbericht (Q3/2019) aus. Für die Anleger ist diese durchaus stattliche Summe enttäuschend, liegt sie doch um 28 Prozent unter dem Vorjahreswert. Denn die Ausgaben sind im Jahresvergleich um 14 Milliarden US-Dollar gestiegen – davon allein ein Plus von 4,8 Mrd. Dollar bei Werbeausgaben. Dass die Umsätze im dritten Quartal den Vorjahreswert mit rund 70 Milliarden US-Dollar um 24 Prozent übertreffen hilft da also auch nicht. Die Shareholder werden – neben dem Gewinneinbruch – auch von der Amazon-Prognose für das vierte Quartal verunsichert. Für dieses geht man beim US-Riesen – trotz Thanksgiving- und Weihnachtsgeschäft – von „nur“ 80 bis 86,5 Milliarden US-Dollar Umsatz aus.

+++ Tesla-Quartalsbericht: schwarze Zahlen, aber Umsatzrückgang +++

AWS: Cloud-Service enttäuscht trotz Umsatzplus

Unzufrieden waren die Anleger dem Vernehmen nach auch mit dem Cloud-Geschäft des Konzerns. Zwar stiegen die Umsätze, die mit AWS (Amazon Web Services) erzielt wurden, im Jahresvergleich um 35 Prozent auf neun Milliarden Dollar. Am Vortag hatte jedoch Microsoft in seinen Quartalszahlen für das AWS-Konkurrenzprodukt Azure eine Umsatzsteigerung um 59 Prozent bekanntgegeben – für Amazon wäre also wahrscheinlich mehr drinnen gewesen.

Kostet Amazon-Quartalsbericht Bezos Titel „reichster Mensch der Welt“?

All diese Faktoren wirkten sich bei der Amazon-Aktie gestern im nachbörslichen Handel in einem Minus von rund acht Prozent aus. Für Gründer Jeff Bezos, der laut zuletzt kommunizierten Daten der US-Börsenaufsicht SEC 57,610,359 Aktien hält, würde das einen persönlichen Vermögensverlust von rund 6,9 Milliarden US-Dollar bedeuten. Würde – denn noch ist die „Aktien-Talfahrt“ nicht durch den formellen Börsenhandel bestätigt. Mit Börsenabschluss am heutigen Tag wird dann Klarheit geschafft. Für Bezos würde eine Bestätigung des Minus bedeuten, dass er nicht mehr reichster Mensch der Welt wäre. Er würde – wie schon mehrmals zuvor – wieder hinter Microsoft-Gründer Bill Gates fallen.

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Martin Huber und Hans Schlick
Die Amrax-Gründer Martin Huber und Hans Schlick | (c) Metaroom by Amrax

Amrax, bekannt für seine Plattform Metaroom, verkündete heute eine Finanzierungsrunde im mittleren siebenstelligen Bereich. Leadinvestoren sind der aws Gründungsfonds und SymbiaVC, unter Beteiligung des Bestandsinvestors ArborEleven Ventures sowie mehrerer Business Angels. SymbiaVC mit Sitz in Tirol bringe neben Kapital vor allem industrielle Expertise und ein starkes Industrienetzwerk ein. Amrax operiert im Bereich der Spatial Intelligence, also der 3D-Erfassung von Räumen.

„Wir freuen uns sehr, mit dem aws Gründungsfonds und SymbiaVC zwei so starke und regionale Partner an Bord zu haben. Beide teilen unseren Anspruch, konsequent und nachhaltig Wert aufzubauen – als eines der innovativsten KI-Unternehmen für Spatial Intelligence weltweit“, sagt Martin Huber, CEO und Co-Founder von Amrax.

Mit dem Kapital möchte Amrax sein Wachstum beschleunigen und die Produktentwicklung ausbauen. So sollen etwa der Vertrieb und Partnerschaften in der DACH-Region und international verstärkt werden.

Das Flaggschiff: Metaroom

Im Fokus des Investments steht aber auch die Weiterentwicklung der Digitalisierungsplattform Metaroom. Die KI-getriebene Plattform kann physische Räume erfassen, verstehen und in planungsreife Daten übersetzen (brutkasten berichtete). Innerhalb weniger Minuten wird so ein Raum mit dem Smartphone erfasst und als 3D-Modell samt 2D-Grundriss abgebildet. Diese KI-Modelle entwickelt und trainiert Amrax auf Basis eines Datensatzes realer Räume und Gebäude. Die 3D-Daten lassen sich in mehr als 40 Formaten exportieren und direkt in gängigen Planungswerkzeugen, wie etwa Bluebeam, Graphisoft oder DDScad, weiterverwenden.

„Amrax hat gezeigt, dass sich hochpräzise 3D-Gebäudedaten mit dem Smartphone erfassen lassen – und dass daraus ein skalierbares Software- und OEM-Geschäft entsteht. Überzeugt haben uns die technologische Tiefe, die internationale Traktion und vor allem das Gründerteam“, sagt Markus Jandrinitsch, Geschäftsführer des aws Gründungsfonds.

Senior Investment Manager von SymbiaVC, Alex Burger, ergänzt: „Spatial Intelligence wird zu einem Schlüssel für die Digitalisierung von Bau, Handwerk und Industrie. Amrax verbindet exzellente Technologie mit einem klaren Geschäftsmodell und starken Industriepartnern.“

Genutzt in über 175 Ländern

Die Einsatzgebiete von Metaroom sind etwa Architektur, Bauwesen, Facility Management und Energieberatung. Gelauncht wurde die Plattform 2020, mittlerweile ist man in mehr als 175 Ländern tätig. Zuletzt hat Amrax in Süddeutschland ein 60.000 Quadratmeter großes Krankenhaus mit Smartphones digitalisiert – und zwar bei laufendem Betrieb.

Neben der eigenen Plattform entwickle Amrax auf Basis seiner Technologie OEM-Anwendungen für Industrieunternehmen. Die Partner integrieren dabei die Raumerfassung von Amrax direkt in ihre eigenen Planungs- und Verkaufsprozesse. Auch diese OEM-Lösungen sollen durch das frische Kapital ausgebaut werden.

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